US-Basen im Golf stärker zerstört als vom Pentagon zugegeben – dazu kommt ein Schiffsbau-Desaster

27. April 2026von 3 Minuten Lesezeit

Iranische Raketen- und Drohnenangriffe haben schwere, bisher weitgehend vertuschte Schäden an US-Militärbasen im Golf verursacht. Gleichzeitig plant die US-Navy, ihre eigenen Zerstörer-Programme aufzugeben und stattdessen Schiffe aus Südkorea und Japan zu kaufen – ein klares Eingeständnis des totalen Scheiterns der amerikanischen Rüstungsindustrie.

Zwei Artikel eines miltiärischen Fachmagazins vom 26. April 2026 zeigen das ganze Ausmaß der strategischen Überdehnung der USA im laufenden US-israelischen Krieg gegen Iran und Libanon. Die iranischen Angriffe – Teil der „Operation True Promise 4“ – haben offenbar deutlich mehr Schaden angerichtet als offiziell zugegeben. US-Basen im Golf wurden massiv getroffen, Infrastruktur zerstört und die Einsatzfähigkeit der US-Streitkräfte nachhaltig beeinträchtigt. Die Schläge zeigen, dass die hochgelobte US-Luftabwehr und die Präsenz von drei Flugzeugträgern im Golf von Hormuz keineswegs die erwartete Abschreckungswirkung entfalten. Iran hat damit bewiesen, dass es in der Lage ist, selbst hochtechnisierte US-Basen anzugreifen und zu beschädigen – ein Albtraum für Washington und Tel Aviv.

Zusammenhängend damit ist möglicherweise auch die Wetteränderung in Westasien, wie hier in diesem TKP-Artikel diskutiert.

Noch brisanter ist die zweite Meldung: Die US-Navy erwägt ernsthaft, ihre eigenen Zerstörer- und Fregatten-Programme aufzugeben und stattdessen auf südkoreanische (Daegu-Klasse) und japanische (Mogami-Klasse) Designs zurückzugreifen. Für das Haushaltsjahr 2027 sind bereits 1,85 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung vorgesehen, um den Bau in ausländischen Werften zu prüfen. Der Grund? Die amerikanische Werftindustrie ist komplett überfordert.

Während China jährlich 6–10 Zerstörer vom Stapel lässt, schafft die USA gerade mal 1,6 pro Jahr – und liegt damit sogar hinter Nordkorea. Das Arleigh-Burke-Programm ist veraltet, das Zumwalt-Programm ein teurer Flop.

Das ist kein technisches Detail – das ist ein strategisches Desaster. Die USA, die sich seit Jahrzehnten als unangefochtene Seemacht der Welt aufspielen, können nicht einmal mehr ihre eigenen Kriegsschiffe in ausreichender Stückzahl und Qualität bauen. Stattdessen müssen sie bei Verbündeten in Ostasien betteln gehen – genau jenen Ländern, die sie eigentlich gegen China in Stellung bringen wollten.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Während die US-Flotte im Golf von Hormuz gebunden ist und Munition, Schiffe und Personal bis zum Anschlag ausgelastet sind, zeigt sich die Überdehnung der amerikanischen Streitkräfte in aller Deutlichkeit. Der Krieg gegen Iran und Libanon, den Israel und Teile der US-Neocons vorantreiben, frisst Ressourcen, die eigentlich für den Pazifik gebraucht würden. Die Folge: Die USA müssen nicht nur in Westasien improvisieren – sie verlieren auch die Fähigkeit, ihre eigene Flotte aufrechtzuerhalten.

Bezeichnend auch die Wiederaufnahme des internationalen Flugverkehrs vom Airport Teheran aus, wie hier berichtet. Die iranische Führung erwartet offenbar bald ein auch offizielles Ende des Krieges.

Die strategische Niederlage ist nicht mehr zu kaschieren. Die wahren Schwächen des Imperiums werden nicht in den Mainstream-Medien gezeigt – sondern in den Fachzeitschriften der Militäranalysten. Der Zusammenbruch der US-Dominanz ist bereits im Gange.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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9 Kommentare

  1. cwsuisse 28. April 2026 um 9:47 Uhr - Antworten

    Die Propagandamaschine von USA/EU produziert serielle Fake-News in atemberaubendem Umfang. Kein Wunder, dass russische Medien verboten werden mussten.

  2. Jurgen 27. April 2026 um 22:19 Uhr - Antworten

    Das Problem im Westen ist, dass militärische Entwicklungen aus kapitalistischen Gründen betrieben werden, nicht aus Verteidigungsgründen. Ersteres will Gewinne, letzteres geht auf so preiswert wie möglich… Dekadenz entspringt aus absolut kapitalistischer Gier.

  3. triple-delta 27. April 2026 um 17:54 Uhr - Antworten

    Der Mythos der US-amerikanischen Unbesiegbarkeit führte dazu, dass die Rüstung nur noch dem eigentlich sekundären Ziel diente, Steuergelder in die Taschen der Milliardäre zu leiten. Das ging auch eine Weile gut. Blöderweise hat man den Militärs nichts davon erzählt. Jetzt stehen die USA da wie die Eunuchen. Es kommt nur heiße Luft und ein Entschuldigungszettel.

  4. Jan 27. April 2026 um 17:52 Uhr - Antworten

    Die USA beherrschen Nahost, aber sie haben diese Macht nicht für eine Preiskonkurrenzierung genutzt – wie es jetzt die Mullahs tun, wie es Putin tut, wie es Maduro getan hat.

    Der Grund dafür ist der Petrodollar, über den jeder Ölkäufer ein wenig Wertschöpfung an die USA zahlt und die Sicherung der „freien Märkte“ mitträgt.

    China hat die Sanktionen umgangen und offenbar 30% Abschläge für iranisches Öl bekommen. Man meinte, dass China so mächtig sei, dass Verträge und Warenlieferungen ausreichen würden, Iran zu binden. Mit dem chinesischen Geld haben die Mullahs ihren Rückhalt in der Bevölkerung gestärkt und Hisbollah und Houthis aufgerüstet, was zu einem Machtanspruch in Nahost führt.

    Dann haben die Iraner versucht, Saudisches Öl, das die Chinesen gekauft hatten, durch die Hormusmaut zu besteuern.

    Plötzlich haben die Chinesen mit den Europäern und Amis das gemeinsame strategische Interesse, einen neuen Dominanzstaat zu verhindern.

    Das multireligiöse China könnte es auch überhaupt nicht gebrauchen, wenn muslimische Staaten in Hormus Rabatt bekommen.

    Ebenso haben die Golfmonarchien kein Interesse, dass ihre Preisfindung Mautgebühren einkalkulieren soll.

    Die Israelis, die natürlich die Amis sind, nicht umgekehrt, erhalten durch die Entwicklung zu einem faschistischen Staat überhaupt erst die Möglichkeit zu einem Großisrael. Mit noch ein paar Ölquellen geht sichs auch ökonomisch aus. In wessen Interesse wäre das?

    Bei der Aufstellung haben wir die Türkei und die Kurden noch vergessen. Und die friedensbewegten Pakistaner, die gerade mit 15.000 Mann die Saudis gegen die Houthis unterstützen.

    Indien, Russland und Problemstaat Afghanistan lassen wir vorerst beiseite.

    Jetzt können wir anfangen, die Schachfiguren zu schieben.

    • Jakob 27. April 2026 um 17:59 Uhr - Antworten

      Fallen Ihnen diese Grotesken selber ein oder folgen Sie einem vorgegebenen Skript wie die denkbegeisterten westlichen Politiker?

      • Fritz Madersbacher 27. April 2026 um 19:26 Uhr

        @Jakob
        27. April 2026 um 17:59 Uhr
        Gute Frage …

  5. Jakob 27. April 2026 um 17:34 Uhr - Antworten

    Ein weiterer Beweis dafür, wie krank unser westliches Wirtschaftssystem ist, welches allein auf Finanzkapital setzt.
    Ohne handfester Substanz ist dies alles lediglich virtuelle Macht.
    Egal ob Energie, Nahrung, Maschinen, ……
    Vielleicht gut für den Planeten, wenn dieses Scheingebilde zusammenbricht.

  6. Varus 27. April 2026 um 17:21 Uhr - Antworten

    Heute in den Ungeschnittenen: „Die Welt, wie wir sie kannten, ist für immer verschwunden!“ – wo ich über den Niedergang von „Isr.“ lese. Dazu: „… Der Iran hat den Krieg gegen Benjamin Netanjahu und Donald Trump gewonnen. Und in den nächsten Monaten wird das amerikanische Volk die Wahrheit erfahren, dass über 900 unserer Soldaten im Iran-Krieg getötet und über 5.000 verwundet wurden – alle für Israel getötet oder verwundet. (Derzeit werden getötete und verwundete amerikanische Soldaten nach Deutschland geschickt, um die US-Verluste vor der amerikanischen Öffentlichkeit geheim zu halten.) …“

    Ob es stimmen kann? Wenn ja und wenn es bekannter wird, werden Seine Trumpigkeit und die Neocons weggefegt?

  7. therMOnukular 27. April 2026 um 16:55 Uhr - Antworten

    Wie schon mal erwähnt, wurde die Logistik der 5. Flotte zerstört – darum auf der Lincoln das wenige, schlechte Essen.

    Ein Militärsprichwort sagt angeblich „Amateure denken in Taktik, Profis in Logistik“.

    Der Iran hat hier rein logistisch gedacht und systematisch die Nutzung der Basen verunmöglicht. Das Postzentrum der US-Flotte in Bahrain zu zerstören, war ein direkter Angriff auf Logistik und Moral.
    Darum bekommen wir es von außen wenig mit, weil es auf die inneren Abläufe und Organisation des Krieges abzielt. 13 Basen werden in US-Medien als „unbewohnbar“ oder „unbenutzbar“ bezeichnet, das ist schon eine starke Aussage. Da ist nicht nur das Klo verstopft oder die Waschküche abgebrannt….

    Wir werden sehen, welchen waghalsigen Versuch die Nazionisten bald unternehmen werden, um wenigstens aus ihrer Sicht das Gesicht zu wahren. Ich denke keinesfalls, dass es das bereits war.
    Es sei denn die Amis entschließen sich dazu, fortan jede Aktion rein propagandistisch zu erfinden und wie in der Schroedinger-Strait so zu tun als ob man was täte – und sich derweil still und leise aus der Region schleichen.
    Ach, wär das schön!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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