Viktor Orban: Ukraine-Konflikt könnte westliche Hegemonie beenden

22. August 2022von 3,7 Minuten Lesezeit

Nach Ansicht von Ministerpräsident Viktor Orban sind Sanktionen unwirksam und der Westen kann sich in der Ukraine militärisch nicht durchsetzen. Er warnte davor, dass der Ukraine-Konflikt die westliche Hegemonie beenden könnte.

Nach Ansicht des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban hat der blutige Konflikt in der Ukraine das Potenzial, die westliche Hegemonie in der Welt „demonstrativ“ zu beenden. In einem Gespräch mit der deutschen Publikation Tichys Einblick erklärte Orban, er gehe davon aus, dass die Europäische Union aus dem Konflikt in der Ukraine schwächer als zuvor hervorgehen werde.

Der ungarische Regierungschef erklärt, die vom Westen gegen Moskau verhängten Sanktionen hätten Russland nicht destabilisieren können und der Westen sei nicht in der Lage, den Krieg militärisch zu gewinnen. Er analysiert, die Strafmaßnahmen der EU seien spektakulär nach hinten losgegangen.

Orban fügte hinzu, es sei offensichtlich, dass „ein großer Teil der Welt“ in der Ukraine-Frage nicht auf der Seite der USA stehe. Als Regionen, die die westliche Position in dieser Frage nicht unterstützen, nannte er „die Chinesen, Inder, Brasilianer, Südafrikaner, die arabische Welt und Afrika“, was die Situation noch verschlimmere.

Es ist gut möglich, dass dieser Krieg der westlichen Vorherrschaft demonstrativ ein Ende setzen wird„, sagte Orban.

Auf der anderen Seite sagte er, dass Nicht-EU-Länder wie Russland, das „seine eigenen Energiequellen hat„, bereits von diesem Szenario profitieren würden. Der Ministerpräsident wies darauf hin, dass Russlands Energieexporte in die EU drastisch zurückgegangen seien, während die Einnahmen des wichtigsten staatlichen Gasunternehmens des Landes, Gazprom, massiv gestiegen seien.

Orban geht davon aus, dass Peking jetzt besser dastehe als vor dem Beginn des Krise. Offenbar mit Bezug auf den Ölmarkt sagte er, dass China früher „der Gnade der Araber ausgeliefert“ war, aber jetzt nicht mehr.

Die „großen amerikanischen Konzerne“ sind in den Augen des ungarischen Premierministers die anderen Gewinner. Als Beweis führte Orban die Gewinne von Exxon, Chevron und ConocoPhillips an, die um das Zweifache, Vierfache bzw. Sechsfache gestiegen seien.

Ungarn hat seit Beginn der Krise eine neutrale Haltung eingenommen, indem es weder die eine noch die andere Seite bewaffnet oder sich kritisch über Moskau oder Kiew geäußert hat, während es gleichzeitig die EU-Sanktionen gegen Russland aufrechterhält. Budapest hat bekräftigt, dass es nicht in den Konflikt hineingezogen werden will und die Sicherheit der Ungarn nicht gefährden kann.

Darüber hinaus haben sich Orban und andere prominente ungarische Persönlichkeiten häufig gegen bestimmte EU-Sanktionen ausgesprochen und erklärt, diese würden der EU mehr schaden als Russland.

Im Mai hatte Ungarn eine direkte Meinungsverschiedenheit mit der EU-Spitze über ein Ölembargo gegen Russland. Erst nachdem eine Ausnahmeregelung für den über Pipelines transportierten Treibstoff ausgehandelt worden war, hob Budapest sein Veto auf.

Andere sehen die Lage noch kritischer und fragen sich gegen wen die Sanktionen gerichtet seien, gegen Europa oder Russland.

Die „Russlandsanktionen“ Washingtons sind das Beste, was Russland je passiert ist, meint etwa Paul Craig Roberts. Die Sanktionen hätten Russland gezwungen von seinem sinnlosen Bestreben, Teil des Westens zu sein, wegzugehen. Es habe sich nun seinen natürlichen Verbündeten zugewendet und verkaufe seine Energie nur mehr gegen Rubel. Damit stützt es seine eigene Währung statt die des Feindes.

Die Sanktionen Washingtons treffen sein eigenes europäisches Imperium, wie leicht an den Preissteigerungen zu erkennen sei. Der europäische Benchmark-Preis für Strom ist um 500 % auf 509 Dollar pro Megawattstunde gestiegen. Der europäische Erdgas-Terminpreis ist zehnmal höher als noch vor einem Jahr. Wien Energie hat seine Strompreise gegenüber 2021 auf das 4,4-fache erhöht.

Der wirtschaftliche Verfall Europas wird auch am Kurs des Euro gegenüber dem Dollar nur zu deutlich sichtbar – der Euro wird immer weniger wert:

Unternehmer äußern schon die Befürchtung, dass Deutschland, dem durch Washingtons Sanktionen Energie vorenthalten wird, deindustrialisiert wird. Gleichzeitig explodiert die Zahl der Insolvenzen in Europa. In den letzten drei Monaten stiegen die Konkurse in Dänemark um 11,9 %, in Belgien um 14,7 % und in Lettland um 74,4 %.

Russland profitiert derweil von hohen Energiepreisen und einem starken Rubel.


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Im Wortlaut: Orbans berüchtigte Rede auf Deutsch

Ungarns Viktor Orban verlangt neue Strategie statt der gescheiterten Sanktionen gegen Russland

Europa in der Ukraine Sackgasse

Die EU macht uns arm – die USA und Russland reicher

20 Kommentare

  1. Andreas I. 23. August 2022 at 16:38Antworten

    Hallo,
    2011 konnte USA in kurzer Zeit Libyen ausschalten, aber mit Syrien klappte das schon nicht mehr so, wie die Weltmacht es gewohnt war. Die Sache zog sich hin und als ab 2015 Russland auch aktiv eingriff, wurde es ungemütlich für die US-Proxies in Syrien.
    Dann konnte USA zwar trotzdem noch die syrischen Ölquellen östlich des Euphrat besetzen, aber nur in Allianz mit der syrischen Kurden/SDF und das hatte den Preis, dass Nato-Mitglied Türkei sich auf den Schlips getreten fühlte und die Loyalität gegenüber USA litt.
    Also seit spätestens 2015 kommt USA in Syrien nicht weiter, Syrien + Russland + Iran demonstrieren seit 2015, wie man der Weltmacht USA die Stirn bieten kann.
    Außerdem das Referendum auf der Krim, damit wurde USA regelrecht vorgeführt.
    Und nun eben die militärische Eskalation vor der Haustür Russlands, wer da glauben konnte, dass das irgendeine Chance hatte anders auszugehen, als es ausgeht …

  2. Jens Tiefschneider 23. August 2022 at 10:50Antworten

    Er WIRD die westliche Hegemonie beenden. Die Zukunft heißt BRICS und der werden sich auch viele osteuropäische Länder anschließen. Byebye Dollar. Byebye USA. Byebye EU. Byebye NATO.

  3. Dr. Rolf Lindner 23. August 2022 at 1:06Antworten

    Westliche Werte

    Wieder werden Werte verteidigt,
    unsere Werte soll’n es sein.
    Fühl‘ mich dabei richtig beleidigt,
    denn diese Werte sind nicht mein.

    Von Wert für mich sind nicht die Lügen,
    die jetzt wie fast noch nie gedeihen,
    auch Korruption nicht mein Vergnügen,
    will mich der Gier nach Geld nicht weihen.

    Fühle mich keinesfalls verpflichtet,
    westlicher Machtgeilheit zu dienen,
    mein Sinn ist nicht darauf gerichtet,
    die Welt zu füllen mit Ruinen.

    Die reden von Demokratie,
    sind doch eher ein wahrer Hort,
    wo man es sieht als Blasphemie,
    gebraucht jemand das freie Wort.

    Wertlose sind für die stattdessen,
    Menschen die täglich dafür streiten,
    dass es mangelt nicht am Essen,
    nicht woke Phantasien verbreiten.

    Im Westen hat multipler Wahn
    Werte ins Gegenteil verkehrt,
    so dass man durchaus sagen kann:
    Der Westen hat nichts mehr von Wert.

  4. Dr.+Andreas+Hoppe 22. August 2022 at 21:24Antworten

    Tatsächlich profitieren russische Menschen und Unternehmen kaum vom starken Rubel ggü. dem Euro, weil der Handel zwischen der EU und Russland praktisch zusammengebrochen ist. Interessant sind die Wechselkurse gegenüber Yuan, Rupien, Real. Der Wechselkurs von Rubel/Yuan ist z.B. genau auf dem Verhältnis, auf dem er 2019/2020 stand.

  5. 1150 22. August 2022 at 19:57Antworten

    ich denke, dass hoffentlich baldige ende des angelsächsischen terrors kann nur gut für alle sein

  6. Fritz Madersbacher 22. August 2022 at 19:31Antworten

    „Andere sehen die Lage noch kritischer und fragen sich gegen wen die Sanktionen gerichtet seien, gegen Europa oder Russland. Die „Russlandsanktionen“ Washingtons sind das Beste, was Russland je passiert ist, meint etwa Paul Craig Roberts. Die Sanktionen hätten Russland gezwungen von seinem sinnlosen Bestreben, Teil des Westens zu sein, wegzugehen“
    Das weiß das „österreichische Außenamt“ („Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten“ – Nomen est omen) besser:
    „Dem Eindruck, die heimische Wirtschaft leide mehr als die russische, treten sowohl Berlin als auch Wien entgegen. „Die russische Wirtschaft wird dieses Jahr um mindestens 6 Prozent schrumpfen, andere Prognosen sprechen sogar von bis zu 10 Prozent“, heißt es im Außenamt in Wien.Im deutschen Wirtschaftsministerium war in einer Anfragebeantwortung gestern gar von bis zu 15 Prozent die Rede. Für die Europäische Union erwartet die EU-Kommission laut Außenamt hingegen ein Wachstum, und zwar von rund 2,7 Prozent“ („Tiroler Tageszeitung“, 22/08/2022)
    Na, dann ist ja die Welt wieder in Ordnung. Hoffentlich hält sie sich an die „Fakten“ aus Brüssel, Berlin und Wien. Denn es geht schließlich um mehr, ja alles:
    „Die Sanktionen würden zudem halbjährlich auf ihre Wirksamkeit überprüft und könnten, wenn nötig, auch angepasst werden, versichert man in Wien“ (ebd.). Rußland würde wohl demütig auf den Knien liegend umgehend alle Wünsche erfüllen bzw. die EU-Befehle ausführen.
    „Wir wollen eine regelbasierte Weltordnung, nicht das Gesetz des Dschungels, wo sich der Stärkere einfach holen kann, was er will. Wir können und werden es nicht zulassen, wenn im 21. Jahrhundert versucht wird, mit Panzern und Raketen Fakten zu schaffen und Grenzen zu verschieben“.
    Sehr glaubwürdig, diese NATO-Kollaborateure, angesichts ihres beharrlichen Schweigens zu bzw. sogar ihrer Mithilfe bei allen westlichen Untaten der letzten Jahre und Jahrzehnte.
    „Putin rechnet damit, dass wir uns als pluralistische offene Demokratien auseinanderdividieren lassen, dass wir nicht den Willen haben, ihm rote Linien aufzuzeigen“, so das Außenministerium“ (ebd.)
    Ja, das kann gut sein. Auch ich habe da so meine Bedenken bezüglich der wunschdenkenden Schwachköpfe und Großmäuler (und US-Pudel) in Brüssel, Berlin und Wien. Ihr Verständnis von „pluralistischen offenen Demokratien“ haben sie ja zur Genüge in der noch immer laufenden Schwindelpandemie demonstriert …

    • A-w-n 22. August 2022 at 22:55Antworten

      @Fritz M: die Frage ist auch, wie die EU das Wirtschaftswachstum rechnet: die Energie- und Rohstoffpreiserhöhungen können ja auch zu einem nominalen Wirtschaftswachstum in EUR führen, die Verbraucher haben entsprechend weniger in der Tasche. Ebenso bestehende Exportverträge in Fremdwährung, die durch Umrechnung bei schwächerem EUR zu nominal mehr EUR Exporte führen; auch die erhöhten Militärausgaben soweit für EU Rüstungsindustrie sowie sinnfreie Ausgaben für Impfstoffe (incl BionTech Umsätze), Masken etc bedeuten nominelles Wirtschaftswachstum in EU. Auch wenn der Mittelstand etc leidet. Auch die Basis des Vergleichs gilt es zu beachten: meint die Prognose 2022 2.7% Nominalwachstum gegenüber Lockdownjahr 2021?

      • A-w-n 23. August 2022 at 9:34

        Oder auch Kurzfassung, hier Quelle gefunden: https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_22_4511
        Die EU rechnet mit 2.7% Wirtschaftswachstum bei 8.6% Inflation, nominal. Das wäre real -5.9%, also reales Schrumpfen der Wirtschaft. 2023 soll Wachstum und Inflation niedriger werden, immer noch real negativ.

    • Andreas I. 23. August 2022 at 16:50Antworten

      @ Fritz Madersbacher Hallo,
      „Wir wollen eine regelbasierte Weltordnung, … “

      Und die globalen Besserwessis merken nicht, wie sie sich mit diesem Slogan selber ins Knie schießen.
      Auch wenn China mit künstlichen Inseln und Russland mit der Anerkennung von LVR und DVR knapp vor Einrücken (russischen Militärs) das Völkerrecht durchaus sportlich anwenden, trotzdem versuchen sie, sich so weit wie möglich an das Völkerrecht zu halten. Und das wird international beobachtet.

      Die Besserwessis hingegen schwafeln von „regelbasierter Weltordnung“, während sich US-Militär und türkisches Militär in Irak und in Syrien befinden, bekanntlich ohne Einladung der jeweiligen Regierungen … und das wird auch international beobachtet.

  7. Heiko 22. August 2022 at 19:01Antworten

    Orban ist das schwarze Schaf unter den Young Global Leadern. Er war mit Merkel im ersten Lehrgang 1990, aber es ist Klaus Schwab offensichtlich nicht gelungen, ihm jeglichen Patriotismus auszutreiben. Da muss der Exorzist noch mal ran. Leider ist bei den aktuellen Absolventen Baerbock, Habeck und Lindner eine solche Entgleisung nicht zu erwarten.

  8. Hans im Glück 22. August 2022 at 18:19Antworten

    Off Topic, aber passt zum Blog insgesamt. Schon 1945 musste man ein Händchen haben für den richtigen Zeitpunkt ein Leintuch aus dem Fenster zu hängen. Das ist 2022 im Grunde nicht anders. Die NZZ weiß von einem zu berichten, der die Zeit gekommen sieht:

    „Der bekannte amerikanische Immunologe Anthony Fauci tritt zurück. Wie er am Montag (22.8.) bekannt gab, werde er im Dezember seine Arbeit als Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und als leitender medizinischer Berater von US-Präsident Joe Biden niederlegen. Fauci gilt als Amerikas bekanntester Experte für ansteckende Krankheiten und Galionsfigur im Kampf gegen Falschinformationen und Verharmlosung in der Coronapandemie.“

    Schnell weg, bevor jemand auf die Idee kommt mich zur Verantwortung zu ziehen. Ich denke Don Karlos, der Tierarzt und der Berufsschwänzer vom PEI verfügen nicht über diesen Instinkt.

  9. Veron 22. August 2022 at 18:17Antworten

    Was ist anders in Ungarn, warum hat die USA dort nicht die Macht ihren Willen durchzusetzen?

  10. Jan 22. August 2022 at 15:56Antworten

    Die USA haben in den letzten Jahrzehnten überall Chaos hinterlassen. Ich fürchte, man redet von Demokratie und schafft strategisch gewollt Chaos, das ist billiger als eine Besetzung. Nach dem „Arabischen Frühling“ also der „Europäische Frühling“?

    Der „Impfdruck“ und die „Lockdowns“ waren in Europa, down under und Kanada deutlich größer als in den USA. Die Gesellschaften werden gespalten, die Grundrechte ausgehölt, die Gerichte und Parlamente sowie die EU delegigimiert. Sollten die Spritzen noch ungute Langzeitwirkungen aufweisen, könnten einzelne Länder noch zerbrechen: einmal willkürlich angenommen 20% der Deutschen bekämen wegen Herrn Lauterbach Krebs – der Bundesstaat würde nicht überleben.

    Durch die Lockdowns und die Energiekrise wird die Wirtschaft nachhaltig geschwächt, die Fähigkeit zu feindlichen Übernahmen oder zur Kriegsführung schwindet. Die USA verzichten auf Peripherie, um den Kern zu stärken.

    Der Einfluss Russlands und Asiens wird dadurch steigen – im Pazifischen Zeitalter lässt man sich hier vielleicht auf Krieg ein? Ist der Ukraine-Krieg nur eine Vorbereitung für einen Krieg in Asien? Das BIP Chinas und Indiens ist etwa so groß wie das der EU. Durch die offenbar künstlichen Krankheiten sind die Staaten mit sich selbst beschäftigt und haben keine Mittel für notwendige ökonomische Umbauten oder Ausbildungsinitiativen. Den US-Großkonzernen wird in Europa niemand mehr gefährlich.

    Sind unsere Politiker anderen Mächten verpflichtet als ihren Bürgern?

    • Aurelian 22. August 2022 at 18:09Antworten

      Viel geringer war der Impfdruck in USA auch nicht (es sind prozentuell mehr geimpft als in D – siehe our world in data) und an viele Schulen und Universitäten, v.a. in demokr. Bundesstaaten, kann man ungeimpft noch immer nicht gehen, und in NY und LA dreht man sowieso immer noch durch wie in Wien der Ludwig.

    • Toni 22. August 2022 at 18:25Antworten

      Ich vermute, ihre Frage, ob unsere Politiker anderen Mächten verpflichtet sind, war ironisch gemeint. Wegen dieser Verpflichtungen befragen sie auch nie ihre Bürger: Wer weis, welche komische Meinung das Volk zu einem Thema hat, trotz Dauer-PR-Feuer in den Massenmedien und bezahlten Faktencheckern!

      Spätestens 2030 wird China die USA in der Wirtschaftsleistung überholen. Das hat natürlich die westliche Oligarchie schon lange mitbekommen und setzt deshalb auf dieses Pferd. Insbesondere ist China führend in vielen Klimawandels-Technologien.

      Was sind also unsere Politiker:
      Dumm?
      Korrupt?
      Agenten Chinas?
      Sprachrohre der globalen Oligarchie?

      Ein Wandel im Sinne der arbeitenden Menschen ist schon überfällig. Die nächsten Wahl kommt bald!

      Glück auf, Toni

  11. Cris 22. August 2022 at 15:01Antworten

    Ich kann dem nicht zustimmen.
    Öl und Gas zu Spottpreis, teilweise unter den Förderkosten zu verramschen, mag eine Weile Geld in Russland‘ Kriegskasse spülen.
    Langfristig ist es ein wirtschaftlicher Bankrott und führt zur Schließung von Förderanlagen
    Außer den Atomaren Waffen hat Russland Waffentechnisch, nur alten, farblich aufgefrischten Militärschrott.
    Das beste Material ist bereits verheizt und Neuproduktion wird schwierig ohne die technologischen Komponenten aus dem Westen.
    Die Ukraine könnte niemals so lange Paroli bieten wenn Russland‘s Militärische Ausstattung auf einem hohen Niveau wäre.
    Der Krieg hat erst bewusst gemacht was vielen nicht bewusst war. Die Abhängigkeit von Fossilien Brennstoffen.
    Es gibt nichts gutes an einem Krieg, aber dennoch bewirkt er ein drastisches Umdenken hin zu Erneuerbaren Energien und was viel wichtiger ist, zu Wasserstoff.

    • OMS 23. August 2022 at 7:09Antworten

      Außer den Atomaren Waffen hat Russland Waffentechnisch, nur alten, farblich aufgefrischten Militärschrott.
      Das beste Material ist bereits verheizt und Neuproduktion wird schwierig ohne die technologischen Komponenten aus dem Westen. – Sie lesen zu viel NATO-Propaganda!

    • Andreas I. 23. August 2022 at 18:11Antworten

      @Cris Hallo,
      „Öl und Gas zu Spottpreis, teilweise unter den Förderkosten zu verramschen, mag eine Weile Geld in Russland‘ Kriegskasse spülen. Langfristig ist es ein wirtschaftlicher Bankrott und führt zur Schließung von Förderanlagen“

      Nur betrifft das USA mit der teuren Fördermethode Fracking.

      „Außer den Atomaren Waffen hat Russland Waffentechnisch, nur alten, farblich aufgefrischten Militärschrott.“

      Kalibr, S-400, S-500, Pantzir … die SU-34/35 und die TU-22M sind nicht nur frisch angemalt, die haben modernisierte Elektronik und neue Waffen, vorgeführt in Syrien, wer da noch Zweifel hat und es unbedingt selber spüren will, bitteschön … Krasnopol (lasergelekte Artilleriegeschosse) sind zwar noch eine Entwicklung aus Sowjetzeiten, aber jetzt hat Russland auch Drohnen für die Zielmarkierung und was das bedeutet, haben die Russen in LVR und DVR und in Charkiw usw. vorgeführt.
      Kinzhal befindet sich nach russischen Angaben in „experimentellem Einsatz“ oder so ähnlich, diese Rakete soll in Syrien und in der Ukraine getestet worden sein; da bin ich selber skeptisch und Videobeweise sind mir nicht bekannt (auch wenn ich darauf sowieso nicht viel erkennen könnte), aber es könnte durchaus sein, dass die Waffe einsatzfähig ist.
      Drei Mig-31K (Mig-31 mit Kinzhal) wurden nach Kaliningrad verlegt und befinden sich dort in „rund-um-die-Uhr-Gefechtsbereitschaft“, was allgemein mehr als politisches Signal gewertet wird. Denn „nur“ drei Raketen … Aber wenn die Waffe einsatzfähig ist und man deren taktisches Potential (die wichtigsten gegnerischen Kommandozentralen / Relaisstationen / Abwehrsysteme auszuschalten, also z.B. sowas wie Ramstein auszuschalten) bedenkt, dann sind auch „nur“ drei Raketen ernst zu nehmen.

      „Das beste Material ist bereits verheizt und Neuproduktion wird schwierig ohne die technologischen Komponenten aus dem Westen.“

      Jedes Mal, nachdem ich sowas nun seit Monaten regelmäßig lese, schießt Russland wieder ein Dutzend Raketen, ob Boden-Boden, Luftabwehr, Luft-Boden … irgendwie scheinen die Russen nicht zu wissen, das sie ja gar kein „bestes Material“ mehr haben dürften. :-D
      Das Einzige, was die Russen nicht selber herstellen können, sind Chips in neuesten Verfahren (unter 10nm Raster oder irgendsowas), aber erstens ist die Frage, ob solche Chips notwendig sind, oder ob russische Ingenieure anders denken als Lockheed Martin & Silicon Valley … und selbst wenn, dann ist zweitens die Frage, welche Gründe China haben sollte, keine solche Chips zu liefern. Warum sollte China das tun? Damit China langfristig keine günstige und stabile Versorgung mit Erdgas und Erdöl mehr hat?!
      Wer das glauben mag …

      „Die Ukraine könnte niemals so lange Paroli bieten wenn Russland‘s Militärische Ausstattung auf einem hohen Niveau wäre.“

      Unter „Paroli bieten“ stelle ich mir was anderes vor als die Zahlen der ukrainischen Verluste bei dem begrenzten Einsatz russischen Militärs (65.000 Soldaten oder so, wenn ich das richtig in Erinnerung habe).
      Außerdem ist die Struktur des russischen Militärs nunmal auf Verteidigung ausgelegt, entsprechend ist das wichtigste – die Luftverteidigung – auf dem Niveau, dass USA es eben nicht wagen kann und sich mit wirtschaftlichen Sanktionen begnügen muss.
      Die anderen Bereiche folgen entsprechend, aber auch wenn der T-72 von Besserwessis belächelt wird:
      Assad ist noch im Amt und Zelensky bald nicht mehr, weil Zelenskys Opferzahlen so hoch sind.
      Was das „Niveau“ einer Waffe ist, das entscheidet sich in der Praxis und da sieht manches ach-so-moderne Zeug eher alt aus. Das Rad wurde bereits erfunden.

      „Der Krieg hat erst bewusst gemacht was vielen nicht bewusst war. Die Abhängigkeit von Fossilien Brennstoffen.“

      Als ob das nicht schon seit Jahrzehnten bekannt gewesen wäre, aber die Abhängigkeit war so schön bequem, so lange der Stoff so schön billig war und nur die aller durchgeknalltesten Junkies legen sich mit ihrem zuverlässigsten Dealer an, das ist selbst unter Abhängigen nicht normal, sowas machen nur absolute Psychos, die Sorte die nicht das erste Mal in der geschlossenen landet.
      (Ähnlichkeiten mit Teilen der bundesdeutschen Bevölkerung sind rein zufällig, nicht beabsichtigt und überhaupt … es gibt da ja gar keine Ähnlichkeiten.)

      „Es gibt nichts gutes an einem Krieg, aber dennoch bewirkt er ein drastisches Umdenken hin zu Erneuerbaren Energien und was viel wichtiger ist, zu Wasserstoff.“

      Tschernobyl war 1986 und im Jahre 2022 ist der Stand des Ausbaus wie?!
      Liberalismus stellt Geld über alles und so lange die Mehrheit der globalen Wessis unbedingt Liberalismus will, wird das nichts.

  12. «Andere sehen die Lage noch kritischer und fragen sich gegen wen die Sanktionen gerichtet seien, gegen Europa oder Russland.»

    Der Ökonom Michael Hudson hat schon am 28. Februar 2022 auf seinem Blog von einem Krieg von Amerika vor allem gegen Deutschland geschrieben: «America Defeats Germany for the Third Time in a Century». Allerdings schlage das letztlich auf das Imperium zurück und das Ergebnis sei am Ende: «The American Empire self-destructs» (6. März 2022).

    • Andreas I. 23. August 2022 at 18:16Antworten

      Hallo,
      „Allerdings schlage das letztlich auf das Imperium zurück“

      Ganz meine Meinung, wenn ein Imperium seine eigenen Provinzen oder Vasallen verheizen muss …

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