Saubere Luft durch Lockdown: weniger Todesfälle

Der weltweite Corona-Lockdown und vor allem die Einschränkungen beim Verkrehr und die reduzierte industrielle Tätigkeit haben einen „Kollateralnutzen“ hervorgebracht: Die verringerte Luftverschmutzung durch die Maßnahmen gegen Covid-19 senkt die Zahl vorzeitiger Todesfälle und Asthmaerkrankungen bei Kindern. Frankreich zieht Lehren daraus und baut Air France ökologisch um.

Die getroffenen Maßnahmen haben auf die Reduktion von Erkrankungen und Todesfällen durch Covid-19 abgezielt. Als Nebeneffekt hat sich eine Reduzierung von anderen Todesfällen durch Atemwegserkrankungen eingestellt. Studien zeigen erstmals wie stark die Auswirkungen schon bisher sind.

Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie

„Wir schätzen, dass schon in den ersten zwei Wochen der Lockdowns weltweit etwa 7400 vorzeitige Todesfälle und 6600 Fälle von Asthma bei Kindern vermieden wurden“, sagt Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie und einer der Autoren einer kürzlich veröffentlichten Studie.

Ausgewertet wurden jeweils die ersten zwei Wochen der Lockdowns in den jeweiligen Ländern. Allein in China und Indien wurden als Folge der geringeren Feinstaubwerte etwa 1400 bzw. 5300 vorzeitige Todesfälle vermieden. Da beide Länder sowohl die höchsten Verschmutzungswerte als auch die höchste Bevölkerungsdichte haben, profitieren sie am deutlichsten von den Schadstoffrückgängen. Luftverschmutzung, insbesondere mit Feinstaub belastete Luft führt zu Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen und beeinflusst dadurch die Zahl vorzeitiger Todesfälle.

Deutliche Luftverbesserung gemessen

Die Auswirkungen der erzwungenen Lockdowns ermittelten die Forscher, indem sie Daten von Satelliten und von über 10.000 Messstationen in 27 Ländern auswerteten, darunter verschiedene europäische Länder wie Deutschland und Spanien, aber auch aus China und Chile. Den Daten zufolge hat sich die Luftverschmutzung jeweils in den ersten beiden Wochen der Lockdowns im Mittel um etwa 20 Prozent verringert. Dabei stellte das Team in einigen Ländern einen deutlichen Rückgang der Stickstoffdioxid-, Ozon- und Feinstaubmengen in Bodennähe fest.

Um die Daten der Luftqualität mit den vorzeitigen Todesfällen in Verbindung zu bringen, bestimmten die Wissenschaftler zunächst die Belastung mit Stickstoffdioxid, Ozon und Feinstaub (PM2,5) in den jeweiligen Ländern. Anschließend berechneten sie mithilfe von epidemiologischen Methoden die tägliche Gesundheitsbelastung bezogen auf die Bevölkerungsdichte pro Land.

Die Forscher rechneten auch aus, welche gesundheitlichen Auswirkungen die Beibehaltung der besseren Luftqualität für das gesamte Jahr hätte: eine Reduktion um 780.000 vorzeitige Todesfälle bei Erwachsenen und 1,6 Millionen weniger Asthmafälle bei Kindern. Das wäre doch auch ein Ziel, wert der gleichen Anstrengung wie zur Vermeidung von Todesfällen durch das Coronavirus.

Air France soll ökologischer und klimafreundlicher werden

Ein Beispiel was getan werden kann, liefert Frankreich bei der Air France. Wie AUA, Lufthansa und andere Mega-Airlines hat auch Air France um staatlich Hilfen angesucht. Die französische Regierung hat bereits ein Paket geschnürt, das aus 4 Milliarden Euro weitgehend staatlich garantierten Bankdarlehen und 3 Milliarden Euro Darlehen direkt vom Staat besteht. Hinzu kommen 2 bis 4 Milliarden Euro von der niederländischen Regierung an KLM.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire hat per Videokonferenz seine ehrgeizige Vision einer neuen Air France vorgestellt: „Ziel von Air France muss sein, die Airline zu werden, die den Schutz des Planeten am nachhaltigsten garantiert.“

Innerfranzösisch soll nach der Vorstellung des Finanzministers nur noch fliegen, wer ein Ticket für einen Weiterflug nach Asien oder in die USA besitzt; wer also beispielsweise von Straßburg über Paris nach New York fliegen möchte.

Darüber hinaus sind die staatlichen Hilfen an folgende konkrete Bedingungen geknüpft:

  • Air France muss rentabler und wettbewerbsfähiger werden.
  • Air France soll seine CO2-Emissionen auf Lang- und Mittelstrecken bis 2030 um 50 Prozent pro Passagier und Kilometer reduzieren; auf innerfranzösischen Flügen sogar schon bis 2024.
  • Bis 2025 sollen mindestens zwei Prozent des Treibstoffs aus einer klimaneutralen Quelle kommen.
  • In den nächsten Jahren soll die Lang- und Mittelstrecken-Flotte mit Schwerpunkt auf einer Reduzierung von Emissionen erneuert werden, beispielsweise durch den Einsatz der neuen Airbus-Modelle A220 und A350, die bis zu 25 Prozent weniger CO2 ausstoßen.

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Bild von b1-foto auf Pixabay

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