Die besten Smartwatches für die Überwachung der Gesundheit

Ursprünglich wollte ich ein Stück schreiben, warum die klassischen Smartwatches der Smartphone Hersteller mit Android Wear oder von Apple sinnlos sind. Dagegen Geräte wie vom finnischen Hersteller Polar mit Schwarz/Weiß-Display und Tasten zur Bedienung haushoch überlegen sind.

Dann habe ich den Bericht des Wiener Researchers Wolfie Christl Corporate Surveillance in Everyday Life gelesen und muss deshalb dem Artikel eine etwas andere Stoßrichtung geben. Denn die persönlichen Daten, die hier gesammelt und unkontrolliert weitergegeben werden, sind gefährlicher als viele andere Datenspuren, die man mit anderen Online-Aktivitäten hinterlässt.

Aber jetzt der Reihe nach. Sportuhren gibt es schon lange. Mir hat meine erste Polar Sportuhr bei 19 Marathons und einer Reihe von kürzeren Läufen sowie dem Training dafür gute Dienste geleistet. Allerdings erfolgte die Messung der Herzfrequenz noch mit dem Brustgurt und für die Distanz musste man entweder selbst vermessen oder eben bei Laufveranstaltungen sich an den km-Anzeigen orientieren. Meine Trainings und Läufe habe ich in Tabellen erfasst, meine Laufpläne kamen von Peter Greif auf Papier.

Mit dem Aufkommen von Apps wie Runtastic, bin ich dann auf das Smartphone als Trainings- und Laufbegleiter umgestiegen. Ziemlich unbequem, da man es in der Hand halten muss. Die Smartwatch sollte aber nun Erleichterung bringen und selbst Apple hat nicht nur auf die Anzeige von Benachrichtigungen am Handgelenk gesetzt, sondern auch Fitness-Funktionalität gebracht.

Der große Schritt vorwärts war die Integration von GPS und einer halbwegs zuverlässigen Pulsmessung. Damit reicht die Uhr nun alleine und zeichnet mir alle relevanten Daten auf, die ich am Smartphone, Tablet oder PC anschließend auswerten kann.

Allerdings Farbdisplay und Touchscreen sind ausgesprochen kontraproduktiv. Eine Golfrunde lässt sich damit schon wieder nicht aufzeichnen, von einem Triathlon ganz zu schweigen. Außerdem ist die Bedienung eines Touchscreens bei hohem Tempo so gut wie ausgeschlossen, ein Farbdisplay in der Sonne so gut wie unlesbar.

Also liegen bei mir nun bereits mehrere Generationen von Smartwatches in der Schublade, am Handgelenk habe ich aber eine Polar M430. Die misst eben alles, was ich benötige und überträgt es automatisch aufs Smartphone bzw. auf den Computer. Und damit allerdings auch ins Internet und an die finnische Firma Polar. Tun aber alle anderen auch: Samsung, Apple, Google, Microsoft etc – alle wollen Deine Daten.

Die Polar M430 ist schon um 170 Euro wohlfeil. Und wenn du sie gekauft hast, bekommst du kostenlos noch umfangreiche Trainingspläne dazu. Zum Beispiel einen Aufbau- und Vorbereitungsplan für den Wachau Marathon am 23. September. Woanders zahlt man dafür und zwar mitunter gar nicht so wenig.

Und Polar errechnet aus meinen Daten im Running-Index-Bericht den Running Index und den Cooper Test und sagt mir meine erreichbaren Zeiten über verschiedene Distanzen voraus. Genial!

PolarDiagra

Genial allerdings auch für eine Lebens- oder Krankenversicherung, die sich aus diesen Daten ein umfassendes Bild über meinen Gesundheitszustand machen kann. Auch eine Bank kann daraus gute Rückschlüsse über meine Kreditwürdigkeit erhalten und ein Arbeitgeber kann abschätzen wie ich einen 12-Stunden-Tag durchhalten werde.

Natürlich geht das nicht nur aus den Daten, die an Polar gehen, sondern auch aus denen jeder anderen Fitness App, jedem Smartphone oder jeder Smartwatch. Denn die wissen alle, wie lange und wie gut du schläfst, wieviele Schritte du gehst oder läufst, wie deine Puls-Variabilität und dein SPO2-Wert aussieht und wie lange du in dein Smartphone starrst.

Wie diese Daten  ausgetauscht, gehandelt und mit anderen Informationen aus sozialen Netzen, der Surfhistorie und weiten online hinterlassenen Datenspuren verknüpft werden, beschreibt eben Wolfie Christl in seinem ausgezeichneten Artikel Corporate Surveillance in Everyday Life.

Der Verkauf der persönlichen Daten ist Geschäftsmodell nicht nur bei Facebook und Google, sondern auch bei allen anderen Techfirmen.

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