Studie: Hornhautveränderung durch Pfizers Covid-Behandlung

20. Juli 2026von 2,1 Minuten Lesezeit

Eine prospektive Studie hat erstmals systematisch die Auswirkungen der Pfizer-BioNTech mRNA-COVID-19-Impfung auf die Hornhautendothels untersucht. Es war eine signifikante Änderung messbar.

Die Forscher Fatma Sumer und Sevgi Subasi verglichen bei 64 Patienten (128 Augen) augenspezifische (topgrafisch und spaltlampenmikroskopische) Parameter, vor und nach der zweiten Impfung. Alle Teilnehmer erhielten eine vollständige augenärztliche Untersuchung einschließlich Sehschärfe, Augeninnendruck und Fundusdiagnostik.

In der sehr kleinen Gruppe an Probanden konnte man deutliche statistisch signifikante Veränderungen feststellen. Die Ergebnisse im Überblick:

Die zentrale Hornhautdicke (CCT) nahm nach der Impfung signifikant zu (Median von 533 µm auf 548 µm; p < 0,001). Gleichzeitig sank die Endothelzellendichte (ECD) von 2.597 auf 2.378 Zellen/mm² (p < 0,001). Der Variationskoeffizient (CV) (Maß für die Ungleichmäßigkeit der Zellgrößen) stieg von 39 auf 42 (p < 0,001), während der Anteil hexagonal geformter Zellen von 50 % auf 48 % abnahm (p < 0,001).

Diese Veränderungen deuten auf eine vorübergehende Belastung oder leichte Dysfunktion des Endothels hin, die zu einem leichten Hornhautödem führen kann. Die Hornhautendothels ist eine einschichtige Zelllage, die für die klare Sicht entscheidend ist: Sie pumpt überschüssige Flüssigkeit aus der Hornhaut. Im Erwachsenenalter regenerieren die Zellen kaum; ein signifikanter Zellverlust kann langfristig zur bullösen Keratopathie führen.

Brisant sind die Ergebnisse auch, weil bereits früher nach COVID-19-Infektionen vergleichbare Endothelveränderungen beschrieben wurden – vermutlich durch systemische Entzündungsreaktionen.

Nach Impfungen mit mRNA-Vakzinen wurden zudem Fallberichte und Reviews zu akuten Hornhauttransplantat-Abstoßungen veröffentlicht, vor allem bei Patienten mit vorbestehenden Transplantaten oder niedriger Endothelzellzahl. Die Abstoßungen traten meist innerhalb weniger Wochen auf und waren immunvermittelt.

Allerdings folgte dann auch eine Meta-Analyse die keine statistisch signifikanten Gesamtanstieg des Abstoßungsrisikos durch die Impfung feststellen wollte. Über eine andere Studie, die auf einen Zusammenhang zwischen der Impfung und schweren Augenschäden hindeutet, hat TKP berichtet. 

Die aktuelle Studie ist die erste, die bei gesunden Augen ohne Transplantat messbare kurzfristige Veränderungen nachweist. Methodisch hat gewisse Limitationen: kurzer Beobachtungszeitraum (ca. 2,5 Monate), keine Kontrollgruppe Ungeimpfter und fehlende Langzeitdaten. Klinische Symptome oder Sehverschlechterungen wurden in der Publikation zudem nicht berichtet.

Die Autoren empfehlen dennoch eine engmaschige Überwachung der Hornhautendothels bei Patienten mit bereits reduzierter Zellzahl oder nach Hornhauttransplantation. Zudem sollten Impfärzte diesen Menschen auf mögliche Nebenwirkungen hinweisen. Notwendig wären großangelegte, langfristige Studien.


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Ein Kommentar

  1. Gabriele 20. Juli 2026 um 16:18 Uhr - Antworten

    Es gibt und gab ja so viele OPs wegen grauem Star….auch während Corona. Zuvor hörte ich meist, alles sei gut verlaufen, die Patienten sehen wieder gut (vorher fast nichts mehr) – so auch eine Nachbarin von mir.
    OP war angesetzt, aber um ins Spital zu dürfen, brauchte sie dann 2022 die „Impfung“ (sie wollte sich nicht impfen lassen). Hat sie dann 2-mal gemacht – OP wurde bald darauf durchgeführt – ist „schlecht“ verlaufen im Nachgang.
    Vorher sah sie noch leidlich – jetzt ist sie faktisch blind. Sicher kein „tragischer Einzelfall“.

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