
Russland setzt Kriegsschiffe zum Schutz seiner Handelsschifffahrt im Ostchinesischen Meer ein – Konvoisystem wie im WK II?
Russland hat seine Marine im Ostchinesischen Meer in Alarmbereitschaft versetzt und stellt nun zivile Handelsschiffe unter militärischen Geleitschutz. Die Maßnahme erfolgt als direkte Reaktion auf wiederholte US-amerikanische und westliche Zwangsmaßnahmen gegen russische, iranische und venezolanische Frachter in internationalen Gewässern.
Wie das Military Watch Magazine berichtet, eskortieren russische Kriegsschiffe – darunter Zerstörer der Udaloy-Klasse (Bild) und Fregatten der Admiral-Gorshkow-Klasse – nun auch reguläre zivile Frachter in geschützten Konvois. Das Vorgehen erinnert an die Geleitzugsysteme des Zweiten Weltkriegs, mit denen Handelsschiffe der Alliierten vor Angriffen der Nazi-Marine und U-Booten geschützt wurden. Hintergrund ist die Eskalation westlicher Sanktionspolitik auf See. Die USA und ihre Verbündeten haben in den vergangenen Monaten mehrmals zivile Schiffe unter russischer oder iranischer Flagge in internationalen Gewässern geentert und teilweise beschlagnahmt. Besonders brisant: Im Dezember 2024 wurde ein russisches Frachtschiff mit Atomreaktoren für U-Boote mutmaßlich durch Sabotage versenkt.
Trump hielt bekanntlich sogar angeberische Reden darüber, dass die USA jetzt Pirtatenakte ausführen. „Wir sind wie Piraten … aber wir machen keine Spielchen“, sagte Trump bei einer Veranstaltung in Florida.
Der russische Sicherheitsberater Nikolai Patruschew hatte bereits im Februar 2026 klargestellt, dass Moskau nicht länger bereit sei, solche Übergriffe hinzunehmen. In den wichtigsten Seegebieten müssten dauerhaft ausreichende Kräfte stationiert werden, um „den Eifer der westlichen Akteure abzukühlen“.
Die russische Marine reagiert damit pragmatisch auf eine Entwicklung, die von Kritikern als „Piraterie unter staatlicher Flagge“ bezeichnet wird. Statt nur diplomatisch zu protestieren, schafft Russland nun Fakten: Wer im Ostchinesischen Meer Handel treiben will, kann sich auf militärischen Schutz verlassen.
Die Maßnahme unterstreicht den wachsenden Willen Russlands – und indirekt auch Chinas –, die eigenen Handelsrouten gegen völkerrecchts- und seerechtswidrige illegale westliche Zwangsmaßnahmen zu verteidigen. Während Europa weiterhin weitgehend der US-Sanktionslinie folgt, zeigen Russland und China, dass sie bereit sind, ihre wirtschaftlichen Interessen auch mit militärischen Mitteln abzusichern.
Es wird erwartet, dass westliche Operationen gegen die zivile Schifffahrt der Gegner weiter zunehmen werden; Analysten haben dies bereits seit Mitte der 2010er Jahre als realistische politische Option ins Spiel gebracht. Ein 2020 vom U.S. Naval Institute selbst veröffentlichter Bericht schlug vor, Söldner als Freibeuter anzuheuern, um die chinesische zivile Schifffahrt anzugreifen und so die Feindseligkeiten gegen das Land zu eskalieren.
Die Angriffe auf die Schifffahrt haben sich noch nicht vollständig auf eine breite Bekämpfung der chinesischen Schifffahrt ausgeweitet, was eine erhebliche Eskalation darstellen würde, da das Land nicht nur über eine viel größere Handelsflotte verfügt, die westliche Streitkräfte ins Visier nehmen könnten, sondern auch über eine viel größere und modernere Hochseemarine, die Vergeltungsmaßnahmen ergreifen kann.
Angriffe auf die chinesische Zivilschifffahrt in begrenztem Umfang wären jedoch keineswegs beispiellos, wie sich im November 2025 zeigte, als US-Spezialeinheiten ein Frachtschiff in den internationalen Gewässern des Indischen Ozeans enterten und zivile Güter, die von China in den Iran transportiert wurden, beschlagnahmten, entluden und zerstörten.
Die Entwicklung markiert jedenfalls einen weiteren Schritt in der Rückkehr zu klassischer Machtpolitik auf den Weltmeeren. Ob dieses Konvoisystem deeskalierend oder konfliktverschärfend wirkt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Erinnerung: Für alle, die keine Ahnung haben, wie der Ukraine Konflikt begann, hier ein wenig Geschichtsunterricht:
https://kammerspartakus.wordpress.com/2026/03/02/erinnerung-fur-alle-die-keine-ahnung-haben-wie-der-ukraine-konflikt-begann-hier-ein-wenig-geschichtsunterricht/
Für alle, die keine Ahnung haben, wie der Ukraine Konflikt begann, hier ein wenig Geschichtsunterricht:
1989 – 1991
Der Russe erlaubt die Abschaffung der Demarkationslinie zwischen Ost- und Westdeutschland und löst den „Warschauer Pakt“ auf, zieht seine Truppen aus Osteuropa ab und vertraut auf die mündliche Zusage von Hans-Dietrich Genscher (ehemaliger Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland und James Baker (ehemaliger Außenminister der USA) im Februar 1990, dass die ehemaligen „Warschauer Pakt“-Mitglieder nicht der NATO beitreten, es also KEINE NATO-Osterweiterung geben wird.
Die amerikanischen Truppen bleiben in Deutschland stationiert.
2001
Putin macht dem Westen im deutschen Bundestag (in fließend deutscher Sprache) ein Angebot für eine enge Partnerschaft, um die Spaltung der Vergangenheit zu überwinden.
Alle Bundestagsabgeordneten klatschen begeistert …
Der Amerikaner verbietet das.
Es gibt mit Weißrussland, der Ukraine und den 3 baltischen Staaten einen Puffer zwischen der Nato und Russland.
Der Russe bleibt ruhig.
2004
Die baltischen Staaten werden Mitglieder der NATO.
Eine erste Verletzung der Pufferzone.
Der Russe bleibt ruhig.
Bis 2004 sind dann fast alle „Warschauer Pakt“-Mitglieder der NATO beigetreten.
Der Russe bleibt ruhig.
2014
putscht der Westen die Russland-freundliche Regierung der Ukraine aus dem Amt und installiert eine USA-freundliche Regierung.
(Was mittlerweile sogar von den Amerikanern zugegeben wurde.)
Im gleichen Moment beginnen die USA, allen voran Hunter Biden (der Sohn des greisen und halbsenilen amerikanischen Präsidenten „Joe Biden“), Monsanto, Black Water und US-Militärberater in die Ukraine zu infiltrieren und eine NATO-Mitgliedschaft in Aussicht zu stellen.
Gleichzeitig steigt Hunter Biden in das ukrainische Gas-Geschäft ein.
Die zweite Verletzung der Pufferzone fand statt.
Der Russe bleibt ruhig.
2014
Durch den Putsch der US-Amerikaner genötigt (die Russen hatten in Sewastopol auf der Krim ihre gesamte Schwarzmeerflotte stationiert), gab es eine friedliche Besetzung der Krim.
Es fiel entgegen aller anderen Darstellungen kein einziger Schuss, niemand wurde getötet.
Außer ein paar Krimtataren sind bis heute 90 Prozent der Krim-Einwohner mit diesem Vorgehen einverstanden gewesen.
2014 – 2022
Die Ukraine beschießt mit den freien asowschen Brigaden (Hakenkreuzverehrer) konsequent Lugansk und Donezk.
Viele Russen sterben, darunter auch russische Kinder.
Die Ukraine zahlt seit 2014 keine Renten mehr in diese Gebiete.
Der Geldhahn wird abgedreht. Die Lebensmittelversorgung dieser Gebiete wird ausschließlich von Russland übernommen.
Nichts davon findet Erwähnung in den deutschen Medien. ALLES LESEN !!
Das Ostchinesische Meer liegt zwischen China, Japan, Korea und Taiwan, ist dem Gelben Meer zwischen Korea und China vorgelagert und grenzt an die Phillipinensee. Wozu muss Russland dort Geleit gegen offenbar amerikanische Marine geben? Die Straße von Hormus ist weit.
Piraten wurden schon immer von der Marine gejagt… shrugg!
Deshalb brauchten manche dieser Piraten (im Staatsdienst) auch einen Freibrief vom König… so wie bei Trump war’s früher auch in England und Frankreich…
Piraten sind böse…(Jack Sparrow) ..;-)
Die Handelsschiffe daher zu eskortieren, habe ich schon vor Monaten vorgeschlagen. Russland sollte begleitende Atom-U-Boote einsetzen. Die Seefahrt gewinnt wieder an Bedeutung. Viele Emotionen hängen noch daran…nicht nur ist sie lustig, sondern schnell geht ein Schiff zu Grunde…dieser Ausdruck kommt nicht nur aus Albers‘ La Paloma, sondern tatsächlich aus der Nautik. Auch meinem Schwager, Segelschein, passierte das mal bei Ebbe saß das Schert am Grund… ich tauchte runter…die Yacht lag schief…
Aus der Bertelsmann Bücherei hatten wir nicht nur die schönsten Jagdgeschichten, sondern auch die der Seefahrt. Darin befindet sich auch Bradburys Moby Dick. Als Kind und fand es spannend, aber es ist ein Grusel. Die Besessenheit Ahabs wird sehr gut herausgearbeitet – es ist ein menschliches Verhalten. Im First Contact wird Cpt. Picard mit Ahab verglichen, denn er ist von den Borg, in deren Fänge er mal geraten war, besessen.
„Dir fliege ich entgegen, Wal, du Alleszerstörender, doch nicht Überwinder; bis zum letzten Atemzug ringe ich mit dir; aus dem Herzen der Hölle steche ich auf dich ein; , um meines Hasses willen spei ich meinen letzten Hauch nach dir! Mögen alle Särge, alle Bahren in denselben Pfuhl versinken – sie sind mir nicht gewährt; und drum will ich mich weiter an dich hängen und ob ich auch in Stücke reiße: Unlösbar fest an dich geknüpft will ich dich hetzen, du verfluchter Wal! So … so empfange meinen letzten Speer.”
Wir werden leider nicht von den Besten regiert, sondern zumeist von drogensüchtigen und erpressbaren Psychopathen. Doch sind die meisten Menschen nicht normal und Macht korrumpiert…auch die Besten, egal…man müsste das wissen…
Trump meinte vor Monaten, dass er die Marine ausbauen würde, es sei zeitgemäß – Humor hat er ja. So lange planen die das alles schon. Es wäre daher auch Zeit, die Piratenflagge wieder zu hissen.
@daisy
„Die Handelsschiffe daher zu eskortieren, habe ich schon vor Monaten vorgeschlagen.“
Na Gott sei dank aber auch, endlich hat Russland Ihren Vorschlag angenommen. Warum nur warum haben Sie solange damit gewartet? Hmm.
Denken sie nicht so viel über mich nach, Mia, Jakob, Klausi, Susi…. Ich habe keine Lust, ihr Moby Dick zu sein, aber bedenken Sie, es geht nicht gut aus für Ahab. Hören sie auf damit, mich zu verfolgen. Zu Ihrer Frage: Die Russen lesen TKP und lassen sich natürlich hier inspirieren…
Weiters zu Ahab…“Let me tell you about Ahab, the Arab, the sheik of the burning sand…
https://www.lyricsondemand.com/r/raystevenslyrics/ahabthearablyrics.html
Ich denke, auch das werden meine lieben Freunde vom pöhsen Medium, die hier ständig mitlesen, wohl registrieren. Ich mag ihren Humor…tkp wird dort regelm. verlinkt.
mich wundert es, dass auf den handelsschiffen noch keine abwehrbewaffnungen installiert wurden,
um mit der zusätzlich anfallenden biomasse der piraten das nahrungsangebot der ozeane zu bereichern.
Ich bin kein Techniker, schon gar kein Militärtechniker.
Aber:
• Zunächst müssten alle(!) potentiell gefährdeten Frachter umgebaut werden.
• Das Umbauen kostet Zeit und Geld.
• Durch die Bewaffnung verändert such die Transportkapazität.
• Gegen Marineschiffe hätten diese bewaffneten Frachtschiffe keine echte Chance.
• Eine Marineeinheit kann mehrere Frachtschiffe begleiten.
• Die Marineeinheiten stehen zur Verfügung wenn die Frachtschiffe be- oder entladen werden.
• Gibt sicher noch andere Argumente.
einen wesentlichen Punkt dazu gibt es auch noch: Zivile Seeleute wollen nicht in bewaffnete Konflikte rein gezogen werde, So lange es keine Bewaffnung gibt, gibt es auch beim Entern keine Notwendigkeit direkte Waffengewalt einzusetzen – damit ist das Leben erheblich sicherer
z.b. die glasfasergelenkten drohnen sollen bis zu 60 km weit reichen, sind unaufällig und erfordern
keine grossen investitionen. im wk I und wk II gab es auch bewaffnete handelsschiffe.
wäre für die piraten ein teures, unkalkulierbares risiko auf so ein °°handelsschiff°° zu treffen
der verlust von hubschraubern oder kaperbooten und der dazugehörigen uniformierten biomasse
Antwort auf „warum wurden Handelsschiffe noch nicht bewaffnet“.
Bewaffnete Handelsschiffe werden nicht automatisch Teil der Marine eines Landes, können aber durch ihre Bewaffnung und Nutzung ihren zivilen Status verlieren und als Kriegsschiff oder militärisches Hilfsschiff eingestuft werden. 1. wäre dann nichts mehr mit der Beflaggung von Billigflaggen. 2. könnten sich rechtliche Probleme ergeben, welche Häfen noch angesteuert werden dürfen.
Die rechtlichen Folgen sind gravierend und hängen von der Absicht (Defensive vs. Offensive), der Wirksamkeit (Handfeuerwaffen oder Luftabwehrkanonen) und der Einbindung in die staatliche Struktur ab.