
Frankreichs Atombombe, Deutschlands Raketen: Die nukleare Neuerfindung Europas
Am 17. Juli 2026 geschah auf dem Luftwaffenstützpunkt Nörvenich bei Köln etwas, das noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre: Ein deutscher Bundeskanzler — Friedrich Merz — stand neben einem französischen Präsidenten und verkündete, dass deutsche Soldaten noch in diesem Herbst an einem französischen Atomwaffen-Manöver teilnehmen werden. Die Übung trägt den vielsagenden Namen Poker.
Military Watch Magazine spricht von einem „historischen Schritt“. Es ist der erste operative Schritt einer deutsch-französischen Nuklearkooperation, die im März dieses Jahres mit Macrons vielbeachteter Rede in Île-Longue — dem Heimathafen der französischen Atom-U-Boot-Flotte — ihren programmatischen Auftakt fand. Was seither hinter verschlossenen Türen in einer eigens eingerichteten „Nuclear Steering Group“ verhandelt wurde, nimmt nun konkrete militärische Gestalt an.
Paris liefert den Schirm, Berlin die konventionelle Masse
Die Grundkonstellation ist so einfach wie brisant: Frankreich ist seit dem Brexit die einzige Nuklearmacht der EU. Deutschland hingegen ist dabei, mit einem massiven Aufrüstungsprogramm bis 2039 die stärkste konventionelle Streitmacht Europas aufzubauen. Was liegt näher, als beides zu kombinieren?
Das am Freitag beschlossene Kooperationspaket, dokumentiert in der Abschlusserklärung des Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrats, geht weit über eine einmalige Übungsteilnahme hinaus:
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Eine „gemeinsame strategische Kultur“ soll entwickelt werden — ein diplomatischer Euphemismus dafür, dass deutsche Generäle künftig „mitdenken“ sollen, unter welchen Umständen französische Atomwaffen zum Einsatz kommen könnten.
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Die Verzahnung konventioneller Fähigkeiten — insbesondere weitreichende Präzisionsschläge (Deep Precision Strike) und Raketenabwehr — mit der nuklearen Abschreckung soll die „Eskalationskontrolle unterhalb der nuklearen Schwelle“ verbessern. Übersetzt: Deutschland liefert die konventionelle Feuerkraft, Frankreich die letzte Eskalationsstufe.
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Eine „souveräne europäische ballistische Raketenabwehr“ soll gemeinsam erkundet werden — ein Projekt, das bisher in der NATO fest unter amerikanischer Kontrolle stand.
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Die Stationierung von Rafale-Kampfflugzeugen der französischen Strategischen Luftstreitkräfte auf dem deutschen Fliegerhorst Nörvenich — inklusive eines gemeinsamen Luftbetankungsmanövers am Vortag des Gipfels — markierte den symbolischen Auftakt. Al Jazeera dokumentiert die Szene: Merz und Macron entstiegen gemeinsam einem Super-Puma-Hubschrauber — selbst ein Symbol deutsch-französischer Rüstungskooperation — und schritten vor einer französischen Rafale und einem deutschen Eurofighter zur Pressekonferenz.
Macron selbst brachte es auf den Punkt: Deutschland solle eine „Vorhut-Rolle“ (vanguard role) in der nuklearen Abschreckung Europas spielen. Ein Satz, der in deutschen Ohren historisch vollkommen neu klingt — und das aus gutem Grund.
Die Vorgeschichte: Was frühere Kanzler ablehnten
Merz selbst räumte ein, was in Berlin jahrzehntelang tabu war: „Frühere deutsche Regierungschefs haben Angebote zur nuklearen Zusammenarbeit mit Frankreich abgelehnt.“ Das ist korrekt. De Gaulle machte bereits in den 1960er Jahren Avancen in Richtung Bonn, scheiterte aber an der US-Bindung der deutschen Außenpolitik. Adenauer, Schmidt, Kohl — sie alle mussten audf die USA setzen. Die in Büchel lagernden US-Atombomben und die dafür zertifizierten deutschen Tornado- und später Eurofighter-Jets waren und sind das Rückgrat der deutschen Teilhabe an der nuklearen Abschreckung — stets unter amerikanischem Oberbefehl, stets im NATO-Rahmen.
Dass Merz diesen Kurs nun schwenkt, ist kein Zufall, sondern das Eingeständnis einer fundamental veränderten Weltlage. Die Formulierung des Kanzlers, wie AP berichtet, war so knapp wie vielsagend: „Die Welt, in der wir heute leben, erfordert neue Antworten.“
Der US-Fokus auf China und Westasien
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, verlas Anfang Februar 2025 in Brüssel öffentlich die aus Trumps „Projekt 2025“ abgeleitete Politik. Er legte eine „Arbeitsteilung“ dar, in der Europa Washingtons Stellvertreterkrieg mit Russland in der Ukraine fortsetzen würde, während die USA sich einem weiteren Einmarsch- und Aggressionskrieg mit China im asiatisch-pazifischen Raum zuwenden. Was, wie für jeden offensichtlich, derzeit im Krieg gegen den Iran abläuft.
Hegseth erklärte:
Wir fordern jedes Ihrer Länder auf, die von Ihnen eingegangenen Verpflichtungen verstärkt zu erfüllen, und wir fordern Ihre Länder und Ihre Bürger auf, sich nicht nur für die unmittelbaren Sicherheitsbedürfnisse der Ukraine, sondern auch für die langfristigen Verteidigungs- und Abschreckungsziele Europas zu engagieren.
Der Auftrag hat in Brüssel und in den europäischen Hauptstädten eine strategische Neuorientierung ausgelöst, deren Tempo bemerkenswert ist.
Bemerkenswert ist auch, dass Merz mehrfach betonte, die Kooperation mit Frankreich „ergänze“ die NATO-Nuklearteilhabe, ersetze sie aber nicht. Das ist politisch zwingend — solange die US-Bomben in Büchel lagern und die NATO formal intakt ist, kann Berlin kein alternatives nukleares Arrangement offen propagieren.
Die Teilnehmerliste: Wer sonst noch mitmacht
Frankreichs nukleare Initiative beschränkt sich nicht auf Deutschland. Macron hatte im März eine Liste von acht interessierten Ländern genannt. Inzwischen sind es laut Al Jazeera neun: Großbritannien, Deutschland, Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden, Dänemark und Norwegen.
Auffällig: Mit Ausnahme Griechenlands handelt es sich durchgehend um Nord- und Ostsee-Anrainer sowie mitteleuropäische Staaten. Italien und Spanien fehlen bislang. Die Mittelmeeranrainer haben einen anderen Fokus — Stichwort Nordafrika, Migration, Energierouten.
Die Beteiligung Polens ist strategisch besonders bedeutsam: Warschau hat in den letzten Jahren massiv aufgerüstet und verfügt über eine der schlagkräftigsten konventionellen Armeen Europas. Eine deutsch-französisch-polnische Achse in Nuklearfragen wäre das geopolitische Schwergewicht, das der EU bisher fehlte.
Poker: Was die Übung bedeutet
Die Übung Poker ist das Flaggschiff-Manöver der französischen Nuklearstreitkräfte. Sie simuliert luftgestützte Atomschläge — den Einsatz der ASMPA-Rakete (Air-Sol Moyenne Portée Amélioré), die von Rafale-Kampfflugzeugen getragen wird, wie Military Watch Magazine berichtet. Die Reichweite beträgt etwa 500 Kilometer, der Sprengkopf hat eine wählbare Sprengkraft von bis zu 300 Kilotonnen TNT — das Zwanzigfache der Hiroshima-Bombe.
Dass nun erstmals deutsche Soldaten — wenn auch in konventionellen Unterstützungsrollen — an diesem Manöver teilnehmen, ist ein Tabubruch von historischer Dimension. Es geht nicht um die bloße Anwesenheit deutscher Offiziere in einem französischen Gefechtsstand. Es geht um die schrittweise Vergemeinschaftung nuklearer Einsatzdoktrin — das, was Macron und Merz in ihrer Gipfelerklärung als „Entwicklung einer gemeinsamen strategischen Kultur“ bezeichnen.
Macron selbst beschrieb die Zusammenarbeit laut Al Jazeera als Prozess des „Erklärens einiger Aspekte unserer Operationsweise, des Teilens bestimmter vertraulicher Praktiken, des Anbietens gemeinsamer Übungen, der Entwicklung gemeinsamer Initiativen und Partnerschaften und der Förderung größeren Vertrauens zwischen unseren Teams, Experten und Militärangehörigen.“ Vertrauliche Praktiken teilen — das ist die diplomatische Umschreibung für das, was tatsächlich stattfindet: die schrittweise Einweihung deutscher Offiziere in die nukleare Einsatzdoktrin der Force de frappe.
Die Stationierung französischer Rafale in Nörvenich — mitten in Deutschland, nicht etwa an der französischen Atlantikküste — macht diese neue geografische Dimension sichtbar. Frankreichs nukleare Streitkraft, bisher strikt national definiert, wird faktisch nach Osten ausgedehnt.Der industriepolitische Subtext: FCAS ist tot, es lebe die Kooperation
Der Gipfel von Nörvenich fand im Schatten des gescheiterten Future Combat Air System (FCAS) statt — des deutsch-französisch-spanischen Kampfflugzeugprojekts der nächsten Generation, das im Juni 2026 an den unüberbrückbaren Gegensätzen zwischen Airbus und Dassault zerbrach. Merz und Macron bemühten sich, den Eindruck eines Scherbenhaufens zu vermeiden: Man werde die „Cloud-Lösung“ aus FCAS weiterentwickeln, so der Kanzler. Die Hand bleibe „ausgestreckt.“
Weitreichende Raketensysteme für Europa
Parallel rüstet sich Deutschland mit neuen landgestützten Waffensystemen auf, die potenziell nuklearfähig sein könnten. Das Verteidigungsministerium bestätigte im Juli die Beschaffung des Typhon Mid-Range Capability-Systems sowie von Tomahawk Block V-Marschflugkörpern aus den USA. Diese Systeme ermöglichen Angriffe tief ins westliche Russland.
Macron hatte bereits im Januar angekündigt, die Entwicklung neuer weitreichender Waffen für europäische Partner zu beschleunigen – vergleichbar mit Russlands Oreshnik-Hyperschallrakete.
Die Teilnahme Deutschlands an der französischen Nuklearübung markiert einen deutlichen Wandel. Jahrzehntelang galt die Bundesrepublik als besonders zurückhaltend in nuklearen Fragen. Nun integriert sich Deutschland aktiv in französische Nuklearplanungen – zunächst mit konventionellen Kräften, aber in einem Umfeld, in dem die Grenzen zwischen konventionell und nuklear zunehmend verschwimmen.
Happy 2bD
…..
wir haben zwei Kriege begonnen, aber keinen gewonnen
deshalb war unsere Hauptstadt (außer Berlin) erst Weimar, dann Bonn
aber jetzt wird alles besser, jetzt wird alles gut
wir sind ganz artig und vergießen kein Blut
es geht aufwärts, und im Deutschland-Trend
die AfD bei 88 %
I’m so happy to be Deutsch
was ist denn das für ein Geräusch?
Es ist ein rechtes Phänomen – nicht so schön
nicht so schlau, wird Europa wieder wegen uns in Flammen stehn?
I’m so happy to be Deutsch …
Wir sind das Land, was den Handball erfand
hier wurden Menschen verbrannt – ja, wir sind das Land
der Dichter und Denker, der Scharfrichter und Henker
der Rücklichter und Lenker – und von Rudi Schenker
I’m so, I’m so, I’m so happy …
I’m so happy to be Deutsch
von uns, da wird man nicht enttäuscht
wir haben so viele Koryphäen – etwa zehn
oder elf, die im Sommer an der Adria baden gehen
I’m very happy to be Deutsch
was für ein ekliges Geräusch!
ich fürchte leider, Bertold Brecht hatte recht
mit dem fruchtbaren Schoß –
was ist bloß mit diesen Untertanen los?
I was so happy to be Deutsch
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
Hauptsache wir bomben uns gegenseitig in Grund und Boden.
Für Gottes auserwählte Psychopathen, die im Hintergrund die Fäden ziehen, läuft alles nach Plan.
Bedauerlich, dass man hier keine Video-Links posten soll. Wir irre diese Typen inzwischen drauf sind: https://substack.com/@coronistanblogspotcom/note/c-298068514