Storm-Shadow Angriff gegen Russland und die Folgen

23. Juni 2026von 3,8 Minuten Lesezeit

Großbritannien hat in den letzten Tagen Russland mit StormShadow Marschflugkörpern angegriffen, im Auftrag der Ukraine. Es dürfte allgemeines Wissen sein, dass ohne Satellitendaten und direkte Einflussnahme auf die Zieleingabe und die Funktion der Raketen durch Großbritannien ein Betrieb durch die Ukraine nicht möglich ist. Genau dies war von Putin als Rote Linie bezeichnet worden, und wurde als Eintritt eines NATO-Landes in den Krieg gegen Russland angesehen worden. Wie ist die Reaktion in Moskau nun auf diese Angriffe?

Außenminister Lawrow drohte mit Vergeltung und verwies darauf, dass Putin bereits weitere „massive Angriffe“ gegen die Ukraine angekündigt habe. Die russische Armee griff daraufhin erneut ukrainisches Gebiet mit Drohnen an. Kreml-Sprecher Peskow erklärte, Russland werde damit „fortfahren„, die Ukraine anzugreifen. Putin selbst schwieg demonstrativ: In seiner Eröffnungsrede beim ASEAN-Gipfel in Kasan erwähnte er die Angriffe auf Moskau mit keinem Wort.

Auf diplomatischer Ebene hatte Russland bereits früher auf Storm-Shadow-Einsätze reagiert, indem es die britischen und französischen Botschafter einbestellte. Eine qualitativ neue Reaktion auf die jüngsten Angriffe ist bislang ausgeblieben.

Die innenpolitische Dimension in Russland

Besonders interessant ist das Bild in der russischen Öffentlichkeit und unter regierungstreuen Kommentatoren: Exil-Politologe Abbas Galljamow sprach von einem „schweren Schlag“ für Putins Ansehen. Publizisten wie Juri Dolguruki zeigten sich beunruhigt — die Drohnenangriffe zielten auf das „kollektive Bewusstsein„, die Bilder wirkten geradezu „apokalyptisch„. Die eigentliche Gefahr liege laut anonymen russischen Bloggern weniger in den Drohnen selbst als in der Demonstration staatlicher Ohnmacht: „Moskau galt jahrzehntelang als Hort der Stabilität, fernab jeglicher militärischer Bedrohungen.

Und das war wohl auch die Absicht, als die Ukraine massive Drohnenschwärme am gleichen Tag gegen Moskau startete, was offensichtlich die russische Luftabwehr verleitet hatte, seine Kräfte in dieser Abwehr zu konzentrieren, und das Ziel der Storm-Shadow-Marschflugkörper dadurch ohne Luftabwehr gelassen wurden.

Selbst der nationalistische Militäranalyst Juri Baranchik räumte ein, dass es keine klare Antwort auf Angriffe gebe — weder auf „Neu-Russland“ noch auf „Alt-Russland„. Die Grenzen russischer Geduld seien für die eigene Bevölkerung nicht mehr erkennbar.

Zur Nuklearschwelle

Die „Rote Linie“ Putins wurde de facto schon mehrfach überschritten — glücklicherweise mit jeweils ausbleibender nuklearer Reaktion. Analysten der Stanford University halten die angedrohte niedrigere Nuklearschwelle für wenig glaubwürdig: Ukrainische ATACMS- und Storm-Shadow-Angriffe auf Ziele in Russland bedrohen nicht Russlands Existenz. Putin will zwar, dass der Westen glaubt, er sei bereit, einen Nuklearkrieg zu riskieren — aber er will keinen Nuklearkrieg. Denn erstens würde russischer Nukleareinsatz bei für Moskau wichtigen Partnern wie China und Indien verheerend ankommen; zweitens öffnet er eine Büchse der Pandora mit völlig unvorhersehbaren Konsequenzen.

Die DGAP hält fest, dass Russland im Mai 2026 mehrere-Schritte unternommen hat, nukleare Signale auszusenden — darunter eine kurzfristig angekündigte Übung der strategischen Nuklearstreitkräfte und einen ICBM-Testabschuss — jeweils zeitlich korreliert mit für Russland negativen Entwicklungen im Krieg. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Übungen als Vorwand für tatsächliche Nukleareskalation dienen, wurde im Westen jedoch als gering eingeschätzt, u.a. weil Russland seine Kampftruppen nicht zurückgezogen hat, was für einen taktischen Nuklearwaffeneinsatz an der Front notwendig wäre.

Innerhalb Russlands wächst der Druck auf die Regierung jedoch, Drohungen Taten folgen zu lassen, da im Westen erklärterweise Zurückhaltung und der Versuch eine Eskalation zum großen Krieg mit der NATO zu verhindern, als Schwäche interpretiert wird.

Zusammenfassung

Moskau reagiert auf Storm-Shadow-Einsätze nicht panisch oder hyperaktiv. Schon mehrere Tage liegt die Zahl der gegen die Ukraine gestarteten Drohnen im Gegenteil unter 100, während die Ukraine täglich mehrere hundert Drohnen gegen Russland sandten. Die Eskalation dürfte daher weiter auf die Ukraine beschränkt bleiben. In den nächsten Tagen wird wieder ein massiver Angriff Russlands erwartet. Andererseits bietet das Ultimatum von Selenskyj gegenüber Weißrussland erhebliches Konfliktpotential. Der ukrainische Präsident hatte Belarus ultimativ aufgefordert, sowohl Öl- und Benzinlieferungen an Russland einzustellen, als auch digitale Überwachungsanlagen an der Grenze abzubauen, welche angeblich zur Steuerung russischer Drohnen auf ukrainischem Gebiet dienen. Zu hoffen bleibt, dass die Provokationen der Ukraine und von NATO-Ländern, welche Russland immer stärker dazu drängen, den Krieg zu eskalieren, verpuffen werden.

Bild: Wikipedia

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6 Kommentare

  1. Varus 23. Juni 2026 um 11:29 Uhr - Antworten

    Der ukrainische Präsident hatte Belarus ultimativ aufgefordert, sowohl Öl- und Benzinlieferungen an Russland einzustellen, als auch digitale Überwachungsanlagen an der Grenze abzubauen, welche angeblich zur Steuerung russischer Drohnen auf ukrainischem Gebiet dienen.

    Wenn der Klavierspieler ein weiteres Land angreift, obwohl er schon jetzt kaum Reserven hat, dürften seine Fronten schnell zusammenbrechen. Weißrussland dürfte mittlerweile die Hälfte der Bevölkerung wie im Ukrostan haben – und frische Armee, die vermutlich technisch mit der russischen Schritt hält.

    Wobei – eher Russland kann Öl und Benzin an Weißrussland liefern als umgekehrt?

  2. VerarmterAdel 23. Juni 2026 um 11:04 Uhr - Antworten

    „Großbritannien hat in den letzten Tagen Russland mit StormShadow Marschflugkörpern angegriffen, im Auftrag der Ukraine.“

    Klar, normal. UK ist nur ein Dienstleister.

    Bin gespannt, wann sich Idiotistan mit so einer Nummer versucht rauszureden. „Wir wollten gar gar nicht, aber Koksname hat uns beauftragt. Kammanixmachen.“

    • Varus 23. Juni 2026 um 11:35 Uhr - Antworten

      Wenn es tröstet – die Ungeschnittenen brachten gestern „Großbritanniens Bevölkerungsentwicklung – ist es schon zu spät?“. Offenbar ist die demographische Entwicklung im Bellizistan nicht mehr umkehrbar – ob die Entität darauf außenpolitisch ruhiger wird?
      „… In London ist nun der Punkt erreicht, an dem weiße britische Schüler in allen 32 Londoner Stadtbezirken eine Minderheit darstellen. … In den Zahlen für das letzte Schuljahr wurde die Schwelle überschritten: Weiße britische Schüler sind nun in der Minderheit und machen nur noch 49,7 Prozent der Schülerpopulation aus. Im inneren London ist das Bild noch drastischer: In Bezirken wie Newham, Tower Hamlets und Brent sind weiße britische Kinder seit Jahrzehnten eine deutliche Minderheit, machen häufig weniger als 15 Prozent der Schülerpopulation aus und fallen manchmal sogar unter 10 Prozent. …“ – Ähnlich aber auch in Großstädten wie Manchester oder Birmingham. Nur die „Eliten“ des Deep State bisher die alten – wie lange noch?

  3. Glass Steagall Act 23. Juni 2026 um 10:50 Uhr - Antworten

    Es müsste sich doch nachweisen lassen, wer die Drohnen auf Moskau hergestellt hat. Also ich hätte nichts dagegen, wenn Russland die europäischen Produktionsstätten von Drohnen dem Erdboden gleich machen würde! Und jeder, der in dieser Todesindustrie arbeitet, muss eben damit rechnen, an der Herstellung der eigenen Waffen mit drauf zu gehen!
    Was macht denn der Westen? Er lässt seine Drohnen durch dritte (Ukraine) auf Russland abfeuern! Und da haben wir ihn wieder, den Stellvertreterkrieg!

    • local.man 23. Juni 2026 um 11:43 Uhr - Antworten

      Also die russische Elite tut das nicht, weil ein Angriff auf ein anderes Land in der EU, sofort massive Folgen hätte. Darum geht es ja.. Daher wird ja permanent über den Mittelsmann Ukraine Krieg gegen Russland geführt, aber nicht mal zwingend des Krieges willen, sondern weil dieser Krieg von der Machtsekte benötigt wird, für ihren Systemwandel, aber mindestens als Plan B, wenn Plan A mit Softpower, versagt.

      Für die Machtsekte die den Krieg vorgeplant hat und insziniert, ochestriert und führt über ihre Systemstruktur, geht es um einen sehr wichtigen Schritt zum Erhalt ihres Status Quo und darüber hinaus, um die Anpassung der Grundlage ihrer Macht, im Einklang mit dem Fortschritt.
      Daher laufen die eigentlichen Agenden ja weiter und wir werden permanent abgelenkt und mit weiteren kleineren Krisen, die zusammen aber maximalen Druck aufbauen, dahin verschoben, eGeld, eIDs usw.
      Hinter diesen digitalen Spielereien steht und fällt die Zukunft der Machtsekte.
      Würden wir diesen technologischen Fortschritt zur Freiheit der Menschen einsetzen, von vor allem den Abhängigkeitsstrukturen, würden wir nein sagen können und selbstbestimmt sein, sowie wieder die Kontrolle erringen.
      Ergo wird diese Technokratie erschaffen, als Waffe gegen die 99%, sie maximal zu beherrschen.
      Weil die Leute aber dies nicht freiwillig mitmachen, braucht es diese Zermübrungsstrategie und die permanente Illusionswelt, Propaganda, Falschidentität usw., um sie dahin zu schieben.

      Diese ganzen Kriege und Krisen sind Teil dieses eigentlichen Kampfes um die Zukunft, der mal wieder Top Down losgetreten wurde, da die Herrschenden wissen, dass sie sonst, in einem normalen System, untergehen würden.
      Die tun doch seit Jahrunderten nichts anderes, als ihre Macht und Besitz mit immer den gleichen Methoden zu erhalten.

      Die Frage stellt sich ja, wie weit die russischen Machtkreise dort miteingewoben sind. Ganz genau ist das nicht geklärt, ob sich die elitären Kreise hinter der Fassade in allem grün sind, oder es Konflikte gibt.

      Stellen Sie sich vor, die russischen Machthaber, würden jetzt Hyperschallrakten auf deutschen Boden hochgehen lassen, oder gleich noch in Frankreich und Polen… Das wäre das gefundene Fressen für die Kriegstreiber.
      Da die russische Führungsriege, aber permanent auf gerade zu bewundernswerter Art und Weise zurückhaltende Angriffe nur gegen die Ukraine ausübt, obwohl mittlerweile ihre Hauptstadt Moskau anfängt zu brennen, scheint mir hinter der Fassade, keine echte Einigkeit zu bestehen…

      Die Machteliten haben wohl intern einen Konflikt, wie sie und ob sie die Menschheit auf diese Art und Weise unterjochen und immer weiter dezimieren will. Ob der eingeschlagene Weg hin zur Cyborg-Gesellschaft, richtig ist, ober es da auch bessere Wege gibt, die es natürlich gibt…

  4. 1150 23. Juni 2026 um 10:45 Uhr - Antworten

    der hafen von rotterdam als ziel von haselnüssen,
    dass wäre ein tritt in die kniekehle der guten und besseren.
    damit wäre es mit dem grossteil der ölversorgung europas vorbei …..

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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