Ich kann ja eh nichts tun, daher …

20. Juli 2026von 13,6 Minuten Lesezeit

Es ist immer wieder das Gleiche. Am Stammtisch bzw. virtuellen Stammtisch in den sozialen Medien und Kommentarspalten jammert fast jeder. Fragt man die Menschen aber, was sie gegen das, was sie kritisieren, tun, kommt meist ein Schulterzucken zurück. Der Einzelne kann ja nichts tun, also leidet man lautstark weiter.

Diese Lethargie ist für mich erschreckend. Es gibt aber systemkritische Aktivisten, die TUN. Nicht viele, aber die sind dafür besonders beeindruckend. Zumindest für mich. Manche sind seit Jahrzehnten, viele seit Jahren aktiv. Einige davon sogar immer noch unbezahlt, ohne den Aufruf „Wenn Du meine Arbeit unterstützen willst, spende hier …“

Eine davon ist Tanja Schneckenhaus, die ich von Facebook kenne. Sie ist kein „Promi“, wird von ihren Facebook-Freunden aber inzwischen sehr geschätzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Facebook-Aktivisten, die liken, kommentieren und bestenfalls teilen, gehört sie zu denjenigen, die regelmäßig auch etwas TUN und von ihren Aktivitäten auf Facebook berichten. Damit motiviert sie andere, ebenfalls ins Handeln zu kommen. Die meisten ihrer Aktionen sind legal, manchmal überschreitet sie auch die Grenzen und riskiert eine Ordnungswidrigkeit. Aber das nimmt sie bewusst in Kauf.

Das letzte Aktionismus-Meme, das sie geteilt hat, hat mich so begeistert, dass ich Lust hatte, mit ihr über ihre Aktionen zu sprechen und sie anfragte. So kam es zu diesem Interview, auch wenn das Meme, dem sich hoffentlich möglichst viele anschließen, nicht von ihr stammt.

Für alle, die es in der Grafik nicht lesen können, hier der inspirierende Text:

Mein Tipp für die Chatkontrolle, um das Ganze für die 1984 Fraktion zu erschweren:

Völlig sinnlos in jeden Chat ein, zwei der Reizwörter einfließen lassen, völlig ohne Zusammenhang. Jede Zustimmung heißt dann: Ist doch Bombe oder ist doch Granate. Auf Essensvorschläge: das ist ein Attentat auf meine Figur. Statt gute Besserung: Hoffentlich bist Du bald Sch-Merzfrei. Jeder Chat sollte enden mit Uschi ist doof. Man sollte dafür eine Liste erstellen, für jeden zugänglich, die man aber leicht variieren muss, damit deren Filter versagen. Die müssen dann jeden Chat persönlich überprüfen. Wir müssen ein Chat-Tourette entwickeln. Das dürfte sie personell schnell an die Grenzen bringen.  Ist nicht strafbar, nennt sich ziviler Ungehorsam.

Danke, dass Du Dir die Zeit nimmst.

Das ist das erste Mal, Andrea. Ich bin ehrlich, ich habe schon gedacht, was will die von mir? Ich bin doch völlig unbekannt.

Bekannt oder nicht: Du bist eine von denen, die mich persönlich motivieren, trotz allem weiterzumachen.

Das habe ich heute beim Live auch noch gesagt. Ich war ja heute mit meinem „Hemd“ auf dem „Für die Aufrüstung das letzte Hemd“ steht beklebt mit Geldscheinen unterwegs. Im Video habe ich gesagt, ich mache das nur, um Euch zu motivieren, dass Ihr auch etwas tut. Ich will zeigen, es tut nicht weh, wenn man aktiv wird und den Mund aufmacht. Ganz im Gegenteil, man bekommt ja sogar noch Daumen hoch. Viele lächeln ein bisschen verschämt und nicken ganz zaghaft. Aber es passiert leider zu wenig. Ich glaube, die Menschen haben Angst vor irgendwelchen Konsequenzen.

Kannst Du Dich kurz vorstellen bitte?

Ich bin 48, lebe in Köln und bin jetzt in meinem dritten Ausbildungsberuf als Betreuungsassistentin im Altenheim tätig. Vorher habe ich als gelernte Restaurantfachfrau 18 Jahre in Edel-Restaurants in Köln gearbeitet und dann pädagogische Fachkraft studiert. Seit 2020 bin ich als Friedensaktivistin unterwegs, seit Corona. Ich habe vorher schon einiges geahnt, mich gefragt, warum ist das so, und wieso darf ich das nicht, und und und? Aber mit Corona wurde es sehr deutlich. Alleine, dass im Fernsehen oben links bei jedem Programm stand: „Bleibt zu Hause“. Ich bin eher ein Sturkopf und dachte, nö, jetzt erst recht nicht. Jetzt geht es erst recht raus.

Corona hat Dich aktiv gemacht. Was war deine erste Aktion?

Das weiß ich noch ganz genau. Direkt nach dem Lockdown habe ich über die Internetseite nebenan.de Marco Benotti kennengelernt. Wir vertraten beide die gleichen Meinungen, haben uns ausgetauscht und irgendwann hat Marco die „Flüsternde Mahnwache“ in Köln-Weiden angemeldet. Bei meiner erste Aktion bin ich mit einem selbstgeschriebenen DIN A4-Blatt Richtung Mahnwache losgelaufen. Da stand drauf „Sei mutig, steh auf“. Ich dachte, die Menschen müssen doch merken, dass hier was nicht stimmt. Wieso sind die alle so still? Wieso rebellieren die hier nicht?

Das war so meine allererste „Aktion“. Dabei habe ich dieses Blatt Papier vor meiner Brust zitternd aber stolz in Richtung Mahnwache getragen.

Wie war die Reaktion?

Es kam eigentlich gar nichts, keine Reaktion. Das war dann schon mal sehr frustrierend.

Inzwischen zitterst du nicht mehr?

Nein. Ab und zu gibt es doch noch einen Adrenalin-Kick bei Dingen, die man so tut. Aber meist bin ich ganz gelassen.

Wie ging es denn nach der flüsternden Mahnwache weiter?

Marco hat die Montagsmahnwachen ins Leben gerufen. Erst in Köln-Weiden. Da standen wir immer zu siebend oder zu acht.

Ich kann mich noch erinnern, als das erste Mal die Polizei kam. Ich hatte keine Ahnung von den Abläufen und geriet total in Panik. Ich dachte, um Gottes Willen, jetzt kommt die Polizei. Aber es ist ja normal, dass die erst mal die Daten kontrollieren. Ein paar Monate später waren wir mit den Montagsmahnwachen in der Innenstadt am Rudersplatz und auch am Aachener Weiher.

Als wir dann Masken tragen mussten, hat Marco aufgehört. Da hat er gesagt, das will ich keinem antun. Ich war erst ein bisschen frustriert, habe mir aber dann gedacht, jetzt erst recht.

Du bist also weiter auf Demos gegangen?

Ja, ich habe weitergemacht. Es gab verschiedene Demos. Es gab auch Verfolgungsjagden mit der Polizei. Da bin ich auch zum ersten Mal mit dem Verfassungsschutz in Berührung gekommen.

Woher weißt Du, dass es Verfassungsschutz war?

Mir ist ein Mann aufgefallen, der ganz laut geklatscht hat und ganz auffällig am Kölner Dom vorbei marschiert ist. Anschließend ist er zur Polizei gegangen und hat sich mit denen ausgetauscht. Marco meinte nur lapidar: „Das war der Verfassungsschutz, Tanja“. Ich habe das auch gefilmt. Ich war ja immer live. Das waren die ersten Verfolgungsjagden. Ich fand es immer lustig, für mich war das Ganze immer so eine Art Spiel. Ich habe es irgendwie nie ernst genommen.

Dann ging ja auch in Düsseldorf los mit den Samstagsdemos und Autokorsos. Einmal bin ich auch zur Demo nach Wien gefahren. Ich glaube, das war der 4. Dezember 2021. Die war gigantisch groß. Ich hatte Hunger, stand in eine Frittenbude und dachte mir: „ich darf das Ende des Demo-Zugs nicht verpassen. Da muss ich hinter her.“ Aber es ging immer weiter und weiter, ich konnte in aller Ruhe zu Ende essen.

Wir waren mit ein paar Leuten da, haben irgendwo geschlafen, ganz inkognito. Heimlich, nachts über die grüne Grenze bei Passau. Ich fand das lustig und spannend, weil ich mir gesagt habe, die kriegen uns nicht.

Warst Du immer so entspannt?

Ziemlich lange ja. Bis ich mit Olaf Müller in Davos war, vor zweieinhalb Jahren, beim Weltwirtschaftsforum. Da habe ich ganz schnell gemerkt, „hier kannst du den Mund gar nicht aufmachen“. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Polizisten und Militär mit Maschinenpistolen gesehen wie in Davos. Wir wurden dreimal bei der Anfahrt kontrolliert. Ich hatte keinen Ausweis dabei, nur die Kopie. Aber sie haben uns durchgewunken. Darum war ich auch hier sicher, es wird mir nichts passieren. Ich habe auch irgendwie ein bisschen Glück. Aber ich war naiv. Das hat sich nach Davos geändert.

Wieso?

Davos war schon sehr mächtig. Wir haben mit Menschen vor Ort gesprochen. Die wissen alle Bescheid. Sie räumen ja ab Oktober alle Geschäfte aus, damit BlackRock, OpenAI und wie sie alle heißen ihre eigenen Gebäude bekommen.

Das hat mir eine richtige Ohrfeige verpasst. Danach war ich nicht mehr so blauäugig. Ich war immer der Meinung: „Das schaffen wir schon. Das kriegen wir hin“. Diese Naivität war mit Davos weg. Mir wurde klar: Okay, das Ganze ist doch deutlich größer, als ich dachte.

Du veröffentlichst Deine Lives auf Facebook?

Ja und gelegentlich auf TicToc. Ich möchte die Menschen gerne mitnehmen, sie emotional so begeistern, dass sie auch etwas in der Wahrheitsbewegung mitgestalten möchten.

Alleine kann man das nicht. Das sage ich auch immer. Wir müssen mehr werden, die öffentlich einfach den Mund aufmachen und sagen: „Nein, wir sind damit überhaupt gar nicht einverstanden.“

Kannst du mir ein paar typische Aktionen von Dir schildern?

Eine der ersten großen Aktionen war, dass wir in einer Nacht 40 Autobahnbrücken mit Bannern behängt haben. Das wollte ich aber dann nicht mehr machen, denn ich hatte das Gefühl „irgendwann erwischen die dich“. Ich wollte einfach legal handeln.

Also habe ich in einer Stadt in NRW mal per E-Mail einen Antrag gestellt, an einem Zaun vor einem Tunnel einen Banner aufzuhängen mit dem Zitat von Helmut Schmidt: „Lieber 1000 Stunden umsonst verhandeln als eine Minute schießen“. Darauf bekam ich einen Anruf, bei dem mir der Mitarbeiter sagte, „Ich finde die Aktion ja sehr schön, aber leider ist das bei uns nicht erlaubt.“ Ich habe länger mit ihm gesprochen und versucht eine Lösung zu finden. Aber jede Idee, die ich hatte, war unzulässig. Und dann sagte er zu meine Überraschung: „Unter uns, ich glaube nicht, dass die Polizei oder das Ordnungsamt Sie deswegen abmahnen wird, es ist ja eine wirklich positive Aktion. Aber selbst wenn etwas kommt, machen Sie sich keine Sorgen, das kommt bei mir auf den Schreibtisch.“

Ich bekam also de facto ein „GO“, ein „Machen Sie nur“ für meine Aktion. Das hat mir gezeigt, es sind viel mehr Menschen für Frieden als man denkt.

Was machst Du sonst noch für Aktionen?

Das sind immer kleine Sachen. Nichts besonderes.

Die „kleinen“ Aktionen sind aber gerade für andere interessant. An „große“ traut sich ja eh fast niemand ran.

O.k.- heute eben die Aktion mit dem Hemd und den Geldscheinen. Damit war ich in einem Einkaufszentrum unterwegs. Das war – laut deren Hausordnung – nicht erlaubt. Die habe ich mir natürlich durchgelesen. Mehr als rausschmeißen und Hausverbot können die ja nicht machen, das war mir also egal. Es verlief aber problemlos.

Wie waren die Reaktionen?

Die Blicke waren oft fast ausweichend. Aber es gab auch Daumen hoch, Signale „das finde ich gut.“ Ich hoffe, dass ich ein paar Menschen mitreißen konnte.

Zu Beginn des Ukraine-Krieges, als es um die Panzer ging, die Deutschland schicken wollte, habe ich einen Panzer gemalt, ihn durchgestrichen und dann drauf geschrieben: „Seid Ihr noch bei Sinnen?“. Damit stand ich in Düsseldorf und in Köln am Hauptbahnhof. Es gab viele, die gesagt haben, „Boah toll, gut, dass Du das machst.“

Ich stand auch schon mal mit einem großen Schild an der Auffahrt bzw. Abfahrt von der A1 in Köln. Darauf stand „Nie wieder Krieg.“ Da haben Menschen auch mal angehalten, sind ausgestiegen, um mit mir zu sprechen. So kommt man wirklich ins Gespräch.

Ich fahre mit einem Schild auf meinem Fahrrad quer durch die Stadt, dabei läuft dann laute Musik über meine Box. Danai macht ganz tolle Musik. Zwar mit KI, aber es fahren immer wieder Jugendliche hinter mir her. Eben weil die Musik cool ist. Im Osten, wo mein Freund wohnt, geht das noch besser. Da fährst du dann wirklich mit 15 Kids durch Neubrandenburg und denkst, „Boah krass, was ist das denn hier?“. In Neubrandenburg gehen wir auch noch immer jeden Montag spazieren. Das ist echt bemerkenswert.

Marco hat mir noch alte Exemplare von Free21 geschenkt. Die bekommen alle meine Nachbarn. Jede Woche. Am Anfang haben sie die immer weggeschmissen. Mittlerweile landen sie nicht mehr im Müll. Die Menschen fangen an, sich zu interessieren.

Oder ich hänge Schilder auf meine Terrasse, ich wohne in einem achtstöckigen Haus. Das kann jeder sehen und lesen. Beim Schild mit „Gläserner Mensch“ läuft dann die passende Musik von Udo Jürgens.

 

Da fangen manche an, ein bisschen zu überlegen. Aus meinen Schilderaktionen haben sich mittlerweile auch Freundschaften entwickelt.

Auch habe ich Friedenstauben-Aufkleber „verteilt“. Die habe ich an einer Straße bis in die Innenstadt unter jeder Ampel geklebt.

Das ist doch nicht legal?

Stimmt. Ich weiß noch, einmal stand ein Mann hinter mir, ich drehte mich um und sagte: „Ja, ich weiß, das ist Vandalismus, aber ich muss das machen.“ Seine Reaktion war toll: „Hast Du noch ein paar Friedenstauben-Aufkleber?“ Klar hatte ich welche, die ich ihm gerne gab. Er rief mir dann hinterher: „Ich freue mich, ich klebe ein paar auf, ich mache da mit.“

So was ist dann wieder motivierend, wenn man merkt, man kann die Leute mitreißen. Die Aufkleber kann man natürlich auch einfach in Briefkästen stecken. Oder Flyer verteilen. Das kann jeder – und es ist legal.

Man kann auch ganz legal an der Chat-Tourette teilnehmen? Das ist doch einen Bomben-Idee?

Ja, diese lustige Aktion hat mir eine Freundin geschickt. Wenn man jetzt anfängt, es umzuschreiben, kann man gleich auch ein bisschen kreativ werden. Machen da viele mit, kommen die sicher auch ein bisschen Bedrängnis.

Was hältst du von Parteien, werden sie uns retten?

Gar nichts. Das sind Marionetten der Multimilliardäre, der Reichen. Goldman Sachs und BlackRock haben überall ihre Finger drin. Es geht nur um Reich gegen Arm, mehr nicht. Ich glaube, Klaus Schwab hat mal gesagt, „We penetrate the cabinets. – Wir haben alle Parteien unterwandert.“. Meine Stimme bleibt bei mir und ich bleibe selbstbestimmt. Parteien sind keine Option, es geht darum, dass die Menschen eigenverantwortlich werden.

Das Zitat „Erfolg hat drei Buchstaben – T.U.N.“ stammt von Goethe – es sollten viele mittun.

Eine Dame aus dem Osten sagte mal zu mir. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“. Vor jeder Aktion sage ich mir das. Wenn man nichts tut, gerade jetzt, wird es nicht besser. Ob es besser wird, nur wenn man was macht, weiß ich nicht. Aber jeder, der was macht, der kann sagen, ich habe alles gegeben. Der muss sich eben nicht schämen.

Siehst Du große Chancen, dass wir noch etwas zum positiven verändern können?

Ich weiß nicht, es ist wirklich sehr schwer. Ich bin immer entsetzt, wenn ich sehe, wie viele Menschen wegsehen. Die sehen so bewusstlos aus. Aber dann fällt mir sofort Rudi Dutschke ein. Es ist wirklich ein langer, langer Kampf, dass wir diese Massenbewusstlosigkeit irgendwann mal sprengen können.

Allerdings kann ich sagen, mein Stiefvater hat ganz am Anfang von Corona gesagt, dass ich verrückt wäre. Mittlerweile reden wir sehr, sehr offen über politische Themen, er hört zu und schaut sich auch Sachen an. Offenheit ist auf jeden Fall da.

Aber die meisten denken leider: „Was sollen wir schon machen? Es ist eben so.“ Dabei Ist es unsere einzige Chance, Bewusstsein zu wecken. Ich habe aber immer noch Hoffnung. Darum sage ich mir: „jetzt aber noch einmal. Noch einmal geht es.“

Wir müssen aber vielleicht auch ein bisschen vorsichtiger sein und die Menschen nicht mit zu schweren Themen wie Epstein belasten, nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen. Das sind Themen, bei denen machen die Menschen ganz schnell zu. Meine Mutter sagt immer „Hör auf, ich will das nicht mehr hören. Das macht mir Angst.“

Warum machst Du es trotzdem? Du konfrontierst die Menschen ja mit Krieg und Faschismus.

Ich bin für Gerechtigkeit. Ich will die Wahrheit. Anders geht nicht. In der Lüge zu leben, ist, glaube ich, menschenunwürdig. Ich bin einfach zu stur, um aufzugeben.

„Aufgeben tut man einen Brief“ ist mein Lieblingsspruch. Danke für Dein Engagement!


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3 Kommentare

  1. Dr. Rolf Lindner 21. Juli 2026 um 0:11 Uhr - Antworten

    Ich hatte – glaube ich – schon in diesem Forum über einen dystopischen Roman berichtet, den ich als Jugendlicher vor ca. 60 Jahren las und in dem einige wenige findige Menschen einen Supercomputer, der die ganze Menschheit kontrollierte, zum Absturz brachten, indem sie dessen Algorhythmen störten. Diejenigen, die jetzt am liebsten die ganze Menschheit kontrollieren, aber ihr eigenes Tun immer mehr verschleiern wollen, sind tatsächlich so dumm, dass sie glauben, dadurch ihre Macht zu retten. Dazu kommt, dass sie selbst für den massenweisen Einmarsch von Menschen sorgen, die den westlichen Bücker als Köterrasse sehen, wobei diese Sicht aus meiner Sicht nicht einmal die verkehrteste ist.

  2. D-Emigrant 20. Juli 2026 um 13:09 Uhr - Antworten

    Allen Respekt! Auch ich habe mich während der Plandemie immer wieder gefragt, warum sich so viele scheuen, selbst bei ganz einfachen und völlig legalen Aktivitäten mitzumachen. Kreative „Samen“ wie „Chat-Tourette“ (auch die Bezeichnung ist toll!) gibt es immer wieder, aber meist fallen sie leider nicht auf fruchtbaren Boden oder bekommen zu wenig „Wasser“ zum Wachsen.

    Während der Plandemie habe ich – solange noch kein „FFP“ vorgeschrieben war – beispielsweise immer eine selbst gebaute „Schutz-Nase“ nach dem Vorbild der Pest-Ärzte mit aufgeklebter Protestbotschaft getragen; niemand war zur Nachahmung bereit. Zuletzt bin ich, wo es unvermeidlich war, mit einer FFP-„Maske“ reinmarschiert, die den Aufdruck trug „Ich beiße – trotz Maulkorb“. Sogar der Pförtner eines Gerichtsgebäudes hat darüber nur geschmunzelt und mir die Tür geöffnet, aber niemand hat sich selber eine aufgesetzt, obwohl ich sie kostenlos angeboten habe.

    Das ständig gehörte „Wir können ja doch nichts ändern“ hatte mich schon als Jugendlicher in die Politik getrieben. Dass dieses Engagement wirklich nichts ändert (wegen der Massenträgheit – auch innerhalb von Parteien), habe ich erst allmählich bemerkt. Nach der Bundestagswahl 2021 war ich schließlich so ernüchtert, dass ich Deutschland gemeinsam mit meiner Frau fluchtartig für immer verlassen habe. Jetzt leben wir in einem Land mit weniger Feiglingen und mehr Eigenwilligen.

  3. Pusteblume 20. Juli 2026 um 11:29 Uhr - Antworten

    Ich werde auf alle Fälle bei der Verwirrung der Chatkontrolletis mitmachen. Nichts ist besser, als diese Irren zu verwirren (reimt sich sogar).

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

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