
66. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran und Libanon – US-Eskalation in Straße von Hormus
Eskalation a Hormuz und anhaltende Angriffe im Libanon. Ein brüchiger Waffenstillstand, der kaum hält, anhaltende israelische Operationen im Libanon und eine hochgefährliche Konfrontation im strategisch entscheidenden Straße von Hormus. Der Krieg in Westasien ist keineswegs vorbei – er hat nur neue, unberechenbare Formen angenommen.
Laut iranischen Quellen wie Tasnim News und Fars News bereitet sich der Iran auf „jede Szenario“ im Hormuz vor. Die IRGC hat neue maritime Kontrollzonen ausgerufen, Warnschüsse auf US-Zerstörer abgegeben und betont, dass jede unkoordinierte Durchfahrt als Verletzung des Waffenstillstands gilt. Teheran hat über Pakistan einen 14-Punkte-Vorschlag an die USA übermittelt, der ein umfassendes Ende der Kämpfe auf allen Fronten und eine neue Regelung für den Hormuz fordert.
US-Präsident Trump hat dagegen „Project Freedom“ angekündigt – eine Operation, um festsitzende Schiffe aus dem Strait zu befreien. Iranische Medien berichten von Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Schiffe und Ziele in den Emiraten; Washington dementiert Treffer, während die UAE von abgefangenen Geschossen und Bränden an Ölanlagen sprechen. Die Spannungen könnten jederzeit zu einer neuen Eskalation führen.
Libanon: „Waffenstillstand“? Nur auf dem Papier
Trotz eines angeblichen Waffenstillstands seit Mitte April setzen israelische Luftangriffe auf den Süden des Libanon fort. Das libanesische Gesundheitsministerium meldet in den letzten Tagen Dutzende Tote und Verletzte durch israelische Strikes – darunter Helfer und Zivilisten. Hezbollah-Abgeordnete erklären, die Gruppe werde die Ziele der Verhandlungen „vereiteln“ können, solange Israel nicht aufhört.
Al Jazeera und Middle East Eye berichten von anhaltender Verwüstung im Süden, Zerstörung von Infrastruktur und Angriffen, die selbst christliche Einrichtungen nicht verschonen. Hezbollah-Chef Naim Qassem betont: „Der Libanon wird über das zionistische Regime siegen.“ Israel wiederum meldet Tötungen von Hezbollah-Kämpfern und Zerstörung von Raketenwerfern.
Die direkten Gespräche zwischen Libanon und Israel unter US-Vermittlung laufen, doch das Misstrauen ist tief. Viele Beobachter sehen hier weniger einen Friedensprozess als ein Manöver, um Zeit zu gewinnen und Positionen zu festigen.
Gaza und die breitere Achse
In Gaza bleibt die humanitäre Lage katastrophal. Israelische Operationen gehen trotz angeblicher Beruhigung weiter, Siedleraktivitäten im Westjordanland eskalieren. Die „Achse des Widerstands“ – Iran, Hezbollah, Houthis und andere – ist geschwächt, aber nicht gebrochen. Iran betont weiterhin sein Recht auf friedliche Kernenergie und weist westliche Maximalforderungen zurück.
Haaretz berichtet aus israelischer Sicht von internen Debatten, Sicherheitslücken und der Erkenntnis, dass Drohnen die traditionelle Luftüberlegenheit verändern. Gleichzeitig werden neue Allianzen in der Region gesucht – ein klares Zeichen, dass Tel Aviv den Konflikt langfristig neu ordnen will.
Geopolitische Realität jenseits der Propaganda
Der Westen präsentiert den Konflikt gerne als Kampf gegen „Terror“ und für „Sicherheit“. Doch die Realität ist eine klassische Ressourcen- und Machtfrage: Kontrolle über Öl-Routen, Einflusssphären und die Verhinderung eines unabhängigen regionalen Blocks. Der Iran hat bewiesen, dass er trotz massiver Angriffe nicht zusammenbricht. Die Wirtschaftssanktionen und militärischen Schläge haben hohe Kosten verursacht – auf allen Seiten.
Trump setzt auf Stärke und Deals, Netanyahu auf militärische Überlegenheit. Ob das reicht, um einen dauerhaften Frieden zu erzwingen, ist mehr als fraglich. Die Geschichte Westasiens zeigt: Solche Konflikte enden selten mit klaren Siegern, sondern meist mit neuen Fronten und tieferen Gräben.
Die nächsten Tage und Wochen am Hormuz und im Libanon werden entscheiden, ob der fragile Waffenstillstand hält oder ob der Krieg in eine neue, vielleicht noch gefährlichere Phase eintritt. Die Zivilbevölkerung in der gesamten Region zahlt weiter den höchsten Preis.
Iran bereit für jedes Szenario in der Straße von Hormus: Tasnim News
In einem Gespräch mit Tasnim am Montag erklärte eine militärische Quelle, die Amerikaner wüssten, dass der Iran sich von US-Präsident Donald Trump und den amerikanischen Streitkräften nicht „schikanieren“ lassen werde.
Unter Bezugnahme auf die ersten Schüsse, die iranische Streitkräfte auf mehrere US-Kriegsschiffe abgefeuert hatten, sagte die Quelle: „Die iranischen Streitkräfte werden, wie schon während des 40-Tage-Kriegs, die Durchfahrt amerikanischer Kampftruppen nicht zulassen, und jegliche Bewegung durch die Straße von Hormus wird nicht ohne Genehmigung der iranischen Streitkräfte stattfinden.“
Die Quelle merkte ferner an, dass alle Schiffe Lehren aus den Erfahrungen des 40-Tage-Kriegs ziehen und vermeiden sollten, den Preis für „die Dummheit der Amerikaner“ zu zahlen.
„Neben dem Beschuss von US-Kriegsschiffen hat der Iran auch andere Szenarien vorbereitet, die er bei Bedarf umsetzen wird“, fügte die Quelle hinzu.
Die Äußerungen erfolgten, nachdem der Kommandeur des iranischen Hauptquartiers Khatam al-Anbia, Generalmajor Ali Abdollahi, gewarnt hatte, dass jede ausländische Streitmacht, insbesondere die USA, angegriffen werde, sollte sie versuchen, sich der Straße von Hormus zu nähern oder in diese einzufahren.
„Wir würden die Sicherheit der Straße von Hormus mit voller Kraft wahren und entschlossen gewährleisten und raten allen Handelsschiffen und Öltankern, von jedem Versuch abzusehen, die Straße von Hormus ohne Abstimmung mit den dort stationierten Streitkräften (des Iran) zu passieren, um ihre Sicherheit nicht zu gefährden“, erklärte der hochrangige General.
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