64. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Libanon und Iran – vor neuer US-Angriffswelle?

2. Mai 2026von 5,2 Minuten Lesezeit

Am 2. Mai 2026, dem mittlerweile über 64. Tag der Krieges, gehen die Bombardements unvermindert weiter – trotz angeblicher „Waffenstillstände“ und Verhandlungen. Israel will südlich des Litani-Flusses in Libanon Brücken und Gebiete kontrollieren, die USA führen eine Blockade der Straße von Hormuz durch und nennen das selbst „piratenmäßig“.

Israels Krieg gegen Libanon: Evakuierungen, Zerstörung und die Litani-Linie. Laut israelischen Angaben hat die IDF seit Freitag über 50 Ziele der Hisbollah im Südlibanon angegriffen. Haaretz berichtet von „gezielten Schlägen“ gegen Infrastruktur und Raketenstellungen – doch die Realität auf der anderen Seite sieht anders aus. Das Middle East Eye Live-Update meldet allein am Samstag israelische Angriffe, bei denen mindestens sieben Menschen getötet wurden, darunter in Dörfern wie Louaizeh, Kfar Dajjal und Majdal Zoun. Insgesamt sollen in den letzten zwei Monaten über 2.600 Libanesen (das sind alle Semiten, die Angreifer weiße europäische Einwanderer oder deren Kinder) durch israelische Angriffe ums Leben gekommen sein (Al Jazeera). Israel hat Evakuierungsaufforderungen an neun Dörfer südlich des Litani-Flusses herausgegeben – darunter Qaqaiyat al-Jisr, Jebchit und Haboush. Das Ziel ist klar: Israel will Brücken und das Gebiet südlich des Litani-Flusses unter Kontrolle bringen, um eine „Sicherheitszone“ zu schaffen.

Hisbollah meldet weiterhin Angriffe auf israelische Truppen. Raketenalarm in Nordisrael zeigt, dass die Widerstandsbewegung trotz massiver Bombardements nicht gebrochen ist. Das erinnert fatal an das „Gaza-Modell“: Zivilbevölkerung vertreiben, Infrastruktur zerstören, Gebiet militärisch sichern – und das Ganze als „Verteidigung“ verkaufen. Haaretz selbst räumt ein, dass die IDF in südlichen Dörfern aktiv ist und Zivilisten, darunter Kinder, zu Tode kamen.

Der US-Krieg gegen Iran: „Wie Piraten“ und doch kein Ende

Parallel läuft der US-geführte Angriff auf den Iran. Präsident Trump hat zwar verkündet, die Feindseligkeiten seien „beendet“ und ein Waffenstillstand seit April halte – doch die iranische Militärführung sieht das anders. Irans Militärhauptquartier erklärte, eine Wiederaufnahme des Krieges sei „wahrscheinlich“, weil die USA keine Verträge einhalten und keine Gegenleistungen bieten. Teheran zeigt sich flexibel bei indirekten Gesprächen in Islamabad, doch Washington blockiert weiterhin. (Al Jazeera)

Trump selbst gab in einer bemerkenswerten Aussage zu, dass die US-Navy iranische Schiffe und Fracht im Gebiet der Straße von Hormuz beschlagnahmt – und nannte das selbst „sort of like pirates“ (auf die Art von Piraten) und „a very profitable business“ (ein sehr profitables Geschäft). Die USA halten weiter ihere Seeblockade iranischer Häfen aufrecht, Sanktionen gegen fünf chinesische petrochemische Unternehmen verhängt. Das chinesische Handelsministerium hat eine einstweilige Verfügung erlassen, um US-Sanktionen gegen fünf chinesische Ölraffinerien zu blockieren, denen der Kauf von iranischem Öl vorgeworfen wird.

Treibstoffpreise sind weltweit explodiert, Fluggesellschaften wie Spirit Airlines stellen den Betrieb ein.

Iran hat fast den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz blockiert – außer eigenen, zahlenden und von befreundeten Nationen stammenden Schiffen. Der Oberste Führer Khamenei ruft zur „wirtschaftlichen Dschihad“ auf, also zur Selbstversorgung. Fars News Agency, die offizielle iranische Nachrichtenagentur, dokumentiert die Angriffe und die Standhaftigkeit Irans regelmäßig.

Al Jazeera meldet über 3.300 Tote allein durch US-israelische Angriffe auf den Iran seit Kriegsbeginn Ende Februar 2026.

Trump lehnt iranische Vorschläge ab, die den Hormuz-Verkehr öffnen und die Blockade beenden würden.

Neuerlicher US-Angriff auf Iran: Die nächste Eskalationssrufe?

Mohammed Marandi, Professor an der Teheraner Universität und ehemaliger Berater des iranischen Atomverhandlungsteams, analyisert im Interview mit Professor Glenn Diesen laufende Vorbereitungen für den nächsten Schlag. Die USA und Israel bereiten offenbar einen neuen Angriff vor, möglicherweise bereits am Wochenende nach Börsenschluss – damit die Wall Street nicht zu sehr leidet. Marandi spricht von verstärkten Truppenverlegungen, vor allem nach Kuwait und Bahrain, von Übungen für Bodeneinsätze und massiven Munitionslieferungen. Ein umfassender Landkrieg wie im Irak 2003 ist unrealistisch, aber begrenzte Operationen, Inselbesetzungen in der Straße von Hormus, Angriffe auf kritische Infrastruktur oder gezielte Attentate gelten als wahrscheinlich.

Die iranische Antwort wäre diesmal härter. Ein hochrangiger Abgeordneter warnte: Bei Attentaten auf iranische Führer würden die Paläste der Golf-Monarchien (Saudi-Arabien, UAE, Bahrain, Kuwait etc.) Ziel. Stromausfälle in der glühenden Hitze des persischen Golfs im Mai könnten für die dort stationierten US-Truppen und die lokalen Regime fatal werden. Iran hat bereits bewiesen, dass es bei Vergeltungsschlägen gezielt Infrastruktur und nicht primär Zivilisten trifft – im Gegensatz zu den Kriegsgegnern.

Die ökonomische Zeitbombe: Selbst ein kurzer neuerlicher Krieg würde die globale Energiemärkte massiv treffen. Weniger Öl und Gas aus der Region, zerstörte Infrastruktur, verzögerte Verhandlungen über die Straße von Hormus – die Folge wäre eine tiefe globale Rezession oder gar Depression. Iran hat sich auf die Blockade vorbereitet, große Mengen Öl zu Höchstpreisen verkauft und alternative Routen über Nachbarstaaten aktiviert. Die Sanktions-erprobte iranische Wirtschaft hält Schmerzen besser aus als die verwöhnten Golf-Staaten oder die westliche Lieferkette.

Marandi betont: Iran ist nicht gespalten. Es gibt unterschiedliche Meinungen, aber klare Entscheidungsstrukturen. Die Bevölkerung steht trotz aller Leiden hinter der Führung, weil sie den Aggressor klar erkennt. Weltweit wächst die Sympathie für den Iran – sogar in Teilen der USA und Lateinamerikas.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


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58. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran und Libanon (Ticker 21:00 Uhr)

57. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran und Libanon- Verhandlungen oder Neustart des Krieges? (Ticker 17:00 Uhr) 

56. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran und Libanon – weder Krieg noch Frieden (Ticker 21:00 Uhr)

55. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran und Libanon – See-Blockade und Zerstörung des Südlibanon (Ticker 17:30 Uhr)

Links zu den weiteren Ticker-Artikel finden sich am Ende des 55. Tages.

7 Kommentare

  1. Jurgen 3. Mai 2026 um 15:10 Uhr - Antworten

    Die USA spielen mal wieder Poker und die Iraner würfeln lauter Sechsen bei Mensch-Ärger-Dich-Nicht. Mal schauen wer erster im Ziel ist. Bei den USA ist es entweder All-In oder All-Loose wie es halt im Poker so ist. Und mit Angstmache kommen sie dem Iran nicht bei. Das geht nur bei Deutschland und hoffentlich ziehen sie gleich 50000 Mann ab. Endlich!

  2. Daisy 3. Mai 2026 um 8:23 Uhr - Antworten

    Lt. Trump will Iran wieder einen Deal. Er schaut es sich an. Die iran. Führung sei unklar.

    Den Vorschlag gibt es offenbar wirklich. Er wurde über Pakistan übermittelt.

    Im gleichen Interview sagt er, die Seeblockade sei sehr freundlich. Niemand stõrt es… kopfschüttel – übersetzt heißt das lma…

    Ob er wieder angreifen würde, könne er einem Journalisten nicht sagen.

  3. therMOnukular 2. Mai 2026 um 21:12 Uhr - Antworten

    Wäre ich der Iran, dann würde ich den USA ein Ultimatum für die Beendigung der „Blockade“ setzen, darauf warten, dass sie es nicht einhalten und dann umgehend einen „Dekapitationsschlag“ nach wertewestlichem Vorbild lancieren.

    Wäre ich der Iran und würde wissen, dass die USA demnächst selbst eine neue Eskalation herbeiführen werden, dann würde ich jetzt nichts tun und die Optik des kriegslüsternen Westens noch tiefer in die Weltöffentlichkeit transportieren – und dann feste zurückschlagen.

    Soll heißen, ich denke so oder so, dass es bald zu True Promise 5 kommen wird. Entweder weil der Iran diese „Blockade“ nicht ewig zulassen kann, wenn man stringent handeln will, wie bisher in diesem Konflikt. Oder, weil die USA mit dem Ergebnis der „Blockade“ nicht ausreichend zufrieden sein können und das Hauptziel, den Iran wieder in einen Vasallenstaat wie zu Zeiten des Schah’s zu verwandeln, verfehlen.
    Wie es abläuft bestimmt also der Iran und seine Intelligence über US-Vorhaben. Die USA können selbst nichts mehr diktieren.
    Man möge also die US-Navy deaktivieren. Man müsste sie damit nicht einmal versenken. 2-3 Symbole der Macht schrottreif schießen, damit jeder sieht, dass man auch gegen einen Träger 1000km irgendwo erfolgreich vorgehen kann. Die USA wären hilflos.

    PS: Man kann ja auch bei einem Träger so vorgehen wie bei True Promise 1: die Gegenseite über Zeitpunkt und Ort des Angriffs informieren und um Evakuierung zu bitten. Dann zu genau diesem Zeitpunkt und an diesem Ort so massiv zuschlagen, dass ein Erfolg quasi garantiert ist. Es wäre nicht nur eine militärische Machtdemonstration, sondern auch ein diplomatische.

    • Hello 3. Mai 2026 um 9:43 Uhr - Antworten

      „…den USA ein Ultimatum für die Beendigung der „Blockade“ setzen, darauf warten, dass sie es nicht einhalten und dann umgehend einen „Dekapitationsschlag“ nach wertewestlichem Vorbild lancieren.“

      Ein „Dekapitationsschlag“ nach wertewestlichem Vorbild würde einen Aufschrei des Wertewestens nach sich ziehen. Nach dem Motto: Quod licet Iovi, non licet bovi

      Der Nicht-Demokratische-Wertewesten ist immer der böse und schuldig.

  4. Daisy 2. Mai 2026 um 19:59 Uhr - Antworten

    Ich verfolge das nur noch oberflächlich, aber anscheinend hat das Trump-Team die Kongress-Entscheidung nicht gebraucht, weil man den Krieg unterbrochen hatte. Nun kann man neu anfangen und hat wieder 60 Tage Zeit…

    Dachte gar nicht, dass die so schlau sind….;-)

    Trump ist nun wieder im Angriffsmodus und will zum „Endschlag“ ausholen. Dabei soll auch die Hyperschallwaffe „Dark Eagle“ zum Einsatz kommen. Die Strategie lautet: Maximale Zerstörungswucht bei minimaler Dauer.
    Mxssad und CIA haben die Ziele bereits erfasst – unterirdische Raketenbasen und weitere militärische Infrastruktur.

    Tja, ich sag mal, das ist alles nur Aufplusterung….ob sich die Revolutionsgarden schon ängstigen?

  5. Jan 2. Mai 2026 um 19:42 Uhr - Antworten

    „weil die USA keine Verträge einhalten“

    Das glaube ich nicht! Ich denke, die USA wollen sich über Israel einen Teil von Nahost einverleiben und den Iran zerschlagen, damit er nicht zum Dominanzstaat werden kann. Dominanzstaat sollen Israel und Saudis sein, die beide unter US-Kontrolle stehen. Wenn man schaut, was sie tun, sieht es danach aus.

    Das ist sittlich und rechtlich natürlich völliger Irrsinn, aber offenbar meint man es tun zu können und zu müssen.

    Das ist etwas anderes als notorische Vertragsverletzung, Psychologie Trumps oder Melanias oder Bibis oder Marktmanipulationen. Ich denke nicht, dass es sich so sehr gegen die Chinesen richtet, man wird ihnen ihren Teil zugestehen. Es geht darum, dass die Konsumenten einen Finger auf die Ressourcen bekommen, von denen sie abhängig sind.

    • therMOnukular 2. Mai 2026 um 20:43 Uhr - Antworten

      Sie wollten wohl schreiben, dass es darum ginge, dass die Konsumenten K-einen Finger auf die Ressourcen bekommen, weil die USA ihre Hand darauf hat/haben will.

      Aber das ist eben genau die Strategie gegen China. Wenn man China von US-Energie abhängig machen kann, dann wird China nicht mehr wachsen können als die USA bzw als die USA es zulassen (dasselbe gilt dann für Russland, das seine Energie nicht mehr verkaufen kann/darf, dafür zerstört der andere Vasall Ukraine gerade die Infrastruktur, Nordstream war nur der Startschuss). Man will sich auf dem Rücken der chinesischen Wirtschaftsleistung zum Upper-Dog erpressen.

      Ist aber eh eine akademische Diskussion, weil es nicht gelingen wird. Zunächst, weil BRICS & Co sich früher oder später aus dem Dollar-Rahmen verabschieden, dadurch nicht mehr wie bisher „sanktioniert“ werden können und gleichzeitig den Dollar ruinieren. Das lässt für den Wertewesten nur noch die Kriegs-Option, aber dafür fehlen ihm bereits die finanziellen und produzierenden Mittel. Genau in dieser Phase befinden wir uns. Immer mehr Kriege von ideologischen Phantasten-Stellvertretern in der Hoffnung, sie durch Raubzüge gegenfinanzieren zu können und damit die Oberhand zu behalten. In Wahrheit ist das aber natürlich der Sargnagel, weil mit solchen Regimen kein vernünftiger Staat zu tun bekommen will. Siehe Iran.

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