Österreichs Spritpreisbremse schon verpufft

3. April 2026von 2,3 Minuten Lesezeit

Nach nicht einmal 24 Stunden Gültigkeit der „Spritpreisbremse“ der österreichischen Regierung sind die Preise höher als Ende März. Der Staat kassiert weiter massiv, Autofahrer werden ausgenommen. Durch das Gesetz sind nun aber auch kleine Tankstellen bedroht. 

Nach wochenlangen Preissteigerungen – Diesel und Benzin legten seit Anfang März um bis zu 70 bzw. 40 Cent pro Liter zu, getrieben durch den Nahost-Konflikt – einigte sich die Bundesregierung am 31. März 2026 auf die Maßnahme. Ab 1. April traten die Verordnungen in Kraft, ab 2. April um 12 Uhr sollte der Liter um zehn Cent billiger werden: fünf Cent durch Senkung der Mineralölsteuer, fünf Cent durch staatlich verordnete Margenbegrenzung für Raffinerien und Händler. Die Regelung war auf einen Monat befristet und sollte bei Bedarf verlängert werden. Die Klimasteuer (fast 20 Cent pro Liter) wurde nicht einmal angegriffen.

Der Effekt hielt nicht einmal 24 Stunden. Bereits am 3. April melden Kritiker: Die Preise sind wieder gestiegen und liegen höher als Ende März – trotz „Spritpreisbremse“. Für die Autofahrer wird – wie Kritiker schon vorher gewusst hatten – das Tanken weiter massiv teuer bleiben. Das neue Gesetz könnte aber trotzdem Wirkung zeigen. Kleine, unabhängige Tankstellen könnten die vorgeschriebenen Margenkürzungen nicht verkraften, während Großkonzerne die Verluste leichter stemmen.

Davor hatte die WKÖ bereits gewarnt, nachdem die „Bremse“ verabschiedet worden war. Das ist durchaus bemerkenswert. Die Energiekrisen-Propaganda behauptet nämlich auch, dass den Tankstellen bald das Benzin ausgehen könnte. Durch das Gesetz könnte dies aber auch politisch erzwungen werden, weil kleine Tankstellen nur noch Verluste machen. Das könnte dann als Ergebnis angeblicher „Knappheit“ verkauft werden. Die Lösung: Rationierung und Energie-Lockdowns. Ein Szenario, das nicht völlig abwegig erscheint.

Einerseits steht die Spritpreisbremse also für eine gescheiterte Regierung, die nichts als symbolpolitische Hilflosigkeit zusammenbringt. So könnte man die Regierung aber nur kritisieren, wenn man annimmt, dass sie tatsächlich niedrigere Spritpreise will. Nicht wenige glauben jedoch, dass die hohen Preise durchaus im Interesse von Oligarchie und Kapital sind, um die „grüne Wende“ voranzutreiben und Energie-Lockdowns zu verhängen.

Die FPÖ hatte die Maßnahme von vornherein als „Ablenkungsmanöver“ bezeichnet. Statt bei den hausgemachten Kostentreibern – hohen Steuern und Abgaben – anzusetzen, greife der Staat nun in die Preisbildung ein und mache kleine Händler zu Sündenböcken. Nach wenigen Stunden dürfte sich die Kritik als Realität erweisen. Wer tankt, zahlt weiter massiv. Rund die Hälfte geht dabei direkt an den Staat, der immer mehr Steuern kassiert, je höher der Preis an der Zapfsäule ist. Nur könnten nun auch kleine Tankstellen unter Druck geraten – für Great-Reset-Ideologen wäre das ein weiterer Erfolg.


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7 Kommentare

  1. triple-delta 3. April 2026 um 19:10 Uhr - Antworten

    Egal welches Brett der bürgerliche Staat bohrt, am Ende kommt immer eine weitere Kapitalkonzentration dabei heraus. Steht so schon im Kapital.

  2. Gabriele 3. April 2026 um 17:07 Uhr - Antworten

    Es ist sehr gut, wenn diese EU-Follower sich permanent lächerlich machen… nur weiter so.

  3. Glass Steagall Act 3. April 2026 um 16:28 Uhr - Antworten

    Dann lasst uns doch die Preise in Österreich mit Deutschland vergleichen. Heute am Karfreitag kostet hier der Diesel in Deutschland an der Tankstelle in meiner Nähe 2,35 Euro!

    • Hello 3. April 2026 um 16:58 Uhr - Antworten

      Die günstigsten Dieselpreise in meiner Umgebung sind momentan zwischen 2,20 und 2,30
      Allerdings waren die Preise in Österreich schon seit Jahren günstiger als in Deutschland.

  4. 1150 3. April 2026 um 15:45 Uhr - Antworten

    so teuer kann der sprit nicht sein,
    siehe die masse der ukraine urlauber,
    wahrscheinlich haben sie auch ein extrabenzingeld für ihre osterferien bekommen …..

    • Gabriele 3. April 2026 um 17:48 Uhr - Antworten

      Schaue man sich den Megastau jetzt wieder an zu Ostern…. und ich habe generell nirgends den Eindruck, dass es den meisten Leuten nicht immer noch ganz wunderbar geht.
      Vermutlich „spart“ man auch lieber am gesunden Essen, als am Osterurlaub oder sonst einer Spritzfahrt.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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