
Immer mehr Länder und Branchen verabschieden sich von Net-Zero-Agenda
Brüssel und viele europäische Politiker arbeiten noch immer an der „klimaneutralen“ Gesellschaft. Die globale Mehrheit hat sich aber davon abgewendet, das Net-Zero-Gebäude an allen Ecken und Enden.
Länder und Industrien verabschieden sich leise oder laut von den unrealistischen Verpflichtungen – nicht weil sie die „Klimakrise“ leugnen würden, sondern weil sie schlicht die wirtschaftlichen und technischen Realitäten nicht länger ignorieren können, wie das Heartland Institute analysiert. Trump hat mit seiner Politik den Klimasumpf trockengelegt: Defunding von Klimaprojekten, Ausstieg aus dem Pariser Abkommen, Rückzug aus UN-Klimabürokratien und die Aufhebung der Endangerment Finding.
Die Motivation war allerdings nicht die Einsicht in die Unwissenschaftlichkeit der Behauptung CO2 sei allein für Klimaänderungen verantwortlich. Maßgebend war vielmehr die Absicht an „Verbündete“ wie NATO, EU, Japan, Südkorea oder auch Indien Erdöl und Erdgas liefern zu können, sobald Venezuela durch die gewaltsame Entführung des gewählten Präsidenten Maduro unter Kontrolle gebracht und die Golfregion mittels Krieg gegen den Iran als Quelle ausgeschaltet sein würde. Nach „Drill, baby, drill“ wurden auch Öl- und Gasvorkommen wie in Alaska für Lieferungen ausgebaut und vorbereitet, die erst jetzt nach dem Angriff auf den Iran und die Blockade der Straße von Hormus wirtschaftlich konkurrenzfähig geworden sind
Jedenfalls hat die Änderung der Klimapolitik hat nicht nur in den USA Wellen geschlagen. Andere Länder und Unternehmen folgen nun dem Beispiel und weigern sich, weiter den Narren zu spielen. Sie reduzieren Ziele, verlängern Fristen, halten an fossilen Energien fest oder steigen ganz aus. Wer wirklich an eine unmittelbare Katastrophe glauben würde, täte das nicht.
IPCC in der Krise
Selbst beim IPCC, der zentralen Propagandazentrale des Klimanarrativs, geht es drunter und drüber. Bei der 64. Sitzung des Wissenschaftskomitees konnte man sich nicht einmal auf einen Zeitplan für den nächsten Assessment Report einigen. Saudi-Arabien, Russland, China, Indien und Kenia drängen auf eine Verschiebung. Klimamodellierer Jozef Pecho beklagt das als „slow-motion erosion“ der Institution – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die „Wissenschaft“ angeblich am dringendsten gebraucht werde.
Die Frage drängt sich auf: Warum sollten diese Länder eine Verzögerung wollen, wenn sie von einer existentiellen Bedrohung überzeugt wären? Die Antwort liegt auf der Hand: Es geht um Geopolitik, Vorteile und Geldtransfers, nicht um das Klima.
Europa und Deutschland drehen bei
In der EU wird das Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) stark eingeschränkt. Laut einem Bericht im renommierten The Lancet werden damit rund 80 % der Unternehmen von umfangreichen Berichtspflichten befreit. Die Klimabürokratie wird zurückgefahren, um die Wettbewerbsfähigkeit wenigstens ansatzweise zu erhalten. Die öffentliche Gesundheit und das „planetare Wohl“ müssten darunter leiden, jammern die Autoren – die Politik sieht das offenbar gelassener.
Besonders deutlich wird der Sinneswandel in Deutschland. Die Regierung erlaubt wieder Öl- und Gasheizungen, ohne Bußgelder oder Verbote. Sinnlose Subventionen für Wärmepumpen durch Steuergeld bleiben, aber der Zwang fällt. Jo Nova kommentiert trocken, dass dies die globalen Temperaturen in 80 Jahren vielleicht um ein Tausendstel Grad erhöhen könnte. Die Grünen toben erwartungsgemäß und sprechen von einem „Desaster“ und der Aufgabe des „Klimaschutzes“.
Industrie flieht en masse
Auch die Privatwirtschaft hat genug. Hunderte Banken und Konzerne haben UN-Klimagruppen verlassen. Tech-Giganten wie Google, Microsoft & Co. brauchen zuverlässigen Strom für KI-Rechenzentren und setzen nun auf Kernkraft, Gas und teilweise Kohle statt auf wetterabhängige Wind- und Solaranlagen.
Bei den Autoherstellern ist der EV-Hype kollabiert. Mindestens 18 große Marken – darunter Ford, Honda, Nissan und Volkswagen – kürzen, verzögern oder streichen Elektroauto-Pläne. Die Nachfrage ist nach dem Wegfall von Subventionen eingebrochen. Abgesehen davon sind E-Autos auch eine Gefahr für die Gesundheit der Insassen, wie hier berichtet.
Öl- und Gasriesen haben ihre Investitionen in die „Energiewende“ um mehr als ein Drittel gekürzt. Und im Stromsektor werden Kohlekraftwerke reaktiviert oder länger am Netz gehalten, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten – auch in Pennsylvania, wo sogar ein Demokrat wie Gov. Josh Shapiro zustimmt.
Sogar Universitäten wie Duke ziehen sich zurück: Keine jährlichen Millionen-Ausgaben mehr für kurzfristige „Carbon Neutrality“.
Realität siegt über Ideologie
Das Net-Zero-Projekt war von Anfang an ein wirtschaftliches und technisches Unding – getrieben von Modellen, die die Realität nicht abbilden, und einer Politik, die Wohlstand und Freiheit für die Mehrheit der Menschen opfern wollte. Nun zeigt sich: Ohne den Druck des Hegemons USA und der seine Politik beherrschenden Eliten – wir dürfen nicht vergessen, dass das IPCC ebenso wie die „Grünen“ eine Gründung des Rockefeller Clans war – und unter dem Druck realer Energiebedürfnisse bricht das Kartenhaus zusammen.
Europa sollte genau hinschauen, statt weiter ideologisch zu verharren. Die Zeichen sind unübersehbar: Der Klimawahn verliert an Fahrt. Es wird Zeit, Energiepolitik wieder an Physik, Ökonomie und Versorgungssicherheit auszurichten – statt an abstrakten CO₂-Zielen und UN-Fantasien.
Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇
@Fritz Madersbacher
5. Mai 2026 um 13:10 Uhr
Danke für Ihre Anrworten. Sie haben mir hier jetzt geantwortet, da war mein Kommentar davor noch gar nicht freigegeben. Also bei weiterem Interessse bitte auch den Beitrag um 11 Uhr vier Minuten lesen, der jetzt erschienen ist.
Manche Menschen werden aus Schaden klug, die Deutschen aber erst postsuizidal.
Sinneswandel in Deutschland? Die Freunde des Klima-Wandels verfügen dort nach wie vor über eine mehr als satte satte Mehrheit. Eine Heizungsgesetz-Schwalbe macht noch lange keinen Energie-Sommer. Außerdem werden in Zukunft diese Heizungen nicht einfach unbeschränkt erlaubt. Die Erlaubnis ist gekoppelt an steigende Anteile von „Bioenergie“ im Öl und Gas. Also geht der Klima-Wahn etwas gebremst weiter.
Das Net-Zero-Projekt war von Anfang an ein wirtschaftliches und technisches Unding? Nun, es wurden einige tausend Milliarden Dollar in die Kassen des Großkapitals und sonstiger Profiteure gespült. Für die war es definitiv kein „wirtschaftliches Unding“. Jetzt sehen allerdings die Großinvestoren immer mehr die Nachteile – erneuerbare“ Energie wird langsam zum Hemmnis der Profitmaximierung. Aber das Geschäft wird sicher noch so lange betrieben, wie es nur irgendwie geht. Besonders in der EU.
Jeden, der jemals an diesen Irrsinn geglaubt hat, kann man ohnehin nur – sorry – einen Idioten nennen. Aber man weiß ja, wie gern die Menschheit träumt… alle Globalisten tun das. Dass ihre Träume der reinste Horror sind, bleibt jedes Mal viel zu lange verborgen… Wir lernen offenbar NICHTS aus der Geschichte. Weil „aufarbeiten“ die Stärke der Mehrheit nicht ist – siehe Corona. Auch der Klimawahn wird einfach langsam einschlafen und kommende Generationen werden maximal den Kopf über unsere Zeit schütteln.
Die OPEC+ hat viele Jahre versucht, den Ölpreis zu steigern, um teuren Förderungen wie Fracking, Offshore und Ölsande zu helfen.
Es hat nie funktioniert, ohne dass die Nachfrage eingebrochen wäre und die armen Länder in Rezession gefallen sind.
Über Mengenbegrenzung hält man Wachstum in Schach, das Narrativ ist egal, die Leute glauben jeden Mist. Hält man das Wachstum knapp über Null, schlägt das Exponentielle nicht so schnell zu.
Durch das Klimanarrativ konnte man Asien einen Höhenflug bescheren. Durch die unterschiedlichen Energiepreise wurde China zur Werkstatt der Welt.
Da über Hormus 80% nach Asien geliefert werden, hätte der Krieg offenbar als Wachstumsbremse für Asien wirken sollen.
Vermutlich hat man nicht mit der Regierenden Inkompetenz in Brüssel gerechnet. Europa wird nun stärker einbrechen als Asien.
Dass man Milliarden zahlt, um Pipelines wegzusprengen – konservative Politik -, hat jemand damit gerechnet?
Erst „safe and effektive“, wo bleibt § 176 StGB?, dann Klima und bald Krieg. Man muss sich wirklich um den Geisteszustand der Europäer sorgen!
In den USA läuft trotz Trump das ModRNA-Theater weiter. Die Kabale läuft ebenfalls weiter!
Leider ist es nicht nur die „Energiepolitik“ in der Politik, sondern auch jene an Schulen und Universitäten, die zu einem falschen Verständnis von Naturwissenschaften und vor allem der irrsinnigen Überschätzung der Mathemodelle (deren Proponenten ja auch „Corona“ regierten) führte. Dafür können die Kinder an der Macht nichts, die mit diesem Mist gefüttert werden. Allerdings bringt jede sorgfältig gelernte Wissenschaft zunächst einmal die Verantwortung mit sich, den Mund aufzumachen, wenn sie so vielfach und so schwer seit vielen Jahrzehnten in Medien und Politik missbraucht wird. Und wir haben in Österreich leider nur einen Literaturnobelpreisträger, der diese Kunst beherrschte und sie auch beherzte. Freilich funktionieren Karrieren in der Kunst mit Provokation. In „der Wissenschaft“ funktionieren sie per „peer“s review, also eingehegt durch das Gruppendenken des Kollektivs der politischen Korrektur. Und genau aus diesem Grund geht dort wohl auch schon so lange nicht wirklich mehr was weiter.
PS: Medial etwas gegen die Mathemodelle zu sagen, ist übrigens nach Ansicht einiger (wenn nicht aller) werter Bundesverwaltungsrichter total v e r b o t e n. Denn der Wegscheider darf nämlich nach Ansicht des Gerichts nicht behaupten, dass die Bundesregierung ihre Corona-Entscheidungen „allen Ernstes auf Basis der Vorhersagen und Mutmaßungen von ein paar Simulationsforschern trifft, deren Prognosen in all der Zeit noch kein einziges Mal gestimmt haben“. Die Grenzen sachlicher Kritik seien damit überschritten worden. Wo leben wir eigentlich, wenn nicht mal die „Narren“ die Wahrheit sagen dürfen? Hingegen blieben all die ServusTV-Nachrichtensendungen im Dienste des offiziellen Narrativs der „Impfung“ unbeanstandet von der „KommAustria“. Ja, selbst die „Notzulassung“ des Genspritzmittels sei irreführend nach Ansicht der politischen Richter. Wobei dies mE sogar stimmt. Denn die „Not“ war ein künstlich herbeigeTTTestete (wie übrigens bei ServusTV höchstpersönlich von einem Mitglied der Ethikkommission live offenbart wurde – aber vom zuständigen Gatekeeper sofort überspielt).und damit darf und wird sich selbst Ö-Justiz früher oder (wie immer erst) später auseinandersetzen.
„Es wird Zeit, Energiepolitik wieder an Physik, Ökonomie und Versorgungssicherheit auszurichten“
Vollkommen richtig!
Es wird aber auch Zeit die Wirtschaft wieder auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen auszurichten, weg vom Profit- und Gierdenken.
Vor allem die Energie muss als (Über-)Lebensmittel davon ausgenommen werden, darf kein Druck- und Erpressungsmittel sein.
Einverstanden! Aber wer sollte das tun, wenn die Menschen es nicht selbst tun?
Fritz Madersbacher!
Rainer Mausfeld beschreibt in „Hybris und Nemesis“, fundiert durch ausreichende Quellenangaben, dass schon in frühen Jäger und Sammlergesellschaften, wirkungsvolle Instrumente bezüglich Verhinderung von Elitenbildung bestanden haben.
Die Einhegung parasitärer Eliten gab es also schon in frühesten Gesellschaften und Zivilisationen.
Diese wurde durch „Sesshaftwerdung“ gestört!
Die „Natürlichkeit“ solcher innewohnender Gefühle, die verhindern, dass Dirigat ausgeübt wird, lässt sich eventuell zusätzlich am Verhalten von Bonobos beschreiben, die dem Homo Sapiens am nächsten sein sollen. Sexuell jedenfalls. Aber dieses Gefühl gegen Vereinnahmung durch Mitbonobos, nicht besitzen. Diese These hat nicht nur humorige Hintergründe. Sie baut auf Fakten auf.
„Es wird aber auch Zeit die Wirtschaft wieder auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen auszurichten, weg vom Profit- und Gierdenken.“
Dann müssen Sie und alle anderen nur die Angst vorm bösen Sozialismus ablegen.
Der Sozialismus ist eine Geisteskrankheit, er ist von grund auf falsch, weil er die Natur des Menschen völlig verkennt. Der Kapitalismus leidet an der Natur der Menschen, Gier usw.
Er ist nicht mehr die soziale Marktwirtschaft.
@triple
Wie kommen Sie auf die Idee dass ich Angst vorm Sozialismus habe?
@triple-delta und Konrad Kugler
Wenn der Sozialismus eine Geisteskrankheit sein soll, dann müsste man das von jeder Ideologie behaupten. Die Natur des Menschen besteht nicht nur aus Gier und Hass mit allen negativen Folgen, sondern auch aus Verantwortungsgefühl, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, soziales Handeln.
Der derzeitge Raubtierkapitalismus ist eine Ausgeburt von menschlichem Versagen. Aber der Sozialismus hat noch nirgends und nie so funktioniert wie er angepriesen wird. Nicht einmal das vielgelobte Urchristentum war sozial oder christlich.
Für mich hat die soziale Marktwirtschaft am ehesten der Natur des Menschen entsprochen.
@Hello
4. Mai 2026 um 17:51 Uhr
„Für mich hat die soziale Marktwirtschaft am ehesten der Natur des Menschen entsprochen“
Warum gibt es sie dann nicht mehr?
„Der derzeitge Raubtierkapitalismus ist eine Ausgeburt von menschlichem Versagen. Aber der Sozialismus hat noch nirgends und nie so funktioniert wie er angepriesen wird“
Könnte das nicht auch menschliches Versagen sein? Schließlich ist die Umgestaltung einer (Klassen-)Gesellschaft mit Oben und Unten in eine klassenlose Gesellschaft eine etwas schwierigere, damit langwierigere, zwangsläufig mit Rückschlägen verbundene Angelegenheit, als die Beibehaltung einer Klassengesellschaft mit einigen mehr oder weniger oberflächlichen Änderungen (z.B. „soziale Marktwirtschaft“ auf Kosten der Ausbeutung anderer Völker und ihrer Ressourcen, mit „demokratischem“ Anstrich zur Ruhighaltung der Menschen).
Es wird uns nicht erspart bleiben – wie die aktuellen Ereignisse zeigen („Pandemien“, Kriege etc.), etwas gründlicher darüber nachzudenken als gleich zur „Natur des Menschen“ Zuflucht zu nehmen, die sich jeder nach seinem Weltbild und seiner Betrachtungsweise der Geschichte zurechtlegt, denn „Beweise“ dazu gibt es ja keine, kann es nicht geben. Wir sollten uns überlegen, ob „die Natur des Menschen“ nicht eines der wichtigsten Konstrukte überhaupt ist, um die Herrschaft über Menschen zu rechtfertigen, ihr einen „natürlichen“ Anstrich zu geben, ihr einen Nimbus der Unausweichlichkeit zu verleihen? Cui bono?
Ergänzung:
„Der derzeitge Raubtierkapitalismus“ ist Monopolkapitalismus, und Monopolkapitalismus ist nicht „menschliches Versagen“, sondern er ist dem Kapitalismus „systemimmanent“. Durch die Konkurrenz, bei der etliche auf der Strecke bleiben, entstehen immer größere „Kapitalskonglomerate“, Konzerne verquickt mit Banken, also Monopole, die die Märkte beherrschen, „globalisieren“ und die Politik ihrer Länder diktieren, die ihren Interessen nicht zuwiderlaufen darf, siehe USA, EU etc. …
@Fritz Madersbacher
Warum es die soziale Marktwirtschaft nicht mehr gibt?
Genau deshalb, warum es auch keinen funktionierenden Sozialismus gibt und nie gab.
Wenn Varus/Hasdrubal betonte, dass er den realen Sozialismus erlebt und zu verabscheuen gelernt habe, haben Sie geantwortet, dass sich der jeweilige Staat eben vom Sozialismus entfernt habe. Aber genau das will ich ja sagen. Selbst das Urchristentum war nie das, wofür es gepriesen wurde und wird. Es liegt eben nicht an den jeweiligen Ideolgien, sondern an den Menschen. Das mag jetzt im Widerspruch stehen zu meinem Satz „Für mich hat die soziale Marktwirtschaft am ehesten der Natur des Menschen entsprochen“. Damit meine ich, dass da sowohl das Soziale als auch der Markt halbwegs ausgeglichen war. Leider hat die soziale Marktwirtschaft nur solange funktioniert als der Westen dem Osten zeigen wollte, wie gut man im „kapitalistischen“ Westen lebe. Als der sozialistische Osten vorbei war, war es zunehmend mit der sozialen Marktwirtschaft ebenfalls vorbei. (Merkel: Die Demokratie muss sich dem Markt anpassen) Ja, es ist traurig, dass sich negative Eigenschaften wie Gier (nach Geld und Macht) und Hass (auf die, die dem entgegen stehen) so leicht durchsetzen können – wenigstens bei einigen wenigen, die aber dann das Sagen haben. Aber das ist im (realen) Sozialismus genauso, sonst gäbe es die Negativbeispiele nicht, wie uns Varus immer wieder darauf aufmerksam machte. Immerhin hat meines Erachtens die soziale Marktwirtsschaft einige Jahzehnte funktioniert. Zu verbessern gibt es immer etwas.
@
Fritz Madersbacher
4. Mai 2026 um 20:18 Uhr Ergänzung:
„„Der derzeitge Raubtierkapitalismus“ ist Monopolkapitalismus, und Monopolkapitalismus ist nicht „menschliches Versagen“, sondern er ist dem Kapitalismus „systemimmanent“.“
Eben Mono-Kapitalismus ist eben „mono“ und nicht soziale Marktwirtschaft.
Für radikale Verfechter des Sozialismus gilt: Im Kapitalismus sind nicht dessen negativen Auswüchse verbrecherisch, sondern das Grundübel lieg im Kapitalismus an sich. Dass Macht eventuell korrumpieren kann, dass es Menschen sind, die von Gier und Hass gesteuert das System an die Wand fahren und viel Leid erzeugen könnten, wird verneint. Sollte sich der Kapitalismus nicht mehr gut anfühlen, dann ist er nicht etwa von der ursprünglichen Ideologie abgewichen, sondern das liegt dem System zu Grunde. Und jede missliebige Person ist ein Produkt des CIA.
Für radikale Verfechter des Kapitalismus gilt: Im Sozialismus sind nicht dessen negativen Auswüchse verbrecherisch, sondern das Grundübel liegt im Sozialismus an sich. Dass Macht eventuell korrumpieren kann, dass es Menschen sind, die von Gier und Hass gesteuert das System an die Wand fahren und viel Leid erzeugen könnten, wird verneint. Sollte sich der Sozialismus nicht mehr gut anfühlen, dann ist man eben vom wahren Sozialismus abgewichen. Ein Stalin, ein Mao sind niemals Menschen, die Macht missbraucht und verbrecherisch gehandelt haben oder handeln ließen. Das ist einfach unwahr und eine Desinformation des Kapitalismus.
Der reale Marxismus, der reale Kapitalismus, das reale Urchristentum, die reale Anarchie wird immer von Menschen vorangetrieben. Und da machen sich immer wieder neben gutem Willen Eigenschaften wie Machtgier, Geschäftsinteressen, Prestigedenken, persönlicher Ehrgeiz, Intrige usw breit. Somit wird es auch nie einen idealen Staat geben.
Ich weiß, Sie werden mir nicht zustimmen. Aber so gerne ich Ihre Ausführungen auch immer lese, auch ich kann Ihnen nicht immer zustimmen. Das auszuhalten gehört eben auch zum menschlichen Miteinander (und zur Demokratie).
@Hello
4. Mai 2026 um 20:41 Uhr
Sozialismus heißt letztlich Überwindung des Egoismus. Das geht natürlich (im wahrsten Sinn des Wortes) nicht, wenn es die menschliche Natur nicht zuläßt. Allerdings müssen wir dann akzeptieren, dass es Kriege, „Pandemie“-Inszenierungen etc. immer geben wird, weil sie „natürlich“ sind, der Natur des Menschen entspringen. Unsere Aufregung ist dann ziemlich umsonst, der Kampf für eine bessere Welt ist Wunschdenken. Ich glaube aber, dass wir so nicht mehr weiterkommen und unsere Überzeugungen, z.B. zur menschlichen „Natur“ überdenken und selbstkritisch beleuchten müssen.
Übrigens war schon Aristoteles der Auffassung, dass „Tugend“ nicht angeboren ist, sondern erlernt werden muß (s. Nikomachische Ethik, 2. Buch). Es muß also die Gesellschaft so gestaltet werden, das Menschen darin gut, und nicht zu Egoisten werden …
Fritz Madersbacher
5. Mai 2026 um 0:02 Uhr
Mit Worten läßt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten…
Die Überwindung des Egoismus ist vermutlich in jeder Religion ein wesentliche Komponente, Gandhi hat sie gelebt, auch die Anarchie geht davon aus, sofern man unter Anarchie die größtmögliche Selbstverantwortung für all sein Tun, das nicht auf Kosten anderer geht, versteht.
Dass das nicht so einfach ist, zeigt unser Dasein. Der menschliche Geist ist wahrscheinlich sowohl die grtößte Gefahr für uns als auch die größte Chance. Wenn Begierde und Hass immer weiter ausgebaut werden, vernichten wir uns selbst. Genauso aber können wir die positiven Geisteszustände wie Hilfsbereitschaft, Güte usw ausbauen – zu unser aller Wohl.
Wenn ich von der Natur des Menschen spreche, so spreche ich nicht von inhärenter Natur, die nicht geändert werden kann, sondern von der momentanen. Von der muss ich allerdings erste einmal ausgehen, wenn ich irgendetwas verändern will. Das beginnt schon mit der Begrifflichkeit. Was ist Egoismus? Diejenigen, die die aufgezwungene C-Spritze verweigert haben, waren doch unsolidarisch, also egoistisch? Daher: mit Worten läßt sich trefflich streiten…
Als Andrea Drescher einmal auf tkp zur Versöhnung mit den C-Maßnahmen-Tätern aufrief (wobei sie ein Schuldeingeständnis und Sühne voraussetzte), gingen die Wellen bei den Kommentaren hoch. Hass auf die Schuldigen ist gerechtfertigt und also „normal“. man ist damit im Recht. Und diese Selbstrechtferigung ist meiner Ansicht das größter Hindernis zur Überwindung des Egoismus und jeglicher geistigen Reife.
Ich bin bei Ihnen, dass die Überwindung des Egoismus wünschenswert und überaus notwendig wäre. Es ist wichtig, daran zu arbeiten. Aber im „realen“ Sozialismus konnte ich sie genaus wenig finden, wie im Raubtierkapitalismus und im ageblichen(d.h. real gelebten) Christentum. Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht danach streben sollten. Nur ist für mich beim derzeitigen Egoismus, der als normal, ja sogar als gesund angesehen wird, nach wie vor die soziale Marktwirtschaft – ohne Ausbeutung anderer Länder – die demokratischste und beste, die derzeit zur Verfügung steht. Alles, was im Positiven darüber hinausgeht, ist wünschenswert. Aber da würde schon das Befolgen der jeweiligen Religionen genügen.
Fred Sinowatz: Es ist alles sehr kompliziert.
„Es muß also die Gesellschaft so gestaltet werden, das Menschen darin gut, und nicht zu Egoisten werden …“
Wer ist die Gesellschaft? Doch wieder wir Menschen. Also müssen zuerst Menschen lernen, das Gute wie Hilfsbereitschaft etc in sich hervorzubringen und das Egoistische hintanzustellen. Aber dann ist die Gesellschaft ohnehin bereits so gestaltet, dass Menschen darin gut, und nicht zu Egoisten werden …“
@Hello
5. Mai 2026 um 11:18 Uhr
„ Aber dann ist die Gesellschaft ohnehin bereits so gestaltet, dass Menschen darin gut, und nicht zu Egoisten werden“
Um beim Gedankengang des Aristoteles zu bleiben, müßten wir uns fragen, ob unsere Gesellschaft (wir alle, wie Sie richtig vermerken, allerdings mit völlig unterschiedlicher Stellung und Klassenzugehörigkeit darin) so gestaltet ist, dass die Menschen darin nicht zu Egoisten werden. Wenn wir das verneinen müssen, haben wir Handlungsbedarf, bei uns selbst wie auch gesellschaftlich. Sonst müssen wir hoffen, dass der erwünschte Zustand von selbst eintritt (nach Aristoteles geschieht das nicht auf individuelle Ebene beschränkt), oder annehmen/fürchten, dass das nie der Fall sein wird …