Russland im Krieg mit dem kollektiven Westen: Eskalation an allen Fronten und wachsende innere Spannungen

2. Mai 2026von 5,6 Minuten Lesezeit

Der Ukraine-Konflikt hat sich längst zu einem offenen Stellvertreter- und Hybridkrieg des kollektiven Westens gegen Russland entwickelt. Während NATO-Staaten unter Führung von EU-Ideologen und transatlantischen Hardlinern immer direkter eingreifen – mit Drohnenangriffen, Aufklärung und nun sogar Plänen für eine europäische Marineblockade –, wächst in Russland der Druck auf die Führung.

Der renommierte Historiker und Analyst Gilbert Doctorow beschreibt in einem aktuellen Interview diese gefährliche Dynamik eindrücklich. In seinem Gespräch, das auf YouTube verfügbar ist („Gilbert Doctorow: European Naval Blockade on Russia“), zeichnet Doctorow ein klares Bild: 2024 markierte den Übergang von der russischen „Speziellen Militärischen Operation“ zum offenen Konflikt mit dem Westen. Längst liefern westliche Staaten Langstreckenwaffen, versorgen ukrainische Drohnen mit Echtzeit-Zieldaten und greifen russische Energieinfrastruktur an. NATO-Überwachungsdrohnen patrouillieren vor der russischen Schwarzmeerküste, Angriffe auf die Ostsee-Region kommen offenbar aus den baltischen Staaten. Das ist keine „Unterstützung für die Ukraine“ mehr – das ist direkte Beteiligung an einem Krieg gegen Russland. =

Wer immer noch glaubte, wir befänden uns in einem begrenzten regionalen Konflikt, der muss angesichts der jüngsten Entwicklungen im April 2026 radikal umdenken. Die Situation ist kein „Special Military Operation“ mehr; wir befinden uns in einem offenen, faktischen Krieg zwischen Russland und dem kollektiven Westen.

Eskalation durch Europa – ohne Rücksicht auf Verluste

Besonders besorgniserregend sind die jüngsten Entwicklungen um eine mögliche europäische Marineallianz unter britischer Führung. Zehn Länder wollen Russland „auf See eindämmen“. Die Sprache klingt defensiv, die Realität sieht nach klassischer Blockade aus – einem klassischen Kriegsakt. Doctorow verweist auf die russischen Warnungen: Sollte es zu einer Blockade kommen, würde Moskau mit einer Gegenblockade der gesamten EU antworten. Peskow hat dies klar formuliert.

Gleichzeitig drängt die EU Asien, russisches Öl zu meiden – obwohl viele Länder keine Alternativen haben. Solche ideologisch getriebenen Forderungen machen Europa geopolitisch lächerlich. Japan hat ähnliche US-Forderungen bereits lachend abgelehnt. Die EU, geführt von Leuten wie von der Leyen und Merz, agiert nicht als rationaler Akteur, sondern als Ideologen-Kollektiv, das die eigene Deindustrialisierung und Energiekrise ignoriert.

Die Führungsebene der Europäischen Union hat sich endgültig von der Realpolitik verabschiedet. Wie Gilbert Doctorow in seiner einm anderen Interview feststellt, agieren Persönlichkeiten wie Kaja Kallas und Ursula von der Leyen nicht als Politikerinnen, die nach pragmatischen Kompromissen suchen, sondern als Ideologinnen.

Der Gipfel der Absurdität: Die Aufforderung an Südostasien auf russische Energie zu verzichten, sei ein geopolitischer Selbstmordakt, der die EU zur Bedeutungslosigkeit verdammt. Man trample täglich auf eigenen Werten herum – während man Israel für den geplanten Kauf von russischem Weizen sanktionieren will, bleibt man beim Leid in Gaza stumm. Die Kommission hat den Bezug zur Realität verloren.

Interne Risse: Droht ein 1917-Szenario?

Doch der Druck wächst nicht nur von außen. Im Inneren Russlands ist die vermeintliche Einheit, die westliche Medien gerne als „80-prozentige Zustimmung für Putin“ verkaufen, ein Trugbild. Während der Westen Putin als Alleinherrscher darstellt, zeigt Doctorow die Realität eines politischen Systems, das sehr wohl auf Stimmungen in der Bevölkerung und Parteien reagiert. Die Parlamentswahlen in Russland stehen bevor (spätestens September 2026). Die Regierungspartei „Einiges Russland“ hat massiv an Unterstützung verloren – von rund 30 % auf etwa 20 %, während die Kommunisten aufholen. Viele Russen sind wütend über die täglichen Angriffe auf Raffinerien und Infrastruktur, die durch westliche Geheimdienste ermöglicht werden.

Wie Doctorow berichtet, hat Gennady Zyuganov, Führer der Kommunistischen Partei, vor dem Parlament eine Warnung ausgesprochen, die in Moskau wie ein Donnerschlag einschlug: Wenn sich der Kurs nicht fundamental ändert, droht bis zum Herbst ein Szenario wie 1917.

Was steckt dahinter? Es ist die Wut über eine Wirtschaftspolitik, die durch die Zentralbank-Zinsen von Nabiullina kleine und mittlere Unternehmen erstickt, um die Kriegswirtschaft zu subventionieren. Die russischen Eliten sind unzufrieden; sie sehen, wie der Krieg gegen die Ukraine unnötig in die Länge gezogen wird, während der Westen die Infrastruktur im Inneren Russlands angreift – und dies mit aktiver Unterstützung durch westliche Geheimdienste.

Abschreckung oder Eskalation? Die fatale Logik des Westens

Doctorow und der Interviewer Profssor Glenm Diesen sprechen eine gefährliche Wahrheit aus: Das Ignorieren russischer roter Linien und das Leugnen eines legitimen russischen Rechts auf Vergeltung führt nicht zu Deeskalation, sondern genau in die entgegengesetzte Richtung. Statt „russischer Propaganda“ zu schreien, sollten europäische Politiker zur Kenntnis nehmen, dass Russland über erhebliche militärische Mittel verfügt – von Kaliningrad bis hin zu konventionellen und strategischen Waffen.

Besonders Deutschland unter Friedrich Merz spielt eine fatale Rolle: Ambitionen auf die militärische Führung Europas, Spannungen mit von der Leyen, wirtschaftlicher Niedergang und gleichzeitig Eskalationsrhetorik. Während Trump zu NATO und Europa auf Distanz geht, positioniert sich Merz als Hardliner – ein riskantes Spiel.

Die Illusion, Russland könne endlos provoziert werden, ohne je zurückzuschlagen, ist brandgefährlich. Doctorow sieht den Punkt erreicht, an dem Moskau reagieren muss, um Glaubwürdigkeit seiner Abschreckung zu wahren. Mögliche Ziele: Militärische Assets in den baltischen Staaten oder deutsche Rüstungsindustrie – alles mit völkerrechtlichem Casus Belli durch die westlichen Provokationen.

Die zentrale Frage, die sich nun stellt, ist, wie lange Russland diese Demütigungen noch „durch das Wange-hinhalten“ tolerieren kann. Es baut sich ein massiver Druck auf:

  • Deterrence (Abschreckung): Wenn man sie nicht nutzt, verliert man sie. Viele innerhalb Russlands, wie der Geopolitiker S. Karagano, fordern längst eine harte Antwort.

  • Die Illusion des „Proxy-Krieges“: Die Vorstellung, man könne Russland mit westlichen Waffen angreifen, ohne Konsequenzen zu fürchten, ist ein gefährliches Delirium.

Fazit: Ein historischer Point of No Return

Wir befinden uns in einer Phase, in der die europäische Führung einen totalen Krieg riskiert, wohl wissend, dass sie militärisch nicht für einen Konflikt gegen eine Atommacht gerüstet ist, die ihre gesamte strategische Doktrin auf die Abwehr von Mittelstreckenraketen ausgerichtet hat.

Die Zeit, in der man diplomatisch agieren konnte, läuft ab. Russland steht vor der Wahl: Entweder ein Politikwechsel durch den internen Druck der September-Wahlen oder eine massive militärische Eskalation gegen die NATO-Infrastruktur. Eines ist sicher: Die Zeit der „roten Linien“ auf dem Papier ist vorbei. Die Realität auf dem Schlachtfeld wird die ideologischen Träume von Brüssel bald mit brutaler Härte einholen.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



WSJ enthüllt: „Ukraine ist jetzt Europas Krieg“

90 Milliarden für die Ukraine freigegeben

Bulgarien wählt gegen Brüssel: Radevs Erdrutschsieg stellt EU-Kurs im Ukraine-Krieg infrage

Ukraine nimmt russische Raffinieren weiter ins Visier

Schneller EU-Beitritt der Ukraine stößt in europäischen Hauptstädten auf Widerstand

11 Kommentare

  1. Sting2 3. Mai 2026 um 12:08 Uhr - Antworten

    Neue Töne bei der Neuen Zürcher: Chefredaktor Gujer wirft Deutschland vor, vor dem «ukrainischen Staatsterrorismus» zu kuschen

    https://weltwoche.ch/daily/neue-toene-bei-der-neuen-zuercher-chefredaktor-gujer-wirft-deutschland-vor-vor-dem-ukrainischen-staatsterrorismus-zu-kuschen/?

    Kritik an der Ukraine sei in Berlin «weitgehend tabu», schreibt NZZ-Chefredaktor Eric Gujer.

    Die Bundesregierung verurteile «selbst die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines nicht».

    Die Aussenpolitik von Kanzler Friedrich Merz (CDU) werde immer rätselhafter.

    Verwundert stellt Gujer fest, die Empörung in Deutschland sei ausgeblieben, nachdem klar geworden sei, dass Kiew hinter dem Attentat auf die für Deutschland so wichtige Energieinfrastruktur stehe.

    Präsident Wolodymyr Selenskyj sei «nicht zum Staatsfeind Nummer eins erklärt» worden. «Im Gegenteil, er wird in Berlin weiter hofiert.»

    Niemand respektiere ein Land, das sich selbst so wenig respektiere, dass es sich «nicht einmal gegen eine flagrante Verletzung seiner nationalen Interessen wehrt».

    Die Bundesregierung und die deutschen Medien aber schwiegen. ALLES LESEN !!

  2. Sting2 3. Mai 2026 um 11:08 Uhr - Antworten

    „AUF BASIS DES GESETZES“ – ARD-KORRESPONDENTIN LEGITIMIERT #ZWANGSREKRUTIERUNGEN IN DER UKRAINE In der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“

    https://www.facebook.com/bosnier82/videos/auf-basis-des-gesetzes-ard-korrespondentin-legitimiert-zwangsrekrutierungen-in-d/1964802004398337/

    BITTE MAL DAS VIDEO ANSCHAUEN DANN WEISS MAN WIE UNSERE SENDER ZUSAMMEN MIT DEN ALTPARTEIEN UNS BELÜGEN UND BETRÜGEN !!

    ANGEBLICH IST JA DIE PRESSE IM WESTEN UNABHÄNGIG VON DER POLITIK !?!?!?

  3. lotus998dc2ac81f3 3. Mai 2026 um 4:24 Uhr - Antworten

    All den vielen durchaus klugen Kommentatoren in der alternativen Szene werden viele Fragen nie gestellt.
    9/11 Iran und Corona, russische Banken und WEF oder eben diese:
    Wenn Sie der russische Sicherheitsberater Putins wären, was würden Sie raten?

    • 1150 3. Mai 2026 um 15:48 Uhr - Antworten

      @,
      die roten linien spiegelgleich beantworten.
      wo und wer die kriegshetzer sind, ist schon lange hinlänglich bekannt

  4. Dr. Rolf Lindner 3. Mai 2026 um 2:22 Uhr - Antworten

    Die Kriegsgeilheit der Machthaber in Brüssel, Deutschland und London hat – wie ich meine – nichts mit Ideologie, sondern massiv etwas mit Pathologie – mit Psychopathologie, auch Psychiatrie genannt – zu tun. Man kann gar nicht genug davor warnen, diesen geisteskranken Typen hinterherzulaufen, denen nicht einmal die Pseudologik einer Ideologie (Welche sollte das sein?) zu eigen ist. Daraus entsteht die Frage, ob die überhaupt schuldfähig im Sinne des Strafrechts sind.

  5. Glass Steagall Act 2. Mai 2026 um 18:13 Uhr - Antworten

    Es ist wirklich schlimm mit ansehen zu müssen, wie die europäischen politischen Kriegshetzer, Russland immer mehr provozieren, um dann bei einer geeigneten und provozierten Gegenreaktion, einen „Spannungsfall“ auslösen zu können, der plötzlich ganz Europa in den Kriegszustand versetzt! Einhergehend natürlich mit einschneidenden Maßnahmen zur Reduzierung der Freiheit und dem Leben was wir kannten. Corona war ein lauer Vorgeschmack davon.

    Es ist ein Irrglaube, dass die Politik das verhindern wird! Letztendlich muss der Bürger das verhindern! Mit viel Glück an der Wahlurne die nächsten 12 bis 18 Monate, aber dann ist es auch hier vorbei! Spätestens dann heißt es vom Sofa aufstehen, ansonsten werden wir uns schnurstracks im Krieg wiederfinden!

  6. Fritz Madersbacher 2. Mai 2026 um 17:59 Uhr - Antworten

    „Die Situation ist kein „Special Military Operation“ mehr; wir befinden uns in einem offenen, faktischen Krieg zwischen Russland und dem kollektiven Westen“

    … und die Propaganda wird immer noch kriegshetzerischer. Unsere Jugend würde schon längst wieder als Kanonenfutter auf die Schlachtfelder getrieben werden wie die Ukrainer, wenn wir nicht derart dekadente, vergreiste Gesellschaften wären, dass solche Feldzüge von vornherein völlig aussichtslos und zum Scheitern verurteilt sind. Zum Glück, denn die primitive, verrohte Kriegspropaganda wird so zum Dreindreschen in den Boxsack. Besser wäre es, diese Kriegshetzer zum Schweigen zu bringen, indem ihnen ihr Handwerk gelegt wird …

  7. cwsuisse 2. Mai 2026 um 17:43 Uhr - Antworten

    Die linkssozialistischen EU-Politiker sind dem Irrglauben erlegen, man könne gleichzeitig de-industrialisieren, sich in Abhängigkeit von teurer US-Energie begeben, Europa aufrüsten und in einigen Jahren als Rambock der USA gegen Russland den Weg der Ukraine gehen.

  8. Jurgen 2. Mai 2026 um 17:38 Uhr - Antworten

    Der eigentliche Krieg läuft von der Rüstungsindustrie gegen die Staatskassen im Selbstbedienungs-Mode durch künstlich erzwungene Konflikte zum Ausplündern der Steuertöpfe über die Agenten des Transenatlantikervereins. Der Hund bellt Wef, Wef, Wef.

  9. Der alte Marxist 2. Mai 2026 um 17:30 Uhr - Antworten

    Eigenartige Zahlen: „Die Regierungspartei „Einiges Russland“ hat massiv an Unterstützung verloren – von rund 30 % auf etwa 20 %, während die Kommunisten aufholen“. Bei den letzten Wahlen 2021 erreichte „Einiges Russland“ ca. 50% und die Kommunisten ca. 19%. Aktuelle Umfragen weisen für „Einiges Russland“ Werte von 35%-52% aus (starke Unterschiede wie bei Umfragen in Ungarn) und 10% – 14% für die Kommunisten. Also vermutlich Verluste für „Einiges Russland“ (die Partei liegt aber dennoch klar in Führung) und auch die Kommunisten.

    Ungeachtet dessen wird es aber dennoch eng für Putin. Ein weiteres Zurückweichen würde ihm und seiner Partei massiv schaden und würde vor allem interne Konflikte massiv verschärfen. Nun muss er zurückschlagen. Ein weiter so kann es einfach nicht geben.

    • mattes 4. Mai 2026 um 13:05 Uhr - Antworten

      Es sieht für mich aus wie 1938, nur mit einem Rollentausch.
      Russland ist in der gleichen Lage wie damals Deutschland.
      Nur die Drahtzieher sind die gleichen geblieben.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge