Ukraine nimmt russische Raffinieren weiter ins Visier

31. März 2026von 3,5 Minuten Lesezeit

Die ukrainischen Angriffe auf Russlands Energieinfrastruktur gehen weiter und sie destabilisieren die globale Wirtschaft zusätzlich.

Die Ölraffinerie Slavneft-YANOS im russischen Gebiet Jaroslawl, eine der fünf größten des Landes und in der Lage, 15 Millionen Tonnen Öl pro Jahr zu verarbeiten, soll in den frühen Morgenstunden des Samstags von ukrainischen Drohnen getroffen worden sein. Dies folgt auf den Bombenangriff auf die Raffinerie und den Hafen von Ust-Luga in der vergangenen Woche, der Spekulationen auslöste, dass russische Ölproduzenten bald höhere Gewalt (Force Majeure) erklären könnten. Kurz darauf kündigte Russland an, den Export von Benzin für unbestimmte Zeit zu verbieten.

Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse hat Reuters berechnet, dass 40 Prozent der russischen Ölexportkapazität zum Erliegen gekommen sind – einschließlich der Auswirkungen früherer Angriffe auf andere russische Raffinerien. Auch wenn der Kreml diese Zahl nicht bestätigt hat, besteht kein Zweifel daran, dass diese regelmäßigen Angriffe die Exportkapazität Russlands zumindest in gewissem Maße verringert haben. Aus offizieller US-Sicht ist das besorgniserregend, da man sich von den russischen Exporten eine Linderung der globalen Energiekrise erhofft.

Genau aus diesem Grund hatte Finanzminister Scott Bessent die US-Sanktionen gegen den Kauf russischen Öls durch alle Länder vorübergehend ausgesetzt – zunächst für Indien –, doch die kombinierten ukrainischen Angriffe auf die Raffinerien erschweren diese Pläne erheblich. In der Folge könnte das globale Angebot weiter sinken, was zu anhaltenden Preisanstiegen führt. Diese würden die Preise insgesamt in die Höhe treiben, den Konsum weltweit drosseln und damit indirekt auch die US-Wirtschaft schwächen.

Zwar könnten die USA die globale Energiekrise zynischerweise verschärfen, weil sie kalkulieren, die systemischen Folgen durch einen Rückzug auf den amerikanischen Kontinent bewältigen zu können, während Afro-Eurasien destabilisiert und anschließend von den USA nach dem Prinzip „Teile und herrsche“ beherrscht wird. Auch wenn das möglich ist, scheint die Trump-2.0-Administration diese Option derzeit nicht zu bevorzugen, wie das vorübergehende Aussetzen der Sanktionen für den Kauf russischen Öls andeutet. Dennoch könnte sie sich flexibel auf ein solches Szenario einstellen, falls es eintritt.

Aus diesen Gründen ist es möglich, dass Trump und sein Team die jüngsten ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur nicht im Voraus genehmigt haben. In diesem Fall wären es unilaterale Entscheidungen Selenskyjs gewesen, die den zuvor beschriebenen US-Interessen zuwiderlaufen. Selenskyj könnte dann versucht haben, Trumps starke Fokussierung auf den „Dritten Golfkrieg“ auszunutzen, um die Einnahmequellen des Kremls weiter zu treffen, indem er die Energieexporte und damit die daraus resultierenden Haushaltseinnahmen Russlands verringert – in der Hoffnung, Moskau zu Zugeständnissen zu zwingen.

Während die USA Russland laut Außenminister Sergej Lawrow in einem kürzlichen Interview ebenfalls unter Druck setzen, „mehr Zugeständnisse zu machen“, ist es möglich, dass diese Angriffe nicht zu den von Washington vorgesehenen Mitteln gehören. Trump könnte Selenskyj tadeln und sogar bestrafen, falls dieser nicht aufhört. Die Strafe könnte darin bestehen, Waffenlieferungen an die NATO zur Weitergabe an die Ukraine auszusetzen, vor allem angesichts von Trumps scharfer Kritik am Bündnis in den letzten Tagen wegen dessen Weigerung, den USA bei der Öffnung der Straße von Hormus zu helfen.

Trump muss daher entscheiden, was wichtiger ist: dass die russischen Ölexporte zur Bewältigung der globalen Energiekrise beitragen oder dass die Ukraine den Druck auf Russland durch weitere Angriffe auf Raffinerien erhöht – auch wenn dies die Krise verschärft. Im ersten Fall müsste er Maßnahmen gegen Selenskyj ergreifen. Im zweiten Fall würde das darauf hindeuten, dass er der Kalkulation zuneigt, die Energiekrise bewusst eskalieren zu lassen, um einen globalen Reset herbeizuführen.


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.


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12 Kommentare

  1. cwsuisse 2. April 2026 um 1:37 Uhr - Antworten

    Es gibt keine öffentlich verfügbaren Angaben zu dem Ausmass der Schäden und der Reparaturdauer. Der Preis pro Liter Superbenzin liegt in Russland bei etwa 0,8 EUR. Die Exportbeschränkungen könnten auch ein Mittel der russischen Aussen- und Handelspolitik sein, die insgesamt einen gut durchdachten Eindruck vermittelt.

  2. Sting2 1. April 2026 um 14:03 Uhr - Antworten

    Alle westliche Kriegspolitiker müssen an Russland ausgeliefert werden und sollten dann nach Sibirien zur Zwangsarbeit !!

  3. Sting2 1. April 2026 um 13:24 Uhr - Antworten

    Der WERTE-WESTEN wird insgesamt von Politischen Idioten regiert mit Ausnahme Orban & Fico.

    Hier herrschen nicht etwa die Politiker, sondern der US-TIEFENSTAAT mit Soros, Rockefeller & CO.deren Tätigkeiten z.B. in Ungarn verboten wurden!

    In den Jahren 2013/2014 haben die USA in der Ukraine den Maidan angezettelt (mit den ASOW-NAZIS) der als Auftakt zu einem Krieg mit Russland geplant war.

    Die Provokation war die im Donbass lebenden Russen zu schikanieren und zu töten, sodaß diese per Abstimmung zu Russland gehören wollten.

    Bis 2022 wurde Russland belogen und mit den Minsker Scheinverträgen betrogen und sogar der fertige Istanbuler Friedensvertrag wurde im letzten Moment con Boris Johnson sabotiert!!

    Da ist es nicht verwunderlich, daß dann Russland einfach zu seinem Sondereinsatz gezwungen war !!

    Auch hier geht es letztlich darum Russland zu erobern um der Rohstoffe auszurauben!!

  4. Sting2 1. April 2026 um 13:23 Uhr - Antworten

    Der WERTE-WESTEN wird insgesamt von Politischen Idioten regiert mit Ausnahme Orban & Fico.

    Hier herrschen nicht etwa die Politiker, sondern der US-TIEFENSTAAT mit Soros, Rockefeller & CO.deren Tätigkeiten z.B. in Ungarn verboten wurden!

    In den Jahren 2013/2014 haben die USA in der Ukraine den Maidan angezettelt (mit den ASOW-NAZIS) der als Auftakt zu einem Krieg mit Russland geplant war.

    Die Provokation war die im Donbass lebenden Russen zu schikanieren und zu töten, sodaß diese per Abstimmung zu Russland gehören wollten.

    Bis 2022 wurde Russland belogen und mit den Minsker Scheinverträgen betrogen und sogar der fertige Istanbuler Friedensvertrag wurde im letzten Moment con Boris Johnson sabotiert!!

    Da ist es nicht verwunderlich, daß dann Russland einfach zu seinem Sondereinsatz gezwungen war !!

    Auch hier ging letztlich darum Russland zu erobern um der Rohstoffe auszurauben!!

  5. Sting2 1. April 2026 um 12:31 Uhr - Antworten

    Der deutsche Chemieriese BASF hatte genug von Anti-Russland-Sanktionen und europäischen Vorschriften und baute eine Anlage von der Größe einer halben Stadt in China, wo er russisches Gas beziehen kann.

    https://t.me/neuesausrussland/29612

    SO GEHT DAS WENN MAN GEGEN SEINEM BESTEN HANDELPARTNER EINEN VERLOGENEN KRIEG UNTER REGIE DER AMIS FÜHRT !!

  6. Der Zivilist 1. April 2026 um 2:45 Uhr - Antworten

    Das sind doch schon lange keine ukrainischen Angriffe mehr, das sind NATO Angriffe, nur ist nicht klar, wer dort eigentlich das Kommando hat, Trump ist es nicht.
    Trump ist ein Idiot, mit seiner Unverschämtheit ist er in den USA erfolgreich gewesen, aber auf internationalem Parkett verrennt er sich, aber er kann nicht anders. Aber ein kluger US Präsident ist eh unvorstellbar, undenkbar, unmöglich. Die USA basieren auf dem dummen Prinzip des schnellen Profits.

  7. Sting2 31. März 2026 um 13:23 Uhr - Antworten

    90 Milliarden Euro, Kriegsgeld, für Russenfeindschaft, wo bleibt da die Erinnerungskultur, bei 27 Millionen, von Deutschen getöteten Russen im 2. Weltkrieg???

    • joseph53 31. März 2026 um 14:24 Uhr - Antworten

      Vor allem – 90.000.000.000 € als Geschenk der europäischen Steuerzahler (mit wenigen Ausnahmen) an ein höchst korruptes System unter der Führung Selenskjis, das uns ganz bewußt die fehlende Energie weiter verknappen will.

      Daß dieser „Kredit“ niemals zurückgezahlt wird, ist doch hoffentlich jedem vollkommen bewußt.

      Und die wesentlichsten Politiker Europas unterstützen das – sie verraten uns, sie betrügen uns und unsere Nachkommen.

      Die zionistisch dominierten Medien stellten sich in der Berichterstattung aus Nah-Mittel-Ost jahrzehntelang und jeden Tag weiter bloß und sie stellen sich im Ukrainekrieg täglich bloß!

      Barack Obama hat erst vor kurzem zugegeben, daß USA mit ihrer intrigant-zionistischen teile und herrsche Methode durch laufende Agitation diesen Krieg ganz bewußt provoziert hatte.

      Heute gedenkt man dem Verbrechen in Butscha, beschuldigt natürlich weiter Russland damit, obwohl viele Indizien auf eine intrigante Aktion der Ukraine verweisen.

      Was muß noch alles passieren, bis die freiwilligen oder erpressten Unterstützer dieses korrupten Systems aus ihren Ämtern gejagt werden?

  8. Daisy 31. März 2026 um 12:29 Uhr - Antworten

    Woran man sieht, dass das Schneehasi den selben Strippenziehern wie sein Busenfreund und Mitkokser Mörds dient…
    Brüssel hat zwar proforma gewarnt, er soll damit jetzt aufhören – vorher wollten sie es ja – aber im Bewusstsein seiner Werte macht Elendkistein natürlich weiter damit.
    Wie leicht wäre die Vernichtung unseres Wohlstandes jetzt aufzuhalten, kauften wir wieder günstiges und umweltfreundliches Gas aus Russland und auch Ôl. Aber das passt nicht in den Kram der Reset-S@tanisten zwecks Errichtung des wahren und echten Sozismus (du wirst nichts mehr besitzen, mir ghörts (Herzkönigin der BORG), ätschibätsch) durch äh Pfung aller Andersdenkenden und Reduktion auf ein Dexpenvoik und div. internxtionales Spekulantenxindl..

  9. Jan 31. März 2026 um 12:28 Uhr - Antworten

    Absolut richtig! Ust-Luga ist ein Ostseehafen für den Export in die EU.

    Zu ergänzen wäre, dass die Leyen ihrem Buddy Selensky 1.500 Milliarden EUR an EU-Steuergeld zahlt, um Pipielines und Häfen zu sprengen. Wer zahlt schafft an, richtig?

    In Zeiten hoher Ölpreise kann man Putin nicht dadurch schwächen, dass man Exporte in die EU unterbindet.

    Im Übrigen hat Selensky auch die CPC-Pipeline teilzerstört, die Öl aus Kasachstan in die EU geliefert hat. Mit Russland hat das wenig zu tun.

  10. Sting2 31. März 2026 um 12:14 Uhr - Antworten

    Französischer Ex-Präsident Hollande: Minsker Abkommen diente Aufrüstung der Ukraine

    https://www.unser-mitteleuropa.com/105576

    Der französische Ex-Präsident (2012 – 2017) François Hollande sprach nun erstmals offen aus:

    Das sogenannte „Minsker Abkommen“ wäre für den Westen ein internationales Täuschungsmanöver zum Zwecke der nachhaltigen Aufrüstung der Ukraine gewesen – und zwar in einem Interview für die ukrainische Staatszeitung „Kyiv Independent“.

    „Merkel hatte Recht“

    Er bezog sich dabei auch auf die deutsche Ex-Kanzlerin: „Angela Merkel hatte Recht.“

    Denn seit 2014 habe die Ukraine ihr militärisches Potenzial sukzessive gestärkt.

    „Die ukrainische Armee ist in der Tat ganz anders als 2014.

    Sie wurde besser ausgebildet und besser ausgerüstet.

    Es ist das Verdienst der Minsker Vereinbarungen, dass Kiew eine solche Gelegenheit gegeben wurde.“ (Hollande)

    Hollande zufolge wäre die geopolitische Situation nach 2014 nicht günstig für die Ukraine gewesen. Und auch der Westen brauchte eine Pause.

    „Euromaidan“-Putsch 2013 – 14

    Der Ukraine-Krieg hat aber seine Wurzeln im sogenannte „Euromaidan“ (ab 21. November 2013), in Wirklichkeit aber ein Putsch des Westens zur politischen Beeinflussung des Ukraine.

    Russische Unabhängigkeits-Referenden

    Ende September 2022 fanden durch Russland initiierte Referenden in den Volksrepubliken Donezk, Lugansk und den Regionen Herson und Saporischschje statt, wo eine überwältigende Mehrheit der Wähler den Anschluss an Russland unterstützte.

    Daraufhin unterzeichneten Putin und regionale Führer im Kreml Abkommen über die Aufnahme neuer ukrainischer Gebiete an Russland.

    „Spezielle Militäroperation“

    Seit dem 24. Februar läuft in der Ukraine eine von Präsident Putin so bezeichnete „spezielle Militäroperation“.

    Das Staatsoberhaupt nannte die Befreiung des Donbass und die Schaffung von Bedingungen, die die Sicherheit Russlands garantieren, sein oberstes Ziel.

    Stellvertreterkrieg des Westens

    Vor diesem Hintergrund unterstützen die USA und ihre Nato-Verbündeten mit Waffenlieferungen im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar Kiew.

    Moskau hat wiederholt erklärt, dass westliche Waffenlieferungen den Konflikt nur verlängern werden und Waffenlieferungen zu einem legitimen Ziel für das russische Militär werden. ALLES LESEN !!

  11. Kaspar Hauzer 31. März 2026 um 11:49 Uhr - Antworten

    Bekanntermaßen tritt ein Lerneffekt bei vielen Politikbeschäftigten erst dann ein, wenn persönliche Betroffenheit besteht.
    Von daher sollte man doch auch in der EU einmal prüfen, welche Szenarien sich in der Ukraine bei einem vollständigen ÖL- und Gasembargo ergeben. Herr Orban und Herr Fico stehen ihren ukrainischen Kollegen da gerne mit Rat und auch Tat beiseite.
    Im Übrigen bin ich seit Jahren der Auffassung, dass auch politische Entscheidungsträger den in ihren Ländern gesetzlich verankerten üblichen Haftungsregelungen unterworfen sein sollten.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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