CO2-Messungen im 19. Jahrhundert: Was Chemiker fanden und warum es die Klimaforschung ignoriert

20. April 2026von 4,2 Minuten Lesezeit

Das moderne Klimanarrativ ruht auf einem wackeligen Fundament: der Annahme, dass die atmosphärische CO2-Konzentration vor der Industrialisierung stabil bei etwa 280 ppm lag und erst durch den Menschen in die Höhe getrieben wurde. Doch wer in die wissenschaftliche Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts blickt, stößt auf eine Realität, die so gar nicht in das Weltbild von IPCC und Co. passen will.

In der aktuellen Klimadebatte wird uns ständig erzählt, die vorindustrielle CO₂-Konzentration in der Atmosphäre habe stabil bei etwa 280 ppm gelegen. Erst durch den Menschen sei sie auf heutige Werte um die 420 ppm gestiegen. Das klingt dramatisch – und passt perfekt zur Narrative der Klimakrise. Doch was sagen die historischen Quellen aus dem 19. Jahrhundert selbst? Chemiker wie der Schweizer Nicolas Théodore de Saussure haben mit den damals besten Methoden gemessen. Und ihre Ergebnisse stehen schwarz auf weiß in den Standardwerken der Zeit: Meyers-Konversationslexikon und Fachliteratur wie dem Handwörterbuch der Chemie. Die Werte? Deutlich höher – und stark schwankend. Kein stabiler „vorindustrieller“ Pegel von 280 ppm.

Bereits Ende der 1820er Jahre führte de Saussure systematische Messungen durch. In seiner 1830 veröffentlichten Abhandlung „Ueber die Schwankungen des Kohlensäure-Gehalts der Atmosphäre“ dokumentierte er hunderte Analysen. Das Neues Conversations-Lexikon für alle Stände (1857) fasst es zusammen:

„10 000 Volumtheile Luft enthalten 4,15 Volumenth Kohlensäure, nach einem Mittel aus 104 Beobachtungen“.

Das entspricht exakt 415 ppm. Die Einzelwerte schwankten je nach Wetter, Standort und Jahreszeit zwischen etwa 315 und 574 ppm.

De Saussure erfasste sogar den realen jahreszeitlichen Zyklus – etwas, das moderne Modelle erst Jahrzehnte später „entdeckten“. (Quelle: de Saussure 1830, zitiert in zeitgenössischen Lexika und detailliert analysiert im EIKE-Dokument).

Genau diese Erkenntnisse finden sich auch im Meyers-Konversationslexikon (4. Auflage, 1888). Unter dem Stichwort „Kohlensäure“ steht unmissverständlich:

„CO₂ findet sich zu etwa 0,04 Proz. in der Atmosphäre“.

Das sind 400 ppm – kein Tippfehler, keine Schätzung aus dem Blauen, sondern die Zusammenfassung der besten damaligen Messungen.

Der Eintrag ist online in Wikisource nachlesbar.

Ähnlich verhält es sich im Handwörterbuch der Chemie (herausgegeben von Professor Albert Ladenburg). Auch dort werden de Saussures präzise chemische Methoden (Barytwasser-Methode mit Bariumhydroxid-Absorption) und die daraus resultierenden hohen atmosphärischen Werte dokumentiert. Die Lexika der damaligen Zeit waren keine Meinungsblätter, sondern Spiegel des wissenschaftlichen Konsenses unter den führenden Chemikern Europas.

Eine umfassende Zusammenstellung all dieser historischen chemischen Analysen liefert das Dokument „180 Jahre atmosphärischer CO₂-Gasanalyse mittels chemischer Methoden“ von Ernst-Georg Beck (EIKE, 2016).

Darin sind über 90.000 Messungen seit 1812 ausgewertet – darunter zahlreiche Serien mit der Pettenkofer-Methode ab 1857, die eine Genauigkeit von ±3 ppm erreichte. Die Werte zeigten Maxima um 1825, 1857 und sogar über 400 ppm in den 1940er Jahren. CO₂ folgte dabei natürlichen Temperaturschwankungen, nicht umgekehrt.

Die Selektion der Wahrheit

Warum haben wir diese Daten vergessen? Die Antwort liefert der Blick in die Geschichte der Klimamodelle. Callendar und Keeling, die architektonischen Väter der modernen Treibhaustheorie, haben ein bequemes Ausschlussverfahren angewandt: Alles, was nicht in ihre Hypothese eines „gleichmäßigen vorindustriellen Zustands“ passte, wurde als „ungenau“ oder „durch lokale Verschmutzung verfälscht“ abgetan.

Der IPCC und die moderne Klimaforschung berufen sich fast ausschließlich auf Eisbohrkerne, die angeblich einen stabilen Wert von 280 ppm vor 1850 zeigen. Historische chemische Messungen werden als „ungenau“ abgetan – obwohl sie mit den präzisesten Methoden der Zeit (titrimetrisch, gravimetrisch) durchgeführt wurden und von Kapazitäten wie de Saussure, Reiset, Schulze oder Farsky stammen. Chemiker wie Pettenkofer, deren Verfahren über ein Jahrhundert Standard waren, keineswegs ungenau; sie arbeiteten mit einer Präzision, die modernen Anforderungen standhalten würde.

Der Physiker und Chemiker Beck zeigt in seiner Arbeit, dass viele frühe Messungen sogar systematisch unterschätzt wurden (durch Schlauchabsorption oder Trocknungseffekte), was die realen Werte noch höher macht.

Die Konsequenz ist klar: Die These eines „stabilen vorindustriellen CO₂-Gleichgewichts“ bei 280 ppm ist eine nachträgliche Konstruktion. Die Realität des 19. Jahrhunderts war eine schwankende, oft deutlich höhere Konzentration – ohne dass die Welt unterging.

CO₂ ist kein „Treibhausgift“, sondern ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre, der Pflanzenwachstum antreibt und auf Temperaturveränderungen reagiert.

Wer sich die Mühe macht, die Originalquellen zu lesen – Meyers-Konversationslexikon, Handwörterbuch der Chemie oder Becks 180-Jahre-Auswertung – erkennt schnell: Die Klimahysterie basiert nicht auf der vollständigen historischen Evidenz, sondern auf einer selektiven Auswahl. Die Chemiker des 19. Jahrhunderts hatten keine politische Agenda. Sie maßen einfach, was da war. Und das war mehr CO₂, als uns heute erzählt wird.

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13 Kommentare

  1. Dr. Rolf Lindner 21. April 2026 um 1:37 Uhr - Antworten

    Ppm-plemplem

    Womit wir heizen, Auto fahren,
    einst Pflanzen oder Tiere waren,
    CO2 steckt in jedem Leben,
    ohne würde es uns nicht geben.

    Alles, was Kohlenstoff enthält,
    als CO2 kam es auf diese Welt,
    ja, selbst sogar der Diamant
    aus CO2 einmal entstand.

    Der Witz ist eindeutig dabei,
    auch O2 war ‚mal CO2.
    Das C davon wurde gespeichert,
    das jetzt unser Leben bereichert.

    Drehen auf Urzeit wir die Uhr,
    wie hoch war die Temperatur?
    Die war nicht hoch, die war nicht niedrig,
    auf keinen Fall dem Leben widrig.

    Das Gas hundertfach konzentriert
    hat nicht das Leben massakriert.
    Das soll es jetzt mit ppm?
    Frage: Wer ist denn hier plemplem?

  2. Dr. Rolf Lindner 21. April 2026 um 1:35 Uhr - Antworten

    Ich weise wiederholt darauf hin, dass der gesamte Sauerstoff der Atmosphäre einst CO2 war. Es gibt keine andere Quelle und nur ein enormes Wachstum von Sauerstoffproduzenten, das zur Speicherung von Kohlenstoff in Form fossiler Energieträger führte, ließ die 21 % Sauerstoff übrig. Zum einstigen CO2-Gehalt der Atmosphäre müssen auch die carbonatischen Mineralien in Gebirgen und Riffen gerechnet werden. Die Lebewesen, die die Abmagerung des CO2-Gehaltes der Atmosphäre vollbrachten waren nie durch Überhitzung infolge eines Treibhauseffektes gefährdet.

  3. Tabascoman 20. April 2026 um 21:10 Uhr - Antworten

    Der angebliche CO2-Pegel von 280 ppm Anfang 1800 wurde von Keeling in Unkenntnis des damaligen Wissensstandes geschätzt. Sonst wären seine Theorien nicht stimmig – dachte er sich und wurde dafür von den Grünen (und Rockefellers und Al Gore … ) gefeiert. Siehe Wiki. Keeling maß CO2 erst ein Jahr nachdem das CO2-Narrativ startete. siehe auch den Artikel hier https://tkp.at/2026/04/19/klima-physik-wie-fundierte-wissenschaft-das-co2-narrativ-korrigiert/ sowie mein bereits jahrealter Artikel hier https://polprpo.de/mm19f.php#kl7 sowie https://polpro.de/lug.php#co2

  4. Wolliku 20. April 2026 um 20:26 Uhr - Antworten

    Die Klimakirche und der CO2-Ablasshandel konnten nur durch dieses Molekül gegründet und umgesetzt werden. Ich war in den späten siebziger Jahren live-Zeuge in meinem Studium der Physischen Geographie und Landschaftsökologie in den allerersten Anfängen als das CO2 seinen Nimbus als Molekül des Lebens eintauschen musste und bereits zum Luftschadstoff Nr. 3 wurde. Es war die Zeit des Sauren Regens mit den Schwefelsulfaten an Nr.1, weil die Wälder starben, nicht nur im Ökosystem Forschungsprojekt Solling. Nr. 2 war noch das Blei in den Kraftstoffen. Und ob die Fluorkohlenwasserstoffe als Ozonkiller dem treibhäusigen CO2 die Nr. 3 streitig gemacht haben, will ich nicht ganz ausschließen, doch an meiner Uni wirkte damals Prof. Wilfrid Bach, der aus Amerika kommend, den CO2-Wahn in Deutschland fachlich einführte und in der Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ der Bundesregierung quasi der Vater des wärmestrahlenden Luftschadstoffs CO2 in Deutschland wurde.

    • palman 21. April 2026 um 0:13 Uhr - Antworten

      @Wolliku – Danke für den „Prof. Bach“ (1936 bis 2015 / Wiki) – im SPIEGEL (1988) sprach er „vernünftiger-weise“ noch von „klimawirksamen S p u r e n g a s e n“ (!!!) – herrlich – das mit den „TreibHausGasen“ war dann wohl die SUPER-Idee des „PIK“ („Potsdämlich“ – wie „Kachel“ es zu benennen wagte) !?! ;-)))

  5. palman 20. April 2026 um 18:10 Uhr - Antworten

    … und bereits gestern – unter tkp-Artikel „Klima-Physik“ – liest man „meine“ zwei fundierten Einlassungen !?! – und die sog. „Klima-Erwärmung“ haben NICHT die „KLIMA-Auftrags-FORSCHEN“ selbst aufs „Polit-Parkett“ gehievt !?! – also liest man „meine“ zwei InfoPosts auf freedert.online unter „F*cking beschissen“ (so ins Suchfeld unten rechts / Video mit „hysterischer“ Klima-Aktivistin namens „Windl“) !?! – Da „wird man auch weiter-geholfen“ … ;-)))

  6. mattes 20. April 2026 um 12:09 Uhr - Antworten

    Sehr guter faktenbasierter Artikel.
    Anhänger der Klimakirche wollen aber keine Tatsachen hören, Ideologen folgen eben nur ihrem Glauben.

  7. VerarmterAdel 20. April 2026 um 12:07 Uhr - Antworten

    „Was Chemiker fanden und warum es die Klimaforschung ignoriert“
    Weil sie es können und sollen. Es sind Kriminelle!

  8. Jan 20. April 2026 um 12:01 Uhr - Antworten

    Das Problem bei einer Exponentialkurve ist, dass lange nichts passiert und dann schlagartig die nächste Verdopplung Unendlichkeit bedeutet.

    Alle 40 bis 50 Jahre verdoppelt sich unser Energieverbrauch. Es ist logisch, dass sich das nicht tausend Jahre durchhalten lässt. Wir werden da also irgendeine Lösung finden müssen.

    Die Lösung der Gore-Generation wae, dass sich das über den Preis regelt. Nun führt eine kleine Erhöhung in armen Ländern aber bereits zu deutlichem BIP-Rückgang, während reiche Länder noch den exorbitanten Finanzbedarf ihrer Elite auf die Energiekosten draufschlagen können.

    Man hat daher nach einer Metapher gesucht, die einen Ausgleich ermöglicht. Außerdem sorgt das CO2-Regime dafür, dass reiche Staaten ihre Produktion an arme Staaten auslagern müssen, die nicht dem Regime unterliegen. Das verringert den Matthew-Effekt.

    Auf der anderen Seite führt es zu massiven Fehlinvestitionen und zu solchen Bonmots, dass nun pakistanische Bauern die RWE verklagen, weil ihre Ländereien überschwemmt wurden.

    Es ist schon richtig, wenn man das korrigiert. Damit wird aber die Leyen-Kommission ihre Legitimität einbüßen, daher ist das nicht ganz einfach.

    • Glass Steagall Act 20. April 2026 um 12:27 Uhr - Antworten

      Ich denke, es „muss“ keine Lösung für das Energieproblem gefunden werden, sie wird sich von selbst regulieren. Die KI-Verrückten Unternehmen müssen sich selbst um ihren Energiehunger kümmern. Wir Endverbraucher haben eigentlich nicht diesen Zuwachs an Energiebedarf.

  9. triple-delta 20. April 2026 um 11:26 Uhr - Antworten

    Mit dem CO2 ist es wie mit dem Coronavirus. Die Politik brauchte etwas, dass harmlos oder noch besser gar nicht existent ist, um darauf eine mediale Panikkampagne aufzubauen. Da kamen solche irrigen Theorien wie die von Arrhenius gerade recht. Der Beweis ihrer Richtigkeit lag darin, dass sie seit Jahrzehnten im Papierkorb der Wissenschaft gelandet waren, wo sie auch hingehörten.
    Politische Projekte kann man am Besten auch politisch widerlegen, da braucht man kein Klimatologe oder Virologe zu sein.

  10. Glass Steagall Act 20. April 2026 um 10:46 Uhr - Antworten

    Man muss das Kind einfach beim Namen nennen. Die heutigen ideologisch getriebenen Klimamodelle, sowie ihre Angaben zu älteren Messwerten sind nichts anderes als Fälschungen!

    Ich möchte hier den letzten Satz aus der Publikation und wissenschaftlichen Abhandlung von Prof. Gerhard Gerlich und Ralf D. Tscheuschner zitieren:

    „Zusammenfassend muss gesagt werden: Die Herleitung von Aussagen über eine angeblich durch CO2 verursachte menschengemachte globale Erwärmung, liegt außerhalb jeder Wissenschaft.“

  11. audiatur et altera pars 20. April 2026 um 9:57 Uhr - Antworten

    Der TKP-Doktor schlägt mitunter atemberaubende Pirouetten. War der „wissenschaftliche Konsens“ gestern (!) noch ein „Oxymoron“, steht er hier in Meyers Buchform quasi als unwiderleglicher Beweis da. Man kann es drehen und wenden, wie man will, Hauptsache es dient der Geschichte. Merkt (und meckert) ja eh nie einer … – Die medialen Aufmerksamkeitsspannen werden merklich kürzer. Ist etwa nicht der „doofe“ Donald allein dran schuld , sondern das völlig kaputte Geschäftsmodell des Journalismus?

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