Trump und sein Friedensrat: Außer Spesen nix gewesen?

21. Mai 2026von 3,5 Minuten Lesezeit

Nachdem Trump mit sich selbst einen Steuerdeal gemacht hat, den Kritiker den möglicherweise größten Korruptionsfall in der Geschichte der USA nennen, was nach dem hunderte von Millionen Dollar schweren Flugzeuggeschenk einer Golfdiktatur etwas heißen dürfte, scheint sich ein anderes Projekt von Trump weniger positiv zu entwickeln. Der so genannte „Friedensrat„, der das von Israel zerstörte Gaza zu „blühenden Städten“ aufbauen soll, scheitert bisher mangels Finanzmasse.

Trumps 70-Milliarden-Dollar-Gaza-Traumprojekt gerät ins Wanken, da Geber die Finanzierung des sogenannten „Friedensrats“ verweigern. Meinte zumindest eine vertrauliche Quelle des Guardian unter der Bedingung der Anonymität in einem Bericht vom 20. Mai. „Niemand mit Geld und Ressourcen will mit dem Friedensrat zusammenarbeiten“.

Honorare für Berater und Spesen statt Hilfe

Diese Aussage zeigt, dass die Milliarden Eintrittsgelder, die Trump verlangte, vermutlich schon für die Spesen kaum ausreichen werden. Und dabei sollte es doch ein Vorzeigeprojekt von Präsident Donald Trump, dem Friedenspräsidenten, sein. ein von den Medien vielbeachtetes Wiederaufbauprogramm, das die Transformation des verwüsteten Gebiets versprach, aber mehr als sieben Monate nach dem Waffenstillstand praktisch keine Fortschritte machte. Außer, wie gesagt, Honorare für Berater und Spesen.

Der sogenannte Friedensrat, den Trump im Januar ins Leben rief und dessen Vorsitz der ehemalige UN-Sondergesandte Nikolai Mladenow innehatte, sollte den Wiederaufbau und den politischen Übergang in Gaza überwachen. Neun Länder sagten 7 Milliarden Dollar zu, während Trump selbst weitere 10 Milliarden Dollar US-Unterstützung versprach.

Laut The Guardian haben bisher nur die Vereinigten Arabischen Emirate und Marokko Gelder überwiesen, sodass dem Gremium insgesamt nur noch 123 Millionen US-Dollar zur Verfügung stehen. Dies, obwohl die UN die Kosten für den Wiederaufbau des Gazastreifens auf über 70 Milliarden US-Dollar schätzt. Hinter den Kulissen ist das Vertrauen der Geber angesichts der diplomatischen Blockade, der anhaltenden israelischen Militärkontrolle über weite Teile des Gazastreifens und der Unfähigkeit des Gremiums, selbst grundlegende Hilfe zu leisten, stark gesunken.

Die Vernichtung und der Diebstahl von palästinensischem Land geht weiter

Zwölf palästinensische Experten, die mit der Verwaltung des Gebiets beauftragt sind, sitzen weiterhin in Ägypten fest und beziehen Berichten zufolge Gehälter, während sie auf Sicherheitsgarantien für die Einreise nach Gaza warten. Eine Quelle formulierte es so: „Seit Januar 2026 ist unter der Flagge des Nationalen Antikorruptionskomitees (NCAG) keine einzige Flasche Wasser nach Gaza gekommen.“

Während die Vertreter des Gremiums betonen, sie seien zum Handeln bereit, sollte die Hamas entwaffnen, kritisieren Beobachter, dass die Initiative größtenteils nur auf dem Papier existiert. Israelische Streitkräfte kontrollieren weiterhin weit über die Hälfte des Gazastreifens, es wurden keine größeren Wiederaufbauaufträge vergeben, keine internationale Sicherheitstruppe entsandt, und mehr als zwei Millionen Palästinenser sind weiterhin in den Trümmern vertrieben.

Planen wir einen katastrophalen Erfolg“, sagte Jared Kushner im Januar in Davos zu potenziellen Geldgebern. Doch seitdem gab es keine nennenswerten Wiederaufbaumaßnahmen, nicht einmal grundlegende Projekte in Gebieten unter vollständiger israelischer Militärkontrolle.

Laut einem Bericht des Guardian wird Trumps vielgepriesene Vision, Gaza in ein Zentrum für Tourismus, Handel und „KI-gestützte Smart Cities“ zu verwandeln, zunehmend selbst von potenziellen Unterstützern als teure politische Fantasie betrachtet. Kritiker bezweifeln, ob die Initiative jemals aufrichtig gemeint war oder lediglich ein Vorwand, um Israel die Festigung seiner Kontrolle über weitere Gebiete in Gaza zu ermöglichen.

Tatsächlich hatte man schon zu Beginn der Planungen erkennen können, dass es weder eine völkerrechtliche, noch wirtschaftliche Basis für die Pläne des „Friedensrates“ gab. Denn alleine die Entschädigungen der jetzigen Eigentümer, wenn auch durch Israel zerstörten Gebäude, hätte schon einen Großteil des Budgets aufgefressen.

Fazit

Blenden, Erzählungen, Glauben erzeugen. Interessanterweise funktioniert das nicht mehr beim jüngeren Teil der US-Bevölkerung, wie man klar an den Wahlergebnissen im Fall Th0mas Massie zeigen kann. Und das trotz, oder eben wegen, fast 70fach niedrigerer Wahlkampfspenden.

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