
Nächste US-Aggression: Trump lässt Raúl Castro anklagen und schickt Flugzeugträger in die Karibik
Der Iran Krieg ist offenbar verloren. Deshalb sucht Trump ein nächstes Opfer: Diesmal trifft es Kuba. Die Trump-Administration hat am 20. Mai 2026 den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro wegen angeblicher Beteiligung an der Abschussaktion von 1996 angeklagt Zeitgleich ist ein US-Flugzeugträger-Verband in der Karibik eingetroffen.
Offenbar handelt es sich wieder um einer gezielte Eskalation und der Schaffung eines Vorwands für weitere „Maßnahmen“. Die Anklage gegen den 94-jährigen Raúl Castro bezieht sich auf den Abschuss zweier Flugzeuge der Exilorganisation „Brothers to the Rescue“ im Jahr 1996. Damals handelte es sich um eine hochumstrittene Aktion, bei der vier Personen ums Leben kamen. Nun wird daraus plötzlich ein „Verschwörung zum Mord an US-Bürgern“. Das Timing ist alles andere als zufällig. Es dient als juristischer Hebel, um den Druck auf Havanna massiv zu erhöhen und gegebenenfalls eine „humanitäre“ oder „regime change“-Operation zu legitimieren.
Im Vorfeld des Abschusses, bei dem vier kubanischstämmige US-Amerikaner ums Leben kamen, äußerten Vertreter der Clinton-Regierung Bedenken, dass es zu einem Zwischenfall kommen könnte, sollte die BTTR ihre Flüge fortsetzen, die in den kubanischen Luftraum eindrangen und laut am Dienstag vom US National Security Archive veröffentlichten Dokumenten häufig vorkamen.
„Bereits ein Jahr vor dem Abschuss legte die kubanische Regierung mehrfach Protest gegen wiederholte Verletzungen ihres Luftraums durch Flugzeuge der BTTR ein, die über bewohnte Gebiete flogen und Tausende von Flugblättern und anderen Materialien abwarfen, in denen zum Volksaufstand gegen die Regierung aufgerufen wurde“, erklärte das National Security Archive in einer Mitteilung zu den Dokumenten.
Eines der veröffentlichten Dokumente war eine E-Mail eines damaligen Beamten der Federal Aviation Administration (FAA), in der von „weiteren Provokationen der kubanischen Regierung“ durch die Überflüge der „Brothers to the Rescue“ (BTTR) die Rede war und in der das Außenministerium seine Besorgnis über ein „Worst-Case-Szenario“ äußerte, in dem „die Kubaner eines Tages eines dieser Flugzeuge abschießen werden und die FAA besser alle Vorkehrungen getroffen haben sollte“.
Das National Security Archive erklärte, dass ein Beamter des Weißen Hauses, bevor die abgeschossenen Flugzeuge in Miami starteten, die FAA in Florida kontaktierte und sie anwies, die Flüge zu blockieren, diese sich jedoch weigerte und lediglich eine Warnung vor dem Eindringen in den kubanischen Luftraum aussprach.
Der amtierende US-Generalstaatsanwalt Todd Blanche erklärte in einer Stellungnahme zur Anklage, dass „zum ersten Mal seit fast 70 Jahren hochrangige Führungskräfte des kubanischen Regimes in den Vereinigten Staaten wegen mutmaßlicher Gewalttaten angeklagt wurden, die zum Tod amerikanischer Staatsbürger geführt haben“.
Neuerlicher Aufbau von Flottenpräsenz in der Karibik
Gleichzeitig mit der Anklage meldet die US-Marine die Ankunft eines Flugzeugträger-Verbandes (USS Nimitz Strike Group) in der Karibik – offiziell für Manöver, in der Realität als unübersehbare Drohkulisse. Zuletzt wurde die US-Marine gegen Venezuela eingesetzt zur Unterstützung der Piraterie gegen die Schifffahrt, der Ermordung von Seeleuten und der gewaltsamen Entführung des demokratisch gewählten Präsidenten von Venezuela.
Die USA scheinen mit ihrem Truppenaufbau gegen Kuba dem Venezuela-Szenario zu folgen, da das US-Justizministerium am Mittwoch den ehemaligen Präsidenten Raúl Castro angeklagt hat und damit einen Vorwand für einen Angriff schuf, ähnlich dem, der am 3. Januar gegen Caracas gestartet wurde, um den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu entführen.
Im Vorfeld des Angriffs auf Venezuela entsandten die USA eine beträchtliche Anzahl von Kriegsschiffen in die Region, darunter den Flugzeugträger USS Gerald Ford, der anschließend in den Nahen Osten verlegt wurde, um am US-israelischen Krieg gegen den Iran teilzunehmen. Die USA haben zudem die militärischen Überwachungsflüge in der Nähe Kubas verstärkt, was in den Monaten vor dem Angriff auch vor der Küste Venezuelas geschah.
Die Nimitz und ihre Kampfgruppe befinden sich im Rahmen eines Einsatzes namens „Southern Seas 2026“ in der Region und waren gerade in Brasilien, wo sie gemeinsam mit der brasilianischen Marine Manöver im Atlantik durchführten. Die Nimitz sollte eigentlich diesen Monat außer Dienst gestellt werden, doch dies wurde auf März 2027 verschoben.
Das altbekannte Muster
Washington hat eine lange Tradition, unliebsame Regime in Lateinamerika mit Vorwänden zu überziehen: Chile, Panama, Grenada, Nicaragua, Venezuela – die Liste ist lang. Kuba widersteht seit über 60 Jahren erfolgreich jeder Form von US-Dominanz. Statt die eigene Blockadepolitik zu hinterfragen, die das Land wirtschaftlich stranguliert, setzt man nun auf Eskalation: Sanktionen, Indizierung alter Führungsfiguren und militärische Präsenz direkt vor der Haustür.
Kuba ist ein souveränes Land. Es stellt keine militärische Bedrohung für die USA dar. Dennoch wird es als „rogue state“ und Gefahr für die nationale Sicherheit der USA dargestellt. Das erinnert fatal an die Lügen vor dem Irak-Krieg, die permanenten Regime-Change-Versuche in Venezuela, den Iran-Krieg und die Kriege gegen viele andere Staaten seit 1945, die insgesamt mittlerweile über 40 Millionen tote verursacht haben.
Geopolitischer Kontext
Während die USA ihre „Hinterhof“-Doktrin (Monroe-Doktrin 2.0) mit militärischer Macht durchsetzen wollen, festigen sich anderswo die multipolaren Strukturen. Russland und China unterhalten gute Beziehungen zu Kuba. Eine weitere Eskalation würde nicht nur die Karibik destabilisieren, sondern auch internationale Konsequenzen haben.
Die Trump-Administration spricht von „Befreiung“ und „Demokratie“. In der Praxis geht es um Kontrolle, Einflusszonen und das Verhindern jeglicher unabhängiger Entwicklung in der westlichen Hemisphäre.
Es bleibt zu hoffen, dass Vernunft siegt und keine weiteren Abenteuer folgen. Die Geschichte zeigt jedoch: Wenn Washington erst einmal Flugzeugträger schickt und alte Rechnungen ausgräbt, ist die Gefahr eines heißen Konflikts real.
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