Neue Hormus-Autorität gestartet: Iran kassiert Transit-Maut von Schiffen

22. Mai 2026von 3,6 Minuten Lesezeit

Der Iran hat damit Fakten geschaffen: Die Islamische Republik hat die Persian Gulf Strait Authority (PGSA) gegründet und kontrolliert nun offiziell den Verkehr durch die strategisch wichtigste Ölroute der Welt. Bereits 30 Schiffe sind nach der neuen Regelung durch die Straße von Hormus gefahren.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars News meldet, dass allein in den letzten 24 Stunden 31 Schiffe – darunter Öltanker, Containerschiffe und andere Handelsschiffe – unter Koordination der IRGC-Navy die Straße von Hormuz passiert haben. Die IRGC betont, dass der gesamte Verkehr nur mit ihrer Erlaubnis und in Abstimmung mit der neuen Behörde erfolgt. Schiffe müssen eine Genehmigung einholen, mit der IRGC-Navy koordinieren und Transit-Gebühren zahlen.

Die neue Hormuz-Autorität hat nicht nur eine eigene Website und einen Twitter-Account (@PGSA_IRAN), sie hat auch die Überwachungszone deutlich ausgeweitet – bis hin zur Hafenstadt Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Damit macht Teheran unmissverständlich klar: Wer durch die Meerenge will, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öls und Flüssigerdgases fließen, muss sich an iranische Regeln halten.

 

Genau das bestätigt auch eine ausführliche Analyse im Gespräch zwischen Mario Nawfal und dem Nahost-Experten Alastair Crooke. Crooke erklärt, dass die westliche Erzählung von einer angeblichen „Blockade“ oder „Lähmung“ der Schifffahrt durch Iran schlicht nicht der Realität entspricht. Tanker seien schon länger durchgekommen – nun sei das Ganze jedoch formalisiert, mit klaren Gebühren und Koordinationspflichten.

Die Gebühren sollen nach Berichten aus verschiedenen Quellen bis zu 1–2 Millionen Dollar pro Schiff betragen und werden teilweise sogar in Kryptowährung oder Yuan akzeptiert. Für die Reeder stellt sich damit die simple Rechnung: Zahlen oder riskieren, dass das Schiff nicht durchkommt – oder schlimmer.

Während Trump und Netanyahu noch über „Sanktionen“, „militärische Optionen“ und angebliche „Verhandlungen“ sprechen, hat Iran längst Fakten auf dem Wasser geschaffen. Die Golfstaaten – darunter die UAE, Katar und Saudi-Arabien – sehen das mit Sorge, denn eine dauerhafte iranische Kontrolle über Hormus könnte für ihre eigene Wirtschaft existenzbedrohlich werden,

PGSA-Name und Gebühren-Details

  • Gegründet am 5. Mai 2026 als iranische Behörde zur Autorisierung und Regulierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz.
  • Offizielle Website: pgsa.ir
  • Offizieller X-Account:@PGSA_IRAN
  • Die Behörde arbeitet eng mit der IRGC-Navy zusammen und ist de facto die operative Instanz der iranischen Regierung für die Meerenge.

Gebühren / Maut-Details:

  • Berichte aus mehreren unabhängigen Quellen (Maritime Executive, Lloyd’s List, Windward, Al Jazeera, NBC News u. a.) bestätigen Transit-Gebühren von bis zu 2 Millionen US-Dollar pro Schiff/Passage.
  • Zahlung erfolgt häufig in Bitcoin, USDT (Kryptowährung) oder chinesischen Yuan auf IRGC-nahe Wallets.
  • Es handelt sich um keine öffentlich fixierte Pauschale, sondern um verhandelte bzw. fallbezogene „Transit-Gebühren“ inklusive Koordinations- und „Sicherheits“-Leistungen der IRGC.

Zusätzliche bestätigte Fakten:

  • In den letzten 24-Stunden-Perioden wurden wiederholt 26 bis 31 Schiffe unter Koordination der IRGC-Navy / PGSA durch die Meerenge geleitet
  • Schiffe müssen vor der Passage ein detailliertes „Vessel Information Declaration“-Formular einreichen und die Genehmigung per E-Mail von info@pgsa.ir erhalten.Offizieller Name: Persian Gulf Strait Authority (PGSA) (auf Persisch: سازمان تنگه خلیج فارس – Sāzmān-e Tangeh-ye Khalīj-e Fārs)

Die PGSA ist real, operativ und erhebt tatsächlich erhebliche Gebühren – ein klarer geopolitischer Machtgewinn für Teheran.

Die Folgen für die Region und den Westen

Die Sanktions- und Blockadepolitik des Westens hat nicht nur nicht funktioniert – sie hat Iran sogar in die Lage versetzt, aus der eigenen strategischen Position Kapital zu schlagen.

Die Straße von Hormus ist keine theoretische Engstelle mehr, über die man in Washington oder Brüssel debattieren kann. Sie ist unter iranischer Aufsicht – mit eigener Behörde, klaren Regeln und laufenden Zahlungen. Wer weiterhin nur von „Druck auf Teheran“ und „israelischen Optionen“ spricht, ignoriert die Realität auf See.

Die neuen Fakten aus der Hormus-Autorität sind ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell geopolitische Machtverhältnisse sich verschieben können, wenn man die militärisch-strategische und wirtschaftliche Realität vor Ort nicht mehr ernst nimmt. Die Schiffe fahren, die Maut fließt – und die westliche Politik steht einmal mehr vor einem selbstgeschaffenen Dilemma.

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3 Kommentare

  1. Patient Null 22. Mai 2026 um 13:16 Uhr - Antworten

    Die Golfstaaten – darunter die UAE, Katar und Saudi-Arabien – sehen das mit Sorge, denn eine dauerhafte iranische Kontrolle über Hormus könnte für ihre eigene Wirtschaft existenzbedrohlich werden,

    Die können ja dafür die Gelder an die USA kürzen ;) da triffts ja sogar den Verursacher.

  2. therMOnukular 22. Mai 2026 um 13:14 Uhr - Antworten

    Dass diese scheiß Welt nichts anderes mehr zusammenbringt als Chaos und Trottelei….

    Was ist so undenkbar daran, dass ein Land eine solche Meerenge kontrolliert? Als gäbe es das nicht bereits dutzende Male auf der Welt. Nicht zuletzt sind alle diese Länder auch internationalen Regeln unterworfen – weshalb zB die Türkei auch nicht nach Lust und Laune den Bosporus blockiert. Also einfach das jeweilige Land nicht angreifen und in die Steinzeit bomben, dann klappt es auch mit den Nachbarn….

    Der Iran tut das einzig richtige. Denn der perfide Plan der USA zielt auf dauerhafte Kontrolle ab – und zwar die Kontrolle des Krieges, der wie auch die anderen am Köcheln gehalten werden muss. Einerseits weil die US-Oligarchen mächtig daran verdienen und andererseits, weil man so Instabilität und Chaos produziert, das man für sich nutzt und das den Gegnern der US-Hegemonie schadet.
    Die USA können sich nicht erlauben, den Weltmarkt zum völligen Erliegen zu bringen, weil es damit jene Länder ebenso vernichten würde, denen man die Energie nun zu erhöhten Preisen aufzwingen kann und damit gleichzeitig den Dollar stützt.
    Darum sagen auch derzeit viele „Experten“ in den USA, dass man die Zeit auf seiner Seite habe, was militärisch absoluter Blödsinn ist. Gemeint ist aber: je länger der erpresserische Würgegriff der USA anhält, desto profitabler für sie.

    Jede iranische Tatsache, die diesen Plan unterläuft, soll mir recht sein.
    Wäre ich der Iran, würde ich die USA ignorieren und ausschließlich mit den arabischen Nachbarn direkt verhandeln. Ich habe das Gefühl, das ist auch genau das, was der Iran tut – wieder unter Vermittlerhilfe Chinas wie schon bei der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zw Saudi A. und dem Iran vor ein paar Jahren. Erst wenn der Wertewesten vollkommen obsolet und handlungsunfähig ist, wird Frieden auf dieser Welt möglich sein. Zumindest solange, bis eine neue Supermacht auf die Idee kommt, die superste zu sein.

    • 1150 22. Mai 2026 um 13:26 Uhr - Antworten

      @,
      das diese scheiss welt nichts anderes zusammenbringt als ……
      ich erkläre mir das mittlerweile so,
      dass mikroplastik, schwermetalle oder eine schlechte kindheit die ursache dafür sind.
      dieses alibi es macht es ein wenig leichter

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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