Supermarkt als Überwachungszentrale

20. Mai 2026von 3 Minuten Lesezeit

Dein Gesicht wird zum Barcode im Supermarkt. Big Brother scannt jeden Blick, jeden Griff und deinen Kontostand. In den Supermarktregalen der westlichen Welt baut sich ein weiterer Überwachungsapparat auf.

Der Supermarkt wird zur perfekten Überwachungszentrale: Kameras verfolgen jeden Schritt, jede Blickdauer, jedes Zögern vor dem Regal. Künstliche Intelligenz baut ein detailliertes Persönlichkeitsprofil aus Kaufhistorie, Suchverhalten und Fremddaten. Und am Ende zahlt nicht mehr der gleiche Preis für die gleiche Milch – sondern jeder so viel, wie der Algorithmus meint, aus ihm herausquetschen zu können. Zwei Menschen, die nebeneinander im gleichen Gang stehen, werden bald unterschiedliche Preise für exakt dasselbe Produkt bezahlen. Nicht wegen Knappheit, sondern weil das System weiß, wen man stärker schröpfen kann.

Digitale Preisschilder ersetzen die alten Etiketten und ändern die Preise bis zu 100-mal am Tag. Kameras tracken nicht nur, wie lange man ein Produkt ansieht, sondern auch, welche Gänge man bevorzugt, wie schnell man entscheidet und welche Marken man immer wieder kauft. Die Supermarktketten bauen mit Hilfe von Loyalty-Apps, Online-Suchen und Datenbrokern umfangreiche Profile auf, die von Einkommenslage über Gesundheitszustand bis zur Familienstruktur reichen. Und wenn erst einmal KI mit dem dynamischen Preissystem verknüpft ist, wird es richtig übel: Wer teure Bio-Produkte kauft und nie aufs Preisschild schaut, zahlt künftig mehr – weil das System weiß, dass er es sich leisten kann.

Die Ketten beteuern natürlich, sie würden keine Gesichtserkennung für Preise einsetzen. Wozu überall Kameras aufhängen, wenn man nur statische Preise bräuchte? Sobald Gesicht und Profil verknüpft sind, wird dein Gesicht zum Barcode. Du bist nicht mehr Kunde, du bist Inventar. All das hat Shoshana Zuboff in ihrem Werk Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus vorhergesagt.Sie erarbeitete in ihrem grundlegenden Werk bereits die entscheidende Rolle von Einkaufsverhalten in der Daten- und Überwachungsökonomie. Deine Daten sind das wertvollste Gut.

Und genau in diese Richtung geht es global. Der WEF-„Agenda Contributor“ Yuval Noah Harari, der schon öfter als Prophet des totalitären Fortschritts aufgetreten ist, liefert den passenden Soundtrack. In einem Video erklärt er seelenruhig:

„Künstliche Intelligenz kann die Grundlage für das schlimmste totalitäre Überwachungsregime der Geschichte bilden. Man braucht keine menschlichen Agenten, um Menschen zu verfolgen. Überall gibt es Kameras, Mikrofone, Computer und Drohnen. Diese können dich problemlos rund um die Uhr überwachen. Sie können sogar erkennen, was in deinem Körper vor sich geht.“

Harari sagt das nicht als Warnung – er beschreibt die Blaupause. Und genau diese Blaupause wird gerade in den Supermärkten installiert.

Die Technologie ist dieselbe: Allgegenwärtige Kameras, Mikrofone (in den Smartphones der Kunden), KI-Auswertung und bald Drohnen oder Sensoren, die sogar biometrische Daten tracken.

Der Supermarkt ist nur der Einstieg. Danach kommt der nächste Schritt: personalisierte Steuern, personalisierte Versicherungsprämien, personalisierte Zugangsrechte – alles abhängig davon, ob du dem System genehm bist oder nicht.

Die Leute merken es noch nicht einmal richtig. Sie scannen brav ihre Treuekarte, laden die App herunter, „damit sie Rabatte bekommen“. Freiwillig liefern sie ihre intimsten Daten ab. Und die Konzerne reiben sich die Hände: Je mehr das System über dich weiß, desto präziser kann es den maximalen Schmerzpunkt berechnen, den du noch aushältst, ohne den Einkaufswagen stehen zu lassen.

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Bild von Vilius Kukanauskas auf Pixabay

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Ein Kommentar

  1. Daisy 20. Mai 2026 um 18:42 Uhr - Antworten

    Ich habe keine Jö und zahle bar – die kennen mich nicht, es sei denn mit Gesichtserkennung. Vermutlich sind die Kameras schon aufmerksam auf mich! Heute bin ich super lang vor den Schneitztiachln gestanden. Billa, fast nur Tempo…kein Recycling, keine Danke, die gibts nur bei Spar. Kein anderes Recyclingpapier. Dann fand ich eine Tempo-Packung, auf der „frei von“ stand. Ich nahm sie und las, frei von Duft. OK, immerhin, ich nahms, und dachte, sowas müssens jetzt extra draufschreiben..ich hasse Dufttaschentücher. Dann stand ich lange vor dem Kekse-Regal und wollte eine Original- Prinzenrolle, weil ich gehort habe, die gibts nur noch vegan und sie schmecke scheiße. Es gab nur die vegane. Aus, nie wieder Prinzenrolle… Ich wendete mich voll Grauen ab und stapfte herum, weil ich den Bio Spritzer suchte. Hatten sie auch nicht. Mein Blick war frustriert….

    Wenn die mich analysieren, gehe ich in Zukunft halt mit Burka einkaufen…oder sonstwie verkleidet, Vollbart und Sonnenbrille……

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