Saudi Arabien als BRICS Mitglied stärkt multipolare Welt – Europa mit wachsendem Defizit

21. Oktober 2022von 4,7 Minuten Lesezeit

Im auslaufenden Jahr 2022 treten zwei Trends immer stärker hervor. Die unabhängigen Länder gewinnen dank der Sanktionspolitik der USA laufend an Kraft und Zusammenhalt, während Europa von der Politik offenbar gezielt auf einen Abgrund zusteuert. Die Politik der EU im Auftrag und zum Nutzen der USA verursacht ein massives Handelsbilanzdefizit im heurigen Jahr.

Wir haben gesehen, dass sich immer mehr Länder gegen die Hegemonie der USA und des Dollars stellen. Organisationen wie BRICS+, SOZ, CICA und andere schließen sich gegen die Hegemonie der USA und ihrer europäischen Vasallen zusammen. Der Dollar soll durch eine BRICS Währung im größeren Teil der Welt ersetzt werden.

Erdöl und Erdgas dominieren noch immer als Energiequellen. Umso wichtiger ist die Rolle der Ölproduzenten. Kronprinz Mohammed bin Salman Al Saud von Saudi-Arabien (KSA) hat seinen Wunsch geäußert, dass das Königreich als Vollmitglied der BRICS beitritt, so Cyril Ramaposa, Präsident Südafrikas, bei seinem Besuch in Riad. Der Beitritt Saudi Arabiens zu den BRICS, der bereits 2023 erfolgen könnte, wäre nicht nur eine weltweite Sensation, sondern würde auch das Gleichgewicht der politischen Kräfte und Ländergruppen auf der internationalen Bühne neu gestalten.

Russland, China und Brasilien produzieren zusammen etwa 22 % des weltweiten Ölangebots. Wenn aus den BRICS die BRICSS werden (die wahrscheinlichste Abkürzung nach dem Beitritt Saudi-Arabiens), werden sie etwa 35 % des Weltmarktes auf sich vereinen. Nimmt man den Iran (ein Beitrittskandidat), Libyen, Venezuela, Mexiko, die Vereinigten Arabischen Emirate als engste Verbündete Saudi-Arabiens, Nigeria, Angola und den Kongo, wo der Einfluss der VR China stark ist, hinzu, so würde der Anteil der Länder, die sich vom Einfluss der USA und ihrer Verbündeten lösen wollen, an der Weltproduktion etwa 57 % und an den Kohlenwasserstoffreserven 70 % betragen.

In dieser Situation, die Präsident Putin mit dem Kampf gegen den Neokolonialismus-2 in Verbindung bringt, werden die BRICSS objektiv zum Kern der Bewegung, die darauf abzielt, das auf dem Monopol des Dollars als Hauptreservewährung basierende globale Wirtschaftssystem zu reformieren. Die Reserven an Erdöl, dem wichtigsten Tauschgut, und das Niveau seiner Produktion in den BRICSS und ihren Partnern und Verbündeten werden die Bildung eines alternativen Zahlungssystems für Rohstoffe und ihre Bewertungen ermöglichen, die jetzt ausschließlich in Dollar denominiert sind, was die Grundlage für die Schaffung eines Pools von Währungsreserven (anstelle des IWF) mit der anschließenden Schaffung einer neuen Weltwährung sein wird.

Politisch gesehen bedeutet die Absicht Saudi-Arabiens, die durch die beispiellose Weigerung, amerikanische Teilnehmer zur Weltinvestitionskonferenz in Riad einzuladen, bekräftigt wurde, dass die USA ihren langjährigen und mächtigsten Verbündeten auf der arabischen Halbinsel und im südwestlichen Großraum des Nahen Ostens als Gegengewicht zum Iran verlieren und die weitere systemische Entwicklung der BRICSS und der ihr angeschlossenen Länder den politischen Einflussbereich der USA auf das Gebiet der USA verengt. Die weitere systemische Entwicklung der BRICSS und der angeschlossenen Länder verengt die politische Einflusssphäre der USA auf die Grenzen Europas, einiger südostasiatischer Länder, Japans und die Überreste des britischen Commonwealth, ohne Hoffnung auf eine politische und wirtschaftliche Blockade Russlands und der VR China und darauf, sie im wirtschaftlichen Wettbewerb zu überflügeln.

Europa zahlt einen unglaublichen Preis für die Energiekrise

Das Handelsdefizit der EU-Länder erreichte allein im August 2022 einen historischen Anti-Rekord von unglaublichen 58 Mrd. € (Handel mit Ländern außerhalb der defizit-EU), verglichen mit den 15-20 Mrd. € Überschuss, die 2019-2020 erzielt wurden.

In den ersten 8 Monaten des Jahres 2022 betrug das Außenhandelsdefizit 304 Mrd. €, verglichen mit einem Überschuss von 98 Mrd. € im Jahr 2021 und einem Überschuss von 118-120 Mrd. € in den Jahren 2019-2020 im gleichen Zeitraum. Davor lag das Rekorddefizit für die ersten 8 Monate im Jahr 2008 bei 91,4 Mrd. Euro.

Von einem Überschuss von 120 Mrd. auf ein Defizit von 300 Mrd. zu kommen, bedeutet also 420 Mrd., und das in nur 8 Monaten! In Anbetracht der Trends könnte das Außenhandelsdefizit der EU-Länder im Jahr 2022 500 Milliarden Euro erreichen.

Unter den großen europäischen Ländern ist die Situation in Frankreich (18 Milliarden Euro Defizit) und Italien (10 Milliarden Euro Defizit gegenüber einem Überschuss von 5-6 Milliarden Euro, der als normal galt) am kritischsten. Die deutsche Handelsbilanz tendiert gegen Null.

Praktisch das gesamte Defizit ist auf die Energie zurückzuführen. Wie viel kostet Europa die Energiekrise? Die Schätzung der Handelsbilanz spricht von 700-800 Milliarden Euro pro Jahr!

Hinzu kommen die direkten Kosten aufgrund der Destabilisierung der Industrie (erzwungene Einschränkungen des Gas- und Stromverbrauchs und steigende Energiepreise).

Das Ausmaß der Deindustrialisierung ist noch nicht abzuschätzen – diese Prozesse manifestieren sich mit Verzögerung, aber angesichts der Erfahrungen aus den 70er Jahren werden mindestens 10 – 15 % der Industrien zerstört werden.

Für die Länder der EU wird die sklavische Gefolgschaft beim Versuch der USA ihre Hegemonie durch die ständige Ausweitung der Sanktionen und die Forcierung des Stellvertreterkriegs gegen Russland zum Desaster. Die Rechnung werden die Menschen zu tragen haben, die nicht zu den sprichwörtlichen Oberen Zehntausend und natürlich der Politikerkaste angehören. Der Mittelstand, lange Zeit Garant für Wohlstand und Frieden, wird schwerstens in Mitleidenschaft gezogen.

Widerstand gegen diese Politik gibt es erst in wenigen Ländern wie Frankreich, Holland oder der besetzten DDR.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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24 Kommentare

  1. Andreas I. 23. Oktober 2022 at 10:01Antworten

    Hallo,
    seit die USA in Syrien (seit 2011) und in der Ukraine (seit 2014) nicht mehr wie gewohnt ihre Interessen durchsetzen kann, ist davon auszugehen, dass andere (Staaten) aus diesen und anderen Entwicklungen die entsprechenden Schlüsse ziehen werden und daran ihren Weg in der Situation bestimmen.
    Dass ausgerechnet Saudi-Arabien sozusagen vorprescht, das hätte ich nicht erwartet, aber wahrscheinlich hat es gerade bei Saudi-Arabien auch viel mit der Situation in Syrien zu tun. Die Öl-Handelsabkommen mit China sind sicherlich der (oder ein) ausschlaggebende Faktor. Dazu kommt aber noch, dass Saudi-Arabien anfangs (seit 2011) zusammen mit USA gegen Syrien gearbeitet hat – und dass das ein Flop war, die Positionen Russlands und Irans gestärkt hat und USA zwar nach wie vor die ostsyrischen Ölquellen besetzen, aber die ganze Aktion auch nicht unbedingt dazu geführt hat, dass sich die Situation im benachbarten Irak entspannt hätte, auch dort folge auf USA-Druck irakischer und iranischer Gegendruck.
    Dazu der Krieg in Jemen, der Saudi-Arabien auch nur Probleme macht …
    Und dann ist da noch die Türkei, die sozusagen vorgemacht hat, wie weit sogar ein Nato-Mitglied seine eigenen Interessen verfolgen kann.
    Das waren einige Gründe für Saudi-Arabien (bzw. die herrschende Königsfamilie), darüber nachzudenken, ob von einer einseitigen USA-Ausrichtung eher Vorteile oder eher Nachteile zu erwarten sind.

    Außerdem liegt Saudi-Arabien an der Durchfahrt zum Suezkanal.

  2. Sepsis 22. Oktober 2022 at 2:15Antworten

    „In Anbetracht der Trends könnte das Außenhandelsdefizit der EU-Länder im Jahr 2022 500 Milliarden Euro erreichen….“

    IRRE…Für was war das bitte? Das wir nun endlich unabhängig vom russischen Gas sind? Sind wir ja noch nicht einmal. Da strömt doch immer noch über 2 Röhren Putingas nach Europa. Können wir doch die auch gleich noch abdrehen oder wegsprengen oder wie auch immer zerstören. Dann sind wir endlich wirklich FREI.
    Manchmal denke ich das die so denken (also Medien+Politik ,die das alles halt präsentieren und ihren daseinszweck daraus ableiten….steuern werden es sicher andere Kräfte, die denn auch wieder anders denken) .

  3. Fritz Madersbacher 21. Oktober 2022 at 23:33Antworten

    „Für die Länder der EU wird die sklavische Gefolgschaft beim Versuch der USA ihre Hegemonie durch die ständige Ausweitung der Sanktionen und die Forcierung des Stellvertreterkriegs gegen Russland zum Desaster“ (siehe oben im Artikel von Herrn Mayer)
    Das ist so, völlig unabhängig davon, ob das jemandem gefällt oder nicht, auch wenn die westlichen gleichgeschalteten Medien etwas Anderes weismachen wollen. Die Sendung „Wünsch dir was“ gibt es schon lange nicht mehr. Wir sollten nicht mit dem Finger auf die Mißstände in anderen Ländern zeigen, uns vielmehr den Beitrag des blutigen westlichen Imperialismus dazu endlich eingestehen. Dann fällt es uns vielleicht wie Schuppen von den Augen und wir werden erkennen, dass niemand anderer als der westliche Imperialismus und Kolonialismus das größte Hindernis für eine bessere Zukunft sind. Wir müssen mit den Völkern und Ländern der Welt zusammenarbeiten, statt sie in heuchlerischer Doppelmoral belehren zu wollen und uns unter Vorwänden wie „Menschenrechte“ und „Demokratie“ gewaltsam in ihre inneren Angelegenheiten einzumischen. Diese Völker werden ihre Probleme genauso meistern wie wir die unseren meistern müssen, sie werden sie ohne unsere Einmischung bestimmt viel humaner angehen, als wenn sie ständig von außen mit Aggression, Infiltration, Spaltung, Ausbeutung und Krieg bedroht werden!
    Wir selber aber sollten realistisch unsere Lage einschätzen und erkennen, dass uns die Zusammenarbeit mit „der Welt“ eine wirklich erstrebenswerte Zukunftsperspektive eröffnet, ein weiteres stures Beharren auf liebgewonnenen Stereotypen und Vorurteilen aber in eine Auflösung und Zersetzung ähnlich dem Schicksal des vormals unsinkbar scheinenden römischen Imperiums führt …

  4. Georg Uttenthaler 21. Oktober 2022 at 19:52Antworten

    Obwohl die relativ neue EU bereits deutlich ins Straucheln geraten ist und am Rande des Auseinanderbrechens steht, versuchen die Führer des „Brüsseler- Wasserkopfes“ verzweifelt, das sterbende Bündnis mit Hilfe der USA zusammenzuhalten. Unterdessen arbeiten die anderen Großmächte der Welt, die BRIC- Staaten mit Hochdruck daran, dass der Rest der Welt unabhängig vom sterbenden Imperium weitermachen kann, wenn die USA und die EU ihr Waterloo erleben. Sie warten nicht einfach am Rande des Geschehens auf den Zusammenbruch und darauf, dass sie an der Spitze der Hackordnung an die Reihe kommen. Sie bereiten ihre Position aktiv vor, um den Staffelstab so nahtlos wie möglich zu übernehmen.
    Das Ende der Dollar-Hegemonie: Seit der Konferenz von Bretton Woods im Jahr 1944 hat der US-Dollar als Standardwährung der Welt die Vorherrschaft inne. Im Jahr 1944 besaßen die USA mehr Gold als jedes andere Land, aber 1971 gaben die USA den Goldstandard auf, und seitdem ist der Dollar eine instabile Fiat-Währung. Die USA haben den Dollar immer unbekümmerter missbraucht – oft auf Kosten anderer Länder. Russland und China haben sich mit dem größten Energieabkommen der Geschichte gegen die jüngste Runde von Zwangsmaßnahmen der USA zur Beibehaltung des Petrodollars gewehrt. Dieses und der gesamte Handel zwischen den beiden Ländern werden in Rubel und Yuan abgewickelt. Seitdem hat Russland aktiv Abkommen mit anderen Abnehmern von Energieträgern geschlossen, ebenfalls unter Umgehung des Petrodollars. Mit diesen Abkommen haben die asiatischen Mächte inoffiziell den Untergang des Petrodollars angekündigt. Jahrzehntelang haben die USA mit Hilfe des Petrodollars ihre Macht über andere Länder ausgeübt. Das chinesisch-russische Abkommen bedeutet also nicht nur das Ende des Petrodollar-Monopols, sondern auch einen allgemeinen Rückgang der US-Macht in der Welt. Ein angeschlagener, gebrechlicher Biden passt daher gut ins Bild.

  5. majestyk74 21. Oktober 2022 at 16:45Antworten

    Schon mal darüber nachgedacht, daß genau das der Great Reset sein könnte, der Aufstieg des Kommunismus?

    Daß die westlichen Eliten fremdgesteuert sind ist offensichtlich, die Identität des Puppenspielers ist aber lange nicht so eindeutig wie manche selbst ernannten Kritiker behaupten. Und ehe ich Sektkorken knallen lassen würde, wegen des Untergangs des einen Hegemons, würde ich mir die Gegenspieler mal genauer anschauen. Also in China würde ich nicht leben wollen und Südafrika ist für Weiße langfristig auch ein eher ungemütliches Pflaster. Wer sind denn die BRICS Staaten? Doch alles entweder Sozialisten, Despoten und ein ehemaliger Offizier des KGB. Naja, wie man sich bettet, so liegt man.

    Und falls ich überhaupt eine Reaktion ernte, dürfte es die übliche Abwertung sein, aber vom das eigene Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, davon sich selber eine wirklich freie Welt zu erschaffen scheint ja kaum einer begeistert zu sein.

  6. Peter Ruzsicska 21. Oktober 2022 at 11:56Antworten

    Nicht nur der Great Reset mit extremer Bevölkerungsreduktion ist ein Elitenprojekt, sondern auch das Konzept der sogenannten multipolaren Weltordnung, in selbig dieser die Verheizung von sogenannten Humanresourcen fundamental von interessengeleiteten Eliten vorgesehen ist – No Na.

    Ich empfehle daher nicht darauf und vor allem damit nicht auf sich selbst reinzufallen, wenn sich nun z. B. die Saudis prächtig bequemen, den BRICS anzuschmiegen, welches womöglich dem sogenannten kleinen Mann in unserer derzeit verfaulenden Operettenrepublik ein wenig den Alltag erträglicher machen könnte…

    • Peter Ruzsicska 21. Oktober 2022 at 12:55Antworten

      Ich präzisiere:
      Ich empfehle daher nicht darauf und vor allem damit nicht auf sich selbst reinzufallen, wenn sich nun z. B. die Saudis prächtig bequemen, den BRICS anzuschmiegen, welches womöglich dem sogenannten kleinen Mann in unserer derzeit verfaulenden Operettenrepublik ein wenig den Alltag erträglicher machen könnte –
      Im Falle einer Anbiederung Österreichs an die BRICS nach in eventu erfolgreicher Demontage unseres derzeit eskalierenden Gesamtpolitfiaskos in Ö – meine Befürchtung ist, daß die uns was husten und unsere Elite nach deren Pfeife tanzen muß (sic!!!) wenn wir unsere letzten Reste an glaubwürdiger Neutralität endgültig verspielt haben werden. Schon alleine Russland gegenüber haben wir vielleicht jetzt schon unsere Glaubwürdikkeit verspielt…

  7. Gabriele 21. Oktober 2022 at 11:13Antworten

    Ich dachte Südafrika ist schon Mitglied. Ist es möglicherweise ein Schreibfehler?

  8. Slobodan Covjek 21. Oktober 2022 at 10:04Antworten

    Die meisten und fast alle Regierungs-Politiker scheinen sich von der europäischen Bevölkerung längst abgesetzt zu haben und hoffen auf einen Platz auf der amerikanischen Arche Noah, den sie sich durch unterwürfiges Verhalten zu verdienen versuchen. Kein Charakter! Kein Stolz! Keine Ehre! Wie letztklassig!

    • Peter Ruzsicska 21. Oktober 2022 at 12:02Antworten

      Wie von den Amis gewohnt brechen die alle Verträge, wenn es denen gemutet und hinterlassen Chaos und verbrannte Erde nachgerade dort wo sie ihre Werte und Demokratie einzurühren vorgeben: Siehe z. B. Afghanistan und nun Ukraine, sowie in Bälde ganz Europa…

  9. Wolfgang 21. Oktober 2022 at 9:32Antworten

    Jan
    21. Oktober 2022 at 8:27Antworten
    Ich behaupte dass von ihren Theorien keine einzige eintreten wird.
    Viele “ Experten“ stellen Thesen auf die sich im Nachgang als falsch erweisen.
    Das ist wie ein Konstrukt auf das man eben immer weiter aufbaut.
    Macht denen aber nichts aus, dann werden eben neue aufgestellt.
    Diese Schwarzmalerei hat noch nie irgendeinen Nutzen gehabt.
    Im Gegenteil.

    • majestyk74 21. Oktober 2022 at 16:54Antworten

      @Wolfgang

      Das ist genau der Punkt. Wenn man beginnt Narrative in Frage zu stellen, dann ganz oder gar nicht. Es bringt wenig einen Schäfer gegen einen anderen auszutauschen.

  10. Heiko 21. Oktober 2022 at 8:55Antworten

    Das Ziel der Politik im Westen ist ja eine CO2-neutrale Wirtschaft. Was das bedeutet, macht ein Blick in die Geschichte deutlich. CO2-neutral bedeutet keinen Verbrauch an fossilen Rohstoffen außer zum Heizen. Wir leben also wieder wie 1850. 90% der überlebenden Bevölkerung werden wieder in der Landwirtschaft arbeiten. Die meisten davon als Tagelöhner für eine warme Mahlzeit am Tag.
    Das Grüne Band des NABU wird ganz Deutschland umfassen und der Rest der Welt wird Europa für seine unberührte Natur schätzen. Wir werden die Rolle der Ureinwohner anderer Kontinente übernehmen und als Exoten bestaunt werden.

    • Peter Ruzsicska 21. Oktober 2022 at 12:10Antworten

      Als Exoten werden wir nur kurze Zeit bestaunt werden, gleichzeitig erwartet der gemeinen Untertan, sowie der Rest sich selbst wegrationalisierter Funktionselitenteile als Futter der sogenannten Bevölkerungsreduktion zu dienen…

    • Dr. med. Veronika Rampold 21. Oktober 2022 at 19:19Antworten

      Ja, kann sich hier niemand vorstellen, dass wir Menschen weltweit in wenigen Dekaden wieder auf die Äcker gehn werden, weil die Natur nach wie vor die wahre Herrin ist und es so haben will?

      Und zwar entweder erzwungen und ohne Reste moderner Technologie, Steinzeit, Mad Max,
      wenn unsre Fürsten so dumm sind, einen 3. Weltkrieg zu führen und alles Wertige selber zu zerschlagen,

      oder freiwillig und friedlich
      und dann mit Hochtechnologie überall da, wo wir sie brauchen, in Logistik, Medizin, Kommunikation, alles… aber 1850 da, wo es dem Menschen als Lebewesen damit besser geht, wo er es will?

      Ein WAHRES Naturschützer-D würde KEIN Museum und KEIN Urmenschenreservat, ihr Technikliebenden! Eher ein Zukunftslabor… aber kein gentechnisches.
      Dass die Grünen heute gehasst werden, geschieht ja, weil sie nicht wirklich grün sind, sondern verkappte Hi-Tech- und Gentech-Anbeter.
      Jetzt wäre hohe Zeit für die „Reste Israels“* in Gruhls alter ÖDP, die vielen!!! ehrlichen Ex GRÜNEN zu sammeln, in die Politik zurückzukehren und endlich Nägel mit Köpfen zu machen – aber leider hat auch diese Partei sich vom Corinna-Dupe reinlegen lassen und die Unschuld verloren. Aus der Traum.

      *“Man hört schon die Schritte der Kleinen, die Schritte der Armen, des Restes Israels.“ (Psalm)

  11. Urban 21. Oktober 2022 at 8:54Antworten

    Was für eine einladende Truppe das doch ist!!

    Diktaturen, Halunken, Entwicklungs+Schwellenländer, deren Bevölkerungen hungern, leiden, sich vor Geheimpolizei und Politkommissaren fürchten müssen.

    Viel Spaß beim Untergang!

    • Grld 21. Oktober 2022 at 9:15Antworten

      Sie sprechen von der EU?

    • Tony V 21. Oktober 2022 at 10:06Antworten

      Also fast wie die EU (deren Führer noch dazu nicht mal gewählt wurden)?
      Nicht vergessen, dass viele Bevökerungen im „Süden“ hungern und leiden müssen weil der moralisch erhabene „Westen“ sie sanktioniert oder ihnen gar Nahrungsmittel und Öl stiehlt …

  12. Jan 21. Oktober 2022 at 8:27Antworten

    Alarmierende Zusammenstellung!

    Wenn die wachstumsstärksten Länder eine eigene Währung schaffen, wird es günstiger für sie, ihre Wertschöpfungsketten selbst auszubauen, anstelle Rohstoffe zu verkaufen und Waren einzukaufen. Damit ist das Geschäftsmodell des Westens vorbei! Europa wird weder Ressourcen noch Kapazitäten haben, Krieg zu führen, inklusive einer angemessenen Verteidigung. Was will der Westen den BRICSS verkaufen, das sie nicht selbst können?

    Der Einbruch des Außenhandels könnte zu einer Finanzkrise wie 2008 führen und diesmal den völlig aufgeblähten Finanzsektor zum Einsturz bringen. Stichwort: Pensionen. Eine neue Weltwährung könnte Dollar und Euro unter Druck setzen.

    Die westlichen Ölressourcen sind im Beitrag sehr optimistisch geschätzt, das US-Fracking enthält jedoch viele sehr leichte Kohlenwasserstoffe und ist sehr teuer und technisch fragwürdig, viele Felder sind bereits am Ende. An eine dauerhafte LPG-Substituierung glaube ich nicht. Die Qualität des nahöstlichen, saudischen und russischen Öls ist viel höher, das wird auch Venezuela nicht ersetzen können!

    Dazu kommt, dass Europa und die USA mit der staatlich verordneten Spritzung von aus heutiger Sicht langfristig wohl tödlicher Substanzen (Zerstörung des Gefäß- und Immunsystems) ihr politisches und rechtliches System gegen die Wand gefahren haben und für lange Zeit nicht zur Ruhe kommen werden. Vertrauen lässt sich weder verordnen noch herbeiprügeln.

    Und schließlich: So sehr ich ein Freund alternativer Energien bin, glaube ich dennoch nicht, dass es möglich ist, fossile Rohstoffe komplett zu ersetzen. Ihr Anteil liegt irgendwo bei 3-5%. Es fehlt eine schnell verfügbare Durchbruchtechnologie.

    Was noch dazu kommt: Unser Wirtschaftssystem ist hochintegriert. Wenn dieses schrumpft, werden sich von daher bereits Brüche ergeben, mit denen niemand rechnet, weil plötzlich Grundsubstanzen wie Glas, Stahl, Chips, Dünger, Zement oder Schwefelsäure nicht verfügbar sind. Die komplexen staatlichen Regelungen sind viel zu dicht für diese Situation!

    Mit den ersten Blackouts ist auch der Höhenflug der US-Megakonzerne vorbei – digitale Ausweise, digitales Geld, Elektroautos und Software machen ohne Strom keinen Sinn. Russland und China setzen sowieso auf eigene Lösungen.

    Die Demokratie führt sich leider gerade selbst ad absurdum, denn die große Mehrheit kann sich die Konsequenzen gar nicht vorstellen und wählt völlig unfähige, kriminelle Quacksalber. Und die Industrie lässt sich ihre Zerstörung widerstandslos gefallen und wandert, so möglich, in die BRICSS ab! Die CovidFighters werden die Voest aber nicht ersetzen können.

    Und schließlich kann man noch andenken, dass sich die USA, die noch auf einem Haufen Waffen sitzen, die Selbständigkeit ihrer ehemaligen Schützlinge mit einem Vierfrontenkrieg gegen Russland, China, Lateinamerika und den Nahen Osten unterbinden wollen. Europa würde dann mit Heugabeln gegen kraftstrotzende industrielle Youngsters antreten müssen.

    • Heiko 21. Oktober 2022 at 8:57Antworten

      Es gibt in Klassengesellschaften keine Demokratie, denn die herrschende Klasse über immer die Diktatur über die unterdrückten Klassen. Was wir im Westen hatten, war eine in Plüsch verpackte Diktatur des Kapitals, um den armen Ostlern den Mund wäßrig zu machen.

      • majestyk74 21. Oktober 2022 at 16:47

        In selbst ernannten klassenlosen Gesellschaften gibt es auch keine Demokratie. Da herrschen viele über den Einzelnen, auch nicht besser als die Tyrannei. des einen über viele. Und nein, ich will das nicht ausprobieren, wurde schon getestet, war Schrott, funktioniert nicht und kann weg.

    • majestyk74 21. Oktober 2022 at 16:48Antworten

      @Jan

      Und wenn ich Ihnen nun sagen würde, daß es keine Probleme mit fossilen Energien gibt, da es noch lange nicht erwiesen ist, daß diese überhaupot fossilen Ursprungs sind, was dann?

    • Andreas I. 23. Oktober 2022 at 11:32Antworten

      @ Jan Hallo,
      „Was will der Westen den BRICSS verkaufen, das sie nicht selbst können?“

      Westliche Werte? :-)
      Seit China Siliziumchips unter 10 µm-Raster herstellen kann, gibt es da nichts mehr.
      In einigen Bereichen mag es im Westen noch die längeren Erfahrungen geben, aber da ist nichts, was andere nicht auch lernen können.

      Die Verwendung des US-Dollar konnte USA früher erzwingen, nötigenfalls durch einen Flugzeugträger-Verband. Bei Syrien funktionierte das nicht mehr, in Afghanistan auch nicht, der immer wieder befürchtete Krieg mit Iran fand nicht statt …

      Energieversorgung im Sinne von Strom und Heizen ist auch ohne fossile Brennstoffe technisch vergleichsweise einfach machbar – nur große Gewinne für Großaktionäre sind damit nicht machbar.
      Der Punkt ist, dass besonders Öl der Rohstoff für alles mögliche in der chemischen Industrie und dann weiter in allen anderen Branchen ist und wenn die Schuhsohlen wieder aus Leder sein müssten, dann müssten eine Menge mehr Schweine und Rinder rumfurzen und viel Futter fressen.

      Und die Digitalkonzerne aus Silicon Valley, naja … Daten seien das neue Öl.
      Was aber, wenn Daten eher das neue FIAT-Geld sind, weil sie sich ähnlich beliebig wie FIAT-Geld erzeugen lassen – und darum den Wert von FIAT-Geld haben?
      So lange alle an die Illusion glauben, dass [FIAT-Geld oder Daten oder Tulpenzwiebeln] den Wert haben, den alle darin sehen …
      Wenn ich sämtliche Daten von einer Kuh haben kann und aus den Daten noch mehr Daten über die selbe Kuh errechnen kann, aber die Daten an der Realität nichts ändern – und genau deswegen die Kuh dadurch keinen Milliliter mehr Milch gibt, was sind die Daten dann wert? Tja …
      Dann wären diese Konzerne, die an der Börse Milliarden wert sind, aber hauptsächlich mit Daten handeln, die Blase in der Blase wie der Zünder in einer großen Bombe (nur das die Geldblase mehrere potentielle Zünder hat).

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