BRICS-Länder diskutieren die Schaffung einer einheitlichen Währung

30. September 2022von 2,8 Minuten Lesezeit

Angesichts der Verwerfungen durch die weltweite Corona-Politik und den Versuchen der USA und deren Finanzeliten die WHO als eine Art Weltregierung einzusetzen, sowie dem immer weiter um sich greifenden Sanktionsregime, hat sich eine immer stärker werdende Gegenbewegung gebildet. Als Kristallisationskerne für die Gegenbewegung auf die Hegemoniebestrebungen der USA sind einerseits BRICS und andererseits die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit hervorgetreten.

Die BRICS sind ein informeller Zusammenschluss der wichtigsten Entwicklungsländer der Welt, der 2006 gegründet wurde, um die Zusammenarbeit zwischen diesen Ländern zu verbessern und gemeinsame Ansätze für die globalen wirtschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln.

Ein zentrales Thema der Abwehr der US-Sanktionen sind offenbar die Zahlungssysteme. Banken und Unternehmen, die vom Zahlungssystem SWIFT ausgeschlossen sind, haben es im internationalen Zahlungsverkehr schwer. Der Dollar und SWIFT verlieren aber immer schneller an Bedeutung, da Rubel, Yuan und die indische Rupie konvertierbar gemacht wurden und im internationalen Zahlungsverkehr immer häufiger genutzt werden. Immer mehr Länder gehen weg vom Dollar und stellen um auf Rubel und Yuan, wie etwa kürzlich Pakistan.

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS) diskutieren nun sogar die Möglichkeit der Schaffung einer gemeinsamen Währung, sagte Pawel Knjasew, Botschafter des russischen Außenministeriums bei den BRICS, am Donnerstag.

Die Möglichkeit und die Aussichten einer gemeinsamen Währung, der BRICS-basierten Rechnungswährung, werden diskutiert„, sagte Knyazev während einer Expertendiskussion über die Aussichten für die Erweiterung der BRICS und der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die vom Valdai Club veranstaltet wurde.

Dem Diplomaten zufolge haben bereits etwa 15 Länder ihr Interesse an einem Beitritt zu den BRICS bekundet.

Russland und China zeigen auch Bestrebungen ihren Währungen Golddeckung zu verleihen. Bis 1971 hatte der Dollar Golddeckung, das heißt Zentralbanken konnten ihre Dollarbestände gegen Gold tauschen. 1970 begann jedoch für die US-Wirtschaft eine Rezession die eine steigende Arbeitslosigkeit mit sich brachte.

Am 15. August 1971 verkündete der damalige US-Präsident Richard Nixon, dass die USA den Zentralbanken fortan nicht länger automatisch Gold gegen US-Dollars verkaufen würden. Die Folgen waren dramatisch. Banken und Privatleute, die US-Dollars besaßen, wurden durch die einseitige Ankündigung des Präsidenten, quasi über Nacht, ihres vertraglich besiegelten Anrechts auf Gold beraubt. Gleichzeitig öffneten sich die Schleusen für eine gigantische Währungsinflation und weltweite Spekulationen.

Das Gesamtvolumen der global zirkulierenden Dollarmengen, das sich Ende der 1960er-Jahre auf einem relativ gleichmäßigen Niveau befunden hatte, stieg bis Ende der 1990er-Jahre um rund 2.500% an. Seither wird die Welt von „Fiatgeld“ regiert, bei dem sich der Wert des US-Dollars ausschließlich durch die Rolle der USA als Weltsupermacht stützt. Da der US-Dollar nun nicht mehr an das Gold gekettet war, konnten die USA in wachsendem Ausmaß Dollars drucken. Das lateinische Verb „fiat“ bedeutet „entstehen“ oder „gemacht werden“, auch „opfern“ kann es bedeuten.

Das ist genau das was die Zentralbanken der USA, der EU, Großbritanniens und anderer Länder mehr oder weniger seit Jahrzehnten machen um Banken zu retten und die Finanzblase nicht platzen zu lassen.

Golddeckungen von Rubel oder Yuan, sowie eine neue BRICS-Währung wären eine enorme Gefahr für die Vorherrschaft des Dollars und der USA.


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15 Kommentare

  1. Glass Steagall Act 30. September 2022 at 15:50Antworten

    Die BRICS Staaten machen das ein einzig Richtige! Nur so können sie sich von der US-Dominanz und deren Abhängigkeit lösen.

    Ein eigenes Wirtschaftssystem, eine einheitliche goldgedeckte Währung und ein einheitliches Zahlungssystem. Das braucht zwar alles etwas Zeit, aber ich denke es könnte klappen. Alle, die sich dem US-System unterworfen haben, werden mit diesem längst kaputten System früher oder später untergehen.

    Zur Zeit versuchen sich ja die USA mit Hilfe Europas wieder selbst gesund zu stoßen. Wenn aber irgendwann alle Partner ausgebeutet wurden, fällt auch das US-Imperium unweigerlich. Dann werden viele Menschen und Länder sich dem neuen BRICS System anschließen! Je eher umso besser für die Länder. Ich denke, das BRICS System ist bereits der „alternative Great Reset“! Mal sehen, wie die Rolle des WEF in dieser Entwicklung noch sein wird.

  2. A-w-n 30. September 2022 at 13:21Antworten

    Okay, es gibt diese aktuellen und teils schon bestehenden Entwicklungen, Goldbindung der Währung mag ein gewisses Vertrauen schaffen. Vertrauen ist aber der eigentliche Punkt.

    Nur weil viele ’selbstdeklarierte Andersdenkende oder Contrarians‘ ‚blind‘ auf Golddeckung von Währungen als ‚Qualitätsmerkmal hinweisen‘: der Dollar hatte auch zur Zeit seiner Goldbindung schon enorm an Wert verloren, man siehe sich mal ein Chart ab ca. 1920 an. Z.B. hier: https://kaido.goburei.info/us-dollar-value-chart-100-years/ – runterscrollen zu ‚Purchasing Power of the US Dollar (1900-2003)‘.

    Warum sollte eine Währung goldgebunden sein? Man bedenke, Geld soll ja den generierten Waren- und Dienstleistungswert wiedergeben. Die Wirtschaft an Produzierenden und Konsumenten für die produziert wird ist hauptsächlich durch das Bevölkerungswachstum gewachsen: 1800 1 Mrd Menschen auf der Erde, 1927 2 Mrd, 1960 3 Mrd, 1972 4 Mrd, 1987 5 Mrd, 1999 6 Mrd 2011 7 Mrd, 2022 8 Mrd. – Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbev%C3%B6lkerung
    Warum soll Währung durch die Goldmenge begrenzt werden?

    Auch ohne Goldbindung hätte nicht ’so viel Geld gedruckt werden müssen‘ bzw. gäbe es eben andere Parameter und Dinge wie Realwirtschaft etc.

    Lt. Prof. Carol Quigley (Georgetown Uni Prof von z.B. Bill Clinton) kam die Goldbindung daher, dass die Goldminen auch den Bankiersfamilien gehörten. Goldbindung hiess, der gesamte Wert an Waren und Dienstleistungen der Weltwirtschaft kann durch Gold gekauft werden, da ist es praktisch, wenn man die Goldminen besitzt. Ausserdem konnten sie damit international Bankgeschäfte abwickeln, weil die einzelnen Währungen gegen Gold getauscht werden konnten, auch wenn es keinen Handel/Kurs zwischen einzelnen Währungen gab: https://en.wikipedia.org/wiki/Tragedy_and_Hope

    Lt. David Graeber gab es ursprünglich nicht Handel und Geld, sondern Kredit, wobei Kredit nicht diese Art harte Schuld war wie jetzt. Es war auf Vertrauen gegründet, auf die Leistungsfähigkeit und den Willen von Menschen. Geld und damit Goldmünzen etc wurden spät genutzt und in Verbindung mit Gewalt, als Kriegslohn mit dem Aufdruck des Kaisers, als Strafe / Vergeltung von Gewalttaten, als Kaufpreis von Sklaven. Quellen: https://en.wikipedia.org/wiki/Debt:_The_First_5000_Years ; http://www.scapegoatjournal.org/docs/02/02_Graeber_CoinageAndCode.pdf .

    Das Umfeld für die Einarbeitung in Geldthemen ist problematisch, weil vielfach nur die üblichen Fabelgeschichten erzählt werden frei nach Adam Smith oder nur begrenzt auf Bretton Woods. Oder dann als Alternativen nur Gold oder Crypto. Auch da: weil manches Crypto wie Bitcoin nicht beliebig vermehrt werden könnte hätte es einen Wert. Welchen denn? Es ist ‚gar nichts ausser digits‘ und kostet ne Unmenge Energie und Rechenzentren, es ist nicht ‚digital‘ ohne diese physischen Rechenzentren (die wie in China physisch und rechtlich attakiert und vertrieben werden können), Energie, und Internetinfrastruktur (die wie Nord Stream auch explodieren kann…). Meine alten getragenen Socken lassen sich auch nicht beliebig vermehren, würden sie dafür knapp 20.000 Euro pro Socke bezahlen, wie aktuell 1 BTC?

  3. Jan 30. September 2022 at 13:08Antworten

    Geld ist ein Versprechen des Staates die Steuerschuld in dieser Form akzeptieren zu wollen. Grundsätzlich steht dabei dem im Umlauf befindlichen Geld samt Krediten und Wertpapieren die Gesamtheit der im Währungsraum produzierten Waren und Dienstleistungen gegenüber. Mehr lässt sich nicht real verteilen. Nun hat man nach dem Vorbild von Hjalmar Schachts Mefowechsel „Geld isoliert“ und ein Versprechen auf Zahlung in der Zukunft gegeben, das mehr ist als alles Produzierbare. Irgendwann werden die Marktteilnehmer bemerken, dass ihre Versprechen nicht eingelöst werden.

    Energie ist eine Funktion der Wirtschaftsleistung. Ebenso die produktive Bevölkerung. Wenn eines der beiden abnimmt, gibt es weniger zu verteilen, das Geld wird weniger wert.

    Ich denke, es wird bald den Euro sprengen wegen der nicht stabilisierbaren Inflation. Werthaltiges wird dann, wenn nicht schon jetzt, in den Dollar flüchten. Damit werden die nicht eingehaltenen Versprechen zuerst im Euroraum schlagend.

    Es wäre sinnvoll, nationale Parallelwährungen einzuführen, in denen auch Steuern bezahlt werden können.

    Wenn sich die Bundesebene sowieso entbehrlich machen möchte, wäre es sinnvoll, dies zumindest regional zu tun.

    Nicht-digital, natürlich!

  4. Andreas I. 30. September 2022 at 12:12Antworten

    Hallo,
    im Prinzip nichts neues und trotzdem interessant, in welchem Stadium die Entwicklung ist. Es scheint so, dass der Stein momentan ins Rollen kommt.

    Eine aus einem Währungskorb gebildete Verrechnungswährung ist stabiler und vor allem weit weniger anfällig für Missbrauch finanzieller Macht, als eine einzelne Leitwährung, die die Währung eines Staates ist (US-$).
    Also die Idee dürfte weltweit mit Interesse aufgenommen werden.
    (Und gabs schonmal von Keynes.)

    • Chris 30. September 2022 at 13:05Antworten

      Keynes‘ System mag auf den ersten Blick gut aussehen aber dahinter verbirgt sich die Clique der britischen „grand strategists“: Misanthropen, Eugeniker und Imperialisten, den Wurzeln des heutigen WEF: https://matthewehret.substack.com/p/the-ugly-truth-of-john-maynard-keynes

      Sergey Glaziews Verstädnis von Ökonomie hingegen beruht auf den Werken von Henry C. Carey (Harmony Of Interests, Unity of Law – https://risingtidefoundation.net/henry-charles-carey-1793-1879/) und Lydon LaRouche (https://risingtidefoundation.net/lyndon-h-larouche/).

      Das sind völlig gegensätzliche Philosophien, eines ein geschlossenes System der Ausbeutung und de-inustrialisierung, das andere ein offenes System von großen Infrastrukturprojekten und win-win Kooperation. Da sind gute Informationen und auch ein paar Videos von Sergey Glaziew verlinkt: https://risingtidefoundation.net/2022/09/25/why-sergey-glazyevs-memorial-to-the-legacy-of-lyndon-larouche-matters/

      Auf China wird ja auch gerne eingedroschen und das Argument vorgebracht ihre Kredite über die AIIB würden die Länder in eine Zinsfalle locken. Kenya blüht derzeit auf, Krankenhäuser, Infrastruktur und Bildungseinrichtungen sprießen aus dem Boden. Das ist nicht überall so gut, zB in Nicaragua gabs Korruption, aber der generelle Trend für diese Länder ist eher positiv mit der neuen Seidenstraße, besonders im Vergleich zur IWF-Sklaverei die keine großen Infrastrukturprojekte erlauben.

      • Andreas I. 2. Oktober 2022 at 9:54

        Hallo,
        sicherlich war Keynes als britischer Ökonom zu Zeiten des British Empire in kolonialen Strukturen, trotzdem war seine Idee des „Bancor“ in sich schlüssig und ein Gegensatz zur Idee, die Währung eines einzelnen Staates zur Leitwährung zu machen.
        So gesehen ist der Unterschied, dass im Kolonialismus direkt Rohstoffe ausgebeutet wurden und im Neokolonialismus indirekt über die Leitwährung ausgebeutet wird (es gibt auch noch Konzerne, die direkt Rohstofe rausziehen, aber die sind nicht mehr das Wesentliche).
        Jedenfalls ist die Idee einer Verrechnungswährung, die auf einem Währungskorb beruht, nicht neu, nur wurde sie in den 80 Jahren seit Bretton Woods nicht beachtet. Da ist es doch gut, wenn sie wiederbelebt und weiterentwickelt bzw. an die heutigen Gegenbenheiten angepasst wird.

  5. Garaud 30. September 2022 at 12:04Antworten

    Bricks oder WHO,USA,Eu ein und dasselbe

  6. Tony V 30. September 2022 at 10:58Antworten

    Es ist für mich sehr überraschend, dass der Dollar nach wie vor stark bleibt. Eigentlich hätte er bereits im Frühjahr einbrechen müssen als sich immer mehr von ihm abgewandt haben.
    Wenn da mal keine massive Manipulation dahintersteckt …

    • Andreas I. 30. September 2022 at 12:18Antworten

      Hallo,
      „Wenn da mal keine massive Manipulation dahintersteckt …“

      Verschwörungstheorie! :-)

    • Zbigniew 30. September 2022 at 23:22Antworten

      Der Einäugige ist unter den Blinden König.

  7. Heiko 30. September 2022 at 10:44Antworten

    Der Grund für die Lösung des Dollars vom Gold war der Vietnamkrieg. Jetzt haben wir den Ukrainekrieg. Danach sind in Europa die Uhren 80 Jahre zurückgestellt. Mit etwas Glück aber ohne die zerbombten Städte.

  8. Peter Grunewaldt 30. September 2022 at 10:27Antworten

    Früher wurde man für den Gedanken daran schon mit Demokratiebomben in die Steinzeit zurückversetzt. Von unseren „Freunden“. Was machen die eigentlich, die Freunde? Kacken die gerade völlig ab und verlassen dabei verbrannte Erde? Die Abrechnung wird ein Hölleninferno sein…

    • Jan 30. September 2022 at 13:20Antworten

      An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!

      Ankündigungspolitik kann durchaus in Widerspruch zu den Tatsachen stehen. Oder glaubt jemand, dass Genderpolitik tatsächlich zu gleichen Löhnen für Frauen führt?

      Afghanistan: Chaos hinterlassen, Libyen: Chaos, Jugoslawien: Chaos, Irak: Chaos, Syrien: Chaos, Arabischer Frühling: Chaos, Orangene Revolution: Chaos. Taiwan: Chaos.

      Was hinterlässt die alternativlose Pandemiebekämpfung?

      Dreimal darf man raten, was der „Europäische Frühling“ nach einem Hungerwinter bringen wird!

      • 1150 30. September 2022 at 13:50

        wie hat lale anderson 1941 gesungen:
        es geht alles vorüber, es geht alles vorbei, auf jeden september folgt wieder ein mai……..:-))))

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