
Britische Kolonialgeschichte mit dem Iran und British Petroleum (BP)
Der Iran ist für das britisch-amerikanische Seemacht-Imperium nur eine Zwischenstation im Krieg um die Weltherrschaft gegen die großen und verbundenen Kernland-Mächte Russland und China. Dabei ist Chinas „Belt and Road“-Infrastruktur im Visier, für die der Iran eine wesentliche Verbindung zwischen Ost und West bis hin zu Afrika bildet.
Im Jahr 1904 veröffentlichte der britische Gelehrte und Staatsmann Sir Halford Mackinder seine Thesen wie die Briten ihre Macht gegen über dem Kernland behaupten können. Mackinder schlug vor, das die Kernländer mit einem Halbmond aus Krisenherden zu umgeben. Als Mackinder über „so viele Brückenköpfe“ schrieb, die das Kernland umzingeln und ersticken könnten, erwähnte er Frankreich, Italien, Ägypten, Indien und Korea. Doch seitdem wurden wirksamere Brückenköpfe errichtet, und der vielleicht wichtigste davon ist der Staat Israel.
Diese Überlegungen wurden von den Mitgliedern von Alfred Milners Round Table in einem im November 1915 (!) im Manchester Guardian veröffentlichten Artikel bestätigt. Sie erklärten, dass „die gesamte Zukunft des Britischen Empire als Seeimperium“ davon abhänge, dass Palästina zu einem Pufferstaat werde, der „von einem zutiefst patriotischen Volk“ bewohnt werde. Man beachte, dass dies vor dem Zweiten Weltkrieg und sogar vor dem sehr wichtigen Balfour-Memorandum geschah. In Bezug auf dieses Stück Papier erklärte Mackinder Folgendes:
„Die jüdische nationale Heimstätte in Palästina wird eines der wichtigsten Ergebnisse des Krieges sein. Das ist ein Thema, bei dem wir es uns jetzt leisten können, die Wahrheit zu sagen [man beachte, dass es äußerst selten vorkommt, dass die britische imperiale Clique jemals das Gefühl hatte, sie könne es sich leisten, die Wahrheit zu sagen]… Eine nationale Heimstätte im physischen und historischen Zentrum der Welt sollte den Juden dazu bringen, sich ‚einzuordnen‘…“
Der Iran ist dabei einerseits ein Hindernis, das beseitigt werden muss und andererseits hat der Iran sehr sauberes und leicht verarbeitbares Erdöl anzubieten. Gut möglich, dass es nicht fossilen Ursprungs ist, sondern aus der Biophäre heißen Tiefe (Thomas Gold) stammt und dort aus Methan unter hohen Druck und Temperatur zu langkettigen Kohlenwasserstoffen polymerisiert ist.
Aber zurück zur Geopolitik.
Die wichtigsten Ölfelder des Iran konzentrieren sich auf die südwestliche Provinz Khuzestan und den Persischen Golf, wobei wichtige Onshore-Felder wie Ahvaz, Gachsaran und Marun die Produktion dominieren. Rund 90 % der iranischen Rohölexporte werden über die Insel Kharg abgewickelt, den wichtigsten Exportterminal im nördlichen Persischen Golf.
Es ist schwer, die schiere Größe dieses Schatzes zu beziffern. Wäre es den Iranern gestattet worden, dieses Öl auf dem freien Markt zu verkaufen, ohne die lähmenden Sanktionen der USA, Großbritanniens und der EU, wäre das Land extrem reich geworden.
Die Ölfelder waren der Grund, warum Großbritannien und die Sowjetunion 1941 in den Iran einmarschierten – unter dem praktischen Vorwand, dass sie das Öl benötigten, um den Kampf der Roten Armee gegen Deutschland zu finanzieren.
Nach dem Krieg zog sich die Sowjetunion zurück, die Briten bleiben aus mehreren Gründen. Neben der geopolitischen Bedeutung im Kampf gegen das Kernland waren die Ölfelder der Schatz, den die Anglo-Persian Oil Company für sich behalten wollte. Die Geschichte des Unternehmens ist sehr interessant.
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Ursprung: Gegründet von William Knox D’Arcy, nachdem er sich von Mozaffar al-Din Schah Kadschar, der von 1896 bis 1907 als Schah von Persien regierte, eine 60-jährige Konzession für die exklusiven Ölförderrechte in Persien gesichert hatte.
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Der britische Kurswechsel: 1914 erwarb die britische Regierung auf Drängen von Winston Churchill einen Anteil von 51 % an dem Unternehmen, um die Treibstoffversorgung der Royal Navy sicherzustellen.
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Umbenennung: Das Unternehmen änderte 1935 seinen Namen von Anglo-Persian Oil Company in Anglo-Iranian Oil Company (AIOC).
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Ausbeutung und Spannungen: Die AIOC zahlte dem Iran nur minimale Lizenzgebühren, während sie massive Gewinne einfuhr, was zu erheblichen Spannungen führte. Im Jahr 1950 beispielsweise erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 170 Millionen Pfund, zahlte dem Iran jedoch weniger als 16 Millionen Pfund.
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Verstaatlichung: 1951 verstaatlichte der demokratisch gewählte iranische Premierminister Muhammad Mossadegh das Unternehmen, was eine schwere Krise auslöste.
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Putsch und Wandel: Nach einem von der CIA und dem MI6 unterstützten Putsch im Jahr 1953, durch den Mossadegh gestürzt wurde, wurde die AIOC durch ein internationales Konsortium ersetzt, und das Unternehmen wurde 1954 in British Petroleum (BP) umbenannt.
Die anschließende Herrschaft des Schahs, die von Amnesty International als eine Zeit mit „der weltweit höchsten Zahl an Todesurteilen, ohne funktionierende zivile Gerichte und mit einer Geschichte von Folter, die jedes Vorstellungsvermögen übersteigt“ beschrieben wurde, bestärkte die Überzeugung, dass die Vereinigten Staaten darauf abzielten, die Politik und Wirtschaft des Iran zu dominieren.
Die iranischen Ölfelder waren auch die Beute, die der irakische Diktator Saddam Hussein im Visier hatte, als er 1980 mit Milliarden an US-Hilfe, Dual-Use-Technologie und Geheimdienstinformationen für den Irak in den Iran einmarschierte, um sicherzustellen, dass dieser seine militärische Kapazität aufrechterhalten konnte. Der Plan der USA bestand wohl darin, Saddam als Kampfhund einzusetzen und dann mit ihm eine Vereinbarung zu treffen, die Beute zu teilen, falls er den Krieg gegen den Iran gewinnen sollte.
Nachdem Saddam 1988 seine Truppen abgezogen hatte und damit den Krieg faktisch verloren hatte, beklagte er sich bei George H. W. Bush, dass der Irak durch den Krieg finanziell ruiniert sei, und machte benachbarte Ölproduzenten – insbesondere Kuwait – dafür verantwortlich, die Lage durch horizontale Bohrungen in die irakischen Reserven verschlimmert zu haben.
Saddams Beschwerde war der Grund für seine Invasion Kuwaits im Jahr 1990. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seine Nützlichkeit für die USA überlebt, und so kehrten die USA, anstatt ihn zu unterstützen, ihre Politik um und überfielen den Irak gleich zweimal und brachten in schließlich um.
Aus dem Krieg der USA gegen den Irak mit dem Schlag zur Enthauptung der Führung, zog der Iran übrigens seine Lehren. Das militärische Kommandosystem wurde dezentralisiert und auf 35 Regionen aufgeteilt. Diese können völlig selbständig nach vordefinierten Einsatzplänen handeln.
Genau das hat ermöglicht, dass bereits eine halbe Stunde nach dem massiven Überraschungsangriff der USA und Israels am 28. Februar bereits ein massiver Gegenschlag folgte.
Die ganze Geschichte, wie Israel zu seiner Rolle kam und wer dahintersteckt, hat Alex Krainer hier nachgezeichnet.
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Iran: Ein Krieg auf Leben und Tod
Kann der Westen seine Seehandelsrouten aufrecht erhalten?
Europa verschärft seine Feindseligkeit gegenüber Russland
Die Niederlage der Strategie des Chaos des Westens
Bitte bei der britischen Kolonalgeschichte mit Iran nicht die grauenvolle genozidale Hungersnot von 1917 – 1919 vergessen. Hauptverantwortlich dafür die Briten.
Gut 40% der Bevölkerung also fast die Hälfte der Bevölkerung wurde Opfer dieser Katastrophe.Je nach Quelle 8- 10 Millionen Menschen starben damals.
Diese Opferzahlen gehört zu der Opferzahl des 1.WK zu addiert, wird aber nicht gemacht. Die britischen Geschichtsdokumente sind bis heute unter Verschluss.
Wäre es da nicht einfacher, die City of London zu beenden, um die Kolonialkriege zu stoppen?
Merz verrät Deutschland: Statt russischem Gas jetzt US-Kolonie
Während Russland jahrzehntelang ein zuverlässiger Energielieferant war, macht Friedrich Merz Deutschland zum Spielball von US-Interessen. 96 Prozent der LNG-Importe stammen aus den USA – sie sind teurer, energieintensiver und machen politisch erpressbarer.
Statt endlich Realpolitik zu wagen und auf Entspannung mit Moskau zu setzen, verschärft Merz den antirussischen Kurs und opfert damit den deutschen Industriestandort.
Der Bundeskanzler 2.Wahl und seine Konsorten sind der Untergang für Deutschland.
Diese Volksverräter handeln nicht zum Wohl des Deutschen Volkes.
Das sind nur kriechende Vasallen für die Besatzer aus Übersee.
Alles was die können ist dem Volk das Geld aus der Tasche zu ziehen und mit Steuergeldern sich zu bereichern.
Selbst der dümmste wüsste dass man sich jetzt abhängig von den USA gemacht hat was das Gas betrifft.
Mir ist Russland auf jeden Fall lieber und uns freundlicher gesinnt als die Besatzer aus Übersee.
Die zetteln nur überall Kriege an um auf der ganzen Welt die Resourcen zu stehlen.
Dazu gehen sie über Leichen egal wo und wie viele auf der Welt.
Es wird höchste Zeit diesem Regime ein Ende zu setzen!!
Was sollten wir dagegen tun ???
Ich sehe als einzig rasch durchführbare Maßnahmen – Demonstrationen
FÜR DEN FRIEDEN – als gemeinsame Aktionen aller friedliebenden Menschen gegen die Kriegstreiber.
Meine Bitte geht an ALLE – Ideen, Beiträge, Vorschläge, etc. zu schreiben!