Norwegens Polizei am Ende und die Sicherheits-Einschätzung 2026

13. April 2026von 17,5 Minuten Lesezeit

„KRIMINELLE PROFITIEREN VON UNSEREN GEMEINSAM GESELLSCHAFTLICHEN WERTEN“ ∽ Gefährdungsanalyse der norwegischen Polizei 2026. Da die Folgen des Politversagens der letzten Jahre selbst für Journalisten der Leit- und Qualitätsmedien immer deutlicher werden, folgt nun der nächste Paukenschlag aus Nordeuropa: Angesichts der in Scharen kündigenden Polizisten (TKP hat berichtet) und den „Gangs aus Schweden„, steht nun die normale Polizeipräsenz in den großen Städten Oslo, Bergen und Trondheim in Frage.

Der hier folgende Beitrag ist recht lang und dicht, und er besteht aus drei Teilen: Erstens einem kürzlich im norwegischen Staatsfunk NRK veröffentlichten Beitrag; Zweitens einigen relevanten Auszügen aus der Gefährdungsanalyse der norwegischen Polizei für das Jahr 2026; Sowie drittens einigen ausdeutenden Hinweisen von mir.

Alle Übersetzungen aus dem Norwegischen stammen von mir, ebenso die Hervorhebungen und [Kommentierungen].

***** Beginn der Übersetzung *****

Notruf: Polizeimangel in den Großstädten

Die Stadträte von Oslo, Bergen und Trondheim schlagen Alarm angesichts der Entwicklung. In Bergen ist die Lage so ernst, dass die Polizei sogar überlegt, die Streifenfahrten einzustellen.

Von Sofie Skumsnes, Oddgeir Øystese und Vidar Eidhammer, NRK, 12. April 2026 [Quelle; archivierter Link]

Die Oberbürgermeister der größten Städte des Landes fürchten um die Sicherheit auf den Straßen. Gemeinsam warnen sie den Justizminister vor einer, wie sie es nennen, „völlig inakzeptablen Situation“.

Die Sorge um die zu geringe Polizeipräsenz wird vom Norwegischen Polizeiverband [orig. Politiets Fellesforbund] geteilt. Sie wollen nicht, dass die Polizeikapazitäten geschwächt werden, während sich die Bedrohungslage verschärft.

[Beschriftung] Die Polizei in Bergen erwägt, die Streifenfahrten einzustellen und nur noch auf Vorfälle zu reagieren, wie hier am Bahnhof im Stadtzentrum.

„Inakzeptable Situation“

In Bergen sind derzeit 66 Polizisten weniger im Einsatz als vor vier Jahren [„damals“ gab es jedoch „Lockdowns“; zudem hat Bergen fast 300.000 Einwohner – als ob 66 ​​Polizisten mehr oder weniger einen nennenswerten Unterschied machen würden]. Im gleichen Zeitraum hat Oslo zehn neue Polizisten hinzugewonnen [Einwohnerzahl ca. 725.000], während Trondheim seine Personalstärke um sechs erhöht hat [Einwohnerzahl ca. 225.000].

„Wir befinden uns in einer Situation, in der der westliche Polizeibezirk die geringste Personalstärke im ganzen Land aufweist, während sich die Sicherheitslage grundlegend verändert hat“, sagt die Vorsitzende des Stadtrats von Bergen, Christine Meyer.

Die Ressourcen reichen nicht aus. Die internationale Lage führt dazu, dass die Einsätze in Metropolregionen und der Hauptstadt die Ressourcen der Osloer Polizei belasten“, sagt Eirik Lae Solberg, der Vorsitzende des Osloer Stadtrats.

Er äußert große Besorgnis darüber, dass sich kriminelle Netzwerke im Raum Oslo etablieren und die Kinder- und Jugendkriminalität ein hohes Niveau erreicht hat. [Lassen Sie sich nicht von diesen Worten täuschen, denn sie erinnern mich an die „schwedischen Banden“, die in der letztjährigen Gefährdungsanalyse zur „größten gesellschaftlichen Bedrohung“ hochgestuft wurden, obwohl nicht explizit erwähnt wurde, dass es sich bei diesen „schwedischen“ Banden praktisch ausschließlich um ethnische/stammesbezogene, aus dem Nahen Osten importierte Verbrechersyndikate handelt (nein, ich halte ethnische Schweden nicht für Heilige, aber es besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und der Realität)].

Die polizeiliche Gefährdungsanalyse für 2026 [siehe weiter unten] ergab, dass die Bedrohungen durch kriminelle Netzwerke mittlerweile erheblich und anhaltend sind [was eine Verschärfung gegenüber dem letztjährigen Bericht darstellt, der diese Bedrohungen als „groß und zunehmend“ einstufte].

Angesichts dieser ernsten Lage hätten die Polizeikräfte deutlich aufgestockt werden müssen. Stattdessen stagnieren sie. Das ist völlig inakzeptable Situation.

Solberg [der Vorsitzende des Osloer Stadtrats] weist darauf hin, dass die Osloer Polizei neben der Bewältigung von Demonstrationen auch Botschaften, Synagogen, Moscheen und Gebäude bewachen muss und fügt hinzu:

Diese Einsätze erfordern den Einsatz von 100 Polizisten pro Jahr. Dadurch stehen diese Ressourcen [die Polizei, die Botschaften, Synagogen, Moscheen und Gebäude bewacht] nicht für andere Zwecke zur Verfügung.

Die Situation in Trondheim ist laut Stadtratsvorsitzendem Kjetil Reinskou ähnlich. Auch dort ist die Sicherheitslage angespannt und erfordert mehr Ressourcen für Sicherheit und Schutz: „Dies entzieht Ressourcen einer ohnehin schon anspruchsvollen Situation.“

Die präventive Arbeit der Polizei wird reduziert. Leider verlängert sich die Reaktionszeit, und die Polizei hat uns mitgeteilt, dass sie das Gesundheitspersonal nicht mehr unterstützen kann.

So der Vorsitzende des Stadtrats von Oslo.

„Die Polizei muss wie die Feuerwehr operieren.“

Der Norwegische Polizeiverband teilt diese Besorgnis wie die drei Stadtratsvorsitzenden.

Die Polizei muss alle notwendigen Dienstleistungen zumindest in absoluten Mindestbelangen erbringen. Sie kann sich gerade so über Wasser halten. Dieser Zustand besteht bereits seit dem Regierungsantritt 2021.

So Martin Kjelby, Vorsitzender des norwegischen Polizeiverbands Vest.

[Beschriftung] Martin Kjelby berichtet über die stetig steigende Zahl ehemaliger Kollegen, die nicht mehr länger bei der Polizei im Einsatz sind.

Er sagt, in Bergen werde überlegt, die Straßenpatrouillen einzustellen [oh je, dort arbeite ich: Seit meinem Umzug nach Norwegen ist mir aufgefallen, dass die Polizei sich sehr zurückhält, vor allem im Stadtzentrum, wo die Universität liegt – aber ich weiß auch, dass vor etwa zwei Jahren illegale Substanzen ins Land strömten, gefolgt von organisierter Kriminalität und den damit verbundenen Problemen].

„Das bedeutet, dass die Polizei nur noch im Notfall ausrücken und sich dann wieder zurückziehen wird, weil so wenige Kollegen unterwegs sind“, sagt Kjelby.

Er befürchtet, dass die Polizei letztendlich wie eine Feuerwehr geführt werden muss, um die Einsatzbereitschaft aufrechtzuerhalten.

„Vertrauen in die Sicherheit durch die Polizei“

Die drei konservativen Stadtratsvorsitzenden [sie alle kommen aus Høyre, den Konservativen] stellen klar, dass es in dem Brief nicht um Parteipolitik geht:

Wir sind nur um die Situation in unseren Städten besorgt. Wir bitten um ein Treffen mit dem Justizminister, um die Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Die Lage ist viel zu ernst, als dass es sich hier um parteipolitische Spielchen handelt.

So Eirik Lae Solberg, Stadtratsvorsitzender aus Oslo.

Staatssekretär Joakim Øren betont, dass die Regierung der Arbeiterpartei stets in die Polizei investiert habe:

Noch nie waren so viele Polizisten im Einsatz wie jetzt. Wir haben die Polizeibudgets in Oslo, Bergen und Trondheim um ein Drittel erhöht.

Der Staatssekretär räumt ein, dass die Kriminalitätslage derzeit schwierig sein kann und dass er versteht, dass die Polizei mitunter die größten Ausgaben für die schwersten Verbrechen tätigen muss:

Gleichzeitig bin ich zuversichtlich, dass die Polizei ihre Ressourcen effektiv einsetzt, um eine gute Kriminalprävention und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.

Øren erklärt, das Ministerium stehe einem Treffen mit den Stadträten von Oslo, Bergen und Trondheim positiv gegenüber.

***** Ende der Übersetzung *****

Die Gefährdungsanalyse der norwegischen Polizei 2026

Zuvor noch einmal kurz zu der Gefährdungsanalyse des Vorjahres:

Laut der Gefährdungsanalyse 2025 der Polizei stellt die organisierte Kriminalität derzeit die größte Bedrohung für die norwegische Gesellschaft dar.

Der Justizminister betont, dass die Bemühungen des Vorjahres (2024) fortgesetzt werden: „Diese Bemühungen werden mit der Zeit Früchte tragen. Mehr Festnahmen, mehr Beschlagnahmungen, mehr eingezogene illegale Produkte, mehr Ermittlungen und mehr Verurteilungen.“

Die Vorsitzende der Fortschrittspartei, Sylvi Listhaug [das wäre die sogenannten Rechtspopulisten™], ist der Ansicht, dass die Regierung die Botschaft der Polizei nicht ernst nimmt. Sie fordern zusätzliche 1,2 Milliarden NOK (ca. 110 Millionen Euro) für die Polizei und härtere Strafen für jugendliche Straftäter. [Ich bin keineswegs gegen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung, insbesondere angesichts der Sicherheitslage, aber hier folgt etwas, das man im Grunde als rassistische Hetze bezeichnen könnte (und das nicht nur im US-amerikanischen Sprachgebrauch)], wie Listhaug berichtet:

„Die Jugendkriminalität explodiert im ganzen Land. Schwedische Kriminelle haben sich in allen Polizeirevieren etabliert. Wir brauchen außerdem mehr Ausrüstung für die Polizei, höhere Strafen und neue Gesetze, die mehr Kriminelle fassen können.“

Das ist also das Niveau der Debatte™: Zunächst einmal ist festzuhalten, dass neue Gesetze nicht automatisch „mehr Kriminelle fassen“. Zweitens, wenn ein norwegischer Politiker von „schwedischen Kriminellen“ spricht, meint er nicht ethnische Schweden, sondern im Ausland geborene und/oder eingebürgerte Einwanderer mit schwedischer Staatsbürgerschaft – und durch das Weglassen dieses entscheidenden Details gibt es hier viel zu analysieren, insbesondere da die Art und Weise, wie diese polizeiliche Gefährdungsanalyse dargestellt wird, darauf hindeutet, dass Schwedens massive Probleme, die durch die Masseneinwanderung verursacht wurden, auf die Nachbarländer „überschwappen“.

Nach diesen Feststellungen wollen wir uns nun den Details dieses Jahres zuwenden (die Endnoten sind hier ausgelassen; Quelle):

[S. 15] Neben der Hervorhebung sozial bedrohlicher Straftaten im kommenden Jahr müssen wir das gesamte Spektrum der kriminellen Herausforderungen verstehen, denen sich die Gesellschaft gegenübersieht. Die polizeiliche Übersicht der registrierten Anzeigen vermittelt kein klares Bild des Ausmaßes der Kriminalität oder ihrer Veränderungen im Zeitverlauf. Sie kann jedoch als einer von mehreren Indikatoren zur Beurteilung der Kriminalitätslage herangezogen werden. In diesem Kapitel geben wir einen kurzen Überblick über die im vergangenen Jahr in Norwegen gemeldeten Straftaten…

[S. 16] Gewalt oder Gewaltandrohungen schaden nicht nur den Beteiligten, sondern können auch das Sicherheitsgefühl der Menschen in ihrem Umfeld stark beeinträchtigen. Gewalt und gefährliche Drohungen machten im Jahr 2025 etwas mehr als 10 Prozent aller Anzeigen aus. Die meisten Anzeigen betrafen weniger schwere Gewalttaten (70 Prozent), während die schwersten Gewalttaten weniger als 2 Prozent aller Fälle ausmachten.

Auf nationaler Ebene ist das Ausmaß in den letzten zehn Jahren relativ stabil geblieben. Nach einem natürlichen [sic] Rückgang während des Lockdowns 2020–2022 hat sich das Niveau wieder erholt und auf einem etwas höheren Niveau als vor der Pandemie stabilisiert [man beachte die sprachliche „Massageleistung“: die Zahl der registrierten Straftaten ist angestiegen]

Die Zahl der Strafverfahren im Zusammenhang mit Missbrauch in Beziehungen hat in den letzten Jahren zugenommen und stellt eine erhebliche Herausforderung für die Gesellschaft dar. Ein Teil dieses Anstiegs lässt sich durch geänderte Richtlinien für die Fallaufnahme bei der Polizei und durch veränderte Praktiken bei Partnerinstitutionen wie dem Jugendamt, Schulen usw. erklären. [Obwohl ich es sehr interessant und relevant fände, mehr Details zu diesen „geänderten Richtlinien“ zu erfahren, schweigt der Bericht dazu.] [S. 18] Sexualdelikte gegen Kinder machen fast die Hälfte aller angezeigten Sexualdelikte aus. Die größte Kategorie bilden sexualisierte Darstellungen von Minderjährigen. Diese machen etwas mehr als 40 Prozent der Anzeigen wegen Sexualdelikten gegen Kinder aus. Die Hintergründe für den Besitz und die Verbreitung sexualisierter Bilder von Minderjährigen können sehr vielfältig sein. Viele Fälle betreffen erwachsene Täter, aber es gibt auch Fälle, in denen Kinder und Jugendliche wegen Besitzes oder Verbreitung sexualisierter Bilder anderer Minderjähriger angezeigt werden [sogenannte „Rachepornos“]. In den letzten Jahren hat auch die Zahl der Fälle von sexueller Erpressung zugenommen. Diese Fälle zeichnen sich dadurch aus, dass dem Opfer mit der Veröffentlichung sexualisierter Bilder gedroht wird. Dabei kann es sich um Bilder handeln, die das Opfer selbst geteilt hat, um Bilder, die in falsche Hände geraten sind, oder um KI-generierte Bilder. Kripos [die norwegische Kriminalpolizei, Anm.] hat bereits beschrieben, wie manche Kinder und Jugendliche eigenes sexualisiertes Material erstellen und an Erwachsene verkaufen. In einigen Fällen kann dies zu körperlichem Missbrauch führen.

Da wir gerade beim Thema sind: Hier ist ein Artikel, den ich vor zwei Jahren in norwegischen Medien gefunden habe: „Norwegische Kinder, teilweise erst 8 Jahre alt, machen Nacktfotos von sich und verkaufen sie online.“ (Inhalt auf Englisch)

Als Nächstes: Drogen und Rauschsmittel:

[S. 19] Verstöße gegen die Drogen- und Dopinggesetzgebung machen etwa 5 Prozent aller eingeleiteten Strafverfahren aus. Diese Fälle werden fast ausschließlich durch die Aktivitäten von Polizei, Zoll, Post oder anderen Behörden aufgedeckt und verfolgt.

Die Zahl der eingeleiteten Strafverfahren ging 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent zurück, der Umfang blieb jedoch im Vergleich zu 2023 nahezu unverändert. Betrachtet man die letzten zehn Jahre, ist die Zahl der Strafverfahren wegen Drogendelikten jedoch deutlich gesunken und erreichte 2022 ihren Tiefpunkt. Dieser Rückgang lässt sich fast ausschließlich durch einen Rückgang der Fälle von Drogenkonsum zum Eigengebrauch erklären, nicht etwa durch schwerwiegendere Fälle im Zusammenhang mit Einfuhr oder Vertrieb [d.h. Norwegen ist auf dem Weg zur faktischen Entkriminalisierung des Eigenkonsums illegaler Substanzen]. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Polizei ihre Bemühungen im Laufe der Zeit stärker auf Drogenhändler als auf Konsumenten konzentriert hat. Die Fälle im Zusammenhang mit dem Gebrauch illegaler Dopingmittel sind im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 15 Prozent zurückgegangen.

Dies führt uns zum Ausblick auf die „gesellschaftlichen Bedrohungen der kommenden Jahre“ auf den Seiten 27–33:

Die norwegischen Sozialstrukturen sind einer erheblichen und anhaltenden Bedrohung durch kriminelle Netzwerke ausgesetzt. Diese Netzwerke sind anpassungsfähig und kooperieren weiterhin dynamisch über Grenzen und Kontinente hinweg. Ihre Bekämpfung ist ressourcen- und zeitaufwändig, sowohl für die Polizei als auch für kooperierende Behörden und Unternehmen.

Laut Europol zählt die organisierte Kriminalität zu den größten Sicherheitsbedrohungen, denen Europa heute gegenübersteht. Die Kriminalität entwickelt sich rasant weiter und passt sich einer sich verändernden Welt an […]

Die Rekrutierung für Gewalttaten über digitale Plattformen ist nur eine der Methoden, mit denen kriminelle Netzwerke neue Technologie nutzen, um kriminelle Aktivitäten zu erleichtern. Die Netzwerke missbrauchen häufig neue Technologien, die für legale Geschäftstätigkeiten entwickelt wurden. Sie verwenden verschlüsselte Messengerdienste und eSIMs, um die Kommunikation zu verschleiern, soziale Medien dienen weiterhin als Marktplätze für den Drogenhandel, und Geld wird über Kryptowährungen gewaschen.

Übersetzung: All diese Dinge werden zunehmend von den Behörden kontrolliert; ähnliche Entwicklungen haben wir bereits bei der Einführung digitaler Ausweise für die Nutzung sozialer Medien und/oder des Internets, dem Verbot verschlüsselter Messenger-Apps und dem Vorgehen gegen Kryptowährungen beobachtet. Bezüglich Letzterem seien die neuen Meldepflichten für Krypto-Assets erwähnt, die seit Anfang 2026 in Kraft sind.

Kriminelle Drogennetzwerke sind besonders prominent.

In allen Polizeirevieren gibt es kriminelle Netzwerke, die lokal im jeweiligen Bezirk oder in mehreren Bezirken aktiv sind. Viele dieser Netzwerke haben ihren Hauptsitz in Norwegen und kooperieren mit Akteuren im Ausland. Sie sind profitorientiert und nutzen Schwachstellen in der Gesetzgebung und den von Behörden und privaten Unternehmen eingeführten Kontrollmaßnahmen aus. Das Konfliktniveau in Norwegen ist niedriger als in einigen unserer Nachbarländer [die Polizei vergleicht Norwegen hier mit Schweden]. Gleichzeitig bestehen latente Konfliktlinien zwischen einigen dieser Netzwerke.

Kriminelle Kulturen

In manchen sozialen Umfeldern existieren Kulturen, die Kriminalität begünstigen. In solchen Kulturen haben interne Normen und Werte einen hohen Stellenwert. Handlungen, die Loyalität, Stärke und Mut demonstrieren, werden oft hervorgehoben. Manche junge Menschen, die nach Zugehörigkeit, Macht und Sicherheit suchen, fühlen sich davon angezogen. Einige kriminelle Akteure nutzen den Lebensstil in den kriminellen Subkulturen auch aus, um junge Menschen zu kontrollieren und zu rekrutieren. Jugendliche schließen sich mitunter kriminellen Milieus an, um alternative Wege zu Erfolg, Status, Ressourcen und Schutz zu finden [z.B. Schulschwierigkeiten und keine Lust zu arbeiten? Dann ab in eine Gang!]. Die Einstellungen, das Wissen und die Fähigkeiten, die sie in kriminellen Milieus erwerben, sind selten auf andere Bereiche der Gesellschaft übertragbar. Das kann es ihnen schwer machen, sich von kriminellen Aktivitäten oder Umfeldern zu lösen.

Ich meine es ernst mit dem Zusammenhang zwischen Schule und Gang, und vieles davon hängt (Trommelwirbel) mit einer völlig jenseitigen Einwanderungspolitik zusammen, über die aber hier in Norwegen ebensowenig gesprochen werden darf wie a.a.O.; hierzu finden Sie hier auf Englisch weitere Hinweise:

Übrigens, lassen Sie uns noch etwas genauer über Jugendkriminalität sprechen:

Minderjährige werden für kriminelle Zwecke missbraucht, um Gewalttaten auszuführen.

2025 hat die Rekrutierung und der Einsatz von Minderjährigen für Gewalttaten in Norwegen zugenommen. Der Anstieg begann im Frühjahr und verschärfte sich im Herbst, einschließlich Fällen des Einsatzes von Handgranaten und Schusswaffen im öffentlichen Raum. Gewalt als Ware bedeutet, dass kriminelle Akteure und Netzwerke Gewalt gegen Bezahlung anbieten und nachfragen. Die Täter sind häufig Minderjährige. Der Einsatz von Minderjährigen zeugt von einem hohen Maß an Zynismus in den kriminellen Netzwerken. Die Gewalttaten werden über digitale Plattformen kommuniziert, die zu Marktplätzen für die Bestellung, Koordination und Durchführung von Gewalt geworden sind. Dies hat dazu beigetragen, dass Gewalt leichter zugänglich und kommerzieller geworden ist und ein hohes Maß an Anonymität gewährleistet.

Soziale Medien und verschlüsselte Messengerdienste machen Gewalt als Ware möglich [weitere Informationen für Sie und mich]. Dies trägt dazu bei, dass zwischen den Auftraggebern und den Ausführenden von Gewalttaten oft eine große geografische Distanz besteht. Die Auftraggeber sind Teil etablierter krimineller Netzwerke und agieren mit einem hohen Maß an Sicherheit. Sie halten sich möglicherweise im Ausland auf, insbesondere in Ländern ohne Auslieferungsabkommen mit Norwegen. Häufig kennen die Täter vor der Ausführung der Tat weder die Motivation noch die Identität des Opfers. Es lässt sich ein Trend beobachten, bei dem Gewalttaten innerhalb kürzester Zeit, manchmal nur Stunden oder Tage, angekündigt, geplant und ausgeführt werden. Dadurch wird Gewalt zu einem internationalen Problem, dessen Prävention und Bekämpfung eine Herausforderung darstellen.

Damit endet der Abschnitt über „Bedrohungen in den kommenden Jahren“. Der besorgniserregendste Aspekt der Analyse findet sich m.E. jedoch auf den Seiten 34–36:

KRIMINELLE PROFITIEREN VON UNSEREN GEMEINSAM GESELLSCHAFTLICHEN WERTEN

Sie sehen, es sind unsere Werte™, die das Gedeihen von Kriminalität ermöglichen. Um diese Kriminalität zu bekämpfen, müssen wir sie mit unseren Werten™ gleichsetzen.

Das ist einfach und für jeden verständlich:

In dem Maße, in dem organisierte Kriminelle auf Kosten unserer gemeinsamen Werte erfolgreich Verbrechen begehen, kann dies langfristig zu einem geringeren Vertrauen in unsere Systeme und zur Aushöhlung des Sozialstaats führen. Die Grenzen zwischen traditioneller Wirtschaftskriminalität und anderen gewinnorientierten Straftaten verschwimmen zunehmend, da organisierte Kriminelle stärker in Wirtschaftskriminalität verwickelt sind als je zuvor.

Der Missbrauch öffentlicher Subventionen und Förderprogramme stellt eine ernsthafte Bedrohung für die norwegische Wirtschaft und das Sozialsystem dar. Es wird regelmäßig aufgedeckt, dass kriminelle Akteure Systeme ausnutzen, die unter anderem die Finanzierungsgrundlage des Sozialstaats, verschiedene Sozialleistungen oder die Umwelt schützen sollen.

Die Folgen sind weitreichend: Der Staat verliert Gelder, das Vertrauen in öffentliche Programme schwindet, und die Mittel können für neue Straftaten verwendet werden [man beachte die Reihenfolge]. Das Sozialsystem wird größtenteils durch Steuern und Abgaben auf Einkommen, Konsum und Vermögen finanziert. Steuer- und Mehrwertsteuerhinterziehung sind Beispiele für Wirtschaftskriminalität, die dem Staat erhebliche finanzielle Verluste beschert. In vielen Fällen wird aufgedeckt, dass gefälschte Dokumente verwendet werden, um Mehrwertsteuererstattungen für nicht existierende Unternehmen zu legitimieren. Digitalisierung und neue Technologien führen dazu, dass diese Art von Kriminalität in größerem Umfang und schneller als je zuvor stattfindet.

Sowie bei Prüfungen an Schulen und Universitäten: Sollten wir vielleicht bewusst wieder auf Papierformulare umsteigen?

Fazit und Ausdeutungen

Das war’s also mit unserem kleinen Ausflug in diese besonders düstere Nebengasse.

Die Folgen der Politik der vergangenen Jahre rächen sich: Die Kriminalität steigt überall, Einwanderung spielt eine große Rolle beim Sozialmissbrauch und zieht weitere Einwanderer an, während die organisierte Kriminalität „aus Schweden“ und anderen Ländern einen Vorgeschmack auf die Zukunft gibt.

Die Verantwortlichen der drei größten Städte Norwegens schlagen Alarm wegen der rasant steigenden Kriminalität bei gleichzeitig niedrigem Personalstand. Angesichts der Tatsache, dass die Urbanisierung in Norwegen (und Schweden) bei über 80 % liegt, ist es nicht schwer vorherzusagen, wohin das führt: Der Verfall der Innenstädte, beispielsweise in vielen ehemals florierenden Ballungsräumen der USA, zeigt, was als Nächstes kommt.

Die Polizei wird wahrscheinlich noch stärker darunter leiden – und wir haben noch gar nicht darüber nachgedacht, wo all diese ausscheidenden Beamten jetzt arbeiten: natürlich als Berater und private Sicherheitsdienstleister, hauptsächlich aufgrund (Trommelwirbel) der Probleme, die wir hier und anderswo besprochen haben.

Es ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf, der – wenn auch nur vage – zeigt, wohin die Reise geht: abgeschottete Wohnanlagen und die Illusion von Normalität, zumindest für die regierungstreuen Anhänger, die in diesen Gebieten leben werden.

Für alle anderen wird sich die Lage schon bald verschlimmern.

Das nordische Modell hat ausgedient.

Bild Screenshot aus https://www.nrk.no/vestland/byradsledere-i-oslo_-bergen-og-trondheim-slar-alarm-om-politidekningen-i-storbyene-1.17841365 (Zugriff am 13. April 2026)

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



Nordische Irrlichter: Norwegens Polizisten kündigen in Scharen

Norwegens Gesamtschule ist gescheitert

EU „cancelt“ Russen-Gas, Norwegens Produktion sinkt um 12,5 %

E-Autos in Norwegen: 55 Mrd. Euro Subventionen später …

4 Kommentare

  1. rudifluegl 13. April 2026 um 15:06 Uhr - Antworten

    Ach wie phantasielos!
    Wieso übernimmt die norwegische Polizei nicht so wie die hiesige, gleich selber weite Teile der organisierten Kriminalität, wie so viele Freunde und Verwandte von mir meinen und wissen?
    Dann könnten unsere Kinder so sicher in Norwegen wie auf Sizilien reisen!
    Allerdings hat dort die organisierte Kriminalität die kleinräumige Polizeiarbeit übernommen!
    Die Polizei, die Exekutive, die Legislative sollte halt wissen was sie will!
    Mitnaschen oder selber organisieren!

    • rudifluegl 13. April 2026 um 15:08 Uhr - Antworten

      Ah super! das ist durchgegangen! Das war wohl sogar der KI zu steil oder zu wahr?

  2. Glass Steagall Act 13. April 2026 um 12:55 Uhr - Antworten

    Wie man sieht, ist diese Entwicklung europaweit genauso gewollt! Die Politik und die Machteliten brauchen diese Entwicklung, um ihre neue gefährliche Agenda gegenüber den Bürgern durchzusetzen! Normalerweise wäre es eine leichte Sache für eine Regierung, solche Entwicklungen zu stoppen oder sie umzudrehen, wenn ein Wille vorhanden wäre! Aber der Wille heutiger europäischer Regierungen ist es, die einheimische Bevölkerung zu quälen, mit allem was zur Verfügung steht! Das Ziel ist es dann, dass eine niedergedrückte Bevölkerung jeden dämlichen Vorschlag händeringend annehmen wird und da hätten wir dann die letzte Falle, den die meisten als Lösung annehmen werden, nämlich den geplanten bösartigen Reset!

  3. VerarmterAdel 13. April 2026 um 10:41 Uhr - Antworten

    Einfach den ferngesteuerten regierenden Abschaum weiter wählen, d. h. die Stimme an ihn abzugeben. Das wird schon.

    Die Macht, die die Psychopathen im Hintergrund haben, scheint unendlich zu sein. Sie fahren zig Länder komplett vor die Wand, und dennoch werden die Polituhren weiterhin gewählt. Das ist doch irre.

    In Anlehnung an Schwindler’s List: „Wahre Macht hat, wer nicht wählt.“ Sollen sie sich doch selber wählen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge