Norwegens Gesamtschule ist gescheitert

24. März 2026von 14,6 Minuten Lesezeit

„Wir müssen uns verstärkt um die Kleinsten kümmern, und wir alle sind besorgt über die rückläufigen Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten.“ – Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre (Arbeitspartei).

Letzte Woche kam es hierzulande zu einem beeindruckenden Geständnis seitens der Regierung: Das 1997 begonnene Experiment „Gesamtschule“ ist krachend gescheitert, daher kündigte man eine umfassende Bildungsreform an, die insbesondere in der Grundschule das komplette Abgehen von digitalen Lehrmitteln (sic) bringen wird.

Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Hinweisen, die ich aus dem Englischen (OECD-Bericht) bzw. dem Norwegischen (der NRK-Beitrag) für Sie übersetzt habe; die Hervorhebungen und die [Kommentare in eckigen Klammern] stammen jeweils ebenso von mir.

Bevor es in medias res geht, sind einige allgemeine Hinweise vonnöten.

Wie der jüngste OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick“ (orig. Education at a Glance, 2025) verdeutlicht,

ist Norwegen das Land mit der geringsten Lohnlücke zwischen Menschen mit und ohne Hochschulbildung, auch im Vergleich zu anderen nordischen Ländern. Die norwegische Lohnlücke hat sich seit dem letzten Bericht um zwei Prozentpunkte von 20 auf 18 Prozent verringert.

Auf gut Deutsch ausgedrückt: Eine akademische Ausbildung zahlt sich gemessen an den Lohnzahlungen kaum aus (bezogen auf Arbeitsfelder, die keinen Hochschulabschluss benötigen). Wie das Hochschulmagazin Khrono vor einigen Wochen berichtete, beträgt das Lohngefälle zwischen einem Highschool-Abschluss und einem Hochschulabschluss in den USA satte 76%  (d.h., Hochschulabsolventen verdienen im Durchschnitt so viel mehr als Highschool-Absolventen).

Und das „obwohl“ Oslo doch so viel für Bildung™ ausgibt wie kein anderes OECD-Land:

Die Unterschiede zwischen den OECD-Ländern sind enorm. Die norwegische Regierung gibt 27.256 US-Dollar pro Student für Hochschulbildung aus. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 15.102 US-Dollar […]

Obwohl die realen Bildungsausgaben in den OECD-Ländern von 2015 bis 2022 gestiegen sind, sanken sie relativ gesehen von durchschnittlich 10,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 10,1 Prozent. In Norwegen ist der Anteil in diesem Zeitraum von 12,2 Prozent auf 11,5 Prozent gesunken.

Das ist übrigens das parteiübergreifende Werk sowohl der rechtsgerichteten Regierung von Erna Solberg (im Amt bis 2021) als auch ihres Nachfolgers Jonas Gahr Støre von der Arbeiterpartei, der seither eine linksgerichtete Regierung führt: willkommen in der Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts.

So viel erst einmal hierzu; bitte behalten Sie dies – die hohen Ausgaben der norwegischen Regierung – im Hinterkopf während wir uns nun den bevorstehenden Bildungsreformen zuwenden.

*** Beginn des übersetzten NRK-Beitrags ***

Massive Veränderungen im Schulwesen erwartet: „Wir werden groß denken, auch an die Kleinsten.“

Weniger Schulstunden und weniger Fächer könnten die Folge sein, wenn die Regierung den Schultag für die Jüngsten umgestaltet. Ab August werden Bildschirme im Vorschulbereich komplett abgeschafft.

Von Kristian Skårdalsmo et al., NRK, 16. März 2026 [Quelle; archivierter Link]

Ziel ist es, Kindern einen optimalen Start in die Schule zu ermöglichen. Die Lösung liegt nicht in einer Erhöhung der Unterrichtsstunden. Es geht darum, das Schulleben neu zu organisieren.

So Premierminister Jonas Gahr Støre (Arbeiterpartei).

[NRK] Sind Sie offen für eine Reduzierung der Fächeranzahl für die jüngsten Kinder?

[Støre] Ja, ich denke, wir sollten offen über die Anzahl der Fächer nachdenken können.

Im vergangenen Herbst äußerte sich Bildungsministerin Kari Nessa Nordtun in Aftenposten lautstark darüber, wie die Regierung das Schulleben für die Jüngsten verändern will:

Eine reduzierte Arbeitsbelastung und Maßnahmen zur Steigerung des sozialen Wohlbefindens sollen mehr Raum für besseres Lernen in Lesen, Schreiben und Rechnen schaffen, so die Botschaft [erlauben Sie mir, dies aus dem verschlungenen Gerede zu übersetzen: Weniger Zeit wird für den Unterricht aufgewendet, während mehr Zeit für „soziales Wohlbefinden“ = „sozial-emotionale Lernen“ der UNESCO, zur Verfügung steht].

Daher erhält die Bildungsdirektion nun von der Regierung den Auftrag, zu präzisieren, wie der Schulalltag der Jüngsten konkret verändert werden soll, um die Regierungsagenda umzusetzen [falls Sie auch nur kurz dachten, es ginge hier nicht um weitere gezielte staatliche Indoktrination…].

Gleichzeitig wird die Bildschirmzeit weiter eingeschränkt: Ab dem 1. August müssen Schulen besonders vorsichtig mit der Bildschirmnutzung aller Schüler der 1. bis 4. Klasse umgehen. Dies wird im Frühjahr in entsprechenden Verordnungen festgelegt [was übrigens durchaus positiv ist].

„Wir stellen nun klar, dass die Bildschirmzeit in den ersten vier Schuljahren stark eingeschränkt sein soll“, so Støre.

Lesen und Mathematik

An der Vaulen-Schule in Stavanger proben Schüler der Klasse 4D für eine Aufführung. Anschließend erzählen Millie Elis Lervik Palm, Ulrik Birkeland Owren und Pendar Nazaran, wie sie Bildschirme im Schulalltag nutzen [Dieser Absatz erklärt alles über Migration und ihre Folgen: Ein Drittel der Befragten ist divers™].

„Alle in der Klasse nutzen sie ungefähr gleich viel, manche sind aber etwas begeisterter als andere“, sagt Ulrik.

„Ich nutze sie hauptsächlich, um Mathe zu spielen. Zuhause geht es aber darum, Mathe zu machen und besser darin zu werden“, sagt Pendar.

„In den Ferien habe ich normalerweise keinen Bildschirm. Und es funktioniert tatsächlich. Es ist nur die ersten zwei Tage etwas langweilig“, sagt Millie.

Und was ist das Beste an der Schule?

„Ich finde es ziemlich lustig. Ich lerne viele neue Freunde kennen und kann in den Pausen spielen“, sagt Millie.

„Ich mag die Pausen, Mathe, Sport im Freien und so.“ „Ich mag auch Präsentationen und das Halten von Vorträgen“, sagt Pendar.

Schulleiterin Gunn Reidun Tednes-Aaserød erklärt, die Schule habe Schwierigkeiten, die Schülerinnen und Schüler im Unterricht zu halten, da von ihnen „zu viel zu schnell“ erwartet werde.

Sie denkt dabei besonders an die jüngsten Schülerinnen und Schüler:

Ich wünschte, wir hätten mehr Zeit, uns auf die Grundlagen zu konzentrieren, auf Lesen und Rechnen. Dass sie sich auf die grundlegenden Fähigkeiten konzentrieren dürften.

[Bild] Die Schüler der Klasse 4D der Vaulen-Schule nutzen im Unterricht sowohl elektronische Geräte als auch Stift und Papier.

Offen für die Verschiebung von Fächern

Støre wird die Neuigkeiten der Schule heute [16. März 2026] in einer Rede vor dem Bundesvorstand der Arbeiterpartei in Oslo vorstellen.

„Wir müssen uns verstärkt um die Kleinen kümmern, und wir sind alle besorgt über die rückläufigen Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten“, sagt Støre [das ist übrigens die vielgerühmte nordische Erfolgsgeschichte im Bildungswesen].

Er sagt, es sei offensichtlich, dass der Schulalltag anders organisiert werden müsse und dass mehr Unterrichtsstunden nicht die Lösung seien:

Wir sind offen für verschiedene Ansätze zur Gestaltung des Schultages. Es ist unerlässlich, Fachkräfte in die Schule in diese Arbeit einzubeziehen.

[NRK] Sollten wir hier auch Fächer streichen?

[Støre] Es ist möglich, dass einige Fächer etwas später unterrichtet werden können.

„Ein völlig neuer Weg“

Im vergangenen Herbst sprach Bildungsministerin Kari Nessa Nordtun über die Verschiebung des Beginns von Englisch, KRLE [der Ethikunterricht unter dem Titel Christendom, Religion, Lebenssinn und Ethik] und Sozialkunde:

Wir werden das Schulleben neu organisieren, sodass die Kinder während des Schultages vor allem gute soziale und emotionale Kompetenzen entwickeln und lernen, sich sicher zu verhalten [das werden die Kinder künftig in den Klassen 1–4 tun; das Erlernen von Rechtschreibung, Lesen und Schreiben wird optionaler].

Erst dann können sie lesen, rechnen und schreiben lernen, wenn sie es brauchen.

[NRK] Wird es weniger Unterrichtsstunden und weniger Fächer geben?

[Nordtun] Nicht unmöglich. Auf jeden Fall wird alles völlig neu organisiert. Wir berücksichtigen die Ergebnisse der sechsjährigen Reform [dies bezieht sich auf die Einführung der Gesamtschule 1997, Anm.]. In der ersten und zweiten Klasse wird mehr gespielt. Denn durch das Spielen werden gute soziale und emotionale Kompetenzen entwickelt. Spielen fördert außerdem die Aufnahmefähigkeit des kindlichen Gehirns für die traditionellen theoretischen Fächer.

[NRK] Was sagen Sie denen, die meinen, das hätten wir schon mal gehört?

[Nordtun] Neu ist, dass die Regierung jetzt beschlossen hat, damit anzufangen, und dass es schnell gehen muss [es ist ja fast 2030].

Ausschussarbeit im Gange

Der Vorsitzende des Norwegischen Bildungsverbandes, Geir Røssvoll, weist darauf hin, dass die Evaluation der sechsjährigen Reform von 1997 gezeigt hat, dass ein sanfterer Schulstart notwendig ist:

Ich halte es für sehr wichtig, dass wir nicht unbedingt die Schulzeit verkürzen, sondern die Personalstärke erhöhen, den Fokus stärker auf praktisches Lernen legen und mehr Wert auf Spiel und Aktivitäten im Freien legen [Regierungsbeamte jubeln über weniger Unterricht und mehr „Spiel und Aktivitäten im Freien“ sowie „mehr Personal“].

Nordtun hat außerdem einen „Ausschuss für die Zukunft der Schule für alle“ eingerichtet [ursprünglich „Fellesskole“, was also keinerlei Unterscheidung mehr zwischen Interessen, Talenten und Fähigkeiten bedeutet]. Der Ausschuss soll seinen Bericht am 6. August vorlegen und wurde unter anderem beauftragt, zu prüfen, „was inhaltlich, umfangreich und organisatorisch an der Schule geändert werden muss“.

[NRK] Wollen Sie diesen Prozess jetzt etwa abkürzen?

[Nordtun] Die norwegische Schule profitiert nicht von einer offenen Diskussion über Inhalte und Organisation [lesen Sie das ruhig noch einmal, dann wissen Sie auch, wie „volksnah“ besagte Regierung ist]. Die Regierung wird die Empfehlungen des gemeinsamen Schulausschusses selbstverständlich in den endgültigen Entwurf einarbeiten.

Wir können jedoch nicht alle laufenden Arbeiten auf Eis legen, nur weil mehrere Ausschüsse parallel arbeiten.

KrF [Norwegens Christdemokratische Partei] jubelt

„Historische Signale der Regierung“, sagt KrF-Abgeordneter Joel Ystebø und fügt hinzu:

30 Jahre lang haben die anderen Parteien Milliarden dafür ausgegeben, die Grundschulzeit um zwei Jahre zu verlängern, ohne dass die Kinder mehr lernen [als ob man noch einen Beweis dafür bräuchte, dass das nordische Bildungsmodell, nun ja, kaputt ist]. Seit 30 Jahren ist KrF die einzige Partei, die Nein sagt und stattdessen vorschlägt, das Geld für bessere Arbeitsbedingungen für Lehrer zu verwenden [ja, bloß nicht für Bücher, Schulessen oder die Instandhaltung von Gebäuden: wo kommen wir denn dahin?]. KrF war auch die erste Partei, die sich für weniger Bildschirmzeit und mehr Bücher einsetzte.

Andere Parteien sind kritischer. Die Konservative Partei befürchtet längere Betreuungszeiten im Hort [eine berechtigte Sorge, denn diese Regierungsreformen™ sind dazu bestimmt, Staatsbediensteten noch mehr Zeit für soziale Kontakte mit Ihren Kindern zu verschaffen].

„Ich warne eindringlich davor, dass die jüngsten Schüler weniger Zeit mit ihren Lehrern verbringen. Støre und Nordtun wollen mehr Nachmittagsbetreuung und weniger Unterricht. Dadurch haben die Lehrer weniger Zeit, sich um die Schüler zu kümmern, nicht mehr“, sagt Mathilde Tybring-Gjedde von der Konservativen Partei.

Auch Sylvi Listhaug, Vorsitzende der Fortschrittspartei, teilt diese Meinung:

Es gibt Anlass zur Sorge, wenn dies mehr Nachmittagsbetreuung bedeutet. Die Qualität der Nachmittagsbetreuung variiert stark von Ort zu Ort: Mancherorts dient sie lediglich als Abstellraum. Mehr Nachmittagsbetreuung kann diese Unterschiede noch vergrößern. Kinder brauchen mehr Lernen, nicht mehr Nachmittagsbetreuung.

Hege Bae Nyholt von Rødt [den norwegischen Kommunisten] sieht die neuen Signale der Arbeiterpartei positiver [oh Wunder].

Es ist sehr gut, dass die Arbeiterpartei endlich Veränderungen an der kleinen Schule vornehmen wird. Weniger Unterrichtsstunden werden die Arbeitsbelastung der Lehrer verringern und ihnen mehr Zeit für die Unterrichtsvorbereitung geben. Die Unterrichtsqualität wird verbessert und die Anzahl der Lehrer wird steigen [Vertrauen Sie dem nächsten Fünfjahresplan, alles wird gut, erfüllen Sie einfach Ihre Quote, während wir die Nomenklatura vergrößern].

*** Ende der Übersetzung ***

Hintergründe und Ausdeutung

Da haben wir es, schwarz auf weiß: Was auch immer die angeblich so exzellenten nordischen Länder in den letzten 30 Jahren im Bildungsbereich getan haben – es ist gescheitert.

Während die meisten westlichen Regierungen immer noch betonen, sie müssten zu Skandinavien aufschließen, bereiten sich die linken™ Revolutionäre auf die nächste Phase ihrer Bildungsrevolution vor: Weniger Unterricht, mehr Lehrer und mehr freies Spielen sind der Weg in die Zukunft ab 2030.

Hier ist Bildungsminister Nordtun in dem oben verlinkten Artikel in Aftenposten:

Am wichtigsten ist, dass die Jüngsten lesen, schreiben und rechnen lernen. Außerdem sollen sie aktiv sein, Freundschaften schließen und sich in praktischen und ästhetischen Fächern mit Problemlösungskompetenz auseinandersetzen. Englisch, Religion und Sozialkunde können warten. Wir müssen die Schule so verändern, wie es die Sechsjahresreform vorsah“, so die Ministerin.

Für Nordtun ist die Vermittlung grundlegender Fähigkeiten [das sind nicht-akademische Fertigkeiten] in der ersten und zweiten Klasse von größter Bedeutung. Sie möchte daher insbesondere in diesen Jahrgangsstufen Fächer kürzen, schließt aber nicht aus, dass die Kürzungen auch die dritte Klasse betreffen könnten.

Die Tatsache, dass die Regierung das Ergebnis bereits verkündet hat, während die Ausschussarbeit noch läuft, lässt keinen Zweifel daran, was als Nächstes geschehen wird: Ein umfangreicher Bericht™ wird im Laufe des Jahres veröffentlicht, die Regierung wird sich bereits die Rosinen herausgepickt haben und alle Einwände werden ignoriert.

Je weiter sich linke™ Politiker nach noch weiter links orientieren, desto lauter bejubeln sie die zukünftigen Vorteile dieser Reformen™ und betreiben Agitation und Propaganda.

Was das aktuelle System betrifft, das aus den späten 1990er-Jahren stammt, wissen wir tatsächlich, wie es funktioniert – dank der standardisierten PISA-Studien der OECD, die ebenfalls Ende der 1990er-Jahre eingeführt wurde (Wikipedia).

Hier folgen einige der „Highlights“ aus diesem OECD-PISA-Bericht zur jüngsten Bewertung Norwegens (2022/23):

  • Die durchschnittlichen Ergebnisse 2022 lagen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften unter denen von 2018.
  • Die durchschnittliche Leistung in Mathematik war 2022 niedriger als in allen vorherigen Bewertungen und entsprach in Lesen und Naturwissenschaften in etwa der Leistung von 2006. Während in Lesen und Naturwissenschaften bereits zwischen 2015 und 2018 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war, zeigten die Ergebnisse in Mathematik vor 2018 keine Anzeichen einer Verschlechterung.
  • Im Zeitraum von 2018 bis 2022 blieb die Kluft zwischen den leistungsstärksten (10 % der Schüler mit den höchsten Punktzahlen) und den leistungsschwächsten (10 % der Schüler mit den niedrigsten Punktzahlen) in Mathematik weitgehend unverändert, während sie sich in Lesen und Naturwissenschaften vergrößerte. In Mathematik sanken die Leistungen sowohl bei leistungsstarken als auch bei leistungsschwachen Schülern in ähnlichem Maße.
  • Im Vergleich zu 2012 stieg der Anteil der Schüler, die unterhalb des Basisniveaus (Niveau 2) lagen, in Mathematik um neun Prozentpunkte, im Lesen um elf Prozentpunkte und in den Naturwissenschaften um sieben Prozentpunkte.

Offensichtlich hat die „Fellesskole“ (Schule für alle, Norwegens hochgelobte Gesamtschule) versagt; das Problem ist nur, dass dieselben Revolutionäre , die das verursacht haben, dieses Fiasko jetzt reformieren™ werden.

Obwohl ich standardisierten Tests entschieden ablehne, ist es bezeichnend, dass die massiven demographischen Veränderungen der letzten 30 Jahre in diesen Diskussionen unerwähnt bleiben. Immerhin heißt es im PISA-Bericht der OECD:

Der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund ist in Norwegen bis 2022 auf 16 % gestiegen (2012: 10 % – ein Anstieg um über 50 %). Im Jahr 2022 waren 7 % der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler der ersten Generation Einwanderer. Das bedeutet, dass sie in einem anderen Land geboren wurden und ihre Familien erst in den letzten Jahren nach Norwegen gezogen sind. Von diesen Schülerinnen und Schülern der ersten Generation kamen 46 % im Alter von 5 Jahren oder jünger nach Norwegen; 12 % kamen nach dem 12. Lebensjahr und nachdem sie die Grundschule in einem anderen Bildungssystem abgeschlossen hatten.

Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in Norwegen weisen tendenziell ein benachteiligteres sozioökonomisches Profil auf als Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund. Während 25 % aller Schülerinnen und Schüler als sozioökonomisch benachteiligt gelten (hohe Sozialleistungen, geringe finanzielle Mittel), liegt der entsprechende Anteil bei Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund bei 54 %. Etwa 69 % der Schüler mit Migrationshintergrund (und 3 % aller übrigen Schüler) gaben an, dass die Sprache, die sie zu Hause überwiegend sprechen, sich von der Sprache unterscheidet, in der sie die PISA-Studie absolvierten.

Im Fach Mathematik betrug der durchschnittliche Leistungsunterschied zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund 36 Punkte zugunsten der Schüler ohne Migrationshintergrund – ein signifikanter Unterschied [bitte lesen Sie dies erneut und bedenken Sie, dass die oben genannten „Durchschnittswerte“ möglicherweise größtenteils auf den massiven Anstieg der Zuwanderung aus Entwicklungsländern zurückzuführen sind]. Nach Berücksichtigung des sozioökonomischen Profils der Schüler wurde ein signifikanter Unterschied von 9 Punkten zugunsten der Schüler ohne Migrationshintergrund festgestellt [q.e.d.].

Im Fach Lesen betrug der durchschnittliche Leistungsunterschied zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund 51 Punkte zugunsten der Schüler ohne Migrationshintergrund – ein signifikanter Unterschied. Nach Berücksichtigung des sozioökonomischen Profils der Schüler wurde ein signifikanter Unterschied von 23 Punkten zugunsten der Schüler ohne Migrationshintergrund festgestellt [siehe oben].

Hier eine Zusammenfassung dieser demographischen Veränderungen für Norwegen: seit 2015 hat sich der Ausländeranteil verdoppelt, und in Teilen des Landes gehen „80% der Sozialtransferleistungen an Migranten“ (beide Beiträge sind vorerst „nur“ auf Englisch in meinem Substack verfügbar). Über die sicherheitspolizeilichen Konsequenzen dieser Entwicklungen hat TKP letzte Woche berichtet.

Bis 2030 dauert es nicht mehr allzu lange.

Bleiben Sie dran, denn im nächsten Beitrag sprechen wir darüber, was die Folgen der fehlgeleiteten Bildungspolitik der letzten 30 Jahre sind, was deren Folgen für die Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts (sic) sind und was passiert wenn die jungen Menschen, deren Leben durch die verfehlte Bildungspolitik der letzten Generation beeinträchtigt wurde, ins Berufsleben eintreten.

Spoiler-Alarm: Das wird auf die immer länger werdende Liste der Tabuthemen gesetzt, über die man in der feinen Gesellschaft besser nicht spricht.

Bild Arne Kvitrud – Egen bilde, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5422649


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3 Kommentare

  1. rudifluegl 25. März 2026 um 1:53 Uhr - Antworten

    „was also keinerlei Unterscheidung mehr zwischen Interessen, Talenten und Fähigkeiten bedeutet“
    Das wäre wohl wesentlich! Oder machen die Moneten die Motivation?
    Auf das hiesige althergebrachte System welches dann in Strickleitern zu „wo war den meine Leistung“ Verhältnissen zurückführt, in denen Königkinderlein mit Proportzilis in die feudalen Verhältnisse gehievt werden, die so noch nie vorher auf dieser Kugel stattgefunden haben, wird ja wohl nicht gezielt werden?
    Oder geben die 76% in den USA jemanden ein wohliges Gefühl und das Argument jedem seinen Platz den er durch (Geld) geadelte Geburtsumstände verdient?
    Ich stehe auf Elitenwatschentänze. Schuhplatteln plus Enzianlederhose habe ich schon als 8 jähriger abgelehnt!
    Michael Hartmann_ Eliten die Gefahr für die Demokratie!
    Rainer Mausfeld_ Demokratie schon angelegt im Menschen zu Stammeszeiten, als Einhegung von Macht!

  2. slowman 25. März 2026 um 1:38 Uhr - Antworten

    Wirrer Artikel. Die Details mögen stimmen oder nicht – die Verbindungen und Schlüsse sind vorab gezogen und stellen keine Einsichten dar, sondern sind Behauptungen in der Wiederholungsschleife.

    ‚Da haben wir es, schwarz auf weiß: Was auch immer die angeblich so exzellenten nordischen Länder in den letzten 30 Jahren im Bildungsbereich getan haben – es ist gescheitert.‘

    Das ist überzogen.

  3. BAG CORNELEAN ZEPHRODATEV 24. März 2026 um 14:52 Uhr - Antworten

    MENTAL DEVELOPMENT IS FORBIDDEN 🤚❗

    In ein paar Jahren – wenn alles gut läuft – leben die Menschen wieder auf den Bäumen (oder in Höhlen) und grunzen sich gegenseitig zu. Das mentale „Zurückstutzen“ des Homo Sapiens verläuft (erneut) nach Plan. Eine gehaltene Sklavenrasse muss eben auf diese Art und Weise entsprechend kultiviert werden, denn sollte sie jemals ein gewisses Entwicklungsniveau überschreiten, wäre das für deren Halter absolut fatal …

    Dieses Prozedere zieht sich in unregelmäßigen Abständen durch die gesamte Menschheitsgeschichte, wobei es je nach Bedarf mal früher, mal später zur wiederholten Anwendung kommt.
    Eine gezielt gedeckelte Spezies – ohne Aussicht auf ihr Erwachen.

    Scheinbar …

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