Saudi-Arabien will Öl an China für Yuan statt Dollar verkaufen

20. März 2022von 3,3 Minuten Lesezeit

Die Stärke der USA ist eng an die des Dollars gebunden. Und der Dollar lebt davon, dass er weltweit als Handelswährung dient und das elektronische Zahlungssystem SWIFT darauf basiert. Mit den dauernden Sanktionen gegen alle möglichen Länder, die sich der Politik der USA und der NATO nicht mehr unterwerfen, sind die USA aber dabei den Dollar als Leitwährung selbst zu demontieren. Der „Petrodollar“ ist schon sprichwörtlich, wird es aber bald nicht mehr sein.

Saudi-Arabien scheint sich von den USA unabhängiger machen zu wollen. Wie das Wall Street Journal berichtet, erwägt man offenbar, den Ölhandel nicht mehr ausschließlich gegen US-Dollar abzuwickeln. So gibt es seit einiger Zeit Bestrebungen mit China, das Ölgeschäft in Yuan abzuwickeln. Gespräche in diese Richtung laufen angeblich schon seit 2016, wohl wegen der wachsenden Unzufriedenheit des Ölförderlandes mit den USA.

Darüber hinaus hätte eine Lösung vom US-Dollar und der Handel mit China in dessen Währung, dem Yuan, auch Vorteile für Saudi-Arabien. Der so erworbene Yuan könnte zur Bezahlung chinesischer Unternehmen verwendet werden, die an Megaprojekten in dem Wüstenstaat beteiligt sind. Und dies wäre unabhängiger von Währungsschwankungen auf den Kapitalmärkten.

Auf Twitter äußerte sich auch der Journalist Aziz El Yaakoubi zu dem Thema. Ein hochrangiger US-Beamter bezeichnete die Möglichkeit eines Yuan-Handels Saudi-Arabiens mit China als „sehr volatil und aggressiv“ und „nicht sehr wahrscheinlich“.

Es könnte sich jedoch um einen Versuch Saudi-Arabiens handeln, neue Möglichkeiten zu erschließen. Schließlich zeigt das Beispiel Russlands derzeit, wie schnell es möglich ist, aus internationalen Währungssystemen ausgeschlossen zu werden. Es könnte also attraktiv sein, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und Alternativen parat zu haben.

Saudi-Arabien hat den chinesischen Staatschef Xi Jinping eingeladen, das Land im Mai zu besuchen, da sich die Allianzen im Nahen Osten verschieben und Washingtons regionale Partner nach Sicherheits- und Wirtschaftsgarantien suchen.

Der in Saudi-Arabien ansässige Golf-Kooperationsrat (GCC) kündigte unterdessen Pläne an, die Houthi-Bewegung und andere jemenitische Parteien zu Konsultationen nach Riad einzuladen, um die von den Vereinten Nationen geführten Friedensbemühungen in Gang zu bringen, wie zwei Beamte des Golf-Kooperationsrates gegenüber Reuters erklärten. Die Gespräche sollen vom 29. März bis 7. April stattfinden.

Die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft (Belarus, Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Tadschikistan + Armenien) und China planen die Schaffung eines neuen globalen Wirtschafts- und Finanzsystems, dessen Grundlagen Ende März 2022 festgelegt werden.

Dieses neue Währungs- und Finanzsystem wird eine Referenzwährung haben, deren Kurs aus einem Korb von Währungen der Gründungsmitgliedstaaten ermittelt wird (daher wird der chinesische Yuan dominieren), und wird durch Rohstoffe gestützt.

Es wurde von dem russischen Wirtschaftswissenschaftler Sergej Glazyev entworfen und soll das amerikanische Bretton-Woods-System ersetzen, nachdem Russland im Rahmen der „Sanktionen“ für seinen Einsatz gegen die ukrainischen Nazis ausgeschlossen wurde.

Das Entstehen von zwei konkurrierenden Wirtschafts- und Finanzsystemen würde das Ende der Globalisierung bedeuten. In seiner Reaktion auf das Ende seines globalen Projekts zog George Soros folgende Schlussfolgerung: „Wir können nur hoffen, dass Putin und Xi von der Macht entfernt werden, bevor sie unsere Zivilisation zerstören können. Das Geld, mit dem der ukrainische Präsident Zelensky gestützt wird, stammt von einem Oligarchen, der mit George Soros verbunden ist.

China wird bald die Finanzhauptstadt der Welt sein, und Russland verwendet derzeit den Yuan als Devisenreserve, da China das Vermögen der russischen Zivilbevölkerung nicht beschlagnahmt hat.

Die Situation für viele Menschen im Westen wird sich von nun an nur noch weiter verschlechtern, so der Wirtschaftswissenschaftler Martin Armstrong. „Die Weltbank räumt jetzt ein, dass Lebensmittel und Energie knapp werden.


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7 Kommentare

  1. Richard Heilmair 6. April 2022 at 20:57Antworten

    Wenn man all die Kriege der USA zusammen zählt, schadet es denen gar nicht eine Vormachtstellung einzubüßen. Vielleicht herrscht dann endlich mehr Frieden

  2. Jens Tiefschneider 21. März 2022 at 11:44Antworten

    Tschüß Dollar, Tschüß USA, Tschüß Weltfaschismus nach westlichem Vorbild. Willkommen Weltfaschismus nach Chinesischem Vorbild. Hätte ich die Wahl, ich würde einen anderen Planeten wählen.

  3. Paul Engel 20. März 2022 at 19:42Antworten

    Es war höchste Zeit, dass der Dollar (bisher bestens geeignet für die Druckerpresse, d.h. für das Auftürmen von unendlichen Staatsschulden) endlich einmal einen Ernst zu nehmenden Warnschuss vor den Bug erhält.

  4. anamcara 20. März 2022 at 12:33Antworten

    Lesenswerter Artikel

    „Warum die USA in wenigen Monaten untergehen“

    (Der Autor ist Michael Schulz, den man derzeit als Kleinbauer in Südamerika antreffen kann)

    “Die prinzipiellen Überlegungen über den notwendigen Zusammenbruch eines Fiat-Money-Systems par excellence sind durchaus schlüssig“ Le penseur

    Auszug:

    Wie komme ich zu meiner These?

    „…-Auslöser für den Kollaps der USA sind ausgerechnet die Maßnahmen, die zur Bestrafung Russlands gedacht sind.
    Sie werden getrieben von kühler Berechnung.

    Was in der Folge geschieht kann man nicht besser ausdrücken als ein einfaches Sprichwort. „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

    -Weil so viele Dollar im Umlauf sind, und zu viele Leute bereits zu viele Dollar haben, werden sie diese Dollar jetzt lieber in andere reale Waren (Autos/Öl/Nickel/Gold/Silber) oder andere Geld-Waren (Yuan/Rubel) umtauschen.
    Immer weniger Warenbesitzer werden ihre Waren in Dollar tauschen wollen.

    Weil alle merken, dass die Dollar-Ware wegen des hohen Dollar-Umlaufs immer unbeliebter wird.

    Jetzt erklärt sich, warum die USA in die für Russland gegrabene Grube fallen werden.

    Denn durch die Sanktionen wird die Nachfrage nach Dollar drastisch absinken.
    Russland kann nicht mehr mit Dollar handeln.

    Aber auch andere Länder werden erkennen, dass ihnen dieselben Konsequenzen drohen könnten, wie den Russen.
    Sie werden auch anfangen den Dollar zu meiden.

    China und reiche Chinesen muss man da wohl als erstes nennen.

    Aber auch die Eliten der Öl-besitzenden Staaten im Nahen Osten, allen voran Saudi-Arabiens.

    Natürlich bricht die Dollar-Nachfrage jetzt nicht sofort völlig zusammen, aber die Anbieter werden sicherheitshalber mehr Dollar für ihre Waren und Rohstoffe verlangen und so werden die Preise weiter steigen.

    Was aber alle reichen Amerikaner, letztlich alle Reichen weltweit vor das Problem stellt, dass ihre Dollar Ersparnisse, z.B. sämtliche Anleihen die in Dollar gezeichnet wurden, weiter an Wert verlieren werden.

    Sie werden deshalb anfangen Teile dieser Dollar-Papiere abzustoßen, um andere, reale Waren oder andere Währungen zu kaufen.

    Was deren Preise (in Dollar bewertet!) erhöhen wird und alle Dollar-Sparguthaben weiter entwerten wird.
    Denn jeder Anleihenhalter der seine Anleihe heute verkauft, bekommt schon jetzt nur noch zehn Prozent weniger Waren für die Dollars, als er noch vor zwei Jahren bekommen hätte.

    Ein Effekt, den es seit Gedenken der heutigen Menschen nur einmal vergleichbar gab, als der FED-Vorsitzende Paul Volcker 1980 sehr plötzlich die Zinsen extrem erhöht hatte.

    Damals gab es aber noch sehr viel weniger Anleihen als heute, weil der Dollar-Umlauf sehr viel niedriger lag und damals noch die Realwirtschaft dominierte, nicht die Finanzwirtschaft wie heute.
    Außer in diesem einen Fall wurden die Verluste der Anleihenhalter stets sehr vorsichtig dosiert und sobald es kritisch wurde sogar durch Zinssenkungen in Gewinne verwandelt.

    Wenn sich die Inflation weiter erhöht, werden die Verluste der Sparer umso größer werden. Auch wenn die Inflation länger anhält. Denn der Verlust tritt ja Jahr für Jahr immer wieder ein.
    Nach zwei Jahren mit jeweils zehn Prozent Inflation liegt der Verlust des Anleihenhalters schon bei zwanzig Prozent.usw.

    Bevor sich das Leid ausschließlich auf die USA zurückzieht wird auch die ganze westliche Welt eine Periode starken Leidens durchlaufen müssen.

    Je schneller es den Europäern gelingt aus dem sich ständig beschleunigenden Niedergang der USA die richtigen Schlüsse zu ziehen, desto weniger werden die europäischen Völker mitleiden müssen.

    Sollte es den Europäern nicht schnell genug gelingen ihr Verhalten radikal zu ändern, könnten sie den USA in den Abgrund der Geschichte folgen“….

    https://www.selbstregieren.de/2022/03/17/warum-die-usa-in-wenigen-monaten-untergehen/

  5. Roro 20. März 2022 at 11:51Antworten

    Jetzt wird es richtig spannend: wenn der Dollar als Weltwährung ins Wanken gerät, könnte auch die wirtschaftliche Vorreiterstellung der USA bald Geschichte sein. Vorbei wären dann die Zeiten, wo die FED die Inflation an andere Länder exportiert. Wie die USA dann ihren Schuldenberg tilligen kann, bleibt höchst spannend und wird experimentell.

  6. OMS 90 20. März 2022 at 10:50Antworten

    Der 3 WK läuft!

    • Harald Eitzinger 20. März 2022 at 17:45Antworten

      Solange er nicht mit Massenvernichtungswaffen wie A-, B-, C-Waffen geführt wird, kann man hoffen, dass die Welt noch länger steht. Auch wenns weh tun wird, so ist es an der Zeit, dass das US-Imperium einmal einen Dämpfer bekommt, damit sie die westlichen Länder wieder respektvoller behandeln! Der Zug für Europa, eine Emanzipation von den Amerikanern anzustreben und mit Russland eine gedeihliche wirtschaftliche Zusammenarbeit anzustreben ist höchstwahrscheinlich abgefahren. Zumindest dahingehend haben die Amerikaner ganze Arbeit geleistet. Unterm Strich bleibt wie so oft Europa auf der Strecke.

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