Nord-Stream-Sprengungen: Wessen Nutzen? Wessen Schaden?

13. Oktober 2022von 9,4 Minuten Lesezeit

Jeffrey Sachs ist einer der prominentesten Akademiker der USA. Im Jahr 1983 wurde er im bemerkenswert jungen Alter von 28 Jahren an die Harvard University berufen und verbrachte die nächsten 19 Jahre als Professor an dieser ehrwürdigen akademischen Einrichtung; Anfang der 1990er Jahre bezeichnete ihn die New York Times bereits als die weltweit wichtigste Persönlichkeit auf seinem Gebiet.

Im Jahr 2002 wurde er an die Columbia University gelockt, an der er seit einigen Jahrzehnten lehrt und auch einige Forschungseinrichtungen leitet, zuletzt das Center for Sustainable Development. Das TIME Magazine hat ihn zweimal zu den 100 einflussreichsten Personen der Welt gezählt, und fast zwanzig Jahre lang war er Sonderberater mehrerer Generalsekretäre der Vereinten Nationen, während er viele Hunderte von Artikeln und Meinungsäußerungen zu einer Vielzahl von Themen in unseren einflussreichsten Medien veröffentlichte.

Ein illustrerer und etablierterer Lebenslauf für eine internationale akademische Persönlichkeit lässt sich nur schwer erstellen. Daher war er im Jahr 2020 die natürliche Wahl für den Vorsitz der Covid-Kommission des Lancet, die alle Aspekte der tödlichen weltweiten Pandemie untersuchen sollte.

Anfang Oktober sagte Jeffrey Sachs auf Bloomberg TV zu den Sprengungen1 der Nord Stream Pipelines: „Ich würde wetten, dass dies eine Aktion der USA war – vielleicht der USA und Polens“2. Als Gründe dafür nennt er Radarbeweise zu US-Militärhubschraubern, die über diesem Gebiet kreisten und dass US-Außenminister Blinken die Sprengungen als eine „enorme Chance“ („a tremendous opportunity“) für die USA bezeichnete.3

Außerdem hätten führende US-Politiker im Voraus vor der Zerstörung der Pipelines gewarnt. So sagte Präsident Biden laut ZDF am 8.2.2022: „Sollte Russland in die Ukraine einmarschieren, habe die Pipeline Nord Stream 2 keine Zukunft“. […] Auf die Frage, wie er das bei einem Projekt unter deutscher Kontrolle bewerkstelligen wolle, sagte Biden: „Ich verspreche Ihnen, dass wir es schaffen werden.4

Darüber hinaus führt Jeffrey Sachs zur Begründung der vermuteten US-Täterschaft aus, die USA verfügten auch über die erforderlichen technischen Mittel, solch eine Zerstörung durchzuführen. „Wahrscheinlich war es eine Boeing P-8 Poseidon, die auch von Überwachsungsmonitoren gesehen wurde. […] Der mit Abstand wahrscheinlichste Täter hinter der Aktion sind also die USA“5, so der renommierte Ökonom. Schließlich bemerkte er: “Ich weiß, dass dies unserem Narrativ zuwiderläuft und dass es im Westen nicht erlaubt ist, solche Dinge zu sagen, aber Tatsache ist, dass die Menschen überall auf der Welt, wenn ich mit ihnen spreche, glauben, dass es die USA waren.” Auch US-Journalisten würden dies sagen – aber nur privat, nicht öffentlich.6

Was die Motive Russlands angeht, argumentiert Jeffrey Sachs, Russland habe im Gegensatz zu den USA „keinerlei Interesse daran, die Pipelines zu zerstören. „Das widerspricht den Interessen Russlands. Russland verliert Einkommen, finanzielles Vermögen und Verhandlungsmacht““, so Sachs.7

Das sind bemerkenswerte Aussagen eines führenden US-Ökonomen in einem sehr renommierten Nachrichtenkanal. Im Folgenden soll auf die Hintergründe dazu eingegangen werden.

Wessen Nutzen? Wessen Schaden?

Warum bezeichnete US-Außenminister Antony Blinken die Nord Stream Sprengungen als eine „tremendous opportunity“, als „gewaltige Chance“? Durch die Zerstörungen ist für lange Zeit sichergestellt, dass Deutschland von günstiger Energiezufuhr abgeschnitten ist, unabhängig von etwaigen politischen Entscheidungen. Dadurch werden die Gaspreise in Deutschland für längere Zeit garantiert sehr viel höher sein als früher. Das ist zum einen eine enorme Chance für direkten Flüssiggasexporte der USA nach Deutschland und Europa, was ein sehr profitables Geschäft für die US-Fracking-Industrie ist.

Zum anderen, und ökonomisch betrachtet, vermutlich sehr viel gravierender ist die dadurch stark geschwächte Wettbewerbsposition der mitteleuropäischen, insbesondere der deutschen Konkurrenz. Laut Handelsblatt zahlen deutsche Unternehmen derzeit etwa acht bis neun Mal so hohe Preise für Erdgas wie die US-Konkurrenz.8

Das dürften viele, vor allem mittelständische Unternehmen, die energieintensive Produkte herstellen, nicht lange überleben können. Daher sprechen führende Vertreter der deutschen Industrie von der Gefahr einer De-Industrialisierung Deutschlands. So titelte das Handelsblatt am 29.8.2022: „Deutschland steckt in einer Energiepreisfalle – „In Schlüsselindustrien werden Betriebe reihenweise schließen“. Die Preise für Strom und Gas sind um ein Vielfaches teurer als in den USA und Asien – und der große Kostenschub kommt erst noch. Die deutschen Konzerne fürchten eine Deindustrialisierung.9 BDI-Präsident Siegfried Russwurm sagte Anfang September 2022: „Die Substanz der Industrie ist bedroht.“10 Diese Aussage sollte man sich noch einmal wiederholen: Die Substanz der Industrie ist bedroht, sagt der deutsche BDI-Präsident.

Was dies für Auswirkungen haben könnte, machte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) am 20. Juli 2022 deutlich. Er sagte auf einer Journalistentagung: „Wir werden einfach ärmer. Für Deutschland male ich Ihnen ein Bild: Ich würde mich nicht wundern, wenn wir am Ende 20 bis 30 Prozent ärmer sind.11

20 bis 30 Prozent, so der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Was dies für die Menschen in unserem Land, insbesondere gering verdienende, bedeuten könnte, ist nur schwer vorstellbar. Allein die Zahl der Menschen, die zu den Tafeln gehen, hat sich in den letzten beiden Jahren von 1,1 Millionen auf über 2 Millionen etwa verdoppelt.12 Wie sollen diese Menschen einen Einkommensrückgang von 20 bis 30 Prozent überstehen?

Des einen Leid, des andern Freud

Allerdings sind nicht alle unglücklich, wenn mittelständische Unternehmen in Zentraleuropa in großem Umfang pleitegehen. Wie erwähnt, erfreut ein schwacher deutscher Mittelstand die ausländische Konkurrenz. Aber es bedeutet auch sehr gute und vor allem billige Einstiegschancen für Unternehmenskäufer.

Bereits 2018 besaßen die großen US-Amerikanischen Investmentgesellschaften wie Blackrock oder Vanguard 34,6 Prozent der Anteile aller DAX-Unternehmen. Weitere 20 Prozent gehörten britischen und irischen Vermögensverwaltern.13 Das ist ein lukratives Geschäft. Man zahlt einmalig einen Geldbetrag und erhält in alle Ewigkeit, das heißt, solange der DAX existiert, leistungslose Einkommen. Ökonomisch ausgedrückt sind das ewige Renten.

Das Problem: Bei Mittelständlern funktioniert dieses Geschäftsmodell nicht, weil sie nicht börsennotiert, sondern in Familienhand sind und die Familien nur in Notfällen verkaufen wollen. Daher können Krieg, Abschwung und Pleiten für US-Fonds eine ausgezeichnete Gelegenheit darstellen, preiswert an deutsche Mittelständler zu kommen.

Durch die Billiggeldpolitik der USA in den letzten 15 Jahren ist sehr viel Anlage suchendes Geld entstanden, das jetzt dringend nach lukrativer Verwertung strebt. Insbesondere die Finanzbranche sitzt auf sehr hohen liquiden Mitteln. Seit der Zeit vor den Lockdowns, also von Februar 2020 bis heute sind die Geldeinlagen bei US-Banken um über ein Drittel von 13.300 auf 17.900 Milliarden Dollar, also um über ein Drittel, gestiegen.14 Auch die liquiden Mittel der Großkonzerne sind extrem hoch. Allein 2020 „explodierten“ die flüssigen Mittel der 3.000 weltweit größten Konzerne laut Economist um ein Drittel von 5.700 auf 7.600 Milliarden Dollar.15

Das ist viel Geld, um auf Einkaufstour zu gehen. Ebenso ist das trockene Pulver der auf Unternehmenskäufe spezialisierten Private Equity-Fonds erheblich. Laut Wall Street Journal dürften von den US-amerikanischen Private-Equity Gesellschaften allein 2022 1.000 Milliarden Dollar frisches Kapital eingesammelt werden.16 Zum Vergleich: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt belief sich 2021 auf 3.600 Milliarden Euro, das entspricht beim derzeitigen Wechselkurs etwa 3.500 US-Dollar.17

Falls es tatsächlich zu einem Ausbluten des deutschen Mittelstandes kommen sollte, bietet das eine „tremedous opportunity“, eine großartige Gelegenheit für das viele im Überfluss vorhandene, dringend nach rentierlicher Anlage suchende US-Kapital. Denn zum einen bekommt man dann die Unternehmen recht günstig, da Notverkäufe den Preis stark drücken. Aber vermutlich noch viel wichtiger: Durch einen starken Abschwung eröffnet sich überhaupt erst die Möglichkeit, endlich auch deutsche mittelständische Produktionsunternehmen in großem Stil zu kaufen. Darunter befinden sich viele Perlen, die bislang außer Reichweite der US-Fonds waren. Aus dem deutschen Mittelstand kommen über 1.300 so genannte „hidden champions“, Weltmarkführer in Nischenbereichen. Das ist fast jeder zweite hidden champion der Erde.18 In dem Moment, in dem Unternehmen in existenzielle Krisen kommen, müssen die Eigentümerfamilien oft externe Finanzquellen suchen und sich Kapitalquellen von außen öffnen, ob sie wollen oder nicht. Eine großartige Gelegenheit für US-Käufer. Durch die Nord Stream-Sprengungen wird diese günstige Gelegenheit zementiert.

Hintergrund

Dazu kommt: Die USA haben seit einigen Jahren ein großes Problem mit Überkapazitäten. Produktionskapazitäten und Massenproduktion sind in den letzten vier Jahrzehnten ungleich schneller gestiegen als die Masseneinkommen. Grund dafür war die ständig steigende Ungleichverteilung.19 Um dennoch die ganze Produktion absetzen zu können, wurde die Massennachfrage über immer höhere Schulden20 und große Mengen frisch gedruckten Notenbankgeldes aufrechterhalten.21 Eine mögliche Lösung des heimischen Überkapazitäten- und Schuldenproblems wäre daher die Schwächung oder Eliminierung von Konkurrenz-Kapazität im Ausland, insbesondere in Deutschland, das die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt und ein harter Konkurrent der USA ist.

Dauerhaft hohe Energiepreise in Deutschland wären daher aus Sicht der USA hochwillkommen. Und daher meint Jeffrey Sachs sicherlich mit Recht: „Solange der Krieg andauert, wird die Wirtschaftskrise in Europa andauern.22 Explodierende Nord Stream-Pipelines und eine damit einhergehende Eskalierung des Ukraine-Krieges – wenn es medial gelingt, die Sprengungen den Russen in die Schuhe zu schieben – sind also sehr erfreuliche Nachrichten für eine von Überkapazitäten geplagte, auf hohen Geldbergen sitzende US-(Finanz-) Industrie, eine „tremendous opportunity“, wie Antony Blinken meinte.

Fazit

Meiner Einschätzung nach trifft der renommierte US-Ökonom Jeffrey Sachs den Nagel auf den Kopf mit seiner Vermutung, die USA hätten die Nord Stream Pipelines gesprengt. Denn die USA sind auf den verschiedensten Ebenen einer der größten Nutznießer dieser umweltverachtenden Zerstörung.

Referenzen

1 Laut NZZ vom 6.10.22 dürfte es sich um Sprengungen durch einen staatlichen Akteur handeln: https://www.nzz.ch/wirtschaft/pipeline-projekt-nord-stream-2-die-neusten-entwicklungen-ld.1483495

11 https://www.nachdenkseiten.de/?p=86125

20 Institute of international Finance (iif), Global Debt Monitor 18th May 2022


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder.

Prof. Dr. Christian Kreiß, Jahrgang 1962: Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der LMU München. Neun Jahre Berufstätigkeit als Bankier, davon sieben Jahre als Investment Banker. Seit 2002 Professor an der Hochschule Aalen für Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Homepage http://www.menschengerechtewirtschaft.de


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge uns auf Telegram und GETTR


Europas „9/11“: der Angriff auf Nord Stream und seine Folgen

Gaslieferung durch Nord Stream jederzeit möglich – eine Röhre unbeschädigt, die andere geringfügig

Kommt eine Euro-Krise? Zurück zu D-Mark, Schiĺling und Lire?

Wer profitiert von der deutschen Außen- und Wirtschaftspolitik?

22 Kommentare

  1. Pfeiffer C 17. Oktober 2022 at 5:58Antworten

    Nord-Stream-Sprengungen: Wessen Nutzen? Wessen Schaden? – Ergänzung:

    Erinnerung: Nach der epochalen Aussage Merkels zum NSA-Skandal „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht“. Das Abhören ihres Handys durch die NSA sei für sie von nachrangiger Bedeutung gewesen, sagte Merkel. „Für mich standen und stehen vielmehr die Interessen aller Bürger im Mittelpunkt, die es zu vertreten und zu schützen gilt, und das bei Abwägung von Freiheit und Sicherheit.“

    Hier die neueste offizielle Erklärung der deutschen Bundesregierung zu den Nord-Stream-Sprengungen:

    Sie fällt auffallend schmallippig aus und kommt von Patrick Graichen,Staatssekretär im Hause von Robert Habeck (Bündnis 90/ Die Grünen), dem Wirtschafts- und Klimaschutzminister:

    „Die Bundesregierung geht von einer gezielten Sabotage der Pipelines Nord Stream 1 und 2 aus. Darüberhinausgehend liegen der Bundesregierung keine konkretisierenden Erkenntnisse zu dem Sachverhalt, insbesondere zu der möglichen Urheberschaft, vor.“

    „Die Bundesregierung ist nach sorgfältiger Abwägung zu dem Schluss gekommen, dass weitere Auskünfte aus Gründen des Staatswohls nicht – auch nicht in eingestufter Form – erteilt werden können.“

    „Die erbetenen Informationen berühren somit derart schutzbedürftige Geheimhaltungsinteressen, dass das Staatswohl gegenüber dem parlamentarischen Informationsrecht überwiegt und das Fragerecht der Abgeordneten ausnahmsweise gegenüber dem Geheimhaltungsinteresse der Bundesregierung zurückstehen muss.“

    In einem Kommentar des Journalisten und Bloggers Marcus Klöckner, der auf die merkwürdig verhaltene Antwort der Bundesregierung hinwies, heißt es:

    „Kann man also daraus schließen, dass der Anschlag nicht von den Russen kam? Denn hätte man dies ermittelt, gäbe es sicher keine Geheimniskrämerei!“

    Was sagte im geleakten Telefonat einst die einflussreichste Strippenzieherin, damals für die Ukraine zuständige US-Diplomatin Victoria Jane Nuland, im Jahr 2014 im Zuge des Maidanputsches? „Fuck the EU“.

    Aktuell ist Nuland „Under Secretary of State for Political Affairs“, also als „Unterstaatssekretärin“, womit sie nun zu den engsten Beratern von Aussenminister Blinken gehört.

  2. Andreas I. 14. Oktober 2022 at 11:16Antworten

    Hallo,
    kurzfristig wunderbar (für die Leute, die nicht wissen wohin mit ihrem FIAT-Geld), aber langfristig?
    Wenn 34 % der DAX-Konzerne Blackrock und Vanguard gehören und erstens auch DAX-Konzerne nun höhere Energiepreise zahlen müssen, sowie zweitens die mittelständischen Zulieferer der DAX-Konzerne wegen hoher Energiepreise die Preise erhöhen müssen, wodurch die DAX-Konzerne auch an der Stelle höhere Einkaufspreise haben …
    Und wie ist der Füllstand chinesischer Kassen? In den letzten Jahren gingen chinesische Unternehmen ja auch gerne auf Einkauftstour.

  3. Charly1 13. Oktober 2022 at 17:08Antworten

    Stell dir vor, es ist Wirtschaftskrieg und keiner schaut hin. Das geschieht gerade in Europa im Zuge der Sprengung der Nord-Stream-Pipeline. Dieser Akt ist einer der größten Angriffe auf die europäische Infrastruktur seit Jahrzehnten. Dennoch wird dies in Deutschland und anderen betroffenen Ländern beinahe mit einem Achselzucken hingenommen. Ganz so, als könnte man eine Pipeline mal eben schnell austauschen. Ein wirklich souveräner Kontinent mit souveränen Staaten würde auf so eine Bedrohungslage gänzlich anders reagieren. Das Schweigen Europas ist somit entlarvend und zeigt der Welt auf der politischen Bühne, was Europa samt seiner Staaten Vasallen der USA sind!…. oder Sklavenstaaten???

  4. Pfeiffer C 13. Oktober 2022 at 13:31Antworten

    Jeffrey Sachs ist einer der prominentesten Akademiker der USA und kommentiert mutig die gegenwärtigen „Die letzten Tage der Menschheit“ – Zeitläufte. Nächste Frage: Wo bleiben all seine intellektuellen Kollegen? Namentlich die europäischen? Ja, genau die, die in Friedenszeiten in den einschlägigen medialen Qualitätserzeugnissen in ihren Publikationen, in ihren Essays sich an Scharfsinnigkeit, Diagnosefähigkeit, Logik, untereinander und für die ergriffene p.t. Leserschaft die Kante geben?

    Tja, die halten alle schön ruhig und bei Bedarf drehen sie kräftig am verordneten Propagandanarrativ mit. Ein Beispiel:

    Am 5.10.2022 kam auf Ö1 in der Live-Sendung „Kann das Gestern wie heute sein?“ Prof. Dr. Martin Sabrow, Lehrstuhlinhaber i.R. des Institutes für Geschichtswissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin zu Wort. Stichwort „verordnetes Propagandanarrativ. Ich ärgerte mich maßlos darüber und schrieb ihm diese mail (Zitate):

    Werter Herr Prof.Dr. Sabrow,

    schon während der aufmerksamen Verfolgung der o.a. Radiosendung habe ich mich, namentlich über Ihre Wortmeldungen über den Ukrainekrieg in Ihrer zeithistorischen Funktion, maßlos geärgert…Der zeitgenössische völkerrechtswidrige Krieg Russlands in der Ukraine ist nicht im Feb 2022 anlaßlos vom Himmel gefallen. Es gab eine geostrategische US-Vorgeschichte…
    Bedauerlicherweise breiteten auch Sie – entsprechend dem leitmedial verordnetem, gültigen Narrativ – einen Mantel des Schweigens darüber.

    Enttäuscht, mit höflichen Grüßen

    Pfeiffer C.

    Nach Urgenz bekam ich diese Antwort:

    Geehrter Herr Pfeiffer,

    auf Ihre Mail hatte ich aus drei Gründen zunächst nicht reagieren mögen und tue es auch jetzt nur, weil Sie auf einer Antwort bestehen:

    Zum einen scheint mir Ihre Zuschrift weniger eine Frage als vielmehr ein Statement zu formulieren, das ich zur Kenntnis genommen habe, ohne dass sich daraus für mich ein weiterführender Gesprächsansatz ergeben hätte.

    Zum anderen verfehlt Ihr Kommentar trotz, wie Sie schreiben, aufmerksamen Zuhörens, den Gegenstand – Ereignisgeschichte und Geschichtstheorie sind analytisch zwei Paar Schuhe: In dem Radiogespräch ging es, wie schon der Titel ausweist, nicht um den Ukrainekrieg oder ein anderes zeithistorisches Ereignis, sondern um eine mehodologische Frage, nämlich um „die Legitimität und Sinnhaftigkeit historischer Vergleiche“. Ich hatte in diesem Zusammenhang auf die gleichermaßen plausiblen wie trügerischen Vergleiche des sich entspinnenden Weltbrandes einmal mit dem Kriegsausbruch 1914 und zum anderen dem Münchner Abkommen 1938 verwiesen, die diametral unterschiedliche Schlussfolgerungen nahelegen, um meine Skepsis gegenüber der illusionären Strahlkraft des Vergleichs zu veranschaulichen.

    Drittens aber kann ich keinen Sinn in der Kommunikation mit einem Hörer erblicken, der mir ernstlich mit der Auffassung unter die Augen tritt, dass ich in meinem akademischen Tun und Lassen „leitmedial verordnetem“ Denken folge.

    Sie werden über diese Antwort vermutlich nicht weniger verstimmt sein als ich über Ihre Zuschrift, und damit wir das in Zukunft vermeiden, kann ich Ihnen nur raten, Ihre Kommunikation auf Gesprächspartner zu beschränken, denen Sie nicht glauben nachsagen zu müssen, dass sie Schweigemäntel ausbreiten statt Erkenntnisbildung zu fördern.

    Mit verbindlichen Grüßen

    Sabrow

    Der dahingehend versuchte Dialog fand mit diesem, meinem mail, ein jehes Ende:

    Geehrter Herr Prof.Dr. Sabrow,

    danke für Ihre Antwort. Mit meiner Meinung, daß Sie in Ihrem akademischen Tun und Lassen „leitmedial verordnetem“ Denken folgen, wollte ich Sie nicht verärgern, sondern konstruktive Kritik üben, wenn Sie so wollen. „Sagen was ist“:

    Ich zitiere Sie aus o.a. Sendung:

    „Rußland ist eine Autokratie, die keine Checks and Balances kennt, sehr zufallsgesteuert und nicht vorhersehbar in ihren einzelnen Entwicklungen ist. Und hinter ihr steht ein traditioneller russischer Imperialgedanke, der die Einigkeit Russlands jetzt gemessen an den früheren Gebieten der Sowjetunion wie sie unter Stalin entstanden ist, zum Maßstab nimmt“…“daß es aus verschiedenen Gründen nicht angeht, hier gewähren zu lassen, weil wir im Rahmen der Dominotheorie damit rechnen müssen, daß von Georgien bis Transnistrien und Moldawien weitere Gebiete, die früher zur Sowjetunion zählten in den Blick Putins kommen und dann auch die baltischen Staaten. Das gibt uns die politische Vernunft ein“…

    Zitat Ende

    War es vielmehr nicht so:

    Der russische Angriff auf die Ukraine ist völkerrechtwidrig. Punkt. Jetzt kommt kein Aber-Satz, sondern die Chronologie davor, heißt, warum es dazu kam, also Ursache/Wirkung:

    Erstens die vereinbarungsgebrochene NATO-Osterweiterung, zweitens die lang und aufwändig vorbereitete Putin-Dämonisierung (Skripal / Nawalny – alles dubios), drittens die jahrelang durchgeführten großen NATO-Manöver, die immer näher an die russische Grenze reichten, viertens die transatlantischen 5Mrd (plus unbekannte Ergänzungsmilliarden), die letztendlich zum Maidan-Putsch führten, wo die europäischen Friedenssicherungsmächte total versagten (Steinmeier & Co), fünftens die nicht eingehaltenen Minsker Abkommen, fünftens die militärische Drangsalierung der ostukrainischen Bevölkerung von 2014 bis Feb 2022, mit 14.000 toten Zivilopfern durch ukrainisches Militär und Paramilitär, sechstens die von Russland im Dezember 2021 formulierten geostrategischen Sicherheitsbedenken, die von den transatlantischen Guten umgehend & unbeantwortet in die Tonne getreten wurden und schließlich siebentens die von Selenski bei der im letzten Frühjahr anläßlich der Münchner Sicherheitskonferenz gezückte nukleare Karte, die das Faß für Russland endgültig zum Überlaufen brachte:

    Man bedenke nur die russische Micky-Mouse-Vorwarn-Zeitspanne einer von der Ukraine abgefeuerten Nuklearrakete Richtung russisches Kernland.

    Und der US-MIK wußte genau: Die europäische, kurzgehaltene und politisch nicht ernstzunehmende Kolonie hält durch die Sanktionen still und läßt sich bis in die Steinzeit zurück, willig in ein energie- monetär- und wirtschaftliches Morgenthau-Worst-Case-Szenraio umoperieren und damit als lästiger Konkurrent für lange Jahre neutralisieren.

    Und: Russland schlug letztendlich militärisch los, die USA kämpfen dafür so lange, bis erstens der letzte Ukrainer gefallen ist und zweitens den Europäern der allerletzte Euro für Kriegsgerätt auf Nimmerwiedersehen versickert. Vorbehaltlich das schon jetzt, aktuell, Black Rock über 30% ukrainischen Bodens sein Eigen nennt, eine Agrarfläche so groß wie die gesamte italienischen Agrarbearbeitungsfläche. Wo droht, daß sie bei einem ungünstigen ukrainischen Kriegsendeverlauf für immer futsch sind.

    Das klingt alles, bei allem Respekt, Herr Prof. Dr. Martin Sabrow etwas anders, als Ihr o.a. öffentliches Statement.

    Ich möchte Sie mit meiner Zuschrift nicht verstimmen und wir werden es vermutlich auch gleichzeitig aushalten, über den Begriff Erkenntnisbildung unterschiedliche Auffassungen zu haben.

    Mit verbindlichen Grüßen

    Pfeiffer C.

    P.S.: Was würde Karl Kraus wohl dazu formulieren? – Falscher Gedanke, hatte er doch schon, in seinem Monumentalwerk „Die letzten Tage der Menschheit“…

  5. R. Gianesin 13. Oktober 2022 at 9:55Antworten

    Deutschland steht im Mittelpunkt dieser ganzen Krise. Wenn Deutschland fällt, fällt auch die EU. Es ist eigentlich irre, wie naiv die deutschen Politiker sind. Sie glauben anscheinend nachwievor, dass Amerika ihr Freund ist. Amerika verkauft sein LNG an Deutschland u auch an anderen EU-Ländern zu einem Vierfachen zu dem er es an seine eigene Industrie abgibt. Weiters wird Deutschland von Polen bedrängt, 1,3 Billionen an Reperationszahlungen aus dem 2 Weltkrieg zu bezahlen. Auch Dänemark u Schweden könnten ein Interesse haben, Deutschland zu schwächen. Sieht so eine vereinte EU aus? Der nächste Punkt ist der Finanzcrash. Der Euro wackelt gewaltig. Dazu kommt, dass Deutschland versuchen wird, seine Unternehmen so weit wie möglich finanziell zu stützen u enorme Summen ausgeben wird, um die Industrie zu subventionieren. Denn schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Produkte aus Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig sind mit Asien aber natürlich auch Amerika. Die Industrie Deutschlands ist das wirtschaftliche Herz der EU. Durch die gestiegenen Energiepreise könnte das ein Wettrüsten der Subventionen in den EU-Ländern hervorrufen. Das könnte die Inflatione weiter anheizen und den Euro gefährden. Dazu kommt, die Länder haben schon jetzt enorme Schulden durch die Covid-Krise, wenn auch noch die Schulden für die Energiekrise hinzukommen, könnte das den Euro zu Fall bringen und das scheint auch das Ziel zu sein. Denn was über allem steht, ist nicht nur die Schwächung Deutschlands, nein, man möchte das Finanzsystem crashen lassen, weil man schon lange weiß, dass es so nicht mehr lange haltbar ist. Durch eine gezielte Sprengung erhofft man sich, die Zügel in der Hand behalten zu können. Die Leute werden in Europa massenweise verarmen und dann wird man ihnen, Oh Wunder, dass digitale Zentralbankgeld mit einem eben nicht bedingungslosen Grundeinkommen anbieten. Wir leben also im Krieg. Amerika kann dann seine Überschüsse wieder in Europa loswerden, wenn die gesamte Industrie am Boden liegt, was stark an die Zeit nach den 2. Weltkrieg mit dem Marshallplan erinnert. Der entscheidende Unterschied dieses Mal, es gäbe eine Lösung, nämlich wenn sich vorallem Deutschland aber die gesamte EU aus den Fängen des Finanz; Nato u Amerika Komplexes lösen würde und der einzige Partner, der dabei in Frage käme, wäre Russland. Und man darf auch nicht vergessen, dass Amerika u die EU die einzigen Länder sind, die Sanktionen gegen Russland verhängt hat. Die Macht der BRICS Länder sollte man dabei auch nicht unterschätzen. Auch mit Saudiarabien deutet sich ein Bruch mit Amerika an, ausgelöst durch die OPEC-Entscheidung vom Donnerstag, die Ölproduktion um 2 Millionen Barrel pro Tag zu drosseln, was einerseits den Benzinpreis für den heimischen Verbraucher in die Höhe treiben und andererseits die einseitigen außenpolitischen Prioritäten der Biden-Regierung offenlegen wird. Die Großmacht Amerika ist am untergehen und weil sie es nicht alleine machen wollen bzw. sich erhoffen, zumindest die EU weiterhin als Geisel für ihre Zwecke benutzen zu können, muß Europa zerstört werden, denn wenn schon alle anderen Partner sich von Amerika verabschieden, bleibt zumindest noch die EU als Handeslpartner. Und noch eines darf man nicht vergessen, die Todesfälle, verursacht durch die Covid-Impfungen werden auch zunehmen. Also man sieht, überall wird es ziemlich krachen. Die Frage ist, was können wir tun. Auf Demos gehen ist zu wenig, wir brauchen eine konkrete Strategie und einen Plan. Wenn wir jetzt nicht in die Gänge kommen, ist es zu spät.

    • Hannibal Murkle 13. Oktober 2022 at 10:18Antworten

      „es gäbe eine Lösung, nämlich wenn sich vorallem Deutschland aber die gesamte EU aus den Fängen des Finanz; Nato u Amerika Komplexes lösen würde und der einzige Partner, der dabei in Frage käme, wäre Russland“

      Nicht Russland alleine – die BRICS-Länder, die alleine schon über 40% der Weltbevölkerung mit (nach Kaufkraft) 1/3 der Weltwirtschaft haben. Da sie regen Zulauf erleben, ob Saudi-Arabien, die Türkei, Ägypten, weitere Länder in Südamerika – bald die meiste Weltbevölkerung mit etwa der Hälfte der Weltwirtschaft.

      Der Westen sanktioniert immer mehr, bald auch jeden weltweit mit Handel mit Russland, möglicherweise künftig China – es gibt die Theorie, geplant sei eine Zweiteilung der Welt mit kaum Handel zwischen den Hälften. Vermutlich kann man nur so der westlichen Hälfte den Great Reset mit Klimagedöns aufzwingen, was sämtliche Produktion mit astronomischen Kosten belasten und westliche Oligarchen viel reicher machen würde. Ich hoffe sehr, es kommt nicht durch.

  6. Andre 13. Oktober 2022 at 9:43Antworten

    „Also sie schätzen und Herr Sachs vermutet.“ Sie verlangen also allen ernstes, dass diese Autoren die Wahrheit in diesem Fall kennen?

    Mein Tipp: Wenn Sie die „Wahrheit“ wissen wollen, dann sollten Sie ausschließlich Mainstream-Medien konsumieren. Die können sich nämlich im Zweifelsfall immer noch auf sog. anonymen Quellen berufen, mit Beweisen, die man aus Geheimhaltungsgründen nicht der Öffentlichkeit, also Gläubigen wie Ihnen, präsentieren kann, die die Wahrheit mit absoluter Sicherheit kennen und die garantiert immer in das Narrativ passen werden, dass Russland der Superschurke ist.

  7. Fritz Madersbacher 13. Oktober 2022 at 9:28Antworten

    @Rudi
    13. Oktober 2022 at 8:24
    „Na, da sind wir der Wahrheit ein gewaltiges Stück näher gekommen“
    Das sehe ich auch so. Wir sind der Wahrheit sehr nahe gekommen, aber es war auch nicht sehr schwierig.

  8. Michael R 13. Oktober 2022 at 9:24Antworten

    „Bereits 2018 besaßen die großen US-Amerikanischen Investmentgesellschaften wie Blackrock oder Vanguard 34,6 Prozent der Anteile aller DAX-Unternehmen. Weitere 20 Prozent gehörten britischen und irischen Vermögensverwaltern.“
    Demnach schaden die angeblichen westlichen Hauptakteure im Ukrainekrieg, die USA und UK sich selber?
    Ob nun die USA oder/und Polen es waren, werden wir möglicherweise nie erfahren. Es waren höchstwahrscheinlich NATO Kräfte. Dass die deutsche Grün-Rot-Gelbe Regierung deswegen zumindest informiert war, halte ich für sehr wahrscheinlich.

    • Hans Im Glück 13. Oktober 2022 at 10:30Antworten

      Was in jedem Fall auffällig ist, ist das allgegenwärtige Schweigen dazu. Sowohl seitens der Politik als auch MSM. Das ist schon sehr sonderbar.

      Aber spielen wir es gedanklich durch. Landsleute der Nation XY sind verantwortlich für die Schäden. Und? Wie geht’s dann weiter?

      • Michael R 13. Oktober 2022 at 14:25

        Die Sprengung erfüllte meiner Meinung nach mindestens zwei Ziele: Erstens, kurz-/mittelfristig: Deutschland, die EU, endgültig vom russischen Gas abtrennen. Zweitens: Man gibt solange kein Ergebnis der „Untersuchung“ bekannt, solange es nicht nützt. Eine Art Blankoscheck, den man herausziehen kann, wenn man ihn braucht. Zum Beispiel um den Eintritt der Nato in den Krieg zu rechtfertigen. Dazu muss man nur behaupten, es gäbe Beweise, dass die Russen es waren. Dann wäre das ein kriegerischer Akt der Russischen Föderation gegen Dänemark und Deutschland (beides NATO Mitglieder) sowie gegen Schweden (dann evtl. auch NATO Mitglied), sodass Art 5 des NATO Paktes in Kraft treten würde.

    • Hollie 13. Oktober 2022 at 11:12Antworten

      „Demnach schaden die angeblichen westlichen Hauptakteure im Ukrainekrieg, die USA und UK sich selber?“
      Guter Punkt. Vielleicht haben’s ja ihre Anteile rechtzeitig reduziert?

      Da im Artikel nur auf das Billiggeld in den USA hingewiesen wird: ich denke, die Inflation freut letztlich auch die Hochschuldenländer des Euro bzw, die Politiker, die -nicht erst- seit Lehmann Brothers und Corona unser Geld mit vollen Händen ausgeben und vor allem auch von unten/mitte nach oben umverteilen bzw. Schulden solidarisch auf alle verteilen während Gewinne privat bleiben.

  9. Paddy1225 13. Oktober 2022 at 9:18Antworten

    Da weder Herr Sachs noch Herr Kreiß die Wahrheit kennen, wer die Pipelines gesprengt hat, bleibt außer Vermutungen leider nicht viel. Denn diejenigen, welche die Wahrheit kennen, werden diese um jeden Preis geheim halten, was ihnen bislang auch gelingt.

    Sowohl Herr Sachs als auch Herr Kreiß stützen ihre Vermutungen aber auf belastbare Fakten, die ihre Theorie stützen. Dies ist angesichts der gerade von der Politik verbreiteten Vermutung (denn mehr ist auch das nicht, eher sogar bloße Propaganda), Russland sei für die Sprengungen verantwortlich, immens wichtig.

    Wenn Sie, Rudi, die Wahrheit kennen, sollten Sie uns diese bitte mitteilen. Ansonsten sind wir auf begründete Vermutungen angewiesen.

    • Seb 14. Oktober 2022 at 7:19Antworten

      Paddy1225
      13. Oktober 2022 at 9:18Antworten

      „Sowohl Herr Kreiß als auch Herr Sachs stützen ihre Vermutungen auf belastbare Fakten.“
      Grundfalsch. Die zwei stützen ihre Vermutungen auf Theorien und noch mehr Vermutungen.
      Es gibt bis dato, weder zu den Pipelineschäden noch zu den Brückenschäden irgendwelche Fakten.
      Nein. Ich kennen die Wahrheit nicht aber ich stelle auch keinen Vermutungen an wie die zwei Wichtigtuer.

      Was allerdings sehr verdächtig ist: Eine Röhre der Nordstream 2 ist intakt. Warum ist diese intakt wenn es das Ziel der USA gewsen sein soll dass über die Nordsream 1 und Nordstream 2 kein Gas mehr nach Europa fließen soll.
      In diesem Fall, sprengt man alle Vier.

      • Harald Eitzinger 14. Oktober 2022 at 9:29

        Zu Ihrem letzten Absatz sei gesagt, dass diese eine Röhre aus Angst vor den USA von den Deutschen ohnehin nie in Betrieb genommen werden würde. Da lässt man sich lieber vom vermeintlichen Freund deindustrialisieren! Armes Deutschland.

      • Andreas I. 14. Oktober 2022 at 11:48

        @ Seb Hallo,
        „Eine Röhre der Nordstream 2 ist intakt. Warum ist diese intakt wenn es das Ziel der USA gewsen sein soll dass über die Nordsream 1 und Nordstream 2 kein Gas mehr nach Europa fließen soll.“

        Wenn es (wie im Artikel beschrieben) das Ziel der USA-Strategen gewesen sein soll, Deutschland insgesamt als Wirtschaftskonkurrent zu schwächen und Mittelständische Unternehmer zum Verkauf zu zwingen, dann ist:
        1. Eine Halbierung der vorherigen Liefermenge (durch die beiden Röhren von Nord Stream 1) ausreichend, um die nötige Steigerung der Energiepreise zu erreichen und
        2. Die Kuh, die die USA-Strategen melken wolle, nur geschwächt, aber nicht unwiderbringlich geschlachtet. Und
        3. Braucht USA die Nato und da auch die BRD, darum wäre es dumm von USA, Deutschland wirtschaftlich zu zerstören, stattdessen ist eine genau dosierte Schwächung genau das Richtige, aus USA-Sicht.

  10. Idaho 13. Oktober 2022 at 9:15Antworten

    Der wichtigste Punkt meiner Meinung nach (zumindest aktuell) ist aber, dass es nicht mehr möglich ist, einen Deal zwischen der EU und Russland (Sanktionen aufheben, dafür bekommt ihr Gas) zu schließen.
    Wobei Putin ja gesagt hat, Nord Stream 2 wäre funktionsfähig und man müsse nur den Gashahn aufdrehen.

  11. Jan 13. Oktober 2022 at 9:08Antworten

    Wenn die USA deutsche Versorgungsinfrastruktur beschädigen, durch terroristische Akte, muss das eine Konsequenz in der Zusammenarbeit haben. Man stelle sich vor, Deutschland würde in den USA eine große Eisenbahnlinie oder das Empire State Building sprengen!

    Durch das beschädigte Vertrauen muss die Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen überprüft werden. Insbesondere die vagen Zulassungen von als Biowaffen verdächtigen Spritzstoffen dürfen nicht mehr übernommen werden.

    Auch müssen Rüstungsaufträge storniert und die Handlungsautonomie des US-Militärs in Deutschland auf den Prüfstand.

    Dies ist die schwerste Krise der NATO seit Bestehen. Und das am Vorabend eines Kriegs mit Russland und mit China!

  12. Hannibal Murkle 13. Oktober 2022 at 8:59Antworten

    „Warum bezeichnete US-Außenminister Antony Blinken die Nord Stream Sprengungen als eine „tremendous opportunity“, als „gewaltige Chance“? Durch die Zerstörungen ist für lange Zeit sichergestellt, dass Deutschland von günstiger Energiezufuhr abgeschnitten ist, unabhängig von etwaigen politischen Entscheidungen“

    Etwas, was die Länder Westeuropas motivieren sollte, sich auf Dauer vom Großen Onkel Sam zu emanzipieren. Wenn die auch noch am Gas-Drücker sitzen sollten, werden die uns ständig ausnehmen – ohne Ende.

  13. Tokamak 13. Oktober 2022 at 8:45Antworten

    Frau Lagarde pumpt mit ihrer EZB mehr elektronisches Geld in den Markt und das Problem ist für diese Frau vorübergehend gelöst.

  14. Jochen Schmidt 13. Oktober 2022 at 8:42Antworten

    Bitte, diesen Artikel nochmal Korrektur-lesen. Oben ist Dr. Peter F. Mayer als Autor eingetragen, unten steht dann aber Prof. Dr. Christian Kreiß. Solche kleinen Abweichungen schaden doch der Glaubwürdigkeit dieses wichtigen Artikels.

  15. Ella 13. Oktober 2022 at 8:31Antworten

    Und sie betonen, dass es Vermutungen seien. Doch sind sie logisch untermauert nach dem alten kriminalpolizeilichen Prinzip „cui bono“. Diejenigen, zu denen man VERMUTLICH auch sie rechnen kann, die VERMUTEN, dass Russkand sich selbst die teure und wichtige Gaspipeline zerstört hat, haben dIe Logik nicht auf ihrer Seite, sondern eher den Wahnsinn, VERMUTLICH.

Wir freuen uns über jeden Kommentar, aber ersuchen einige Regeln zu beachten: Bitte bleiben wir respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe, keine (Ab-)Wertungen und bitte auch keine Video-Links und Texte mit roten Rufzeichen. Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Aktuelle Beiträge