Neue Studie: Indien wird grüner durch CO2-Düngungseffekt

11. Juli 2026von 3,9 Minuten Lesezeit

Daten von Satelliten zeigen seit Jahren, dass die Erde ergrünt. Und einer der größten Treiber dieser Entwicklung ist ausgerechnet jener Stoff, den man uns als planetaren Killer verkaufen will — CO2. Von Indien kommt bereits der zweitgrößte Beitrag zur globalen Begrünung, wie eine neue Studie zeigt.

Satellitendaten des MODIS-Systems der NASA zeigen eine deutliche Zunahme der Blattfläche (Leaf Area Index, LAI) über den gesamten Subkontinent hinweg. Mehr Blätter, mehr Vegetation, mehr Pflanzenwuchs — das ist die unbestreitbare Beobachtung. Eine neue Studie des Indian Institute of Technology Bombay von Ripan Das et al mit dem Titel „Analysis of net primary productivity trends in india by incorporating the direct effect of CO2 fertilization in MODIS data“ (Analyse der Entwicklung der Nettoprimärproduktivität in Indien unter Einbeziehung des direkten Effekts der COCO2-Düngung in MODIS-Daten), veröffentlicht im Januar 2026 in Environmental Research Communications, hat sich die Vegetationsentwicklung Indiens genauer angesehen.

Daten von Satelliten beweisen: Indien wird grüner

Die bisherigen MODIS-Produktivitätsdaten zeigten trotz dieser Begrünung keinen signifikanten Anstieg der Nettoprimärproduktion (NPP) — also jener Menge an Kohlenstoff, die Pflanzen tatsächlich aus der Atmosphäre ziehen und in Biomasse umwandeln. In Waldgebieten, besonders entlang der Westghats und in Südindien, wurden sogar rückläufige NPP-Trends gemessen.

Die Forscher um R. Deepa vom IIT Bombay identifizierten den Grund für diese scheinbare Diskrepanz: Die standardmäßigen MODIS-Algorithmen berücksichtigen zwar den indirekten CO2-Düngungseffekt (mehr Blattfläche durch verbesserte Wassernutzungseffizienz), nicht aber den direkten biochemischen Effekt — also die gesteigerte Photosyntheserate pro Blattflächeneinheit unter erhöhten CO2-Konzentrationen.

Der CO2-Düngungseffekt: Biochemie statt Ideologie

Was die Forscher dann machten, ist methodisch bemerkenswert: Sie integrierten den direkten CO2-Düngungseffekt mittels eines CO2-Antwortskalars, abgeleitet aus dem biochemischen Photosynthesemodell von Farquhar et al. — dem Goldstandard der pflanzenphysiologischen Forschung. Der Skalar quantifiziert, wie stark erhöhte CO2-Konzentrationen die Carboxylierungseffizienz des Rubisco-Enzyms verbessern, also die eigentliche biochemische Maschinerie der Photosynthese.

Das Ergebnis ist beachtlich:

Der NPP-Trend über Indien verdoppelte sich nahezu, nachdem der direkte CO2-Düngungseffekt eingerechnet wurde.

Konkret:

  • Der Anteil der Rasterzellen mit negativem NPP-Trend sank von 21,21 % auf 8,86 % über die gesamte Vegetationsfläche.

  • In Waldgebieten fiel der Anteil negativer Trends von 51,81 % auf 25,23 %.

  • Der Großteil der zuvor negativen Trends verschob sich in statistisch nicht-signifikante Kategorien — sie waren also nie echte Rückgänge, sondern Artefakte eines unvollständigen Modells.

Die räumliche Verteilung ist dabei aufschlussreich: Nordwestindien, wo sowohl Temperatur als auch atmosphärischer Feuchtestress (Vapor Pressure Deficit, VPD) rückläufig waren, zeigte die stärksten Zuwächse. In den Westghats und im südlichen Indien hingegen, wo die Erwärmung ungebremst voranschreitet, fiel der CO2-Düngungseffekt schwächer aus. Die Klimaerwärmung dämpft also den positiven Effekt — aber sie löscht ihn nicht aus.

Was das für die globale Klimadebatte bedeutet

Die Studie ist aus mehreren Gründen politisch brisant:

Erstens bestätigt sie, was die Begrünungsforschung seit über einem Jahrzehnt zeigt: CO2 ist nicht nur „Klimakiller“, sondern essentieller Pflanzennährstoff. Die globale Begrünung der letzten 40 Jahre — dokumentiert in der vielzitierten Zhu et al.-Studie von 2016 — ist zu etwa 70 % auf den CO2-Düngungseffekt zurückzuführen. Indien ist dabei der zweitgrößte Profiteur.

Zweitens demonstriert sie, wie unvollständige Modelle zu falschen Alarmmeldungen führen können. Die ursprünglichen MODIS-Daten suggerierten stagnierende oder rückläufige Kohlenstoffaufnahme in indischen Wäldern — ein Befund, der sich nach Korrektur um den direkten CO2-Effekt weitgehend in Luft auflöst.

Drittens zeigt sich einmal mehr die Komplexität des Klimasystems: Erwärmung kann den CO2-Düngungseffekt regional dämpfen, aber nicht neutralisieren. Die Vorstellung, steigende Temperaturen würden pauschal zu Vegetationskollaps führen, ist schlicht falsch. Pflanzen passen sich an, und CO2 hilft ihnen dabei — biochemisch nachweisbar, quantifizierbar und in Satellitendaten sichtbar.

Beschränkungen der Studie

Die IIT-Bombay-Forscher benennen klar die Limitationen ihrer Studie:

  • Nährstofflimitierungen (Stickstoff, Phosphor) wurden nicht berücksichtigt und könnten den CO2-Düngungseffekt langfristig bremsen.

  • Die Trennung direkter und indirekter CFE-Effekte bleibt in bewirtschafteten Landschaften schwierig.

  • Die räumliche Herunterskalierung der MERRA-2-Klimadaten auf MODIS-Auflösung bringt Unsicherheiten mit sich.

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Bild: © pfm

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9 Kommentare

  1. enkidugilgamesh 11. Juli 2026 um 22:03 Uhr - Antworten

    Der kategorische Fehler hierbei ist, Korrelation für Ursache zu erklären, zumal diese angenommene Ursache, nämlich der Anstieg des CO2-Gehalts der Luft auf der Basis der Physik der Erde komplett falsch und inexistent ist. Die Dichte und Zusammensetzung der Atmosphäre wird durch die Masse und Gravitation der Erde bestimmt. So kann die bodennahe Atmosphäre im Durchschnitt nicht mehr als 0,04% CO2 absorbieren.

    Die verständliche Ursache für Ergrünung wird aufgrund der effektiven suggestiven Manipulation über CO2, ignoriert. Die richtige Antwort ist, mehr WASSER dort, wo es grüner wird! Dafür gibt es anderswo weniger Wasser und weniger Grün.

    Die Grundursache ist die atmosphärisch vertikale und horizontale Verschiebung von Feuchtigkeit und Temperatur durch Klimakontrolle für militärische und kommerzielle Zwecke.

    Um sich dieser Sachlage bewusst zu werden, ist die Ansicht der Wasser-Infrastruktur in den Zielgebieten erforderlich. Aus der europäischen und afrikanischen Sicht ist das Hauptzielgebiet der Wasserversorgung die Arabische Halbinsel und auch ein Stück in Nord-Afrika. So wurden in den letzten Jahrzehnten 803 große Stauseen in Arabien errichtet, die prallvoll sind. Dazu kommen weitere künstliche Seen, angestiegener Grundwasserspiegel und wasserführende, ehemals trockene, Täler.

    Die zahlungskräftigen Abnehmer der künstlichen Wasserversorgung sind vor allem das Fracking von Erdöl, Erdgas, Kondensaten sowie die großindustrielle Landwirtschaft.

    Wasserlieferant sind die USA. Die USA sind auf die sichere und hohe Produktion von Kohlenwasserstoffen in Arabien angewiesen, um das Petro-Dollar-System aufrechterhalten zu können. Die gesamte Finanzierung der imperialen Operationen basiert auf den Petro-Dollar.

    Die arabischen Länder können ohne Wasser nicht ausreichend Erdöl und Erdgas produzieren, zumal in dieser Wüste inzwischen mehr als 95 Millionen Menschen versorgt werden müssen.

    Ich kann jedem nur empfehlen, sich die immense industrielle Landwirtschaft in Arabien über online Satellitenkarten anzuschauen, um persönlich einen geistigen Paradigmenwechsel einzuleiten.

  2. Daisy 11. Juli 2026 um 14:05 Uhr - Antworten

    Die Ozeane gasen CO2 aus, wenn es wärmer wird. Der Anstieg des Kohlendioxids korreliert mit der Erderwärmung, aber er hinkt ihr immer hinterher..
    Es gab schon vor vielen Jahren Studien, wonach es links und rechts von Autobahnen grüner ist als im Umland. CO2 ist ein lebensnotweniges Gas. Daher werden die Treibhäuser der duckmäuserischen Gärtner seit jeher damit begast. Wer es reduzieren möchte, ist äh…deutsch (dumm).

    • 1150 11. Juli 2026 um 14:23 Uhr - Antworten

      im begrünten mittelstreifen der autobahn padua / venedig standen jahrzehntelang zwei pinien,
      täglich umfächelt von abgasen tausender fahrzeuge und strotzen nur so vor lebenslust.
      vor zwei jahren wurden die zwei vermutlich wegen co2 blasphemie ermordet und gefällt.

  3. 1150 11. Juli 2026 um 13:55 Uhr - Antworten

    typischer rächtsrächter propagandaschmähartikel –
    tausende geschmierte, äh hochbezahlte wunschergebnisswissenschaftler, medien, politbordsteinschwalben sagen das gegenteil. die werden es wohl besser wissen

    • 1150 11. Juli 2026 um 14:01 Uhr - Antworten

      übrigens politbordsteinschwalbe, wie bringt man die blauen augen von meinl/reisinger zum leuchten?
      man*in leuchtet mit der taschenlampe in eines ihrer ohren (nicht von mir)

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

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