Indien: Impfung, Ivermectin, Varianten, Sauerstoff und Medien

Im Moment erinnern die Kommentare zu Indien stark an die Anfang März des Vorjahres über China und aus Wuhan mit auf der Stelle umfallenden Zombies. Nun versucht man offenbar mit Indien Angst zu machen, nachdem bei uns trotz Impfung die Infektionswelle wie seit Jahrtausenden um diese Jahreszeit ausläuft.

Setzen wir die Ereignisse einmal in Relation zur Bevölkerung. Wir sehen oben die Fälle pro Million Einwohner. Indien schneidet mit seien 1,4 Milliarden Menschen nicht so schlecht ab, würde ich mal meinen.

Indien hat bisher 141 Todesfälle pro Million Einwohner, Deutschland 980 und Österreich 1.116. In Indien wurden bisher 200.000 Tests pro Million Einwohner gemacht, in Deutschland 643.000 und in Österreich 3,4 Millionen (in Worten drei Komma vier Millionen) völlig verrückt. Es ist offenbar eine absurde Idee durch dauernde Tests Infektionen verhindern zu wollen, es findet sichtlich das Gegenteil statt.

Aber weiter zu den „bestätigten Fällen“, die mit einiger Sicherheit zu hoch sind, da die PCR Tests nach wie vor falsch angewendet und falsch ausgewertet werden (siehe Schwedische Gesundheitsbehörde).

Wir sehen auch hier: von der dramatischen Situation, die bei uns in den Mainstream Medien verbreitet wird, kann keine Rede sein.

Aber trotzdem stellt sich die Frage was den im Vergleich zu bisher doch deutlichen Anstieg verursacht hat. Und dabei sind zwei Faktoren maßgebend, wozu definitiv keine neue Virus Variante gehört (dazu unten mehr).

Stark steigende Zahlen von Impfungen

Der erste Faktor sind die stark steigenden Zahlen von Impfungen. Bisher wurden 117 Millionen Menschen oder 8,6% mit einer Dosis des AstraZenca Präparates versorgt, das als Covishield vom Serum Instiute of India produziert wird. Wir wissen aus einer dänischen Studie, dass im Gefolge der Impfung in der Zeit von 0 bis 14 Tage nach der ersten Dosis das Risiko einer Covid-19-Infektion bei den Geimpften jedoch erheblich erhöht war:

  • Demnach hatten unter 33.000 Bewohner von Pflegeheimen die Geimpften ein um 40% höheres Risiko einer SARS CoV-2 Infektion als Ungeimpfte.

  • Bei 300.000 Angehörigen der Gesundheitsberufe hatten die Geimpften sogar ein um 104% höheres Risiko, sich zu infizieren als die ohne Impfung.

Das wird mit Sicherheit auch in Indien eine Rolle spielen. Die Impfung schwächt das Immunsystem erheblich und danach kann es leicht zu Infektionen kommen, denen der Körper kurzfristig nur wenig entgegen zu setzen hat.

Und damit kommen wir zum nächsten Thema:

Ivermectin

In Indien wurde Ivermectin schon vor einiger Zeit zur Behandlung eingeführt. Es wurde das von Dr. Kory und seinen Kollegen vorgegebene Behandlungsprotokoll übernommen und dieses Produkt wurde unter dem Markennamen „Ziverdo Kit“ hergestellt. Es war mit Kosten von nur etwa 2,65 Dollar pro Person sehr erschwinglich.

Auf Twitter schreibt dazu Jay Sanchez:

http://mobile.twitter.com/jaysanchezdorta/status/1386408146374209539

„Ich fragte einen Arzt in Indien (einen Kollegen, der vor Ort ist und keine Kompromisse eingeht – im Gegensatz zu den meisten, die darüber berichten, was in Indien passiert), was dort mit Covid-19 und Ivermectin passiert und das hat er mir erklärt:“

Der Arzt berichtet, dass er bei Konsultationen immer zuerst ein Medikament verschreibt und erst dann zu einem Test schickt. Und er bestätigt, ausgezeichnete Resultate mit Ivermectin zu erhalten. Aber die „BIG doctors“, die permanent im Fernsehen auftreten (die kennen wir übrigens bei uns auch), also die Ärzte in großen Kliniken mit guten Verbindungen zur Pharmaindustrie sind eher gegen dieses billige und hochwirksame Medikament eingestellt.

Seit Januar 2021 gab es negative Propaganda gegen Ivermectin von Big Pharma und „Big scientists“ (zufälligerweise zur gleichen Zeit als der Machtwechsel in Washington stattfand). Und die Folge war, dass viele Ärzte aufgehört haben Ivermectin zu verwenden. Das führte dazu, dass keine frühzeitige Behandlung zu Hause mehr stattfand und die Patienten erst in einem späten Stadium ins Spital kamen. Es musste also erheblich öfter die HFNC (high flow nasal cannula) Sauerstoff-Therapie angewendet werden, wofür man natürlich erheblich mehr Sauerstoff benötigt. Und es kam zu den Problemen, die jetzt in den Medien breitgetreten werden.

Am 22. April 2021 gab es dann endgültig eine Knappheit an Betten und Sauerstoff. Indiens wichtigste Gesundheitsinstitution AIIMS Delhi empfahl dann Ivermectin zur frühzeitigen Heimbehandlung bei milden und moderaten Erkrankungen. Ivermectin war schon in 2020 die Ursache, dass es eben so wenige Todesfälle gab. Es war in einer Reihe von Provinzen zugelassen, was ab Oktober 2020 die Corona Infektionen unter Kontrolle brachte. Nun wird Ivermectin neuerlich verwendet.

Also in zwei Wochen erwartet der Arzt einen abrupten Rückgang , etwa um den 10. Mai herum. Wir werden sehen, wie sich die Infektionen weiter entwickeln.

Varianten

Die Zahl der COVID-19-Fälle in Indien stieg relativ langsam an, nachdem der erste Fall am 31. Januar 2020 registriert wurde. Die täglichen Fälle erreichten um den 15. September einen Höchststand von etwa 98.000 Fällen und gingen danach fünf Monate lang stetig zurück.

Seit Mitte Februar 2021, als die Zahl der täglichen Infektionen zum ersten Mal wieder zunahm, ist die Zahl der täglichen Fälle steiler angestiegen als zu jedem anderen Zeitpunkt im Vorjahr. Hier begannen also Impfung und Ende der Verwendung von Ivermection zusammenzuspielen. Mitte Februar hatten etwa 8,6 Millionen Menschen (0,6%) mindestens eine Dosis empfangen.

Einige Varianten sind spezifisch für Regionen in Indien, darunter eine mit der Bezeichnung B.1.36, die bei einem guten Teil der in Bengaluru getesteten Fälle gefunden wurde. Die B.1.36-Variante ist in den Fällen aus den südlichen Bundesstaaten weit verbreitet. Obwohl die Datenlage dürftig ist, gibt es einige Hinweise, dass die B.1.36-Variante für einige Reinfektionen verantwortlich sein könnte. Die B.1.1.7-Variante dominiert derzeit die neuen Fälle im Punjab.

Eine andere Variante, die kürzlich als B.1.617 bezeichnet wurde, spielt eine wichtige Rolle bei der plötzlichen Zunahme der Fälle in Maharashtra. Diese Variante enthält zwei spezifische Veränderungen, genannt E484Q und L452R. Diese beiden verändern die Spike-Region, so dass sie sich vermutlich leichter an Zellen binden kann. Diese Variante scheint sich daher leichter zwischen Menschen zu verbreiten.

Folgt man diesem Artikel in Science Wire, weiß man über die genannten Varianten noch sehr wenig:

Hier sind einige epidemiologische Fragen, auf die wir die Antworten nicht kennen: Hat sich die Variante B.1.617 zwischen Februar und jetzt in Maharashtra stärker verbreitet und den älteren Stamm verdrängt? Inwieweit ist diese Variante für den sprunghaften Anstieg der Fälle außerhalb dieses Bundesstaates verantwortlich? Ist die in Südindien verbreitete Variante B.1.36 ebenfalls übertragbarer als der ursprüngliche Stamm? Wenn ja, um wie viel? Und schließlich: Wie hoch ist die Sterblichkeitsrate bei Infektionen mit den neuen Stämmen? Gibt es signifikante Veränderungen in der Verteilung der durch die Infektion verursachten Todesfälle über die Altersgruppen?“

Wobei es aber schon einen Preprint Artikel gibt, nach dem B.1.617 Viren in VeroCCL81-Zellen vermehrt und charakterisiert wurden. Rekonvaleszente Seren der COVID-19-Fälle und Empfänger von BBV152 (Covaxin) waren in der Lage diese Variante zu B.1.617 zu neutralisieren. Damit scheint sich die „Mutante“, wie Varianten gewöhnlich falsch bezeichnet werden, für Panikmache nicht gut zu eignen.

Die Medien bei uns scheinen trotzdem schon die Antworten zu haben, die in Indien noch nicht verfügbar sind. Die den Mainstream Medien gestellte Aufgabe dabei – Angst zu verbreiten um die Akzeptanz für restriktive Maßnahmen, Impfung und Maskenzwang zu erhalten – ist offensichtlich. Und dass sie diese Aufgabe getreulich erfüllen, kann man nicht übersehen.


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16 Kommentare zu „Indien: Impfung, Ivermectin, Varianten, Sauerstoff und Medien

  1. Ich dachte mir schon, was ist da bloss los in Indien und wollte selbst recherchieren – wieder einmal mehr. Peter F. Mayer war schon dran. Wieder einmal ganz herzlichen Dank für die immer sauber recherchierten, die referenzierbaren Beiträge und den gerade jetzt so wichtigen kontinuierlichen Fluss beim laufenden Aufbereiten der neusten Informationen!

  2. Vielen Dank wieder einmal. Ich hab auch schon selber recherchiert und bin auf das selbe Ergebnis gekommen. Läuft immer nach dem selben Schema ab – Neue Variante –> Panikmache. War auch bei der „britischen“ Variante nichts anderes – da hat National Health England auch nie von einer Veränderung für einen persönlich geschrieben.
    Sogar die „WHO warnt vor voreiligen Schlüssen zu Corona-Variante B.1.617“ (https://www.rnd.de/gesundheit/indien-who-warnt-vor-voreiligen-schlussen-zu-corona-mutation-b1617-MU5TDNUYXBGTLLFX3HK2TFHNGI.html).
    Nur leider recherchiert der Großteil der Bevölkerung nicht selbst sondern glaubt dem was in den Mainstream-Medien gezeigt wird oder von bekannten Personen über soziale Medien geteilt wird.

    1. Herr Brodowicz, Viren mutieren. Das ist völlig normal. Viren sind glaube ich sogar die am stärksten mutierende „Spezies“ in der Natur. Das hat mit der RNA und Umschreibvorgängen etc. zu tun.

      Um es kurz zu machen: es ist einfach völlig lächerlich in der Öffentlichkeit (abseits von Virologen-Seminaren) mit irgendwelchen „Varianten x.y.z“ herumzumachen.

      Wenn wir über jede Influenza-Virenmutation seit Christi Geburt herumschwadroniert hätten, wäre heute die Erde durch Informationsoverkill im All verstreut.

      Es ist einfach lächerlich. Wie wenn man zu jedem Flohfurz einen Satz abgeben würde.

      Und darum eine Bitte an Sie: lassen Sie die Mutanten dort, wo sie hingehören: in Virologen-Büchern und -Studienpapieren.

      Für uns Normalsterblichen sind diese Mutanten und Varianten schlicht VÖLLIG IRRELEVANT und völlig uninteressant, ja belanglos!

      Nichts gegen Sie, aber wir müssen doch nicht auf jedes derartiges Wirrologen-Gegacker eingehen, bitte.

  3. Noch etwas interessantes, wenn man das mit dem ORF Bericht „Indien mobilisiert die Armee“ vergleicht in dem steht „Hintergrund der stark steigenden Infektionszahlen ist eine besonders ansteckende Virus-Mutante, die in Indien entdeckt wurde.“ Hier sollte jedem der sich etwas informiert abseits der österreichischen Medienlandschaft die Panikmache bewusst werden:
    THE CANADIAN PRESS (https://www.theglobeandmail.com/canada/article-indias-covid-19-variant-of-interest-vs-variant-of-concern-what-does-it/) ist zu lesen:
    „Das ist ein schrecklicher Begriff“, sagte er über die Bezeichnung „Doppelmutant“. „Wenn man Doppelmutationen im Vergleich zu Einzelmutationen sieht, flippen die Leute aus, aber in Wirklichkeit sind viele von ihnen Kombinationen von Mutationen.“

    1. In Österreich scheint die dauernde Panikmache von Seiten der medien sehr forciert zu werden.
      Davon lassen sich nur mehr menschen verleiten die überhaupt keine Ahnung haben und die nur das glauben was ihnen die msm täglich vorsetzen.

      So wie in deustchland kann man daher diesen medien nichts mehr glauben. Kein wunder wenn die menschen immer weniger solche Medien kaufen.

  4. es ist schon sehr auffällig, wie in den mainstream-medien der fokus immer auf besonders bevölkerungsreiche staaten gelegt wird. china gibt zwar schon seit einem jahr nichts schockierendes mehr her (hat es außerhalb der provinz hubei auch nie) – da müssen dann abwechselnd die usa, brasilien, mexiko und neuerdings eben indien herhalten. so wird bewusst angst geschürt. denn hohe absolute zahlen emotionalisieren die meisten menschen weit stärker als zahlen, die in relation zur bevölkerungszahl stehen. die anzahl der covid19-verstorbenen in den letzten in indien ist selbst, was die letzten 7 tage betrifft, um ca. die hälfte niedriger war als etwa in österreich oder deutschland. und um mehr als das zehnfache niedriger als in den impfmusterländern ungarn und uruguay.

  5. Auch zu Indien:

    https://reitschuster.de/post/ist-die-aktuelle-indien-berichterstattung-propagandajournalismus/

    „Und was ist mit Indien? Berechnen wir nicht die absoluten, sondern die relativen Werte. Durchschnittlich werden in Indien pro Tag etwa 350.000 Menschen positiv getestet. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass in Indien 1,4 Milliarden Menschen leben, bedeutet dies 250 Menschen pro 1 Million Einwohner.

    Dies ist jedoch ungefähr das gleiche Infektionsniveau wie in Deutschland in der letzten Woche: durchschnittlich 245 Menschen pro Million und Tag. In einigen anderen europäischen Ländern ist die Situation manchmal schlimmer. Und die ganze vorletzte Woche war die Zahl sogar viel höher – 300 Menschen pro Million Einwohner.“

    „Die Sterblichkeitsrate ist dabei in Wirklichkeit dieselbe: 3.000 Todesfälle gab es in Indien vorgestern, das sind ungefähr 2 Menschen pro einer Million. In Deutschland starben in der vergangenen Woche etwa 2,6 Menschen pro einer Million Einwohner pro Tag. Und niemand zeigte im Fernsehen oder in den Medien Friedhöfe mit einem Strom von Leichen, weinende Witwen und gruseligen Scheiterhaufen …“

    Es ist immer wieder das Gleiche: die Angst- und Panik-Macher wollen uns mit irgendwelchen Horror-Meldungen aufs Neue und nochmal und immer wieder triggern. Und wie Welt ist wirklich groß. da findet sich immer etwas. Zur größten Not auch im Archiv (umdatieren) oder man macht noch etwas in einem Hollywood.Studio …

  6. Manchmal lohnt auch einfach ein Blick zurück – z.B. in den September 2020:

    https://www.fr.de/politik/der-indische-sonderfall-90042419.html

    “Anders als Indien hatte Pakistan nie einen Lockdown verkündet. Während Indien im März überraschend einen extrem strikten Lockdown verhängte, ohne sich besonders um das Schicksal von Millionen Armen zu kümmern, hatte Pakistan eine gegenteilige Haltung eingenommen.“

    Das aktuelle Geschehen in Indien ist eine Mischung aus Verzerrungen, aus Alles-in-einen-Topf-Werfen und aus all jenen Konsequenzen, die aus vergangenen Maßnahmen entstanden sind. Natürlich wird das Geschehen aktuell in Indien heute anders interpretiert, als es noch im September interpretiert wurde … und entsprechend wird es heute medial umgesetzt und politisch eingesetzt und ist man anderswo entsetzt. Auf der Strecke, wie so oft, bleibt der Kontext.

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