Keine Hinweise auf Veränderung der Symptome durch neue Coronavirus-Varianten

Die deutsche Virologin Dorothee von Laer, die an der MedUni Innsbruck tätig ist, hat sich in den vergangenen Tagen mit der Meldung über neue Mutationen in Tirol und der Forderung nach Abriegelung des Bundeslandes hervorgetan. Sie kann natürlich noch keinerlei Daten über geändertes Verhalten besitzen. Von den schon länger bekannten Mutationen wissen wir mittlerweile, dass sie keine signifikanten Veränderungen und vor allem keine Verschlechterung gebracht haben. Der Alarmismus von Frau von Laer ist unverantwortlich.

Die neueste Analyse von Symptomdaten, die von der britischen ZOE COVID Symptom Study App gesammelt wurden, zeigt keine signifikanten Unterschiede in der Art, Schwere oder Dauer der COVID-19-Symptome, die durch die neue B.1.1.7-Coronavirus-Variante verursacht werden. Die B.1.1.7-Variante wurde erstmals im September 2020 im Südosten Englands identifiziert und hat sich seitdem schnell in Großbritannien und anderen Ländern ausgebreitet.

Um herauszufinden, ob diese neue Version des Virus die COVID-19-Symptome der Menschen beeinflusst, analysierten die Forscher um Sebastien Ourselin und Claire Steves vom King’s College London* mehr als 65 Millionen Gesundheitsberichte, die von 1,76 Millionen Nutzern zwischen dem 28. September und dem 27. Dezember 2020 an die ZOE COVID Symptom Study App übermittelt wurden.

Das ist der Zeitraum, in dem sich die neue Variante in der Bevölkerung ausbreitete, hauptsächlich in London, Südost-England und dem Osten Englands. Fast eine halbe Million Nutzer gaben an, in dieser Zeit einen Coronavirus-Abstrichtest gemacht zu haben, wobei 55.192 ein positives Ergebnis meldeten, was aber nicht heißt, dass sie wirklich innfiziert waren.

Die Forscher untersuchten, wie viele Personen angaben, eines der 14 Schlüsselsymptome von COVID-19 zu haben, die Gesamtzahl der von jeder Person angegebenen Symptome (ein Indikator für den Schweregrad ihrer Erkrankung) und ob die Symptome 28 Tage oder länger andauerten.

Anschließend glichen sie diese Informationen mit der geschätzten Prävalenz der neuen Variante in Schottland, Wales und sieben englischen NHS-Regionen ab, basierend auf Daten des genomischen Überwachungsprogramms COG-UK und des Testdienstes von Public Health England.

Nach der Anpassung der Daten an Alter und Geschlecht sowie an die lokale Temperatur und Luftfeuchtigkeit zeigte die Analyse, dass es keine signifikanten Unterschiede in der Art, Anzahl oder Dauer der Symptome zwischen Gebieten mit einer hohen Prävalenz von B.1.1.7 im Vergleich zu denen mit einer niedrigeren Prävalenz gab und dass sich dies auch nicht mit der Verbreitung der neuen Variante änderte. Es gab auch keinen Unterschied im Anteil der gemeldeten Krankenhausaufenthalte.

Die Ergebnisse sind als Pre-Print auf MedRxiv verfügbar und werden bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift zur Begutachtung und Veröffentlichung eingereicht.

Anpassung der Übertragungsrate an Wuhan Typ

Der Mathematiker Wes Pegden hat die von den Gesundheitsbehörden veröffentlichten Daten analysiert:

Die neue Veröffentlichung der randomisierten ONS-Infektionserhebung zeigt, dass der Vorteil des B.1.1.7-Stammes in den Regionen (London, East, Southeast), in denen er die größte Prävalenz erreichte, nicht mehr vorhanden ist. R_0 für Variantenfälle ging zurück, ohne dass ein Rückgang für andere Fall-R_0 zu verzeichnen was.

Dies ist ein sehr verblüffender Befund, der gegen vereinfachende Theorien spricht, dass B.1.1.7 „übertragbarer“ ist.

Wenn die Infektiosität für B.1.1.7 einfach durchgängig höher war, dann sollte, wenn Interventionen oder Immunität zu einem Plateau oder Rückgang der B.1.1.7-Fälle führen, dies von einem (noch steileren) Rückgang der Fälle mit der ursprünglichen Variante begleitet sein, was wir hier aber eben  nicht sehen.

Das bedeutet nicht, dass es keinen biologischen Unterschied oder Vorteil für B.1.1.7 gibt, sondern dass eine erhöhte Übertragbarkeit/Infektiosität diese Daten nicht erklären kann.

Andererseits könnte z.B. B.1.1.7 einen durch höhere Empfindlichkeit vermittelten Vorteil haben. Wenn z. B. ein Teil der Population anfälliger für B.1.1.7 ist, könnte dies ein frühes Wachstum bewirken, das den Eindruck einer höheren Übertragbarkeit erweckt, aber es wäre zu erwarten, dass dieser Vorteil abnimmt, wenn mehr von dieser besonders anfälligen Population durch Infektion immunisiert wird. Es ist sogar möglich, dass dieser Effekt auftritt, ohne dass B.1.1.7 überhaupt einen Vorteil in einer Population ohne vorherige Infektionen hat.

Die bisherigen Daten sehen beruhigend, aber auch wissenschaftlich faszinierend aus, da sie mit der Mainstream-Theorie von B.1.1.7 nicht vereinbar sind.

Mutationen können sogar nachteilig für Viren sein

Björn Meyer, Virologe am Institut Pasteur, schreibt auf Twitter, dass die Einzelmutation 501Y eine ~2,5x höhere Affinität zu ACE2 bewirkt, während die Doppelmutation zu einer ~13x höheren Affinität zu ACE2 im Vergleich zur Wuhan-Version führt, wie in dieser Studie berichtet wird.

Jedoch sei damit keines gesagt, dass diese neue Doppelmutation mit der viel höheren Affinität zu ACE2 noch übertragbarer ist – Viren sind viel komplexer als das und oft haben wir bei anderen Viren gesehen, dass eine engere Bindung eigentlich schlecht für das Virus ist. Wenn das der Fall wäre, bräuchte das Virus weitere kompensatorische Mutationen, die diese „zu enge“ Bindung verändert und wieder ein wenig „lockert“. Diese Doppelmutation haben beide, die Südafrika– und Brasilien-Varianten. Beide haben auch andere Mutationen. Von denen wir die Funktion (so sie überhaupt eine haben) noch nicht kennen.

Klassisch läuft es immer so ähnlich ab wie beim Virusstamm der Schweingrippe. Varianten davon waren noch Jahre erkennbar, die immer weniger infektiös und krankmachend wurden und umgekehrt hat sich das Immunsystem der Community ebenso darauf eingestellt.

Mutationen für Virologen interessant, für der Rest der Welt weniger

Die Virus Varianten mögen für Virologen hochinteressant sein, Auswirkungen auf Infektionen und Erkrankungen haben sie aber immer geringere. Auch der Virologe und Immunologe Shane Crotty vom La Jolla Institute for Immunology weist darauf hin, dass die Immunität durch T-Zellen alle diese Mutationen problemlos erkennt und über CD4 und CD8 Speicher-T-Zellen für andauernde Immunität sorgen.

Unter dem Strich gibt es keine aktuellen Beweise für höhere Gefährdung durch die Mutationen und es gibt auch keinen Grund das anzunehmen. Unter dem Strich bleibt die Übertragungsrate etwa gleich oder sinkt sogar mit der Zeit, die Schwere von Erkrankungen und die Symptome sind unverändert. Wegen jeder neuen Mutation gleich an ganzen Bundesland abriegeln zu wollen und das auch noch öffentlich zu fordern ist grob verantwortungslos.


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9 Kommentare zu „Keine Hinweise auf Veränderung der Symptome durch neue Coronavirus-Varianten

  1. Gott sei Dank hat hier Prof. Weiss hineingekrätscht.
    gerade in zeiten wie diesen halte ich so diverse Aussagen von Virologen und so manchem Scheinexperten für sehr überprüfungswürdig.
    Da ist auch zu hinterfrage ob eventuelle finanzielle vorteile mitspielen könnten- jeder test etc. bringt Geld – umsonst macht keiner dieser herrschaften etwas.Vermutl. sind sie auch noch durch diverse Drittmittelaufträge etc. mit Pharmafirmen verbandelt.
    genau hier kritisiere ich das System an den Universotäten wo Drittmitteleinwerbungen ja schon zum täglichen Brot gehören. Dadurch werden auch Abhängigkeiten erzeugt.

    Noch ein link zur Impfung:
    https://www.wochenblick.at/impf-sachverstaendiger-diese-impfung-ist-eine-luege-und-riesenbetrug/

    1. Und weiter geht die Diskussion wegen Tirol.
      Während Prof. Weiss sich gegen eine Quarantäne ausspricht- mischen sich Von Lare und Bergthaler weiter ein und wollen schliessen-warum? Haben wir nun iweder ein paar positive (der Test wäre so lt. WHO so nicht mehr zulässig) Wie lange versucht man mit dauerndem Mutationen suchen noch die leute verrückt uzu machen???
      Expertne die mit Krankheit und Menschen zu tun haben sind gegen schliessen- reine „Fachidioten“ die nur um das Virus herumdoktern haben vom wirklichen Leben null Ahnung.

      Wenn man so weitermacht werden die menschen keinen Schritt mehr mitgehen weil die Gefahr zu erkranken so gering ist dass alles was man noch tut nicht verhältnismäßig ist und das bei weitem nicht mehr.

  2. Die ganze Diskussion um die erhöhte Ansteckungsgefahr der englischen Mutante ist lächerlich. Auch ohne Studien kann das belegt werden. Angeblich ist die Mutante bereits im September 2020 entdeckt worden. Wäre sie wirklich ansteckender, so wäre ein Anstieg der Infektionszahlen (besser positiv getesteten) in England zu erwarten. Um zu beweisen, dass das nicht der Fall ist genügt ein Blick auf (https://www.worldometers.info/coronavirus/country/uk/).
    Seit Anfang januar sind die täglichen neuinfektionen (besser Kontaminationen) von 60.000 auf 18.000 täglich gefallen. Wie ist das mit einer erhöhten Ansteckung zu vereinbaren?

  3. Wollen Sie breit in den Medien rauskommen? Ganz einfach: verbreiten Sie irgend eine halbwegs plausibel klingende Story über angebliche schreckliche Corona-Folgen, Mutationen, Verschlimmerungen, Katastrophen – oder nennen sie irgend eine wilde hohe Zahl über zukünftige Kranke und Tote, so ab 400.000 aufwärts sind sie gut dabei …

    Eine Interview-Anfrage ist ihnen fast gewiss. Geben Sie sich überzeugt und telegen. Auch das Amt eines Regierungsberaters winkt.

    1. so ist es.
      Fragen sie mal so gewisse experten und hotlines was sie von der impfung halten und dann sagen sie dass derzeit die impfung eigentlich (wenn überhaupt) nur mich vor schwerer Erkrankung schützt aber sonst niemanden . Da kommen sie dann zum stottern.
      das wäre ungefähr so wie wenn ich tetanus geimpft bin – schutz auch nur für mich aber für sonst niemanden.
      wozu dann die massenimpfung??
      wenn zumindest der schutz gegeben wäre dass ich dann niemanden mehr anstecken kann- aber das ist auch noch nicht gegeben.

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