MedUni Innsbruck: Muskelschäden bei Covid-19 seltener als bei Grippe

Die Infektionssterblichkeit bei SARS-Cov-2 beträgt laut WHO und der Studie von Medizin-Wissenschaftler John Ioannidis zwischen 0,15 und 0,20 Prozent. Das liegt im Bereich der Grippe. Was aber einen Unterschied ausmachen soll, seien die Beschwerden, die nach der Infektion auftreten. Mittlerweile wurde dies unter dem Begriff Long Covid zusammengefasst. Erfahrene Ärzte weisen aber darauf hin, dass diese Spätfolgen auch von Grippe bakannt sind.

Eine retrospektive Studie der Medizinischen Universität Innsbruck belegt, dass eine Coronainfektion nur in Einzelfällen zu Schädigungen der Muskulatur führt. Beim Vergleich der CK-Werte, ein Marker für Muskelschädigung von Influenza- und Corona-Patienten zeigte sich gar, dass Corona weniger myotoxisch als eine Grippeerkrankung sei, gab Studienleiter Wolfgang Löscher im APA-Interview Entwarnung.

Erhöhte Entzündungswerte seien für Viruserkrankungen typisch und keinesfalls ein Covid-19-Spezifikum.

Ausgangspunkt unserer Erhebung waren vereinzelte Berichte von schweren Muskelschädigungen durch Covid-19″,

berichtet Löscher, der den Bereich Neuromuskulärer Erkrankungen am Institut für Neurologie der Medizinischen Universität Innsbruck leitet.

Um eine Aussage treffen zu können, ob solche Konsequenzen nur vereinzelt auftreten, oder ob es sich bei den Muskelschädigungen um ein Corona-Spezifikum handle, seien CK-Werte von 351 Covid-19 und 258 Influenza Patienten retrospektiv verglichen worden.

Die untersuchten Covid-19 Patienten waren zwischen März und Juni erkrankt und an der Innsbrucker Klinik, im Krankenhaus St. Vinzenz in Zams oder im Coronazentrum der Klinik Favoriten in Wien behandelt worden“, beschrieb Löscher die Studienpopulation.

Im Rahmen der Studie wurde bei den Patienten der CK-Wert gemessen, das heißt die Menge des Enzyms Creatinkinase im Blut, erklärte der Neurologe. Dieses Enzym würde den Verletzungsgrad der Muskulatur angeben, so Löscher. Beim Gesamt-CK lägen die Werte bei Männern unter 170 U/l (Units per Liter = Einheiten pro Liter) im Normalbereich, bei Frauen unter 145 U/l.

„Kurzfristig kann dieser Wert nach einer großer Belastung, etwa einem Marathonlauf, auf bis zu 10,000 U/l steigen, wobei das von Mensch zu Mensch verschieden ist. Wichtig ist: Er sinkt dann wieder“, erläuterte Löscher.

Bei den Erhebungen zeigte sich, dass der CK-Wert bei ähnlich vielen Grippe- wie Corona-Patienten erhöht war – 27 Prozent aller Grippepatienten und 28 Prozent aller an Covid-19 Erkrankten wiesen erhöhte Werte auf.

„Der CK-Wert war bei Influenza allerdings stärker erhöht als bei Covid-19, vor allem schwere CK-Auslenkungen (über 1000 U/l) waren bei Influenza häufiger nachzuweisen“.

Daraus könne man ableiten, dass Corona weniger myotoxisch ist als eine Grippe. Stark erhöht waren die Werte bei 1,4 Prozent der Covid- und 5,4 Prozent der Influenza-Patienten.

Erwartungsgemäß schien auch die Schwere der Viruserkrankung eine Rolle zu spielen: „Das CK bei Intensivpflichtigen war höher als bei den nicht-intensivpflichtigen Patienten“, berichtete der Mediziner. Ebenso hätten sie eine deutliche Korrelation zwischen den CK-Werten und anderen Entzündungswerten festgestellt.

„In Bezug auf Muskelschädigungen durch Corona kann Entwarnung gegeben werden, viele gängige Viruserkrankungen können in Einzelfällen zu einer Schädigung der Muskulatur führen.“

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Anmerkung: In den Kommentaren unter vielen Artikeln finden sich interessante Informationen – lesen lohnt sich.

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3 Kommentare zu „MedUni Innsbruck: Muskelschäden bei Covid-19 seltener als bei Grippe

  1. Wie sieht in Zukunft die Strategie bei Grippewellen aus?Der jährliche lockdown würde direkt in die Katastrophe führen. Die meisten Länder haben derzeit keine erkennbar Strategie, das ist mehr als beunruhigend!

  2. Wenn man diese Information mit der Medien-Berichterstattung vergleicht, sieht man wieder, dass die Hauptmedien aus jedem Einzelfall eine Paranoia konstruieren – und jede gegenteilige Information unterdrücken bis verstecken.

    Das Ziel der Zeitungen, Nachrichten, Informationsgebern ist unsere Panik. Warum lassen wir diesen Leuten die Tür offen?

    Und da zeigt sich ein weiterer perfider Trick: dadurch, dass die Administrative gerade ständig neue Regeln auflegt, von Tag zu Tag ändert, werden wir praktisch dazu gezwungen uns „auf dem Laufenden zu halten“, sprich: wir müssen den Corowahn über uns ergehen lassen um zu vermeiden, gegen Gesetze und Verordnungen zu verstoßen.

    Ich halte das für eine kalkulierte Taktik – und nicht eine zufällige Entwicklung: ganz gezielt wird laufend die Informationsbasis verändert, und niemand kann sich dieser ständigen Umorientierung entziehen ohne sich massive Nachteile einzuhandeln („Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!“ ist dazu das passende Motto. Ich frage mich: gibt es eigentlich Vorschriften, wie oft wie schnell rechtliche Rahmenbedingungen geändert werden dürfen? Gibt es Zumutungsgrenzen? Oder kann uns die Verwaltung vielleicht bald stündliche Änderungen, minütliche, sekündliche, abverlangen?)

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