Herdenimmunität gegen Coronavirus erreicht? Hinweise mehren sich

Die Herdenimmunität – wenn also mindestens 60 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Coronavirus sind – gilt als das Ziel, mit dem die Coronakrise überwunden wäre. Die Pharmaindustrie wünscht sich, dass es durch Impfungen erreicht wird, die Milliarden auf ihre Konten spült. Die Politik vermittelt den Eindruck, dass wir davon noch weit entfernt sind, neue Studien weisen aber auf das Gegenteil hin.

Die britische Epidemiologin Sunetra Gupta schließt aus der Analyse des Verlaufs der Pandemie, dass viele Menschen, die dem Virus ausgesetzt waren, andere Arten von Immunität haben, die bei Antikörpertests nicht sichtbar werden – entweder aus genetischen Gründen oder aufgrund bereits bestehender Immunitäten gegen verwandte Coronaviren von Erkältungen.

Die Implikationen davon sind tiefgreifend – es bedeutet, dass der Prozentsatz, der positiv auf Antikörper getestet wird, nicht unbedingt dem Prozentsatz entspricht, der Immunität oder Resistenz gegen das Virus aufweist. Die wahre Zahl könnte viel höher sein, so Gupta.

Studie zeigt weitgehende Immunität

Diese Analyse findet nun Bestätigung im Labor. Informationen zur Immunität gegenüber SARS-CoV-2 war bisher äußerst lückenhaft, eine im Journal »Cell« erschienene Studie zur spezifischen Immunität liefert sie nun.

Eine Publikation von Dr. Alba Grifoni, Professor Dr. Alessandro Sette und Kollegen, die am Center for Infectious Disease and Vaccine Research des Instituts für Immunologie in La Jolla, Kalifornien, forschen, hilft nun einige der Wissenslücken zu schließen. Die Arbeit zu T-Zell- und Antikörper-Immunreaktionen bei »typischen« Covid-19-Krankheitsverläufen ist als Vorveröffentlichung erschienen: „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Menschen zu untersuchen, die einen normalen Krankheitsverlauf hatten und keinen Krankenhausaufenthalt benötigten, um einen soliden Anhaltspunkt dafür zu erhalten, wie eine normale Immunantwort aussieht“, sagte Sette in einem Artikel des wissenschaftlichen Nachrichtendienstes »Genetic Engeneering & Biotechnology News«.

Die Autoren dokumentieren in ihrer Arbeit eine starke antivirale Immunantwort auf SARS-CoV-2 in einer Gruppe von 20 Erwachsenen, die sich von Covid-19 erholt hatten. In allen Fällen war das Immunsystem in der Lage, SARS-CoV-2 auf vielfältige Weise zu erkennen, sodass mit dieser Arbeit viele Befürchtung zerstreut werden, das Virus könnte sich den laufenden Bemühungen um die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs entziehen.

Die Stärkung des Immunsystems ist auch das was viele Ärzte und Wissenschaftler predigen, wie hier von Prof. Kurt Mosetter, Doz. Dr. sc. med. Bodo Kuklinski oder Dr. rer. nat. Wolfgang Feil berichtet

Die Forscher in La Jolla fanden, dass in 100 Prozent der untersuchten Covid-19-Fälle Antikörper und CD4+ T-Zellen gebildet wurden. Außerdem bildeten 70 Prozent der Covid-19-Patienten CD8+ T-Zellen. Damit ist klar, dass eine solide T-Zellantwort resultiert, wenn das Immunsystem mit dem Virus konfrontiert wird.

Das erklärt auch, warum auf einem Kreuzfahrtschiff 81% der Infizierten völlig symptomlos blieben. Und auch warum in Pflegeheimen in London 43% der Infizierten offenbar älteren und kranken Menschen die Infektion ohne Symptome überstanden.

Immunität dank früherer Coronaviren

Sehr aufschlussreich ist die Untersuchung der T-Zell-Antwort in Blutproben, die zwischen 2015 und 2018 gesammelt worden waren, bevor SARS-CoV-2 in Umlauf kam. Die Wissenschaftler entdeckten CD4+ T-Zellen, die auch das neue Coronavirus bekämpfen, in etwa 50 Prozent der nicht mit SARS-CoV-2 in Berührung gekommenen Personen. Aber jede dieser Personen war mit ziemlicher Sicherheit mit mindestens drei der vier gewöhnlichen Erkältungs-Coronaviren konfrontiert gewesen, wodurch die beobachtete Kreuzreaktivität erklärt werden kann.

Epidemiologen wie Sunetra Gupta nehmen nun an, dass jedes Potenzial für eine kreuzreaktive Immunität gegen andere Coronaviren erhebliche Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Pandemie haben könnte, die Pandemie damit rasch ausklingen wird. Aus diesem Grund sind die gefundenen T-Zell-Pools von so großer Bedeutung.

Die Forscher aus La Jolla bestätigen damit die Ergebnisse des Teams um Dr. Julian Braun und Professor Dr. Andreas Thiel von der Berliner Charité, die diese Ende April auf dem Preprint-Server »MedRxiv« veröffentlicht hatten. Das Team hatte in 68 Proben aus der Zeit vor der Pandemie gesehen, dass bei 34 Prozent reaktive T-Zellen vorlagen, die bestimmte Teile des neuen Coronavirus erkannten.

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Bild von ivabalk auf Pixabay

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