Neue Studien zeigen geringere Letalität und mehr Immunität

Am Beginn der Pandemie wusste man noch gar nichts über die Wirkmechanismen der neuen SARS-CoV-19 Viren. Und natürlich gab es keine Erfahrung bei der Behandlung, der Letalität und wie die Infektionswege am besten zu unterbinden sind. Mit allgemeinen Quarantäne-Maßnahmen, Schulschließung und Ausgangssperren wurde zunächst weltweit eine Eindämmung versucht.

Mittlerweile liegen jede Menge Fakten vor, die nun wissenschaftlich ausgewertet werden und  ein klareres Bild ermöglichen. Auf dieser Basis sollten gezielte Maßnahmen die flächendeckenden ersetzen. Zumindest dann, wenn die Politiker willens sind auf die Wissenschaft zu hören.

Letalität weit geringer als angenommen

Der finnische Epidemiologie-Professor Mikko Paunio von der Universität Helsinki hat in einem Arbeitspapier mehrere internationale Untersuchungen ausgewertet und kommt auf eine Covid19-Letalität (IFR) von 0.1% oder weniger (d.h. im Bereich der saisonalen Grippe). Der Eindruck einer höheren Letalität sei entstanden, weil sich das Virus sehr schnell verbreitet habe, insbesondere auch in Mehr-Generationen-Haushalten in Italien und Spanien, aber auch in Großstädten wie New York. Die „Lockdown“-Maßnahmen seien überall zu spät gekommen und hätten nichts mehr gebracht bzw. seien letztlich sogar kontraproduktiv gewesen.

Das sieht auch das Robert Koch Institut für Deutschland im Bulletin Nr 17 ähnlich. Die Studie zeigt, dass die Kontaktsperrmaßnahme vom 23. März offenbar so gut wie gar keine Auswirkungen auf den Verlauf der Fallzahlen gehabt hat. Zu der Zeit hätten bereits Abstand halten und Hygiene Maßnahmen gewirkt.

Die Studie der Forschergruppe des Virologen Hendrik Streek hat im Hotspot Heinsberg in Nordrhein-Westfalen eine Letalität von maximal 0,37% gefunden.

Das Zentrum für evidenzbasierte Medizin (CEBM) der Universität Oxford geht in einer neuen Analyse davon aus, dass die Letalität von Covid19 (IFR) zwischen 0,1% und 0,36% liegt (das heißt im Bereich einer starken Grippe). Bei über 70-Jährigen ohne schwere Vorerkrankungen liege die Letalität voraussichtlich bei unter 1%. Bei über 80-Jährigen liege die Letalität zwischen 3% und 15%, je nachdem, ob die bisherigen Todesfälle hauptsächlich mit oder an der Krankheit erfolgten. Die Letalität bei Kindern liege – im Unterschied zur Grippe – nahe bei null.

Neue Antikörper-Daten aus der italienischen Gemeinde Robbia in der Lombardei zeigen, dass rund zehnmal mehr Personen den Coronavirus hatten als ursprünglich angenommen, da sie keine oder nur leichte Symptome entwickelten. Die Immunisierungsrate liege bei 22%.

Was ist in Italien passiert?

Zur hohen Sterblichkeit in Norditalien weist die Forschungsgrupe u.a. auf die europaweit höchste Antibiotika Resistenz in Italien hin. Tatsächlich zeigen Daten der italienischen Behörden, dass rund 80% der Verstorbenen mit Antibiotika behandelt wurden, was auf bakterielle Superinfektionen hindeutet.

Italien wurde von Politik und manchen Medien immer wieder als abschreckendes Beispiel aufgebauscht mit Kranken, die auf den Spitalsgängen sterben. Zur Antibiotika Resistenz kommt die stärkste Luftverschmutzung von Europa. Wie berichtet weist eine Studie der Harvard Universität nach, dass 1 μg/m3 von PM2.5 eine Erhöhung der COVID-19 Todesrate um 15% zur Folge hat.

Mehr immune Personen durch höhere Zahl von Infizierten ohne Symptome

Eine neue serologische Studie der Universität Stanford fand im Bezirk Santa Clara in Kalifornien Antikörper in 50 bis 85 mal mehr Personen als bisher angenommen, wodurch sich eine Covid-Letalität von 0.12% bis 0.2% oder sogar darunter ergibt (d.h. im Bereich einer starken Influenza).

Zwei Drittel der auf dem Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt positiv getesteten zeigen keine Symptome. Von den 5000 Seeleuten waren nur 660 Seeleute infiziert, obwohl Schiffe ideale Ausbreitungsbedingungen bieten, wie wir von den Kreuzfahrtschiffen wissen. Der deutsche Virologe Christian Drosten hält eine Art Grundimmunität durch frühere Infektionen mit anderen Corona Viren für möglich.

Ausblick

Es deutet viel darauf hin, dass wir uns eben nicht mit einer „neuen Normalität“ abzufinden haben, wie sich das manche Politiker aus dem Rechtaußen-Spektrum wünschen, bis eine Impfung Anfang 2022 verfügbar wird. Billige und schnelle Antikörper Tests sollten bald verfügbar werden und dann werden sich die Zahlen zu überstandenen, symptomlosen Infektionen weiter erhärten lassen und Klarheit über die Grad der Herdenimmunität geschaffen werden.

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2 Kommentare zu „Neue Studien zeigen geringere Letalität und mehr Immunität

  1. Klingt schön, aber die schweren Lungenschäden bei Erkrankten, teilweise unabhängig von der Schwere der Erkrankung beunruhigt mich. Und die lange Zeit auf der Intensiv.

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    1. Ein Teil dürfte daran liegen, dass man erst lernen musste, welche Behandlung optimal ist. So berichtet zum Beispiel Christoph Wenisch vom Kaiser Franz Josef Spital, dass man vom Intubieren zwecks Beatmung abgegangen sei, da dadurch die Lunge zu sehr geschädigt wurde.

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