Nissan Leaf 2018 fährt nun 375 km elektrisch

Der Nissan Leaf ist mit 283.000 seit 2010 verkauften Einheiten das bisher erfolgreichste Elektro-Auto. Ich habe ihn im Sommer getestet und war (leider) nur mäßig beeindruckt. Schon nach etwa 3.000 gefahrenen km, war die Reichweite von 250 auf knapp über 200 km abgefallen. Das Design lässt vermuten, dass Nissan ihn gar nicht verkaufen will. Wie übrigens so gut wie bei allen anderen Elektro-Autos auch, ausgenommen Tesla. Was allerdings gar nicht so undenkbar ist, entfällt doch beim Elektrofahrzeug ein großer Umsatz- und Gewinnanteil, der bei den Benzinern mit Service und Ersatzteilen gemacht wird.

Für das Modelljahr 2018 hat Nissan allerdings dem Leaf ein Design verpasst, das durchaus ansprechend statt abschreckend wirkt. Größenmäßig hat der Leaf nur geringfügig zugelegt, kommt jetzt auf 4,49 Meter Länge. Der Radstand bleibt mit 2,70 Meter unverändert.

Auch unter der Haube gibt es Verbesserungen, die elektrisch fahren nun zur ernsten Option machen. Der Akku wurde von 30 auf 40 kWh vergrößert, was nun eine Reichweite von bis zu 378 Kilometern ergeben soll. Eine größere Akku-Version für mehr als 500 km Reichweite soll Anfang nächsten Jahres kommen, vermutlich mit 60 kWh.

Durch eine um 67 Prozent erhöhte Energiedichte, hat der neue 40kWh Lithium-Ionen-Akku mit 192 Zellen die gleichen Abmessungen wie die bisherige 30 kWh Batterie. Die Ladezeit gibt Nissan mit 16 Stunden an der Haushaltssteckdose und acht Stunden an einer 22-kW-Ladestation an. An einem Schnellader sollen die Akkus in 40 Minuten zu 80 Prozent aufgefüllt werden können. Wie bisher, beherrscht auch der neue Leaf die Vehicle-to-Grid-Technik (V2G): Das Auto kann die gespeicherte Energie also auch wieder an das Stromnetz abgeben und damit zum Beispiel Netzschwankungen ausgleichen.

Ein Argument, das gerne gegen E-Mobilität vorgebracht wird ist, dass gar nicht genug Strom da sei. Was wäre also, wenn plötzlich alle mit E-Autos fahren würden? Verbund-General Anzengruber beziffert den Mehrbedarf mit lediglich 13% der derzeitigen Stromerzeugung. Kein Problem, kann doch durch eneuerbare Energien in der nächsten Dekade die Stromerzeugung um mehr als 30% gesteigert werden, so der Verbund-Chef. Und dank der dezentralen Stromspeicher findet ein wesentlich besserer Ausgleich der Kapazitäten statt.

Aber wieder zurück zum 2018er Leaf: Er bekommt neben einer überarbeiteten Servolenkung – die alte fühlt sich sehr weich an – und einem neuen Fahrwerk vor allem auch einen stärkeren Antrieb: 110 kW/150 PS (bisher eher magere 80 kW/109 PS) und 320 Nm (bisher 254 Nm) Drehmoment leistet der E-Motor jetzt. Die Höchstgeschwindigkeit ist wie bisher auf 144 km/h begrenzt, allerdings verkürzt sich die Zeit für die Erreeichung von Tempo 100 deutlich: Statt wie bisher 11,5 Sekunden braucht der neue etwa 1,5 Tonnen schwere Leaf nur noch 7,9 Sekunden.

Die Ausstattung des neuen Leaf umfasst auch teilautonome Fahrmöglichkeiten. Dank des „ProPilot“ kann der Leaf eingeschränkt selbst fahren. Er hält Abstand und Spur und kann bis zum Stillstand selbständig abbremsen. Dennoch darf man die Hände nicht für mehr als 3 Sekunden vom Lenkrad nehmen.

Neu ist das per Knopfdruck aktivierbare e-Pedal. Hebt man den Fuß vom Gas, bremst der Nissan mit einer Verzögerungsrate von bis zu 0,2 G, ohne dass das Bremspedal betätigt werden muss. Rekuperation und die klassische Scheibenbremse bringen dabei gemeinsam das Fahrzeug bis zum Stillstand und selbst an starker Steigung soll der Leaf damit stehen bleiben. Ein Bremspedal gibt es natürlich trotzdem, das man aber bei eingeschaltetem e-Pedal nur noch zum starken Verzögern benötigt.

Das neue Modell soll etwas günstiger werden und je nach Ausstattung ab etwa 30.000 Euro zu haben sein.

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