Saharastaub über Europa: Natürliches Wetterphänomen oder Folge massiver atmosphärischer Eingriffe?

28. August 2026von 4,2 Minuten Lesezeit

Europa blickt wieder in einen trüben, gelblichen Himmel. Der aktuelle „Sahara-Staub-Ausbruch“, wie er von den Wetterdiensten genannt wird, ist in aller Munde – und auf den Karten von Wetterdiensten wie Windy unübersehbar.

Sind diese häufiger auftretenden Verfrachtungen von Saharastaub nach Europa eine Folge des „Klimawandels“? Welche Rolle spielen die massiven, industriellen Eingriffe in die Atmosphäre durch zigtausende Windkraftanlagen bei der Verteilung und Dynamik solcher Staubmassen? Der aktuelle Screenshot aus der Wetter-App Windy zeigt es drastisch: Eine massive Staubfahne erstreckt sich über Südeuropa und drängt nach Norden. Offiziell wird uns erklärt, dies sei ein wiederkehrendes, natürliches Phänomen. Doch die Häufigkeit und Intensität, mit der uns dieser Sand in den letzten Jahren heimsucht, wirft Fragen auf, die in den großen Medienhäusern tunlichst vermieden werden.

Die Windparks als „atmosphärische Störfaktoren“

Die Wissenschaft der Strömungslehre ist unbestechlich. Ein Windpark ist kein passives Objekt in der Landschaft; er ist eine massive, mechanische Barriere, die kinetische Energie aus der Atmosphäre entnimmt und die Strömungsdynamik in Bodennähe sowie in den niederen Luftschichten fundamental verändert.

Bereits vor zwei Jahren berichtete TKP über die auffälligen Zusammenhänge zwischen dem Ausbau der Windkraft und atmosphärischen Veränderungen. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Windparks die lokale Atmosphäre erwärmen – Studien aus den USA und dem Burgenland belegen eine Erwärmung von 0,72 Grad pro Dekade nach der Errichtung solcher Anlagen. Wenn aber die Temperatur und die Strömungsdynamik künstlich verändert werden, ist es wissenschaftlich naiv anzunehmen, dass dies keine Auswirkungen auf den Transport von Aerosolen wie Saharastaub hätte.

Auf dem Screenshot sieht man an den Pfeilen auch gut die Windrichtung, direkt aus der Sahara zu uns:

Das Bernoulli-Prinzip lässt sich nicht austricksen

Der Physiker Daniel Bernoulli lehrte uns die Grundlagen der Strömungslehre. Die Entnahme großer Energiemengen aus dem Wind durch riesige Rotoren führt zwangsläufig zu Druckunterschieden im Windschatten der Anlagen. Wir bauen heute nicht mehr nur ein paar kleine Windräder, wir bauen industrielle Kraftwerke, die ganze Landstriche und Offshore-Regionen überziehen. Diese „Nachlaufdynamik“ verändert die Art und Weise, wie Luftmassen – und damit auch Staubfrachten – über den Kontinent geleitet werden.

Eine Studie der Erwärmung in Großbritannien ergab ebenfalls einen klaren statistischen Zusammenhang mit der Errichtung der Offshore Windfarmen in der Nordsee. Gleichzeitig trat auch die Verfrachtung von Saharastaub vermehrt auf.

Der Autor machte Zeitreihenanalyse zur möglichen Unterscheidung verschiedener Ursachen. Durch Detrending, die Verwendung erster Differenzen und die Berechnung der Kreuzkorrelationsfunktion (CCF) zeigte sich, „dass nur die Offshore-Windkraftkapazität eine signifikante Kreuzkorrelation in der CCF aufweist.“

Die „Mainstream-Sicht“: Modellierung statt Ursachenforschung

Während unabhängige Forscher nach den tieferen, systemischen Ursachen suchen, konzentriert sich die „offizielle“ Wissenschaft – etwa finanziert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz – primär auf die Modellierung der Auswirkungen auf die Photovoltaik.

Man entwickelt dort das Vorhersagesystem ICON-ART, um zu berechnen, wie viel weniger Strom unsere Solarparks produzieren, wenn der Himmel trüb ist. Das ist durchaus legitim für die Netzbetreiber, aber es ist eine rein symptomorientierte Betrachtung. Man akzeptiert den Staub als „Gegebenheit“ und versucht, die Vorhersage zu verbessern, statt zu hinterfragen, ob unsere massiven Eingriffe in die Windverhältnisse das Transportmuster dieser Aerosole begünstigen oder gar verstärken.

Es ist bezeichnend: Wenn es um den Klimawandel geht, wird jeder Furz eines Rindes als „klimaschädlich“ berechnet, aber die massiven, großflächigen Veränderungen der atmosphärischen Grenzschicht durch zehntausende Windräder werden in diesen Modellen oft ignoriert oder als „vernachlässigbar“ abgetan.

Die Spur führt nach oben

Die Korrelation zwischen dem massiven Ausbau der Offshore-Windkraft und den veränderten Staub-Verfrachtungsmustern ist statistisch nicht zu übersehen. Wer Zeitreihenanalysen mittels Detrending und Kreuzkorrelationsfunktionen durchführt, stößt immer wieder auf das gleiche Ergebnis: Die Windkapazität ist ein signifikanter Faktor im atmosphärischen Geschehen.

Wir stehen vor einer Entwicklung, bei der die industrielle Umgestaltung der Atmosphäre durch Windparks zu unvorhergesehenen, aber physikalisch logischen Konsequenzen führt. Der Saharastaub ist dabei nur ein sichtbares Zeichen für eine Dynamik, die wir erst in Ansätzen verstehen – weil wir zu sehr damit beschäftigt sind, die Energiewende ideologisch zu verteidigen, statt ihre physikalischen Folgen objektiv zu untersuchen.

Der Blick auf die Windy-Karte sollte uns daher nicht nur dazu bewegen, unsere PV-Anlagen zu putzen, sondern vor allem dazu, die „saubere“ Windkraft kritisch zu hinterfragen. Denn die Natur lässt sich nicht ungestraft in ein mechanisches Korsett zwängen.

Am Abend und in der Nacht könnte es übrigens zu erheblichen Wetterleuchten kommen, unter der Voraussetzung von Windscherung – also wenn Windströmungen mit Sand aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander treffen.

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



Wieder Saharastaub in der Luft – Zusammenhang mit Windparks in Europa?

Hitze und Saharastaub in Griechenland und die Rolle von Windparks

Windparks für Hitzewellen und Saharastaub in Europa verantwortlich?

11 Kommentare

  1. Jurgen 29. August 2026 um 9:30 Uhr - Antworten

    Ich wußte garnicht, dass die Sahara so hoch mit Schwermetallen wie Aluminium, Strontium u.a. belastet ist, dass dies sogar abbauwürdig wäre… oder kommt da doch noch was von oben dazu?

    Für dumm verkaufen kann ich mich selbst besser…

  2. Dr. Rolf Lindner 29. August 2026 um 1:07 Uhr - Antworten

    „… weil wir zu sehr damit beschäftigt sind, die Energiewende ideologisch zu verteidigen …“ Also ich gehöre nicht zu dem „wir“ und der Autor des Artikels hoffentlich auch nicht.

  3. local.man 28. August 2026 um 22:47 Uhr - Antworten

    Ich habe mal in meinem Umfeld so nebenbei gefragt, wie oft sie Sahara-Staub Phänomene hier erlebt haben.. Keiner konnte sich an sowas erinnern.
    Gegeben muss es das aber haben, war entweder nicht auffällig, oder es hat schlicht keinen interessiert.
    Vielleicht hat die Intensität zugenommen aus bestimmten Gründen wie im Artikel erwähnt.

    KI Zusammenfassung (Chatgpt), auf die Frage nach den letzten 80-100 Jahren Sahara-Staub über Mittel/Nord-Europa:

    Saharastaub ist in Europa seit Jahrhunderten bekannt – er ist also keineswegs ein neues Phänomen.
    Südeuropa: relativ häufig, besonders im Mittelmeerraum.
    Mitteleuropa: ebenfalls regelmäßig, aber deutlich seltener. In Deutschland wurden beispielsweise schon in den 1980er-Jahren zahlreiche Staubeinträge gemessen.
    Norddeutschland/Niederlande: nur gelegentlich auffällige Ereignisse.
    Skandinavien/Finnland: sehr selten, besonders als sichtbarer Staubniederschlag.

    Besonders starke historische Ereignisse

    1901: Extremes „Blutregen“-Ereignis; Saharastaub gelangte bis Norddeutschland.
    1968: Saharastaub erreichte Großbritannien/London.
    1987: Staub aus Nordafrika wurde bis Schweden transportiert.
    März 1991: außergewöhnliches Großereignis – von Sizilien über Mitteleuropa bis Schweden und Finnland. Mindestens 320.000 km² waren betroffen, schätzungsweise 50.000 Tonnen Staub wurden abgelagert.
    2021: Erneut außergewöhnlicher Ferntransport bis Finnland; dort war es erst der zweite dokumentierte Saharastaub-Niederschlag.

    Fazit: In Mittel­europa gibt es Saharastaub schon seit sehr langer Zeit regelmäßig. Bis nach Nordskandinavien gelangt er dagegen nur bei außergewöhnlichen Wetterlagen – solche Ereignisse gab es aber auch schon lange vor den heutigen Satellitenmessungen.

    Ein wichtiger Punkt: Heute wirkt es möglicherweise häufiger, weil wir die Ereignisse viel besser erkennen und dokumentieren können. Moderne Satelliten und Messverfahren haben die Beobachtung stark verbessert.

  4. palman 28. August 2026 um 22:34 Uhr - Antworten

    … und daß der Autor evtl. auch auf den sog. > Ernte-Faktor < besagter „DREH-Sterne“ eingeht !?! – der Physiker „Vince Ebert“ soll dazu sogar ein Buch publiziert haben !?! – habe n u r die Zahlen 3 bis 4 im Hinterkopf – obwohl die auch ins Negative gehen können !?! – > Holz sammeln im Wald < soll damit vergleichbar sein … ;-)))

  5. Waldgaengerin 28. August 2026 um 16:57 Uhr - Antworten

    Ich wohne im Lee-Bereich der großen Anlagen in Westthüringen.
    Hier ist Dürre seitdem zumindest normal.
    Es regnet einfach nicht mehr. Der Himmel ist zu, dicht, voller Wolken, aber es kommt nichts runter. Kurios ist daß teilweise die Regen-Radare Regen anzeigen, obwohl keiner fällt. Meine Nachfragen diesbezüglich blieben allesamt unbeantwortet.
    Ich habe dann – vor Jahren scho – ein bisschen recherchiert und es ist wohl so daß diese „Windkraftanlagen“ feinste Partikel aus der Luft filtern, die aber für Regenerzeugung notwendig sind. Das ist wohl die Ursache für die ständige Trockenheit. Die jahreszeitunabhängig auftritt.
    Wer hier noch einen Garten bebauen will, so mit richtig ordentlich Gemüse drin, das ist fast nicht mehr möglich, es sei denn man hat eine Bewässerungsanlage. Ich vermute, das ist mit ein Grund, man will Selbstversorgung verunmöglichen.

    • alter Mann 28. August 2026 um 21:30 Uhr - Antworten

      @Waldgängerin
      Windkraft und Regendefizite bzw. Regenveränderungen entsprechen der Wahrheit. In Anlage ein aktueller Artikel mit Linkadressen zu Helmholzforschungen usw.. Hier wird zwar erst mal nur von Offshore geschrieben………… Wie bei allen Dingen, erst mal basteln und im Anschluß leugnen, kitten, beschwichtigen und ……….
      https://blackout-news.de/energie/offshore-windparks-koennten-niederschlaege-um-mehr-als-15-prozent-senken/

    • local.man 28. August 2026 um 22:40 Uhr - Antworten

      Die Sommer sind nicht heißer eher kälter als früher, bis auf wenige Ausnahmen.. Was sich aber geändert hat ist der abnehmende Regen/Gewitter.
      Früher hattest du immer ein Gewitter drin im Sommer alle Woche bis maximal 2 Wochen. Heute regnet es kaum noch. Gewitter im Sommer sind rar geworden.

      Die Frage ist warum? Was alles spielt hier rein, dass sich dieses Regenphänomen mit der Zeit herausgebildet hat und das mit steigender Tendenz. Wettermanipulation haben wir wie lange? Mit einer Verzögerung in Jahrzehnten gemessen, könnte das also neudeutsch korellieren.

      • Jurgen 29. August 2026 um 9:53 Uhr

        Die Gewitter sind wohl mit den Sferics Frequenzen korreliert. Die Sferics werden heute von Haarp kontrolliert…

    • Jurgen 29. August 2026 um 9:47 Uhr - Antworten

      Trockensteinmauern aufbauen rund um Bäume oder Gärten hilft dabei mehr Wasser in den Boden zu bekommen und die Austrocknung zu verlangsamen. Ist eine alte, afrikanische Methode in den wüstennahen Gebieten. Wenn man noch Gitterbleche in die Mitte der Mauer gibt, kondensiert es nachts umso besser.

    • Jurgen 29. August 2026 um 9:50 Uhr - Antworten

      Der Wald auf den Hügelspitzen zieht übrigens den Regen an. Und genau dort stehen aber diese Ungetüme immer rum und verhindern dadurch Regen.

    • Jurgen 29. August 2026 um 10:26 Uhr - Antworten

      Und noch ein Tip, die Hopi Indianer bau(t)en Mais immer mit Bohnen und einem Bodendecker wie Zucchini/Gurken zusammen an, weil die Bohnen Stickstoff für den Mais in den Boden bringen, die Bohnen am Mais hochranken können und die großen Blätter des Bodendeckers die Austrocknung des Bodens verlangsamen.

      Die hiesigen Bauern (und LPGs) machen das nicht, weil die mechanisierte Einbringung der Ernte dadurch viel komplizierter würde.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Aktuelle Beiträge