Der chaotische Flugsommer beginnt

7. Mai 2026von 2,5 Minuten Lesezeit

Die Kerosinkrise spitzt sich weiter zu: Auf der ganzen Welt wurden schon jetzt Tausende Flüge für den Mai gestrichen.

Während in Europa am Himmel noch größtenteils Normalität herrscht, verändert sich der zivile Luftraum bereits massiv. Aktuelle Angaben von Luftfahrtanalyseunternehmen zeigen, dass Fluggesellschaften allein in den letzten zwei Wochen bereits fast zwei Millionen Plätze aus dem Flugplan für den Monat Mai gestrichen haben.

Wiener Tourismusunternehmer spüren den Ausfall schon länger: Seit Beginn des Krieges fehlt Kundschaft aus Asien und dem Nahen Osten. Viele Asiaten streichen ihre Flüge nach Europa, nicht weil es keinen Flug geben würde. Oft wird das Drehkreuz Dubai umflogen, was die Anreise oft massiv verlängern würde. Zudem lässt die Unsicherheit einer möglichen neuen Eskalation sie die Reise absagen. Flüge fallen nicht aus, doch die Leute verreisen weniger.

Bis zum Sommer wird aber auch Europa die Krise am Kerosinmarkt deutlicher spüren. Bisher merkt man kaum etwas. Billigflüge von Mitteleuropa nach Griechenland oder Spanien sind in zwei Minuten gebucht.

Euronews meldet aktuell, dass die „die gestrichenen Flüge erhebliche Auswirkungen auf Reisen von Einzelpersonen und Familien haben könnten, die für die Ferienzeit Ende Mai im Vereinigten Königreich und in Teilen des europäischen Festlands eine Auslandsreise gebucht haben“. So streichen aktuell große europäische Fluggesellschaften wie Turkish Airlines, Lufthansa, British Airways und KLM massenhaft Flüge.

Man rechnet damit, dass der Sommer ein „sehr schwieriger“ für die Luftfahrt werden wird. Das heißt: Im Sommer könnte Chaos an den europäischen Flughäfen herrschen – für Kapitalfraktionen, die wollen, dass die Menschen weniger verreisen und mehr zu Hause bleiben, ein optimales Szenario.

Euronews berichtet, wie sich der Flugsommer entwickeln könnte:

Neben Turkish Airlines ist auch die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa am stärksten von der Treibstoffknappheit betroffen. Sie hat rund 20.000 Kurzstreckenflüge aus ihrem Sommerflugplan gestrichen.

Weltweit haben viele Fluggesellschaften die Flugpreise auf den beliebtesten Strecken erhöht, Flüge auf weniger begehrten Strecken ganz gestrichen und setzen weiterhin kleinere Flugzeuge ein, um Treibstoff zu sparen.

Im Vereinigten Königreich kündigte Verkehrsministerin Heidi Alexander an, dass eine Vorschrift, die Fluggesellschaften verpflichtet, Zeitnischen auf britischen Flughäfen zu nutzen oder zu riskieren, dass sie an Konkurrenten vergeben werden, vorübergehend ausgesetzt wird.

In der Praxis bedeutet dies, dass Fluggesellschaften wie British Airways Flüge streichen können, ohne dafür bestraft zu werden.

Im weiteren Verlauf des Frühjahrs und Sommers könnten Passagiere auf den beliebtesten Flügen, deren Flüge nicht gestrichen werden, auf Flüge an einem anderen Tag umgebucht werden, sodass ihr Urlaub kürzer ausfallen könnte als ursprünglich geplant.


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Ein Kommentar

  1. Der Zivilist 7. Mai 2026 um 13:47 Uhr - Antworten

    Die Idee des Luft – Busses ist ja schon länger tot, aber auch das Hochgeschwindigkeits- Netz funktioniert in der EU nicht.

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