Die Kriminalitätsrate in den USA erlebt aktuell einen drastischen Rückgang

31. Mai 2026von 3,4 Minuten Lesezeit

Neue Daten aus 67 der größten US-Polizeibehörden zeigen, dass die Gewaltkriminalität flächendeckend und in allen größeren Regionen deutlich sinkt. Dieser positive Trend setzt die rückläufige Entwicklung fort, die nach dem Höchststand während der COVID-19-Pandemie begann. Böse Zungen behaupten, es liege an den wegen so vielen Kriegen drastisch gestiegenen Munitionspreisen, aber das ist natürlich nur Zynismus.

Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von Gründen, warum die Kriminalitätsrate schon seit einiger Zeit rückläufig ist. Aber  die USA halten immer noch einen Spitzenplatz in der Welt bezogen auf die Zahl von Gefängnisinsassen pro Einwohner. Aber die USA haben nicht mehr die weltweit höchste Inhaftierungsrate pro Kopf, sondern wurden von Ländern wie El Salvador (wo unter Präsident Bukele eine massive Verhaftungswelle gegen Gangs stattfand) sowie Kuba und Ruanda überholt. Zudem sinkt die Zahl der US-Häftlinge seit einigen Jahren parallel zum Rückgang der Kriminalität.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • Tötungsdelikte: Rückgang um 17,7 %.
  • Raubüberfälle: Rückgang um 20,4 %.
  • Schwere Körperverletzung: Rückgang um 4,8 %.
  • Sexuelle Übergriffe: Rückgang um 7,2 %. [1]

Besonders starke Rückgänge bei Tötungsdelikten gab es in:

  • Washington, D.C.: -64,7 %
  • Philadelphia: -54 %
  • Memphis: -34,4 %
  • New York City: -31,7 % [Quelle]

Die Gründe

Der historische Rückgang der Gewaltkriminalität in den USA wird von Kriminologen und Analysten nicht auf eine einzelne Ursache, sondern auf das Zusammenspiel mehrerer gesellschaftlicher, technologischer und politischer Faktoren zurückgeführt. (Munitionskosten gehören nicht dazu). Kriminalitätsexperten (unter anderem vom Council on Criminal Justice) nennen vor allem folgende Hauptgründe:

  1. Das Ende des „Pandemie-Schocks“
  • Rückkehr zur Normalität: Während der COVID-19-Pandemie gerieten soziale Gefüge durch Isolation, psychischen Stress und wirtschaftliche Sorgen aus den Fugen.
  • Mehr „Augen auf der Straße“: Da Schulen, Arbeitsplätze und Freizeiteinrichtungen wieder vollständig geöffnet sind, belebten sich öffentliche Räume, was die Gelegenheiten für unbemerktes Eskalieren von Gewalt drastisch verringerte.
  1. Gezielte Polizeistrategien und Technologie
  • Fokus auf Hotspots: Viele Polizeibehörden konzentrieren sich heute präziser auf die wenigen Straßenzüge und Intensivtäter, die statistisch für den Großteil der Gewalt verantwortlich sind.
  • Massenhafte Überwachung: Die enorme Verbreitung von privaten Überwachungskameras (wie Ring-Systemen) und Smartphone-Kameras hat die Abschreckung erhöht. Was natürlich den Ruf nach noch mehr Massenüberwachung aufkommen lässt.
  • Bargeldlose Gesellschaft: Die zunehmende Nutzung von Digital Wallets (Apple Pay, Kreditkarten) sorgt dafür, dass Menschen weniger Bargeld bei sich tragen, was Raubüberfälle unrentabler macht. Was die Internetgiganten freut.
  1. Massive Investitionen in kommunale Gewaltprävention
  • Community Violence Interventions (CVI): Städte nutzen verstärkt zivile „Gewalt-Mediatoren“. Das sind geschulte Community-Mitglieder, die in Konflikte zwischen Gangs oder Einzelpersonen eingreifen, bevor diese blutig enden.
  • Finanzielle Förderung: Durch US-Bundesmittel (wie den American Rescue Plan) erhielten Kommunen immense Gelder, um Jugendprogramme, Sommer-Jobs und psychosoziale Betreuung auszubauen.

Politische Debatte um die Lorbeeren

Die politische Interpretation ist umstritten: Während die aktuelle Trump-Regierung den Erfolg für ihre harte Rhetorik und den verstärkten Druck auf Großstädte einfordert, betonen Kriminologen und Datenanalysten, dass dieser Abwärtstrend bereits lange vor Trumps Amtsantritt (seit Ende 2022/2023) flächendeckend eingesetzt hat.

Beurteilung

Weder Massenüberwachung noch bargeldlose Zahlungen sind natürlich alleine Gründe für den Rückgang. Aber die Behauptung, dass sie in einem geringen Maß zum Rückgang beigetragen haben, ist nicht zu widerlegen. Die Frage ist, zu welchem Preis, und wie groß der wirkliche Einfluss überhaupt war. Seien wir auf der Hut vor einem Heranziehen dieser Gründe für eine weitere Verschärfung der Überwachung und der Einführung von ausschließlicher bargeldloser Zahlung in der EU!

Bild: Statista (Gefangene pro Einwohner)

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Ein Kommentar

  1. rudifluegl 31. Mai 2026 um 16:12 Uhr - Antworten

    Der Rückgang der Kriminalität wurde bei hiesigen vor rund 100 Jahren auch schon geschafft, als es die goldenen Goebbels Anstecknadel noch gar nicht gab.

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