Der Zunderschwamm – ein besonderer Heilpilz

5. Januar 2026von 7 Minuten Lesezeit

Über den Zunderschwamm weiß man, dass er traditionell zum Räuchern und Feuermachen dient. Dieser Pilz hat aber auch Heilwirkung, was kaum bekannt ist.

Der echte Zunderschwamm (Fomes fomentarius) ist ein typischer Vertreter der so genannten Weißfäulepilze. Früher galt er als Schädling, heute weiß man, dass dieser Pilz enorm wichtig für das ökologische Gleichgewicht der Waldregionen ist, in denen er vorkommt. Wie üblich wurde das Einfache und Logische übersehen und unterschätzt.

Der Zunderschwamm kommt in Nordamerika, Europa und Asien vor und wird bis zu 30 Jahre alt. Leider kann er lebende Bäume schädigen, da er ihr Lignin und ihre Substanz abbaut. Erkennbar ist der Zunderschwamm leicht an seiner schönen Maserung. Anfangs ist die Oberfläche krustig und braun-grau, mit dem Alter wird sie dunkler. Er kann bis zu 20 cm dick und mehrere Kilogramm schwer werden. Wie der Name sagt, benutzte man ihn schon früh als Hilfe zum Feuermachen (als „Zunder“). Dafür dient die filzige Mittelschicht des Pilzkörpers, die „Trama“. Weil sie lange nachglimmt, erhielt man transportables Feuer auf Vorrat. Lange Zeit war es auf dem Land üblich, die Ställe des Viehs durch eine Räucherung mit Zunderschwamm zu desinfizieren.

Nachdem der englische Seefahrer Sir Walter Raleigh 1586 das Pfeifenrauchen populär gemacht hatte, erfuhr auch die Zunderherstellung einen Aufschwung und der Bedarf an dem Pilz war in Europa kaum noch zu decken. Daher wurden die Handelsrouten bis in den Norden und die Karpaten (Transsylvanien) ausgedehnt. Die Ära des Zunderschwamms ging zu Ende, als die ersten Zündhölzer erfunden waren. Diese musste man erst noch an einem glühenden Zunderschwamm entfachen, aber bald führte der schwedische Chemiker Pasch die Sicherheitszünder mit eigener Reibfläche ein. Der Zunderschwamm hatte endgültig ausgedient.

Fast wäre dieser Pilz dort, wo sich Nadelwälder ausbreiteten, ausgestorben, weil er als Brennmaterial massenhaft geerntet wurde. Er wächst nämlich nur auf Laubbäumen (bei uns vornehmlich an Eichen und Buchen, aber auch auf Pappeln, weiter nördlich auf Birken). Meist wurde er zusammen mit dem Totholz entfernt. Als man erkannte, dass Wälder nicht hygienisch „gesäubert“ werden sollen, besserte sich die Situation und Zunderschwämme sind wieder leichter zu finden – auch als Dekorationsmaterial werden sie gesammelt.

Traditionell bekannte Heilwirkungen

In unseren Breiten nutzte man schon seit der Antike den Zunderschwamm äußerlich und innerlich zur Heilung von Krankheiten. Hippokrates beschrieb, wie das Pulver oder eine Auflage der weichen Pilzlappen als Mittel zur Blutstillung angewendet werden kann. Bis ins 19. Jahrhundert konnte man diese Wundauflagen in jeder Apotheke als „Wundschwamm“ kaufen. Dann geriet angesichts der aufstrebenden Chemomedizin leider vieles in Vergessenheit. Pilzauflagen wirken antiseptisch und dienten sogar als Tamponage in der Zahnmedizin. Cremes mit Zunderschwamm fördern die Wundheilung, sind entzündungswidrig und immunmodulierend. Sie sind günstig bei trockener Haut, Neurodermitis, Psoriasis oder Akne (ideal in Kombination mit entsprechender Anwendung von Hamameliswasser).

Pulver oder Tee aus Zunderschwamm schmeckt trotz der Bitterstoffe recht angenehm.
Wie in den meisten Heilpilzen sind auch im Zunderschwamm die enthaltenen Beta-Glucane und Terpene sehr wichtig. Beta-Glucane trainieren vor allem das Immunsystem, bei Angriffen von Schadorganismen aktiv zu werden. Terpene sind sekundäre Stoffe, welche die Pflanze (aber auch ein Pilz) absondert, um über den Duft oder Geschmack wichtige Botschaften auszutauschen, damit Schädlinge und Bakterien abgewehrt werden. Bisher kennt man rund 8000 solcher Substanzen. Bei jedem Waldspaziergang – heute gerne als „Waldbaden“ vermarktet – nehmen wir Terpene über die Atmung oder die Haut auf. Zusammen mit weiteren Inhaltsstoffen wie Chitin und Melanin verstärken sich im Zunderschwamm diese positiven Wirkungen (Synergie).

Substanzen in Zunderschwamm und Studienlage

Der Zunderschwamm verfügt über ein stark bioaktives Beta-Glucan, das in manchen Präparaten als „Glucaneo“ ausgewiesen ist und hohe Wirksamkeit garantiert. Außerdem wurden im Fruchtkörper des Zunderschwamms die Zuckerstoffe Mannofucogalaktan und Glucuronoglucan sowie in der Fettfraktion Ergosterin, Isoergosterin und Fungisterin gefunden. Aus der enthaltenen Fomentarsäure stellte man Extrakte her, die in Tropfenform gegen Blasenleiden, schmerzhafte Regelblutung und Hämorrhoiden gebräuchlich waren. Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) setzte diesen Pilz am häufigsten gegen Magenverstimmung und Krebsarten der Verdauungsorgane sowie der Gebärmutter ein. Durch einen Extrakt wiesen chinesische Forscher eine 80prozentige Wirkung gegen ein Sarkom (Sarkoma 180) des Bindegewebes nach. Sehr oft wurde bei Magenleiden von Kindern der Zunderschwamm mit einer bestimmten Flechtenart (Digenia simplex) kombiniert gegeben.

Die TCM hat seit jeher kein Problem, moderne Schulmedizin zusammen mit Naturheilkunde einzusetzen – dies auch zur Frage, warum man dort Corona viel besser im Griff hatte. Europa agiert wie üblich weiter engstirnig und impfgierig. Dieser Pilz kann sicher auch bei Post-Vac und dem nun zu einem neuen Geschäftsmodell mutierenden „Long-Covid-Syndrom“ und bei chronischer Erschöpfung gute Dienste leisten. Ein Beispiel aus der Praxis.

Ob nun gegen Magen-Darm-Beschwerden, Lungenleiden oder sogar Krebs – überall bewies der Zunderschwamm über die Jahrhunderte ein großes Heilpotenzial. Man kann ihn geschabt bzw. pulverisiert einfach als Tee trinken oder Präparate nehmen. Die Wissenschaft bestätigt längst die volksheilkundliche Praxis. Umfassendes Material dazu ist etwa hier zu finden.
Betaglucane wirken u. a. entzündungshemmend und abwehrsteigernd, so Dr. rer. nat. Liudmila Kalitukha, die seit 2013 zum Zunderschwamm forscht. Der Zunderschwamm hemmte in präklinischen Modellen das Wachstum bestimmter Tumorzelllinien, wie u. a. hier gezeigt, etwa auch bei Hautmelanomzellen. Der Chitin-Glucan-Melanin-Komplex aus Fomes fomentarius beschleunigte die Erholung von Patientinnen und Patienten mit schwerer Hepatitis: Verbesserung der Leberwerte und der Regeneration des Gewebes (Gorovoj & Burduykova (1996). Melanin aus dem Zunderschwamm ist ein starker Radikalfänger, schützt also die DNA vor Schäden durch oxidativen Stress, was besonders relevant ist bei chronischen Entzündungen, für Krebsprävention und Anti-Aging (Kalitukha (2019). Beta-Glucane und Chitinfasern förderten die Neubildung von Gewebe und beschleunigten die Wundheilung (Wasser, S. P. (2017). Der Zunderschwamm kann weiters hilfreich sein bei der Ausleitung von Giftstoffen bzw. Schwermetallen. Grundlage für jede Heilung ist immer eine Reinigung des Körpers von Toxinen, wobei hier die Heilpilze Reishi (Leber und Gewebe), Hericium (Magen und Darm) sowie der Polyporus (Blut und Zellen) den Zunderschwamm ideal ergänzen können.

Und ganz nebenbei: Pilzleder!

Abseits der praktischen und gesundheitlichen Wirkungen besitzt der Zunderschwamm noch eine andere hervorragende Qualität – man kann aus ihm Kleidungsstücke fertigen. Schon „Ötzi“ trug wohl ein glimmendes Stück des Zunderschwammes bei sich, um Feuer zu machen, vielleicht aber kannte er auch Techniken, um sich daraus einen Regenschutz herzustellen. Im Mittelalter waren Kappen aus Pilzleder große Mode. Aus dem geklopften Zunderschwamm erzeugte man eine Art Wildleder und daraus Kappen oder Taschen. Diese können bei Regen die vielfache Menge an Wasser aufnehmen ohne es nach innen durchzulassen. Da der Pilz hart wie Holz ist, werden mit einer scharfen Säge feine Scheiben davon abgeschnitten und danach gewässert. Dann erfolgt kräftiges Hämmern dieser filzigen Schichten, bis sie zu weichen und dehnbaren, extrem saugfähigen Lappen werden, die echtem Wildleder täuschend ähnlich sind. Pilzleder ist nur weniger reißfest. Man stellte früher auch Nadelkissen daraus her, weil Nadeln darin nicht rosten. Auch heute gibt es Pilzleder und diverse Produkte daraus zu kaufen, für Veganer besonders interessant. Als Beispiel forciert das Projekt „Zvnder“ (Achtung: V nicht U!) die nachhaltige und ökologische Gewinnung des Pilzleders in Kooperation mit Familien aus Transsilvanien (Siebenbürgen). Wie so oft, hat die Natur wieder eine Menge mehr „auf dem Kasten“, als man ihr zutrauen will.

Alles über die Heilkraft von Pilzen gegen Krebs und andere Erkrankungen in diesem TKP-Buch

Mehr Liteatur zum Zunderschwamm:

  • Karl Hohenried: Zunderschwamm: Praxisratgeber zum ultimativen Heilpilz. 2019
  • Wiebke Kloppenburg: Zunderschwamm, das neue Heilmittel gegen COVID-19, Long-COVID und andere Erkrankungen? Ein Ratgeber mit Erfahrungen aus meiner Praxis. 2024
  • Wilfried Rühle: Handbuch zum Zunderschwamm. 2020

Infos und Bezugsquellen:
www.zunderschwamm.com

www.amadou.de

www.bio-vitalpilze.at

www.multinova-austria.at

www.viterna.at

George Chernilevsky, Public domain, via Wikimedia Commons

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

© Dr. Gabriele Feyerer, freie Autorin / Journalistin.


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



Wissenschaftler zur Anwendung und Dosierung des Huaier gegen Krebs und Impf-Spikes

Huaier Pilz: Wirksam gegen Impfspikes, Grippe- und andere Viren, Krebs und stärkt Immunsystem

Krebs Behandlung hochwirksam mit Chaga Heilpilz – Studien

Schmetterlings-Tramete hilft gegen Krebs – Studien

Herbst-Update: Heilpilze für unser Immunsystem

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge