Big Tech ist vom neuen US-Zollregime schwer getroffen. Big Pharma konnte die Verluste relativ in Grenzen halten, auch weil Arzneimittel aktuell ausgenommen sind.
Das neue Zollregime der USA brachte den größten Rücksetzer an den Börsen seit März 2020. Seit dem Corona-Crash am 12. März 2020 stürzten die Aktien nicht mehr so stark ab wie am gestrigen Donnerstag. Die Wall Street erlebte den größten prozentualen Tagesverlust seit März 2020.
Banker und Broker sprechen von einem Blutbad; mehr als 2 Billionen Dollar sind gestern verpufft. Die sogenannten „Magnificent 7“ (Apple, Nvidia, Meta, Alphabet, Amazon, Tesla, Microsoft) waren besonders betroffen. Apple stürzte fast um 10 Prozent ab, Amazon gab um neun Prozent nach. Allein die sieben büßten insgesamt eine Billion Dollar an Wert ein. Tesla hat im ersten Quartal 2025 33 Prozent an Wert verloren.
Big-Tech-Konzerne sind von den Zöllen besonders stark betroffen, da ihre Unternehmen stark von globalen Lieferketten und Märkten abhängen.
Apple etwa: Der Großteil der Produktion findet weiterhin in China statt. Höhere Zölle auf chinesische Importe erhöhen die Kosten, das iPhone wird für die Kunden teurer und dämpft die Nachfrage.
Alphabet (Google) und Meta (Facebook, WhatsApp etc.) kassieren massive Summen durch Werbung. Bremst sich die Weltwirtschaft ab, werden Unternehmen weniger Geld in Werbung investieren. Weil erwartet wird, dass die Zölle genau das verursachen, erwartet das an den Börsen investierende Kapital einen Einbruch. Keiner will die Aktien mehr zum ursprünglichen Preis kaufen.
Der Chipgigant Nvidia braucht die Zulieferer aus Taiwan. Auch auf taiwanesische Importe hat Trump einen Zoll von 32 Prozent verkündet – offenbar aber nicht auf Halbleiter. Amazon importiert Waren aus aller Welt, um sie dann in den USA zu verkaufen. Zölle sind für den Internetgiganten also alles andere als gut fürs Geschäft.
Traurig sind vermutlich einige Kleinanleger über den Einbruch. Die Konzerne sind eng mit dem Staat verschränkt, führten vor allem während der Covid-Politik die staatlichen Vorgaben gehorsam aus. Ihre Reichweite und Infrastruktur wurden genutzt, um zur Impfung zu drängen.
Auch Big Pharma wurde vom „Blutbad“ mitgezogen, ist allerdings nicht so massiv betroffen wie Big Tech. Trotzdem hat etwa Pfizer seit Jahresbeginn knapp 9 Prozent an Wert verloren. Der große Einbruch am gestrigen „Schwarzen Donnerstag“ konnte aber in Grenzen gehalten werden, da Arzneimittel vorerst nicht von den Zöllen betroffen sind. Das verschaffte Pfizer und Co. Erleichterung.
Weiterhin stark bleibt Gold, das allein im März sechs Prozent zulegen konnte. Silber brach dagegen ein. Der Bitcoin könnte seine Verluste ebenfalls in Grenzen halten, auch wenn er von seinem Höchstwert von ca. 110.000 Dollar schon davor weit entfernt ist. Das Krypto-Gold steht weiterhin bei über 80.000 Dollar; beim Corona-Crash 2020 fand der Bitcoin bei 6.000 Dollar seinen Boden.
Bild pixabay / geralt
7 Kommentare
Da man Depots genauso leicht „enteignen“ kann wie den Anspruch auf das Geld im Bankkonto bleiben als Ausweg nur echte physische Werte im eigenen Besitz…
Hallo,
Big Tech und Big Data und jetzt auch noch Big KI …
Die allermeisten Verbraucher haben nicht mehr Geld für Konsum zur Verfügung.
Egal wie viele Daten Big Tech und Big Data saugen können und wie hyperschlau Big KI die in Algorithmen rauf und runter und quer und rundrum rechnen kann – die allermeisten Verbraucher können nicht mehr kaufen.
Daten nutzen da nix, dazu müsste irgendwoher mehr Geld kommen, aber einfach drucken bringt auch nur Inflation …
Sollten also Daten nicht das neue Öl sein, sondern die neuen Tulpenzwiebeln, dann ist das sowieso eine fantastische Blase.
Die weltweite Spekulationsblase ist schon lange viel zu hoch! Sie ist vor allem so hoch, weil die Zentralbanken die letzten Jahrzehnte einfach zuviel Geld aus dem Nichts geschaffen haben! Was passierte damit? Die institutionellen Anleger, getrieben durch die übliche Gier, haben die größte Blase aller Zeiten damit geschaffen!
Die Zeiten sind schon lange vorbei, als Unternehmen sich noch Geld für ihren eigenen Aufbau an den Börsen geliehen haben und tatsächlich damit gearbeitet haben! Heute spekulieren Großinvestoren mit Riesensummen ausschließlich, um Geld ohne Gegenwert und Arbeit aus dem scheinbaren Nichts zu schöpfen! Das schadet vor allem den normalen Bürgern weltweit mit Hunger, Armut, Arbeitslosigkeit und vieles mehr. Die heutigen Firmenbosse gehen vor allem an die Börse, um Milliardäre mit einem Börsengang zu werden!
Gerade Big Tech lässt nur noch Sachen produzieren, die menschliche Produktion verringern soll, aber keineechten Werte schöpfen! Die sägen sich selbst den Ast ab, auf dem sie (noch) sitzen!
Wir befinden uns derzeit in der größten Umverteilungsmaschinerie in der Geschichte der Menschheit von arm nach reich! Die Börsencrashs sind lediglich eine heilsame und notwendige Bereinigung dieser unseriösen Bereicherung von Leuten, die ohnehin zuviel Geld haben! Wenn auch Kleininvestoren damit verlieren, ist das eine Lehre für sie, sich nicht in das Fahrwasser der Großen zu bewegen und zu denken, man könnte es ihnen gleich tun! Die Großinvestoren sind immer eine deutliche Länge voraus! Sie haben meist zur rechten Zeit die notwendige Insiderinformation! Deswegen gewinnen sie praktisch immer, während der Kleinanleger wie ein kleines Boot auf den großen Wellen des Finanz-Ozeans hin- und hergeschüttelt wird. Die Großen verdienen auch mit Crashs, während der Kleinanleger damit verliert! Er fährt meist nach dem Prinzip Glück.
Ich würde annehmen die Börsen erholen sich zum „richtigen“ Zeitpunkt wieder.
Manche (vorzugsweise Pensionskassen etwa?) werden dann verloren haben, andere schöne „Gewinnmitnahmen“ machen können.
Früher nannte man das „Insiderhandel“, heute ist das vielleicht staatlich organisierte Abzocke im Wertewesten.
Die Börsen werden sich wieder erholen und es wurde auch eine Blase weg geschrumpft!
Das Gejammer der Betroffenen ist eine sehr durchschaubare Farce. Trump ist Geschäftsmann und das soll eine ganz andere Vorgehensweise der Geschäftspartner provozieren, zudem hat er das schon lange angekündigt und es ist bekannt, dass Trump seine Wahlversprechen einlöst. Eine wichtige Eigenschaft von der alle anderen Politiker lernen können!
„Macht eure eigenen Zölle und Steuern günstiger und investiert wieder in den USA“ ist die Botschaft.
Zudem und insbesondere waren die bestehenden Zölle und Steuern gegen die USA erst der Auslöser dafür. Deutschland z.b. verlangt 10% auf US Autos, AAABER zusätzlich 19% Einfuhrumsatzsteuer für PKW und 22% für die bösen Pickups. Macht 29% auf PKW und 31% auf Pickups/ SUV’s.
Kann natürlich ein Habeck und ein Scholz nicht kapieren…..
In Deutschland steigen die Aktien und der Anteil der Arbeitsplätze sinkt. Beides ist teils diametral, da der Aktienmarkt weniger Kosten belohnt. Wichtiger als Aktien sind aber Arbeitsplätze würde ich mal sagen.
„Auch Big Pharma wurde vom „Blutbad“ mitgezogen“ weils auch da zu Einsparungen kommen soll. Wurde zumindest angekündigt. USA hat bekanntlich überdimensionale Pharma Kosten. Ob er das durchkriegt ist natürlich noch eine offene Frage.
Bin kein Freund von Zöllen. Allerdings die die jetzt jammern (EU) haben grad selbst erst Autozölle gegen China verhängt. Da hat sich keiner drüber aufgeregt.
Na, das ist doch mal ne gute Nachricht. Die Unternehmen haben übrigens nur Wert verloren, den sie überhaupt nur scheinbar hatten und es ist noch viel Wet übrig, den sie überhaupt nur scheinbar haben.
Das Problem scheint doch zu sein, daß in einem Container von China nach USA früher mehr US Profit drinsteckte, von US Konzernen, die in China arbeiten lassen, heute aber mehr chinesischer Profit drinsteckt, das Ergebnis chinesischen Fleißes also mehr vielen Chinesen zugute kommt und weniger wenigen Janks, obwohl der Beitrag des Containers zur US Handelsbilanz derselbe (negative) ist.
Carl Zha, da wirst Du geholfen.
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