Chinas Präsident Xi Jinping zu Besuch in Ungarn nach Serbien und Frankreich

9. Mai 2024von 3,8 Minuten Lesezeit

China hat wieder ein Statement in Richtung Europa abgegeben. Präsident Xi Jinping besuchte Frankreich, Serbien und nun Ungarn. Er traf am Abend des 8. Mai in Budapest ein und wurde am Flughafen von Viktor Orbán empfangen. Der Besuch dient auch dazu, den 75. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zwischen Budapest und Peking zu begehen

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat am Mittwoch den chinesischen Präsidenten Xi in Budapest empfangen, der nach Paris und Belgrad die letzte Station des fünftägigen Europabesuchs des chinesischen Premierministers war. Die erste Station in Paris war sozusagen der Gegenbesuch zu Macrons Visite im Vorjahr in Peking. Auch diesmal hat sich offenbar die deutsche EU-Führerin Leyen wieder selbst eingeladen.

Xi besuchte anschließend Serbien um der Terrorangriffe auf Belgrad und die chinesischen Botschaft durch die USA und NATO vor 25 Jahren zu gedenken. Dabei haben Serbien und China vereinbart, die Zusammenarbeit auszubauen und Pläne im Rahmen der Belt and Road Initiative umzusetzen, so der serbische Präsident Aleksandar Vucic und der chinesische Präsident Xi Jinping in einer gemeinsamen Erklärung.

Xi hatte Serbien am 7. und 8. Mai besucht und ein Treffen mit Vucic abgehalten. Neben der gemeinsamen Erklärung unterzeichneten die Parteien rund 30 weitere Dokumente über gegenseitiges Verständnis und Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen.

Die Staats- und Regierungschefs vereinbarten außerdem, den bilateralen Handel zu intensivieren, insbesondere durch die Lieferung serbischer Agrarprodukte nach China, und gemeinsam die serbische Infrastruktur auszubauen, einschließlich der Eisenbahn, um die Zahl der Güterzüge zu erhöhen, sowie Medizin und Biotechnologie gemeinsam zu entwickeln, heißt es in der Erklärung weiter.

Von Belgrad reiste Xi Jinping nach Budapest weiter. Der Besuch diente dem Gedenken an das 75-jährige Bestehen der bilateralen diplomatischen Beziehungen zwischen Budapest und Peking. Im Vorfeld des Treffens lobte Präsident Xi Ungarn für seine „unabhängige“ Außenpolitik.

Er wurde von Orbán am internationalen Flughafen Budapest Ferenc Liszt empfangen. Kinder in ungarischer Tracht begrüßten das Präsidentenpaar und boten ihm nach altem Brauch Brot und Salz an.

Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern haben sich in den letzten zehn Jahren positiv entwickelt. Nach Angaben des Statistischen Zentralamts hat sich der Handel von 3 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 9,4 Milliarden Euro im Jahr 2023 verdreifacht.

Nach Angaben des Ungarischen Forschungsinstituts (MKI) exportiert Ungarn vor allem hochwertige Lebensmittel wie Wein. Weitere Exportgüter sind medizinische Geräte, pharmazeutische Produkte, verschiedene Dienstleistungen zur Verbesserung des Lebensstils und der Fähigkeiten, Technologien zur Wasser- und Bodenverbesserung sowie Hightech-Dienstleistungen für die industrielle Entwicklung.

Die Agentur betonte, dass im Einklang mit der Politik der „Öffnung nach Osten“ der Regierung potenzielle chinesische Investoren mehr Aufmerksamkeit als zuvor erhalten haben und die spektakuläre Verbesserung der politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern eine gute Grundlage dafür geschaffen hat, dass mehr chinesische Unternehmen Ungarn als Investitionsstandort wählen als zuvor.

„Das Land spielt traditionell eine Art Brückenfunktion zwischen dem Westen und dem Osten, so dass Ungarn zu einem Brückenkopf für östliche Unternehmen in der Europäischen Union werden soll“, heißt es weiter. Man wies jedoch auch darauf hin, dass die Verflechtung der Volkswirtschaften zunehme, was von den westlichen Ländern als Sicherheitsrisiko angesehen werde.

Seitdem hat Premierminister Orbán persönlich an allen drei Foren zur Belt and Road Initiative in Peking teilgenommen. Das Land ist der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank beigetreten und unterstützt offen alle Initiativen, die zu engeren Beziehungen zwischen China und der Europäischen Union führen, während es sich Bemühungen widersetzt, die zu Isolation, Blockade und einer neuen Konfrontation des Kalten Krieges unter dem Banner der „Entkopplung“ oder des „Derisking“ führen würden, betonten sie.

Es wird erwartet, dass die beiden Länder während ihres diesjährigen Besuchs fast 20 bilaterale Abkommen unterzeichnen werden.

Mao Zedong gründete die Volksrepublik China am 1. Oktober 1949, und Ungarn erkannte das Land nur drei Tage später an. Daran erinnert sich China noch heute, da es im ersten Monat seines Bestehens nur von acht anderen Ländern anerkannt wurde.

Bild: Xinhua/Xie Huanchi

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



Blamable Auftritte von Macron und Leyen in Peking

Vorschlag auf BRICS-Beitritt im serbischen Parlament eingebracht

25. Jahrestag vom Beginn des NATO-Angriffskriegs gegen Jugoslawien

Liberale westliche Autokratien müssen zerstört werden – Orban

12 Kommentare

  1. Andreas I. 11. Mai 2024 um 8:15 Uhr - Antworten

    Hallo,
    es ist immer wieder unterhaltsam, wie die Prediger des freien Marktes reagieren, wenn die Falschen investieren wollen. :-)

  2. Wirt 9. Mai 2024 um 23:42 Uhr - Antworten

    das sind sehr bedeutsame Ereignisse!! Gemäß den Plänen zur Umformatierung Europas hat die Globale Gouvernance dem neu gegründeten Staatenkonstrukt „Intermarium“, dem übrigens auch Österreich angehören soll, eine Prüfung auferlegt und zugleich einen ersten Auftritt auf der höchsten politischen Weltbühne „organisiert“ in Mittelamerika. Spannende Zeiten gewiss….wir werden sehen, was aus den Vorhaben wird; aber wenn Russland jetzt tatsächlich durchzieht in der Ukraine was momentan so ausschaut und der Wertewesten nichts findet, um eine Pause herbeizuführen (Istanbul; andere Verhandlungsvorschläge), dann werden keine der geplanten Szenarien realisierbar sein; rein aus Zeitgründen nicht.

  3. Unglaublich 9. Mai 2024 um 23:28 Uhr - Antworten

    Wladimir Schirinowski: „Wohin mit all dem Geld? Es auf der Straße liegen lassen? Nein, es muss in die Wirtschaft gesteckt werden. Sie wollen Europa zerstören, um es dann wieder aufzubauen“

    Sie scharren bereits in den Löchern und sortieren die zukünftig überlebenden europäischen Länder aus

    Statt den USA die Chinesen als europäische Besatzungsmacht? Oder Russland oder Indien oder arabische Länder? Oder gemeinsam?

    Pest oder Cholera – Europa wird nicht gefragt werden

  4. Taktgefühl 9. Mai 2024 um 18:54 Uhr - Antworten

    Die KPChina hat nach der wirtschaftlichen Öffnung (durch Deng Xiaoping) vor 40 Jahren 800 Millionen Menschen aus der extremen Armut geführt. Das sind 70% der weltweiten Armutzbekämpfung. Das ist die offizielle Propaganda in China, aber auch eine wahre Tatsache.
    Wer ist in Europa Xi Jinping gleich? Der kommt aus einer anderen Dimension.
    Habeck, Baerbock, Macron, Nehamer – was die zu bieten haben, ist Selbstzerstörung und Hickhack. Das ist WG-Gezänk über den Abwasch. Worüber wollten die mit Xi Jinping reden?
    Wir sind echt blamiert.

  5. Karl Schlosser 9. Mai 2024 um 16:28 Uhr - Antworten

    Mit Serbien Medizin und Biotechnologie ausbauen!? Erwähnenswert auch die Steigerung des Handelsvolumen, und die Erwähnung der „pharmazeutischen Produkte“, mit Ungarn. Offensichtlich sieht die herrschende Klasse keinen anderen Ausweg mehr, ihr Überleben als personifiziertes Kapital zu Erhalten, als im Drogengeschäft zu akkumulieren. Der fanatischste bürgerliche Demokratie- Apostel müßte allmählich kapieren, daß dieses Gesellschaftssystem gerade verfault. Der Gestank ist nicht mehr zu „überrichen“!!!

  6. Glass Steagall Act 9. Mai 2024 um 13:09 Uhr - Antworten

    Wenn man von der Leyen als eine „erweiterte Mitarbeiterin“ des WEF betrachtet und Xi Jinping als Freund von Klaus Schwab, dann passt wieder alles zusammen!
    Nicht zu vergessen, der Nationale Volkskongress Chinas ist auch durchsetzt von Milliardären! Ich erinnere mich noch gut daran, wie man in China während Covid mit den Menschen umgegangen ist!

    Hinter den Kulissen wird mehr zusammen gearbeitet, als es die Medien für das Volk darstellen! Der Westen und BRICS-Staaten sind sich näher als nach außen demonstriert wird!

    • Fritz Madersbacher 9. Mai 2024 um 13:52 Uhr - Antworten

      @Glass Steagall Act
      9. Mai 2024 at 13:09
      „Hinter den Kulissen wird mehr zusammen gearbeitet, als es die Medien für das Volk darstellen! Der Westen und BRICS-Staaten sind sich näher als nach außen demonstriert wird“
      Weiß das „der Westen“ auch? Letzten Endes überwiegen die Interessendifferenzen, die sich aus den imperialistischen Ansprüchen des US-geführten Westens ergeben, die er mit Zähnen und Klauen, mit Aggression und Infiltration überall verbissen zu wahren versucht. Niederlagen oder Nachgeben sind damit nicht vereinbar …

      • Andreas_Sch. 9. Mai 2024 um 23:25 Uhr

        Ist die Vorstellung, dass der Feind meines Feindes nicht automatisch mein Freund ist, so schwer? Zentralstische Machtblöcke sind immer shice! Egal ob Ost oder West. Ich persönlich ziehe es vor, mich nicht aus den Klauen des einen Hegemons in die des nächsten zu flüchten.

      • Andreas I. 11. Mai 2024 um 8:39 Uhr

        An Fritz Madersbacher Hallo,
        „Letzten Endes überwiegen die Interessendifferenzen, die sich aus den imperialistischen Ansprüchen des US-geführten Westens ergeben“

        Genau seit 1944, Bretton Woods, seitdem ist der US-Dollar weltweite Leitwährung. Damit der US-Dollar auch weltweit verwendet wird, hat USA 600 oder mehr Militärstützpunkte weltweit und die Flugzeugträger-Verbände. Und die FED, die den US-Dollar druckt, ist im Grunde Public Private Partnership. Das ist letztendlich eine Machtkonzentration bei wenigen Personen.

        Nun kommen die BRICS+ und fangen an, in ihren eigenen Währungen zu handeln …

      • Andreas I. 11. Mai 2024 um 8:49 Uhr

        An Andreas_Sch. Hallo,
        „Ist die Vorstellung, dass der Feind meines Feindes nicht automatisch mein Freund ist, so schwer?“

        Ist die Vorstellung, dass der Feind meines Freundes nicht automatisch mein Feind ist, so schwer?

  7. Fongern 9. Mai 2024 um 13:07 Uhr - Antworten

    Von der Leyen ist so unnötig wie ein Kropf !!!. Wieso lässt die Diplomatie ihr soviel Spielraum,sich selbst einzuladen ?. Trotz des Ermittlungsverfahrens gegen sie,kandidiert sie weiterhin auf eine Verlängerung ihres Postens als EU-Präsidentin. Kann das nicht verhindert werden ?.

  8. Sabine Schönfelder 9. Mai 2024 um 13:06 Uhr - Antworten

    „ Auch diesmal hat sich offenbar die EU-Kommissionspräsidentin Leyen wieder selbst eingeladen.“ Nie gewählt und selbst einladen, so funktioniert europäische, zentralistische, monarchische Herrschaft über Europa ! Ursula „von“ den globalen Wirtschaftsinteressen. Erst küßt Sie Bourla, Danke Ursel, für all die überflüssig abgekauften Dosen mod-RNA für eine mutierende ERKÄLTUNGSKRANKHEIT, und jetzt wird für eine extrem florierende Rüstungsindustrie gesorgt. Währenddessen sitzt China diplomatisch zwischen den Stühlen und akquiriert Money. Denn Kontrolle ist teuer, auch in China, und ein armes Volk hat nichts zu verlieren….ein sattes Volk denkt nicht unbedingt an Rebellion.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge