Umsetzung der EU-Klimaverordnung in Großstädten kaum möglich – am Beispiel von Wien

21. Januar 2023von 3,6 Minuten Lesezeit

Die EU hat ein Programm namens „Fit für 55“ aufgelegt, mit dem bis 2040 die CO2 Emissionen der EU auf Null reduziert werden sollen. Wohnungen und Häuser die die Ziel nicht erreichen, sollen ab dem jeweils vorgesehenem Datum nicht mehr benutzt und nicht mehr bewohnt werden dürfen. Neue PKW und Nutzfahrzeuge dürfen ab 2035 nur mehr emissionsfrei geliefert werden.

Bei Wohnungen und gewerblichen Immobilien werden die Vorschriften, so sie strikt durchgezogen werden, praktisch zur Enteignung führen. Was genau vorgesehen ist, hat TKP hier beschrieben.Die private PKW Nutzung wird durch die Einschränkungen so teuer werden, dass sie praktisch nur mehr für eine schmale Oberschicht möglich sein wird. Mehr Details dazu hat TKP hier analysiert. Alles unter dem Motto des WEF „Ihr werdet nichts besitzen und glücklich sein.

Da die EU-Vorschriften für alle Mitgliedsländer gesetzlich bindend sind, müssen sie sich natürlich dringend mit der Umsetzung befassen.Sieht man sich die Pläne der Großstadt Wien an, so ist von Realismus nicht viel zu spüren.

In dem vom Ex-Planungsstadtrat und Grünen Christoph  Chorherr zitierten Paper der Stadt Wien finden sich wenig ausgegorene Ideen. So wird geschwurbelt:

Unsere Vision ist klar: Ab 2040 werden alle Gebäude in Wien klimaneutral, emissionsfrei und erneuerbar geheizt und – wo notwendig – auch gekühlt. Fossile Energieträger in der Raumwärme sind ab 2040 Geschichte!

Aber man gibt dann zu, dass das wahrscheinlich nicht ganz so einfach sein wird:

Rund 600.000 Gasthermen befinden sich in Wohnungen der Wiener*innen – sie alle werden sukzessive durch klimafreundliche Alternativen ersetzt.

Also fast 36.000 Gasthermen werden bis 2040 pro Jahr zu ersetzen sein. Die Politiker und die Beamten, die sich das ausdenken, haben wahrscheinlich noch nie versucht einen Installateur zu bekommen und eine Wärempumpe zu kaufen. Aber halt – es gibt ja die zentrale Wiener Fernwärme und Fernkälte Und die soll eine zentrale Rolle spielen:

  • Speziell dicht bebaute Gebiete werden von der zentralen Fernwärme versorgt.

  • Die zentrale Fernwärme wurde bis 2040 dekarbonisiert und wird aus erneuerbaren Quellen bzw. Abwärme gespeist.

  • In weniger dicht bebauten Gebieten kommen erneuerbare Niedertemperatur-Wärmenetze und erneuerbare Gebäudelösungen zur Anwendung. Der Schwerpunkt wird auf Wärmepumpen-Lösungen liegen und punktuell werden Biomassenutzungen eingesetzt.

Hübscher Plan. Grundsätzlich würde ich nicht dem Wärmemonopol der Stadt Wien ausgeliefert sein wollen. Wir haben jetzt bei den Strompreiserhöhungen gesehen, wie sich das auswirken kann. Wenn die Stadtregierung zum Beispiel befindet, dass 19 Grad ausreichen, dann kann man bestenfalls, so es das Smart Meter von Wien Energie überhaupt erlaubt, mit einem elektrischen Wärmestrahler dazu heizen.

In Altbauten ist Fernwärme eine extrem teure Investition und auch sehr kostspielig, da praktisch alles Handarbeit erfordert. Ähnliches gilt für den Umbau auf Wärmepumpen. Die ohne bivalente Zusatzheizung mit Strom erzielbare Vorlauf-Temperatur ist zu niedrig um mit alten Heizkörpern ausreichende Innentemperaturen zu erreichen. Was wahrscheinlich zum Teil auch bei der Fernwärme gilt.

Die Lösung wäre die alten Heizkörper durch neue mit Ventilatoren bestückte zu ersetzen, oder den Häusern eine komplette Wärmedämmung zu verpassen. In vielen Fällen wird sogar beides nötig sein. Alte Häuser, insbesondere Gemeindebauten, die zwischen den Kriegen und nach WK II im 20. Jh, gebaut wurden, brauchen aufwändige Fassadensanierungen und Wärmedämmung.

Zu dem Thema finden sich in dem großartigen Wiener Konzept unter Punkt 7 mit dem Titel „Super effiziente Gebäude“ nur wolkige Formulierungen. Ein tragfähiges Konzept gibt es nicht.

Das bei den Vermögensverwaltern wie BlackRock, Vanguard und anderen sowie den diversen Oligarchen mit ihren Stiftungen angesammelte ungeheure Vermögen sucht nach Anlagemöglichkeiten. Grundstücke und Immobilien werden von denen, die sich diese Umbauten nicht leisten können, billig zu erwerben sein. Insgesamt wird das zu einer Konzentration des Wohnungsmarktes in immer weniger Händen führen.


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22 Kommentare

  1. Jan 22. Januar 2023 at 7:46Antworten

    Wir haben zuwenig Öl. Derartige Dämmungen sind mit Stroh nicht erreichbar. Es wird Öl zur Produktion der Dämmstoffe und für Transport und Montage benötigt. Woher soll das kommen?

  2. Noppi 21. Januar 2023 at 23:07Antworten

    Das wird alles so nicht kommen, weder werden diese Pläne umgesetzt werden können, noch wird die EU bis zu diesem Zeitpunkt in dieser jetzigen Form existieren.
    Warten wir nur mal die allgemeine Entwicklung in diesem und im nächsten Jahr ab.

  3. karla.schwarza Weiss 21. Januar 2023 at 22:13Antworten

    Ich meine solche Typen , wie Christoph C. gehören nicht in einen Stadtrat , sondern eher in die Geschlossene !

  4. Dr. med. Veronika Rampold 21. Januar 2023 at 18:10Antworten

    „Mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht,
    dann mach noch einen zweiten Plan, jehn tun se beede nicht“
    (Brecht, Dreigroschenoper)
    Sollten die-da-oben wirklich so weit gehen, Menschen aus älteren Häusern vertreiben zu wollen, die nicht mehr modern zu dämmen sind, können sie damit rechnen, dass sich zornige Betroffene verschanzen oder gewaltsam wehren. Wie in Lützerath, nur mit mehr Berechtigung. Kartoffelkanone ahoi!

  5. Peter Ruzsicska 21. Januar 2023 at 16:48Antworten

    Abrissverwaltung in Totale Nichtung
    Die Wiener Stadt- und Landesregierung samt Gesamtsystem erweist sich schon längstens als völlig überteuertes One Way Ticket in den Totalen Failed State.
    That’s it.

  6. Hans H. 21. Januar 2023 at 15:45Antworten

    „Wann soll das geschehen und wer zahlt das?“ Das weiß niemand. Die Grünen sind eine Sekte. Da wird jede Realität ausgeblendet, wenn sie der Ideologie zuwider läuft. Einer meiner Bekannten arbeitet in der Umweltbehörde eines österreichischen Bundeslands. Er ist Techniker und wurde eingeteilt an online-Vorbereitungsmeetings rund um die Energiewende mit dem Klimaministerium teilzunehmen. Zu Beginn dachte er naiverweise noch die Beamten des Klimaministeriums seien wirklich daran interessiert Rückmeldungen und Expertise über Probleme bei der Umsetzung zu erhalten. Denn praktisch alle Vorhaben waren weit weg von jeder realen Umsetzbarkeit, es wurden Ziele und Pläne vorgestellt, die reine Luftschlösser waren. Z.B. wurde behauptet: Wir stellen einfach mit dem Windstrom CO2-freien Wasserstoff her und speisen diesen in das Erdgassystem, wo wir das fossile Erdgas ersetzen. Als der Techniker darauf hinwies, das es diese Prozesse noch nicht einmal gibt, die Größenordnung nicht einmal ansatzweise umsetzbar ist und man Erdgas nicht einfach 1:1 durch Wasserstoff ersetzen kann, merkte er schon wie die Stimmung kippte. Sein Fazit: „Die Ministerin hat Null Ahnung aber eine ideologische Mission. So hat sie auch ihr Ministerium besetzt. Ahnungslose Leute, die Pläne wälzen, Ziele setzen und die Durchführung fordern. Widerspruch ist zwecklos, die wollen nichts hören. Wir werden Vollgas gegen die Wand knallen. Ich nehme seither an diesen virtuellen Meetings nur noch körperlich teil, weil ich anwesend sein muss.“

    • quantumonly 21. Januar 2023 at 18:00Antworten

      „“„Wann soll das geschehen und wer zahlt das?““

      Diese Fragen stellen sich nicht wenn die vorgegebenen Daten nicht erreicht werden ist auszuziehen.

    • Jan 22. Januar 2023 at 7:56Antworten

      Die Umwandlung von Strom in Wasserstoff oder auch andere Kohlenwasserstoffe ist theoretisch möglich – aber nur unter großen energetischen Verlusten. Soviel Windräder können wir gar nicht bauen.

  7. 1150 21. Januar 2023 at 12:53Antworten

    früher betrieb man ablasshandel, heute sind es die klimazertifikate.
    jedem jahrhundert seine abergläubigen. glaube ist der invalide ersatz von wissen.
    die hörigen kennen nicht mal den unterschied zwischen klima und wetter,
    das klima ist ein zyklischer prozess und in allen warmzeiten gab es nachweislich eine deutlich üppigere fauna und flora auf dem planeten

  8. Chris 21. Januar 2023 at 12:40Antworten

    Ciao, Ciao Wien. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen, jetzt heißt es Abschied nehmen und getrenntr Wege gehen…

  9. Michael R 21. Januar 2023 at 12:31Antworten

    Der bekannte (und gerichtlich bestätigte!) bayrische Hellseher und Rutengänger Alois Irlmaier soll ja gesagt haben: „Wenn die ganze Lumperei aufkommt, steht das Volk auf mit den Soldaten. Dann wird jeder, der ein Amt hat, an der nächsten Laterne oder gleich am Fensterkreuz aufgehängt.“
    Bislang war ich der Meinung, es handle sich bei der „Lumperei“ eventuell um die Covid-Therapie. In letzter Zeit aber denke ich, es ist stattdessen doch eher der „Menschengemachte Klimawandel“-Schwindel. Denn der ist der Vorwand, uns alles zu nehmen, was wir haben. Getreu dem Motto „Du wirst nichts mehr besitzen aber glücklich sein.“

  10. I.B. 21. Januar 2023 at 12:19Antworten

    „Das sind notwendige, aber auch anspruchsvolle Ziele, die sich Wien da gibt.“

    Irgendwie kommt mir der Satz bekannt vor. Man setzt anspruchsvolle Ziele, und wenn man nicht einmal eine Minimalanforderung erfüllt, dann waren eben die Ziele zu anspruchsvoll. Und Herr Chorherr wird dafür ohnehin nicht verantwortlich sein.

    Grün, grün, nur du allein, sollst ab nun die Politik meiner Albträume sein.

  11. Dr. Claus-Dieter Dudel 21. Januar 2023 at 12:14Antworten

    Nicht zu vergessen: ein Mensch erzeugt zwischen 0,5t und 1,5t CO2 pro Jahr, die müssen aus der Behausung herausgelüftet werden. Macht ca. 6000 kWh pro Heizperiode (Ubakus.de Lüftungsrechner) Das ist jetzt in vielen Fällen schon mehr Wärmeverbrauch als durch die Heizung in einem gut gedämmten Haus verbraucht wird. Und 0,5 t CO2 sind etwa das, was Kleinwagen mit Verbrennungsmotor bei ca. 5000 bis 8000 km Fahrleistung erzeugen.
    Nur mal so.

  12. Dr. No 21. Januar 2023 at 12:04Antworten

    Die Herrschaften die diese Ziele gesetzt haben sind die ersten die wissen dass sie nie erreicht werden. Es ist wieder ein raffinierter Plan der Globalisten genauso wie beim Corona, ein Ziel zu setzen der nie erreichbar sein wird und daraus ein Milliardengeschäft zu machen, denn die unerreichbaren mengen an gesparten CO2, wird jeder dann dafür Zertifikate kaufen müssen, diese werden natürlich an der Börse gehandelt und darüber spekuliert wie jetzt über Gold und Edelmetalle. Es bildet sich also darum ein Finanzsystem, vielleicht sehen wir später sogar digitale Währungen die an CO2 gebunden sind.

  13. Tim Acker 21. Januar 2023 at 11:59Antworten

    Hoffentlich können wir alle den Klimaschwindel noch rechtzeitig bekämpfen und die Wissenschaft wenigstens insoweit wieder ein wenig zurückholen; die Corona-Zeit und die Willigkeit der Menschen, sich zu unterwerfen-ich spreche hier von D- macht nicht viel Hoffnung.

  14. van der Veen 21. Januar 2023 at 11:59Antworten

    Aussperrung der Fossilkraftstoffen führt vor Allem Armut und Elend herbei und hemmt weder den Anstieg des CO2-Gehalts in der Freiluft wesentlich, noch den Anstieg der Temperaturmesswerten noch die drohende Permafrostschmelze.
    Denenbezüglich liegen andere Ursachen vor. (Uumwelt de) Vorrangig muss sofort das umfassende Zivilflugverkehr eingeschränkt werden und umgewandelt werden auf langsamere Propellerflugzeugen die unter Kondenzstreifenhöhen fliegen. Sehe Uumwelt de

    • Veron 21. Januar 2023 at 12:12Antworten

      Und der Krieg müsste aufhören .. .. wäre interessant, wieviel CO2 in der Ukraine „gemacht“ wird.

  15. Veron 21. Januar 2023 at 11:51Antworten

    Ich frage mich, wie lange die Leute der Stadt Wien schon wissen, dass diese neuen Bestimmungen kommen werden. Obwohl .. .. wenn das Konzept so unbrauchbar ist, könnte es natürlich auch über Nacht entstanden sein.

  16. Pilgrim 21. Januar 2023 at 11:42Antworten

    Eine „komplette Wärmedämmung“ zu verlangen, sollte auch erst einmal in aller Konsequenz überdacht werden. Denn dieser Plan unterliegt demselben Irrtum, wie die Klimapaniker, die Klima und Wetter oder Umwelt verwechseln.
    Wärmedämmung nimmt Einfluss auch die Raumtemperatur! Was außer Acht gelassen wird, ist das Raumklima! Man schweißt die Wohnräume quasi in Plastiksackerln ein (übrigens durch die gesetzlich vorgeschriebene Flammhämmung der Dämmstoffe ein immenser Berg an Sondermüll) und wundert sich dann, dass durch Missachtung des Taupunktes überall der Schimmel wuchert. Dann wird Stoßlüftung propagiert und aktive Lüftung gefördert, die wiederum den Energieverbrauch in die Höhe treiben. Nachzulesen bei Konrad Fischer (leider + 2018).

    • Veron 21. Januar 2023 at 11:57Antworten

      Genau, der Taupunkt! Deswegen haben wir unser altes Haus nicht dämmen lassen und lieber mehr Heizkosten bezahlt, obwohl es mir immer unangenehm war, so viel Heizöl in Abgas zu verwandeln. Ich habe früher bei einem Architekt gearbeitet, der Sanierungen plante und beaufsichtigte, und miterlebt, wie problematisch die Dämmung sein kann. Die übrigens nicht mehr dem Plastiksackerl entspricht, denn es wurden offenporige Dämmstoffe vorgeschrieben. Ändert aber nichts an der Verschiebung des Taupunkts.

    • Fritz Madersbacher 21. Januar 2023 at 13:57Antworten

      @Pilgrim
      21. Januar 2023 at 11:42
      „Nachzulesen bei Konrad Fischer“
      Dieser Architekt und Denkmalpfleger hat offensichtlich sehr gut die oft übersehenen Probleme des Dämmens zusammengefasst. Wie wichtig die Flammhemmung von Dämmstoffen ist, hat bekanntlich die Brandkatastrophe Grenfell Tower in der Nacht zum 14. Juni 2017 in London aufgezeigt …

  17. G. Kanten 21. Januar 2023 at 11:27Antworten

    Was hätte alles erreicht werden können, wenn Politiker endlich vor Jahren begonnen hätten und nicht auf ihrer Hängematte liegengeblieben. Sorry, es wurde viel zu viel geredet und nicht gehandelt. Der Zug ist abgefahren und wir müssen die Zeche zahlen, dank unfähige Politiker und selbsternannte Experten.

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