2/3 aller Covid-Toten in Norwegen starben 2022: Fragen zum Impfprogramm – und Antworten der Gesundheitsbehörden

18. November 2022von 16,8 Minuten Lesezeit

Es ist schon erstaunlich, wie sehr weite Teile der Bevölkerung durch die Pharmaindustrie, Gesundheitsbürokraten, Politiker und „Leit- und Qualitätsmedien“ hinters Licht geführt wurden. Und werden. Gebetsmühlenhaft ist dieser Tage erneut zu vernehmen, wie wichtig „die Impfung“ sei. Gleich ob wegen Corona oder Influenza, die einzige Antwort der Gesundheitsbürokraten, Politiker und „Leit- und Qualitätsmedien“ ist immerzu: Impfen! Impfen! Impfen! Nun aber legen offizielle Daten aus Norwegen nahe, dass die Wirksamkeit der Covid-Injektionen maßlos übertrieben wurde. Ein Lagebericht von der Nordfront.

Am Anfang war eine neue Risikoeinschätzung aus Norwegen

Vor zehn Tagen hat das norwegische Folkehelseinstituttet (FHI) eine neue Risikoeinschätzung veröffentlicht. Nun verhielt es sich so, dass ich im Rahmen einer Besprechung am Mittwoch, 9. Nov., auf diese Unterlage zu sprechen kam; am Tag danach aber war eine „aktualisierte“ Version online gestellt, die insgesamt 122 Änderungen aufwies, die jedoch durch die Gesundheitsbürokraten unerklärt verblieb. Beide Versionen sind weiterhin verfügbar: hier finden Sie die aktualisierte Ausgabe, für die ursprüngliche Version klicken Sie bitte hier.

Eine Gegenüberstellung der beiden Versionen zeigte, dass die Änderungen überwältigend stilistischer bzw. formaler Natur waren – bis auf eine. Wie die beigeschlossene Abbildung zeigt, hat man seitens des Folkehelseinstituttets kurzerhand die Erläuterung der Modellberechnungen auf S. 40 massiv verändert:

Der diese begleitende Text (S. 39-40) war hingegen unverändert geblieben und besagt, dass „ohne neue Varianten vor allem Saisonalität und nachlassende Immunität eine mögliche Welle befeuern“. Zusammen mit der „Unsicherheit über die Höhe der Immunität der Bevölkerung und der Schwere des Verlaufs“ ergaben sich folgende Erkenntnisse: „am Höhepunkt der Welle wird es weniger als 60 neue Hospitalisierungen pro Tag geben“, deren Scheitelpunkt wohl „Ende November bzw. Anfang Dezember“ erwartet wird. Nur wenn eine mögliche neue Variante „doppelt so schwere Erkrankungen wie Omikron“ verursacht, wird ein „etwas höherer Wert an Hospitalisierungen als im März 2022“ vorhergesagt.

Gleichsam „flankiert“ wurde dieser Bericht effekthascherischen Meldungen in den „Leit- und Qualitätsmedien“, über die ich bereits an anderer Stelle geschrieben habe.

Fragen an – und Antworten vom – Folkehelseinstituttet

Hier geht es zunächst um die aufgeworfenen Fragen, die sich durch die Veränderung der Beschriftung der Modellberechnungen gestellt haben. Am 10. Nov. habe ich mich daher an das Folkehelseinstituttet gewandt und gefragt, was es denn mit den erwähnten Änderungen auf sich habe; weiter habe ich gefragt, wie der Einfluss der Saisonalität bzw. des abnehmenden „Impfschutzes“ berechnet werden.

Nun hatte ich mich bereits im Sommer an das Folkehelseinstituttet mit Anfragen gewandt, was jedoch inhaltliche Antworten betreffend nicht mit Erfolg gesegnet gewesen ist. (Bei Interesse können Sie darüber hier und hier nachlesen.)

In dem erwähnten Fall war dies jedoch anders – und sehr zu meinem Erstaunen habe ich am 11. Nov. folgende Antworten von Gunnar Rø (Senior Advisor, Abt. für Methoden und Analyse) und Preben Aavitsland (Senior Consultant, Abt. für Infektionskrankheiten) erhalten.

Auf die Frage nach der Änderung antwortete Preben Aavitsland:

Dies war lediglich ein Übertragungsfehler der Bildunterschrift, der uns bei der Übertragung aus dem ursprünglichen Modellierungsbericht in den Risikobewertungsbericht unterlaufen ist. Wir haben den Fehler korrigiert, sobald wir ihn entdeckt haben; das erfolgte nach ein paar Stunden.

Gunnar Rø wies zudem darauf hin, dass die betreffenden Szenarien jeweils „so kalibriert werden, dass dadurch die beobachteten Daten erklärt werden können“. Weiter führte er aus, dass „der Schweregrad hier speziell das Risiko bedeutet, dass bei einer Infektion ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist“ und „nicht die allgemeine Krankheitslast in der Gesellschaft“ bezeichnet.

Preben Aavitsland fügte dem hinzu:

Wir erwarten, dass die kommende Welle nicht viel mehr Krankenhauseinweisungen verursachen wird als die Sommerwelle. Während der Winter- und der Sommerwelle gab es keine Einschränkungen oder sonstige Maßnahmen, und wir sehen angesichts der kommenden Herbst-/Winterwelle keine Notwendigkeit dafür.

Ich habe noch zwei weitere Fragen gestellt, die sich auf die Modellberechnungen bezogen: einerseits zur abnehmenden Immunität und andererseits zur Berechnung des Saisoneffekts.

Zum Saisoneffekt erklärte Gunnar Rø, dass dieser „ein multiplikativer Faktor für die Übertragungsrate ist, die mit der Durchschnittstemperatur in Norwegen variiert. Mit X % Saisonabhängigkeit meinen wir, dass der Übertragungsunterschied zwischen dem kältesten und dem wärmsten Tag X % beträgt.“

Weitaus spannender hingegen ist dessen Antwort zur abnehmenden Immunität, in Gunnar Rø auf den Bericht über die Modellberechnungen verwies. Dort wiederum ist in dem einschlägigen Abschnitt (S. 14-17) folgendes über die den Modellberechnungen zugrunde liegenden Annahmen zu erfahren:

Wir gehen davon aus, dass nur drei oder vier Impfdosen signifikanten Schutz gegen eine Omikron-Infektion bieten…die Anzahl der bisher erfolgten Omikron-Infektion…sowie, dass der Schutz – sei es durch Infektion oder durch vorgängige Impfung – mit der Zeit…exponentiell abnimmt.

Keine Berücksichtigung fanden hingegen „ungeimpfte Personen“, von denen man zudem davon ausging, dass „diese ein höheres Infektionsrisiko haben“.

Wir halten also fest, dass die Modellberechnungen zwar methodisch durchaus „kreativ“ sind (was deren Aussagekraft betrifft), der spannendste Teil jedoch am Ende des Berichts zu finden ist. Tabelle A4 weist lediglich auf die relative Risikoreduktion durch drei bis vier Injektionen hin, wobei zudem zwischen „schnellerer“ bzw. „mittlerer“ Reduktion der Immunität unterschieden wird. Je länger das letzte „immunologische Ereignis“ (also Injektion oder Infektion) her ist, desto wahrscheinlicher ist es, in die nächsthöhere relative Risikosparte zu fallen. Wie ersichtlich, so ist auch das relative Risiko einer Infektion nach 146 oder 220 Tagen erneut sehr hoch (85-95%).

Wichtiger erscheint jedoch der – hier unerwähnte – Hinweis, dass die Effektivität von Präparaten prinzipiell nach dem 50 : 50 Prinzip eingestuft wird: wenn die Effektivität des Produkts unter 50% fällt, so kann nicht mehr festgestellt werden, ob der Effekt von dem Produkt herrührte oder nicht.

Ersichtlich ist, dass die 50%-Schwelle bei der mittleren Reduktion der Immunität bereits 40 Tage nach dem letzten immunologischen Ereignis unterschritten wird; bei der schnelleren Reduktion der Immunität ist dies in dem Modell bereits nach 27 Tagen der Fall. Erwähnt sei übrigens auch, dass – eine Injektion als letztes immunologisches Ereignis vorausgesetzt – diese bei der dritten Dosis mit einer siebentägigen „Kulanzfrist“ versehen ist, d.h. man wohl im Injektionsfall jeweils sieben Tage von den beiden Werten abziehen muss; anders formuliert: die 50%-Schwelle wird wohl im besseren Fall bereits nach etwas weniger als fünf Wochen unterschritten, und im schlechteren Fall bereits nach knapp mehr als drei (!) Wochen.

Dessen ungeachtet sind die Behörden dabei geblieben, diese Produkte nach wie vor als den besten Ausweg aus dem Infektionsgeschehen zu betrachten.

Davon abgesehen habe ich mich auch nach der Datenbasis der o.a. Risikoeinschätzung erkundigt – und zu meiner großen Überraschung habe ich auf darauf eine Antwort erhalten.

2/3 aller Corona-Todesfälle in Norwegen ereigneten sich 2022

Bevor wir auf die Daten zu sprechen kommen, muss ich jedoch noch einen kleinen „Umweg“ einlegen. Denn an eben jenem 14. Nov. erschien ein interessanter Beitrag zum Thema Corona-Todesfälle in Aftenposten. Der stellvertretende Gesundheitsdirektor Espen Rostrup Nakstad gab an, dass „nahezu alle Corona-Toten dieses Jahr“ – also 2022 – eingetreten sind. (Ich zitiere nur gekürzt aus dem Artikel, dessen vollständige englische Übersetzung Sie auf meinem Substack finden.)

Damit nicht genug, hielt Nakstad doch auch fest, dass die meisten Infektionen in Norwegen ebenso 2022 erfolgten.

Von den insgesamt bis zum 14. Nov. 2022 registrierten 4.286 Corona-Todesfällen sind rund zwei Drittel seit dem 1. Jän. 2022 eingetreten. Das Medianalter lag bei 85 Jahren (und somit knapp zwei Jahre über der durchschnittlichen Lebenserwartung), und rund 53% aller Todesfälle betrafen Männer.

Im Augenblick breiten sich mit BQ.1.1 und BF.7 zwei Varianten in Norwegen aus, die aufgrund mehrerer Mutationen des S-Proteins „noch besser in der Lage sind, Impfschutz bzw. Immunität nach Infektion zu umgehen“, so Nakstad zu Aftenposten. Und wiewohl diese beiden neuen Varianten „noch infektiöser sind als BA.5“, so lägen bis anhin „keine Hinweise vor, dass neuen Varianten schwerere Krankheitsverläufe nach sich zögen“.

Unerwähnt in dem Beitrag verbleiben allerdings eine Reihe relevanter Informationen:

BA.5 ist die bis anhin am besten geeignete Variante betreffend die Umgehung des Impfschutzes. Dies ist wenig überraschend, zeigen doch die klinischen Daten von z.B. BioNTech/Pfizer klar, dass der Impfschutz nach zwei Dosen nach rund sechs Monaten „statistisch nicht von Null zu unterscheiden ist“. Die „Auffrischungen“ mit der dritten Dosis sind übrigens im März diesen Jahres – und somit vor rund acht Monaten – weitgehend abgeschlossen gewesen.

Was zwar angesprochen wurde, aber keineswegs mit entsprechenden Fragen seitens der „Leit- und Qualitätsmedien“ versehen wurde, ist jedoch der Hinweis auf die vielen Corona-Todesfälle im Jahr 2022.

Die „Abkopplung“ des Sterbegeschehens nach dem Abebben der Omikron-Welle Ende März 2022 von den Corona-Todesfällen ist gewiss die auffälligste Tatsache, über die nur ausgesprochen zurückhaltend gesprochen wird.

Aufgrund der ausgewiesenen Gesamtzahl der Covid-Toten erwächst jedoch auch die Möglichkeit, Rückschlüsse auf die Annahme zu machen, dass die Injektionen vor schweren Verläufen oder Tod schützen würden.

Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Norwegen mit Stand 14. Nov. 2022 betrug 4.286.

Die Impfkampagne begann am 27. Dez. 2020, weswegen von diesen 4.286 Corona-Toten die bis zu diesem Tag an Covid-19 verstorbenen 434 Personen abziehen muss, da diese alle „ungeimpft“ waren (Quelle: Wochenbericht 52/2020 des Folkehelseinstituttet, S. 25).

Vom 28. Dez. 2020 bis 2. Jän. 2022 – also in etwa der vor-Omikron-Phase der „Pandemie“ – sind nach offiziellen Angaben weitere 487 „ungeimpfte“ und 388 „vollständig geimpfte“ Personen an Covid-19 verstorben (Quelle: Wochenbericht 52/2021 des Folkehelseinstitutets, S. 20).

Daraus ergibt sich, dass 2.977 Norweger seit Beginn des Jahres 2022 an Covid-19 verstorben sind. Gemäß offiziellen Zahlen sind 91% aller über 16jährigen Personen mindestens einmal, 87% zweimal, und 66% dreimal gegen Corona geimpft. 92% aller Senioren (65+) haben eine dritte und 63% eine vierte Impfung erhalten (Quelle: Wochenbericht 43-44/2022 des Folkehelseinstitutets, S. 46).

Betrachtet man diese Werte nun im Licht der Tatsache, dass die Mehrheit der an Covid-19 verstorbenen Norweger Senioren sind, so erschließt sich, dass diese zu rund 90% wohl mindestens drei (oder mehr) Impfungen erhalten haben.

Dies wird durch den jüngsten Wochenbericht 45/2022 des Folkehelseinstitutets bestätigt, wo auf S. 11 folgendes zu lesen ist:

Die Mehrheit derer, die an Covid-19 verstorben sind, ist geimpft, da die Impfquote unter den ältesten Menschen am höchsten ist: 93% aller über 75jährigen haben drei oder mehr Impfungen erhalten.

Ebenda (S. 7) ist auch zu erfahren, dass in den letzten vier Wochen lediglich 8,9% aller Hospitalisierungen auf Menschen unter 55 entfielen. 60 schwere Verläufe in den Alterskohorten 0-54 stehen 667 Hospitalisierungen von über 55jährigen Personen gegenüber.

Es finden sich zwar keinerlei Hinweise auf Vorerkrankungen oder dergleichen, allerdings erscheint der Schluss, dass Covid-19 für unter 55jährige kaum ein erhebliches Risiko darstellt. Dem stehen 153 Hospitalisierungen in der Altersgruppe 65-74 (22,9%), 228 in der Kohorte 75-84 Jahre (34,2%) und 149 unter den über 85jährigen (22,3% gegenüber. Anders formuliert: 79,4% aller schweren Verläufe betrafen Senioren.

So weit das Folkehelseinstitutet zu den aktuellen Zahlen. Es gibt aber noch „mehr“ zu berichten, da ich auch Zugang zu den Corona-Daten erhalten habe.

Die Covid-Überwachungsdaten des Folkehelseinstituttet

Aufgrund des Emailverkehrs mit dem Folkehelseinstituttet liegen nun die offiziellen Daten aus Norwegen seit Beginn der „Pandemie“ bis 14. Nov. 2022 vor. Sie finden diese hier.

Zu erwähnen ist, dass die auf der Plattform github veröffentlichten Daten aus „budgetären Zwängen“ heraus nach 14. Nov. nicht mehr aktualisiert werden, wie das Folkehelseinstitutet mitteilte.

Dennoch sind die Angaben interessant. Ich habe nach einer ersten Durchsicht zu dessen Analyse Kontakt mit der Gruppe um Prof. Norman Fenton (Queen Mary University London, Großbritannien) aufgenommen. Joel Smalley – dessen Substack „Dead Men Talking“ ausgesprochen empfehlenswert ist – hat sich den norwegischen Daten dankenswerterweise angenommen und einige ausgesprochen interessante Dinge hervorgehoben; seine Auswertung finden Sie hier.

In der ersten Abbildung ist ersichtlich, dass die Inzidenz der Covid-relevanten Hospitalisierungen bereits im Sommer 2021 – und somit noch vor Verdrängung der Delta-Variante – klar nach unten zeigte. Smalley stellte daher zwei Hypothesen auf, um dies zu erklären: entweder wurde die Anzahl der für Corona empfänglichen Personen durch Impfung und/oder Infektionen geringer – oder der Virus wurde weniger gefährlich.

Joel Smalley zeigt anhand der offiziellen Daten, dass die Inzidenz von Infektionen, Hospitalisierungen und Todesfällen nach Beginn der Impfkampagne massiv nach oben gingen:

We actually observe that, on average, there is 13.8 times as much incidence post vax than before, 3.4 times as many hospitalisations and 2.8 times as many deaths.

So können wir beobachten, dass die durchschnittliche Inzidenz nach Beginn der Impfkampagne um den Faktor 13,8 höher ist im Vergleich zu davor, wobei Hospitalisierungen um den Faktor 3,4 und Todesfälle um den Faktor 2,8 anstiegen.

Als Hinweis sei ergänzt, dass diese Berechnungen „keine typischen ‚Raten‘ wie die Fall-/Infektionsterblichkeitsrate (IFR) darstellt, da die wahre Inzidenz nicht bekannt ist. Meine Inzidenz ist das Verhältnis von positiven PCR-Tests zu den gesamten PCR-Tests multipliziert mit 200.000, sodass die Verhältnisse den weit verbreiteten globalen IFRs ähneln.“

Was sagt das Folkehelseinstitutet zu diesen Zahlen?

Am 16. Nov. habe ich mich mit der Analyse von Joel Smalley erneut an das Folkehelseinstitutet gewandt, um deren Reaktion dazu erfragen. Kurz bevor ich diesen Beitrag online stellen wollte, habe ich folgende Antworten von Preben Aavitsland erhalten:

Die Epidemie war in Norwegen im Jahr 2022 viel größer, weil alle verbleibenden Beschränkungen im Jänner und Februar 2022 aufgehoben wurden, als die Omicron-Variante aufkam und sich schnell zur dominierenden Variante entwickelte. Diese Variante verbreitete sich leichter und hatte weniger schwere Folgen. Daher war es nicht mehr möglich oder notwendig, die Epidemie einzudämmen. Wir gehen davon aus, dass sich in diesem Jahr etwa 60 bis 80 % der Bevölkerung infiziert haben.

Des Weiteren habe ich gefragt, was passieren müsste, bevor das Folkehelseinstitutet seine Einstellung zu der Massenimpfkampagne ändert. Aavitslands Antwort hierzu:

Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass eine Impfung das Risiko schwerer Krankheitsverläufe verringert.

Der Impfschutz vor einer Infektion lässt innerhalb weniger Monate nach.

Letztlich habe ich noch gefragt, was die Alternative zu der Impfkampagne wäre, wenn die Impfkampagne ausgesetzt würde. Die Antwort:

Eine vierte Impfdosis wird nur noch für Personen ab 65 Jahren und für Erwachsene unter 65 Jahren mit Risikofaktoren empfohlen. Damit soll ihnen ein noch besserer Schutz vor schweren Erkrankungen geboten werden.

Nun sind dies zwar Aussagen, aber kaum Antworten auf meine Fragen. Der oben zitierte Hinweis von Nakstad weist aus, dass sich knapp 1,5 Mio. Norweger nachweislich infiziert haben. Der Aussage von Aavitsland zufolge, rechnen die Behörden aber damit, dass sich zwischen 3,25 und 4,3 Mio. Menschen wohl mit Covid-19 infiziert haben.

Spannend ist auch die – meines Erachtens umgekehrte – Reihenfolge in der ersten Antwort: Omicron war um ein Vielfaches ansteckender als frühere Varianten und verursacht weniger schwere Verläufe, daher war es möglich, die Maßnahmen aufzuheben. Es sieht aber eher so aus, als dass es umgekehrt war: aufgrund der höheren Übertragbarkeit haben sich die Maßnahmen als sinnlos erwiesen. Immerhin haben die norwegischen Behörden dazu aufgerafft, diese Realität anzuerkennen.

„Antworten“ auf die Frage nach den Wirkstoffen (sic) blieb Aavitsland hingegen schuldig, wies aber immerhin auf die rasch abnehmende Wirksamkeit der aktuellen Präparate hin. Wenn aber der Schutz derselben „innerhalb weniger Monate“ abnimmt, werden jedoch in jedem Fall Impfaufrufe oder -Verpflichtungen dazu aus zwei Gründen verunmöglicht: einerseits, da dies im Anlassfall wohl mehrere Injektionen pro Jahr (oder Krankheitssaison) wären – sein müssten –, wobei dabei jeweils auf ungetestete Wirkstoffe rekurriert werden müsste.

Immerhin aber sieht es im Moment nicht so aus, als ob diese Fakten unbekannt sind; jedenfalls lese ich die letzte Aussage Aavitslands, dass die Injektionen nur noch Senioren und Risikogruppen empfohlen wird. Ich stelle mir dabei allerdings schon die Frage, wie lange diese Gruppen da mitzumachen bereit sind – denn die mit der wiederholten Verabreichung von mRNA-Produkten verbunden Risiken sind kaum bekannt, wenn diese überhaupt transparent kommuniziert werden.

Epilog: was aber war „Covid-19“ vor Omikron?

Wenden wir uns zum Abschluss noch einmal dem gestern veröffentlichten Wochenbericht 45/2022 zu. Hier ist zunächst festzuhalten, dass das Folkehelseinstitutet unter Verweis auf das Ende der Maßnahmen im Februar von der nahezu atemlosen wöchentlichen Berichterstattung zu einem vierzehntägigen Rhythmus dieser Berichte wechselte. Das war in Woche 23.

Nun aber, entgegen der weiter oben und letzte Woche besprochenen Nicht-Veränderungen der Lage liegt eben jeder Bericht erneut als einzelne Woche vor. Der Grund dafür ist das Einstellen der auf github veröffentlichten offiziellen Covid-Daten, wie es auf der Homepage des Folkehelseinstituttets heißt.

Wie dem auch sei, der wichtige Punkt ist dieser: nachdem ich eine Vielzahl dieser Berichte regelmäßig gelegen habe, so findet sich auch in diesem eine durchaus interessante Tatsache.

So finden sich die wohl spannendsten Details recht weit unten in dem langen, von Grafiken und Tabellen durchsetzten Berichtstext. Genauer gesagt: auf S. 33-34.

Unter der Überschrift „Konsultationen bei Hausärzten und in der Notaufnahme“ findet sich der Hinweis, dass die beigeschlossenen Übersichtsgrafiken auf just den Daten basieren, deren Veröffentlichung zwei Tage zuvor verkündet worden ist. Dies hat meine Aufmerksamkeit erregt – und angesichts der von Joel Smalley analysierten Daten sind die folgenden Ausführungen sozusagen als Erweiterung zu verstehen.

Abb. 20 (S. 33) zeigt die relativen Anteile verschiedener Atemwegserkrankungen seit Beginn der „Pandemie“ – und weist dazu die entsprechenden klinischen Diagnosecodes (R991, R992 bzw. R33) aus.

Auf der Folgeseite wiederum befindet sich Abb. 21, die die Verteilung der Covid-relevanten klinischen Diagnosecodes ausweist. Hierbei ist zu beachten, dass R992 = bestätigte Fälle von Covid-19 (dunkelblaue Linie), R991 = vermutete/wahrscheinliche Fälle (grüne Linie) und R33 = durch mikrobiologische Untersuchungen bestätigte Fälle (hellblaue Linie) ausweist.

Auffällig ist, dass die mit R991 codierten Diagnosen (vermutet/wahrscheinlich) und mit der grünen Linie ausgewiesenen Fälle nahezu perfekt mit dem Verlauf der in Abb. 20 ausgewiesenen „Corona-Pandemie“ korrelieren – zumindest bis zum Jahreswechsel 2021/22.

Weder das – im Vergleich zu Österreich auffallend geringere – Testregime (R33, mikrobiologisch bestätigte Fälle) noch die bestätigten Covid-Diagnosen (R992) weisen vor dem „Siegeszug“ von Omikron um den Jahreswechsel 2021/22 eine große Korrelation mit dem allgemeinen Verlauf der „Pandemie“ auf.

Als Omikron zu just diesem Zeitpunkt alle anderen Varianten verdrängte, dauerte es nicht mehr lange, bis die Gesundheitsbürokraten und Politiker kapitulierten und – wenn auch nicht ohne Widerstand – die Maßnahmen ersatzlos gestrichen haben.

Es wirkt vielmehr so, als ob die Gesundheitsbürokraten und Politiker vor diesem Zeitpunkt so gut wie alle Atemwegserkrankungen mit R991 (vermutet/wahrscheinlich) kodierten, was sich wiederum massiv auf die Medienkampagne und das Maßnahmenregime auswirkte.

So sei – ungeachtet der beispielhaften Transparenz des Folkehelseinstituttets vor allem im Vergleich zu Österreich – zumindest auf diese „Unsicherheitsfaktoren“ betreffend die Datenlage hingewiesen.

Miese Optik, schlechte Optionen

Abschließend lassen sich drei Hauptaspekte festhalten:

Erstens, dass die Addition aller drei Diagnosecodes zu den bekannten Verlaufskurven und Ereignissen der „Pandemie“ führten, von dem Ausnahmezustand über die Diskriminierung der „Ungeimpften“ bis hin zu den gesundheitspolitischen Maßnahmen, die angesichts überfüllter Notaufnahmen, Hausarztpraxen und Krankenhäuser (etwa hier oder hier) dieser Tage mehr als fragwürdig erscheinen.

Zweitens sei nicht übersehen, dass just die Addition aller drei Diagnosecodes dazu führt, dass neben methodischen Vorbehalten die Datenbasis betreffend und angesichts der hohen Todeszahlen der an Covid-19 verstorbenen Personen seit Abnehmen der Omikron-Welle Ende März 2022 auf jeden Fall Fragen nach sowohl der Sinnhaftigkeit der fortgesetzten Impfkampagne als auch der persönlichen wie institutionellen Verantwortung der „Impfstahlhelme“ und ihrer willigen Vollstrecker im Raum stehen.

Apropos persönlicher wie institutioneller Verantwortung: schließlich steht im Raum, dass diese Diagnosecodierungen durch die Gesundheitsbürokraten vorgegeben wurden – also, dass es vielleicht entsprechende Anweisungen einzelner Personen gab, die offenbar mehr oder minder alles, was auch nur irgendwie nach Atemwegserkrankung aussah, eben mit R991 (vermutet/wahrscheinlich) zu kodieren und auf diesem Weg überhaupt erst die „Datenbasis“ für das Ausrufen der „Pandemie“ und die damit verbundene gesellschaftlichen Folgen geschaffen haben.

Es ist vermutlich noch ein weiter Weg, bis wir darauf Antworten bekommen.

Das Ringen um die Wahrheit, persönliche wie institutionelle Verantwortung sowie die Zukunft unserer Gesellschaft geht weiter.

Bild PremeditatedCOVID-19 vaccination site sign in Hamar, Innlander, NorwayCC BY-SA 4.0

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12 Kommentare

  1. Andreas I. 19. November 2022 at 13:24Antworten

    Hallo,
    „Das Medianalter lag bei 85 Jahren (und somit knapp zwei Jahre über der durchschnittlichen Lebenserwartung)“

    Dann ist es nicht übermäßig dramatisch, nur etwas komisch(oder sarkastisch), denn schließlich sollten angeblich die „vulnerablen Gruppen“ geschützt werden, aber nun sterben davon mehr als vorher, hm …

  2. Jan 19. November 2022 at 6:47Antworten

    Jeder Hausarzt lässt einen Patienten mit Atemwegserkrankung alle paar Tage zu sich kommen, um das Risiko einer Lungenentzündung rechtzeitig zu erkennen. Dieser Mechanismus ist mit Corona aufgehoben worden.

    Das wichtigste spezifische Corona-Symptom ist die virale Lungenentzündung.

    Wie zu erwarten sind durch das neue Behandlungsregime die intensivpflichtigen Lungenentzündungen durch die Decke geschossen und wurden als Corona diagnostiziert.

    Der Betrug ist doch für jeden offen erkennbar!

    In Österreich haben die Behörden Absonderungsbescheide über 7 Wochen ausgestellt. 7 Wochen kein Arzt und kein Lebensmitteleinkauf!

    Die gehören alle vor ein Tribunal, eine unabhängige Justiz besteht ja offenbar nicht mehr.

    • Heiko 19. November 2022 at 17:27Antworten

      Es gibt keine Corona-spezifischen Symptome. Ohne Röntgenbild kann man eine bakterielle (typische) nicht von einer viralen (atypischen) Lungenentzündung unterscheiden. Welches Virus die Lungenentzündung letztendlich ausgelöst hat, kann der PCR-Test nicht bestimmen.

  3. Lessbachtaler 18. November 2022 at 20:33Antworten

    Und immer noch gibt es weltweit nur aufsummierte Werte bei Corona, sonst immer nach Kalenderjahren aufgedröselt, wirkt halt bedrohlicher

    • tinu7 20. November 2022 at 23:59Antworten

      Ich finde es bedenklich, dass ausgerechnet ein solcher Wert darauf gelegt wird, bei den mittlerweile bekannten Gefahren der Impfungen, ausgerechnet die über 60 jährigen unbedingt möglichst noch ein 4. mal zu Impfen! 1. haben viele vorerkrankungen, 2. sind sie die, die wohl am wenigsten lange unter vielen Menschen sind, 3. nach all den Fällen von massenausbrüchen von Erkrankungen in Heimen, in den letzten Jahren. Ich kann mir da, so morbide es klingen mag, nur einen Grund vorstellen: dass möglichst vielen davon die Rente gar nicht oder nur für kurze Zeit ausbezahlt werden muss! Welchen anderen Grund kann es geben, den wohl am anfälliger Leuten für Krankheiten das mit Abstand schädlichste Medikament das in Massen verabreicht wird, zu spritzen? Mir fällt keiner ein…

  4. Veron 18. November 2022 at 18:27Antworten

    Ein bisschen neben dem Thema: es geistert ein Faktencheck durch das Netz mit der „Überschrift“: „Nein, die Corona-Impfung macht den Verlauf der Grippe nicht schlimmer“. Genau deswegen, weil sich Faktenchecker dieses Themas annehmen, ist es für mich plausibel, dass Menschen mit einem durch die „Impfung“ kaputten Immunsystem sich schwer tun mit der Abwehr des Influenza-Virus.

    • Karsten Mitka 18. November 2022 at 19:39Antworten

      Ja, heute morgen im Systemmedium GMX gesehen.

    • wellenreiten 19. November 2022 at 7:50Antworten

      „The lady doth protest too much, methinks.“
      Das kommt im Zusammenhang mit der Covid-Impfung oft vor.
      Kann man auch im Fall der Ukraine gut sehen, wenn die USA immer und immer wieder betonen, dass es sich um einen nicht provozierten Angriff Russlands handelt.

    • Andreas I. 19. November 2022 at 13:17Antworten

      Hallo,
      immer das gleiche Muster; als es Februar / März 2020 losging, da schallte es aus allen Kanälen, man dürfe Corona nicht mit Grippe vergleichen – womit klar war, wenn die sagen, man dürfe das nicht …

  5. Veron 18. November 2022 at 18:22Antworten

    Traue keiner Statistik .. .. selbst wenn sie nicht gefälscht ist. Es ist offenbar ganz leicht, mit ungenauen Angaben den gewünschten Eindruck zu erreichen.
    Der anfangs erwähnte Fehler ist allerdings offensichtlich. Die Zuweisung klein / mittel / groß zu den Farben passt überhaupt nicht zur Grafik, niemand stellt den kleinen Wert in die Mitte (grün) und fängt bei der Aufzählung mit diesem an. Ist nur blamabel, dass so ein Fehler passiert und ihn niemand merkt vor der Veröffentlichung. Oder war Verwirrung beabsichtigt?

  6. Jens Tiefschneider 18. November 2022 at 18:06Antworten

    Auch in Norwegen war die „Impfung“ somit ein voller Erfolg.

    • Jürgen R. 19. November 2022 at 21:14Antworten

      Schon kurz nach Beginn der mRNA-Spritzung hat ein kluger Kopf behauptet, sie sei keine Maßnahme des Gesundheitsschutzes, sondern eine Rentenreform.

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