
Big Tech knickt vor UK-Zensurbehörde ein: Facebook, Instagram, YouTube & Co. lassen Ofcom neue Features vorher prüfen
Regierungen und Tech-Giganten reden von „Kinder- und Jugendschutz“, bauen aber in Wahrheit ein immer dichteres Netz aus Überwachung, Zensur. Fünf der größten Plattformen – Facebook, Instagram, Roblox, Snap und YouTube – legen nun freiwillig der britischen Online-Regulierungsbehörde Ofcom neue Funktionen und Risikoanalysen vorab zur Prüfung vor.
Damit gehen sie weit über die ohnehin schon drakonischen Vorgaben des britischen Online Safety Act hinaus, wie Reclaim The Net berichtet. TikTok weigerte sich zumindest teilweise und will Ofcom nur „wo gesetzlich vorgeschrieben“ informieren. Die anderen Plattformen hingegen öffnen bereitwillig die Tür für eine Art Vorab-Zensur: Die Regierungsbehörde kann nun Druck ausüben, bevor Nutzer überhaupt etwas von den neuen Features zu sehen bekommen – ohne formales Verfahren.
Für die EU und die meisten westlichen Nationen sind noch immer britische Normen und Vorgaben aus der „City of London“ maßgeblich und Vorbild für eigene Vorschriften. Wir dürfen also damit rechnen, dass Ähnliches demnächst in der EU passieren wird.
Besonders weit geht Meta (Facebook/Instagram). Das Unternehmen hat kürzlich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Instagram-DMs faktisch abgeschafft und nutzt nun KI-Tools, um „sexualisierte Gespräche“ zwischen Erwachsenen und Jugendlichen automatisch zu scannen und an das National Center for Missing and Exploited Children zu melden.
Ende der Privatsphäre im Namen des Kinderschutzes
Ofcom-Chef Melanie Dawes jubelt bereits, dass Snapchat keine zufälligen Kontakte mehr zwischen Erwachsenen und Kindern ermöglichen werde. Gleichzeitig zeigt die eigene Forschung der Behörde, dass 73 % der 11- bis 17-Jährigen in den letzten vier Wochen schädliche Inhalte über personalisierte Feeds gesehen haben. Statt die Algorithmen grundlegend zu ändern, setzt man auf mehr Überwachung und Altersverifikation.
Ofcom fordert inzwischen sogar neue gesetzliche Befugnisse, um Mindestaltersgrenzen durchzusetzen – weil die Plattformen angeblich nicht verhindern können, dass Kinder unter 13 Jahren die Dienste nutzen (trotz angeblicher Verbote). Die Realität: 84 % der 8- bis 12-Jährigen sind bereits auf diesen Plattformen.
Das große Ziel: Totale Kontrolle
Was als Jugendschutz verkauft wird, ist in Wirklichkeit der systematische Abbau von Anonymität und Privatsphäre im Internet. An die Stelle des freien, anonymen Netzes tritt ein identifizierungspflichtiges, biometrisch überwachtes und verhaltensgesteuertes System. Regierungen und Big Tech arbeiten Hand in Hand – die einen wollen Zensur und Kontrolle, die anderen wollen regulatorische Sicherheit und Profit.
Das Muster ist bekannt: Zuerst wird ein Problem (oft selbst mitverursacht) dramatisiert, dann folgen immer schärfere „Lösungen“, die vor allem eines schaffen – mehr Macht für Staat und Konzerne.
Auch Google bereitet sich offenbar vor wie mir kürzlich passiert bei einer Suche nach „feuerhaus wien“:

Die freiwillige Unterwerfung großer Tech-Plattformen unter eine staatliche Vorab-Kontrolle ist ein gefährlicher Präzedenzfall. Was heute in Großbritannien passiert, wird morgen in der EU und bei uns kommen. Die schleichende Enteignung unserer digitalen Freiheitsrechte läuft auf Hochtouren.
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