Die Schweiz ist frei: Alle Corona-Gesetze gefallen

1. April 2022von 2,6 Minuten Lesezeit

Trotz (oder wegen?) niedrigerer Impfquote als in Österreich und Deutschland ist das Kapitel Covid in der Schweiz nun (vorläufig?) beendet. Mit dem heutigen 1. April sind auch die letzten Vorschriften gefallen. Wer positiv getestet ist, wird nicht mehr isoliert, wer krank ist, dem empfiehlt man daheim zu bleiben. Wie vor 2020.

Der 1. April ist für die Schweiz ein echter Freiheitstag. Mit dem heutigen Freitag sind alle übrigen Corona-Vorschriften gefallen. Weder gibt es noch irgendwo Maskenpflicht, noch muss man erkrankt, infiziert oder mit einem positiven Test in Quarantäne. Etwas mehr als zwei Jahre nach den ersten Lockdown-Verordnungen ist die autoritäre Covid-Politik beendet. Zumindest vorerst.

Schweiz hat fertig

Wer erkrankt, soll natürlich zuhause bleiben. Wie eben vor März 2020, doch einen behördlichen Absonderungsbescheid wird es keinen mehr geben. Die letzten Maskenpflichten im öffentlichen Verkehr und im Gesundheitsbereich fallen. Währenddessen muss man in Österreich selbst in der Trafik Maske tragen, sogar FFP2-Maske. Eine FFP2-Pflicht hat es in der Schweiz nie gegeben.

Der Bundesrat, die Schweizer Regierung, beendet die „besondere Lage“, also den gesundheitlichen Ausnahmezustand. Der Umgang mit Covid obliegt damit wieder den Kantonen. Schon Mitte Februar hatte die Schweiz die meisten Covid-Beschränkungen zurückgenommen. Das Wiener 2G hat es in der Schweiz nie gegeben, in der österreichischen Hauptstadt gilt es weiterhin.

Saisonale Sache

Der Bundesrat erklärt die Aufhebung aller gesetzlichen Regelungen, so: „Dank der hohen Immunisierung der Bevölkerung ist es in den vergangenen Wochen zu keinem markanten Anstieg der Covid-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen gekommen. Eine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit ist in den nächsten Monaten wenig wahrscheinlich.“

„Ich glaube, nach zwei Jahren im Krisenmodus ist es nun wirklich an der Zeit, um die Maßnahmen zu beenden“, sagte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Medien am Donnerstag in Bern. Auch die Schweizer Covid-App wird mit dem heutigen Tag deaktiviert.

Die Schweiz rechnet mit einer endemischen Phase und mit „saisonalen Erkrankungswellen“. Nun beginnt – politisch – eine „einjährige Übergangsphase“, um auf neue Entwicklungen schnell reagieren zu können. Das betrifft Testen, Impfen, Kontaktverfolgung und die Überwachung der Spitäler. Man bleibt in der Beobachtung.

Ausnahme Universitäten

Die Maske dürfte aber doch nicht überall fallen: Einige Universitäten, etwa die Universität Zürich, dürften weiter die Maskenpflicht aufrechterhalten. Was bemerkenswert, aber nicht überraschend ist. Die Universitäten spielen bereits seit Längerem eine Art „Covid-Avantgarde“ und exekutieren die Vorgaben des Staates noch strenger.

Dieses Phänomen ist nicht auf die Schweiz beschränkt: In Wien verlangte die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) etwa vehement „2G“, also den Ausschluss von Menschen ohne dem passenden Gesundheitszertifikat. Auch in Berlin, wo die Masken in weiten Teilen fallen, scheren die Universitäten aus. Die Maske bleibt, man empfiehlt „freiwillige“ Kontrolle der Zertifikate.

Die Schweiz hat im Vergleich zu Österreich und zu Deutschland bei allen drei Stichen eine niedrigere Impfquote. Daran kann die neue Schweizer Freiheit also nicht liegen.

Bild Freiheitstrychler

Thomas Oysmüller, Jahrgang 1990, ist freier Journalist, arbeitete früher beim deutschen Onlineradio detektor.fm, einige Jahre bei zackzack.at und schrieb für kleinere Zeitungen.


Der Schweizer. Ein Covid Gesundheitswunder.

Hoffnung auf Corona-Ende in der Schweiz

19 Kommentare

  1. freund 1. April 2022 at 19:50Antworten

    … Und das obwohl die Schweizer eine viel feuchtere Aussprache als die Deutschen haben! oO

  2. Ansach227 1. April 2022 at 12:26Antworten

    Klingt so, als gebe es bei euch in der Schweiz noch Politiker mit Gehirnschmalz, die nennen nämlich plausible Begründungen für das Ende der Maßnahmen. Währenddessen wird bei uns in Dummland über eine allgemeine Impfpflicht diskutiert, mit einem experimentellen mRNA-Stoff, der nachgewiesenermaßen für zahlreiche schwere Impfschäden und Tote gesorgt hat. Und man will ganze Bundesländer zu „Hotspots“ erklären, um das Clownstheater auch nach Auslauf der Maßnahmen nach Gutdünken ohne eine „pandemische Notlange“ weitertreiben zu können. Dabei beruft man sich sogar noch auf die heilige Inzidenz, welche jetzt aktuell bei über 1000 liegt, während aber zeitgleich bei uns die Intensivstationen wie leergefegt sind…

    • Gast22 1. April 2022 at 14:28Antworten

      Vielleicht sollten wir so langsam mal anfangen und alle Personen, welche weiterhin zum Impfen aufrufen oder sich für die Impfpflicht einsetzen zur Persona non grata erklären und des Landes verweisen?
      oder
      Stell Dir vor, es ist Pandemie befohlen und niemand befolgt die Anordnungen!

  3. cheftoebeli 1. April 2022 at 12:10Antworten

    Juhee, frei. Bis unseren Zipfelkappen (Bundesräte) wieder was Neues einfällt. Bis 2030 können diese verehrten Landesväter und Väterinnen noch ein bisschen Diktatur spielen. Also dann, schauen wir mal….

  4. anamcara 1. April 2022 at 10:51Antworten

    Während in anderen Ländern alle Coronagesetze fallen hält man in Österreich und Deutschland immer noch an der Einführung einer Impfpflicht fest:

    Interessant in dem Kontext:

    Am 21. März wurde Professor Dr. Arne Burkhardt als Vertreter einer aus zehn Wissenschaftlern bestehenden internationalen Expertengruppe im Gesundheitsausschuss des Bundestages angehört.

    Die Warnung vor der Schädigung von Herz, Gehirn und anderen Organen durch die “Covid-19-Impfung“ genannten Injektionen mit gentechnisch verändertem Material ist nun auch offiziell aus erster Hand in den parlamentarischen Protokollen des Deutschen Bundestag dokumentiert.

    Ein Bericht dazu findet man bei Alschner Klartext

    https://www.bundestag.de/resource/blob/886714/5393e38075d0e24fd79c7cf3169ec6e8/018-protokoll_nicht-lektoriert-data.pdf

  5. Michael R 1. April 2022 at 10:51Antworten

    Ab Montag ist es in Bayern ähnlich. Allerdings sind die Menschen teilweise nach wie vor so verängstigt, dass es tatsächlich von Laden zu Laden und Restaurant zu Restaurant unterschiedlich ist, ob Maske oder nicht. Unser örtlicher Metzgerladen besteht auf Maske, der EDEKA daneben aber nicht. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass man als Maskenloser von hysterischen Maskenträgern beschimpft oder noch schlimmeres wird. Dank an die Politik!

  6. Tatjana 1. April 2022 at 10:48Antworten

    Die Überschrift: Die Schweiz ist frei: Alle Corona-Gesetze gefallen, wenn das kein schlechter Aprilscherz ist. Dann Frage ich mich wie lange bis der Rückfall kommt.
    Weder die Schweiz noch irgendwelche andere Länder haben fertig. Es bleibt bei der Fortsetzung.

  7. Michael R 1. April 2022 at 10:47Antworten

    Einreise-Beschränkungen für Deutsche gab’s schon länger nicht mehr. Dafür durfte man als Rückkehrer im eigenen Land erst mal voranmelden (inzwischen entfallen), in Quarantäne (auch entfallen). Nach wie vor benötigt man als Ungeimpfter aber vor der Rückkehr einen teuren PCR Test oder einen Antigen Schnelltest. Wir alle wissen ja, dass nur Ungeimpfte sich anstecken und das Virus übertragen können …

    • KuCo 1. April 2022 at 13:10Antworten

      Die Vorschriften für die Rückreise stehen nur auf dem Papier. Sie wurden nie kontrolliert. Wir wohnen im Grenzgebiet, die Grenzen waren den ganzen Winter offen. Wir waren oft zum Skifahren, Einkaufen, Frisör, Freunde besuchen etc. in der Schweiz. Ohne Impfung, ohne Genesung, ohne Test, ohne Anmeldung.

  8. Elisabeth 1. April 2022 at 10:20Antworten

    Ach, ich möchte auch endlich wieder frei sein …

  9. Alter Pauker 1. April 2022 at 10:08Antworten

    Auch in Schweden gilt seit heute kein „Pandemie-Gesetz“ mehr. Die Info bekam ich von meinem Schwiegersohn direkt aus dem Norden.

  10. Fritz Madersbacher 1. April 2022 at 9:35Antworten

    „Die Universitäten spielen bereits seit Längerem eine Art „Covid-Avantgarde“
    Das erinnert an die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Auch damals waren die Universitäten in Deutschland und Österreich Brutstätten der faschistischen Bewegungen, insbesondere des Nazifaschismus. Vor allem auch im „akademischen Lehrkörper“ fanden sich viele Hundertfünfzigprozentige. Das hatte – wie heute – wahrscheinlich mit der „mentalen Verfassung“ zu tun, die häufig bei Leuten anzutreffen ist, die sich selbst als etwas Besonderes und Außerordentliches, als hochgebildet und genial und deshalb zu Höherem berufen sehen und Dünkel gegenüber dem gemeinen Pöbel empfinden, meistens psychisch sehr instabile Personen …

  11. cppilia 1. April 2022 at 9:31Antworten

    Ist doch klar, bei denen geht es um Karriere, und das hat nichts mit wissenschaftlichem Denken zu tun, sondern mit Kontakten. Die werden wie auch immer, aufrecht gehalten. Alle käuflich. Passt aber ins mosaisch-christliche Bild: Macht euch die Erde untertan. Da sind wir auf dem Weg zu.

  12. raimund raytarowski 1. April 2022 at 9:12Antworten

    Die Schweiz ist frei: Alle Corona-Gesetze gefallen….
    in diesen jubel kann ich nicht einstimmen, wenn unis und sonstwem erlaubt bleibt, weiter mit masken etc. zu drangsalieren´, wenn keine entschuldigung der plandemischen akteure erfolgt und darüberhinaus mit künftigen ereignissen gewunken wird.
    um den deutsch-österreichischen semifaschistischen irrsinn zu konterkarieren ist es bei alledem eher nicht angezeigt, die schweiz höher zu jubeln, als sie tatsächlich ist.
    auch wenn ich mich über die rücknahme diverser maßnahmen freue.
    von einem ausschluß zukünftiger impfpflichten habe ich nix gehört. (?)

  13. Slobodan Covjek 1. April 2022 at 9:05Antworten

    Viele Unis dürften zu einem korrupten Ort und einer Brutstätte des blinden Fanatismus verkommen sein, frei von jeglicher Skepsis, jeglicher Wissenschaft und jeglichem Humanismus.

    • anamcara 1. April 2022 at 9:24Antworten

      Insbesondere gehören Schulen und Universitäten zu den zentralen Vermittlungsinstanzen von Tiefenindoktrination die auf längerfristig angelegte Prozesse der Vermittlung politischer und gesellschaftlicher Weltbilder und Wertesysteme zielt

      Historisch ist dies auch nicht überraschend, denn die allgemeine Schulpflicht beispielsweise wurde nicht eingeführt, um mündige Bürger zu erzeugen, sondern um „fromme Kirchgänger und gehorsame Staatsdiener“ zu schaffen.

  14. Daniel 1. April 2022 at 8:37Antworten

    Die Schweiz ist leider nicht frei. Jetzt können die Kantone selber Massnahmen einführen od. verlängern. Wie jetzt im Kanton Bern, da gilt Maskenpflicht weiterhin im Spitälern, in Heimen und bei der Spitex (Krankenpflege zu Hause).
    s.hier: https://www.be.ch/de/start/dienstleistungen/medien/medienmitteilungen.html?newsID=d3d1ec2c-00c2-4002-8ba3-ff452e8fd6db

    • wellenreiten 1. April 2022 at 12:10Antworten

      Das ist mMn Jammern auf hohem Niveau. Für die ganz besonders drangsalierten Österreicher und vor allem Wiener hören sich diese wenigen Maßnahmen schon wie Freiheit an.

Wir freuen uns über jeden Kommentar, aber ersuchen einige Regeln zu beachten: Bitte bleiben wir respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe, keine (Ab-)Wertungen und bitte auch keine Video-Links und Texte mit roten Rufzeichen. Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Aktuelle Beiträge