Digitalisierung der Banken: Immer weniger Filialen und Geldautomaten in Australien

8. März 2022von 3,4 Minuten Lesezeit

Innerhalb der letzten drei Jahre wurden in Australien 3.800 Geldautomaten entfernt – und damit ein Drittel aller existierenden Bankomaten. Im selben Zeitraum wurden insgesamt rund 500 Bankfilialen der vier großen Banken CBA, Westpac, ANZ und NAB geschlossen – mit verheerenden Auswirkungen. Auch hierzulande zeichnet sich dieser Trend ab – bis 2030 könnten 60 Prozent der Bankfilialen Geschichte sein – und das Bargeld ebenso.

Von Larissa Breitenegger

Banken stellen auf Digitalservices um, schließen Filialen, entfernen Geldautomaten – ganz im Interesse von rund 80 Prozent der Australier, die Online-Services nutzen. Die restlichen 20 Prozent, die auf den Besuch in der Bank oder beim Geldautomaten angewiesen sind, müssen zunehmend selbst schauen, dass sie nicht auf der Strecke bleiben. Im Australischen New-South-Wales trifft es die Bevölkerung am Härtesten, berichtet die australische News-Seite news.com.au: 300 Bezirke sind ohne Bankfiliale, 216 Bezirke verfügen nicht einmal über einen Geldautomaten.

„Schließungen haben verheerende Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften“, sagte die nationale Sekretärin der Gewerkschaft für den Finanzsektor, Julia Angrisano, gegenüber news.com.au. „Arbeitsplätze gehen verloren, das Geschäft wird beeinträchtigt und ein weiterer lokaler Dienst verschwindet.“

Die Bank CBA hat jetzt 875 Filialen, gegenüber 1192 im Februar 2019, bevor die Pandemie Einzug hielt. Auch die Zahl der Geldautomaten ging von 4118 im Jahr 2019 auf 3597 im Jahr 2020 zurück.

Rund 80 Prozent der Australier würden Online-Banking bevorzugen – was immer noch 20 Prozent der Bevölkerung, oder einen von fünf Australiern, denen der Zugang zu Geld und Bankdienstleistungen massiv erschwert wird, übriglässt. Insbesondere alte Menschen und jene mit geringer „digital literacy“ oder Einschränkungen wären auf die Möglichkeit, eine Bank und einen Geldautomaten aufzusuchen, angewiesen, so Angrisano.

Immer mehr Menschen nutzen online-Banking und Konkurrenz-Anbieter

Die Banken würden aus finanziellen Gründen immer mehr Filialen schließen:

„Die traditionellen Banken sehen sich einer immer stärkeren Konkurrenz durch neue Marktteilnehmer wie digitale Banken, bankfremde Kreditgeber und „kauf jetzt, zahl später“-Diensten gegenüber. Um profitabel zu bleiben, wollen sie ihre größten Kosten senken, nämlich Löhne und Gemeinkosten wie Gebäude.“

Schulungen für Bank-Mitarbeiter, um Kunden in Filiale reduzieren

Dazu gehört auch der Wechsel von der Dienstleistung auf Filialebene zur Dienstleistung im Digitalen. Mitarbeitern der Banken würden Leistungsziele auferlegt: Sie sollten die Zahl der Kunden in der Filiale reduzieren und sie zu Geldautomaten bzw. zu digitalen Diensten zu verweisen, dafür gibt es sogar Schulungen und begleitende Coachings.

Digitalisierungsschub auch hierzulande

Australien macht vor, was sich auch hierzulande abzeichnet bzw. bereits auf Hochtouren im Gange ist. Zuletzt sind in Österreich etwa vier Prozent der Filialen pro Jahr weggefallen.

Am 25. Februar 2022 twitterte beispielsweise der ORF Burgenland:

Die Bankschließungen gehen im Burgenland weiter. In Mattersburg hat die Bank Austria ihre Filiale geschlossen, demnächst schließt dort auch die Erste Bank-Filiale und die Raiffeisen Regionalbank Güssing-Jennersdorf schließt im März fünf Filialen

Bereits vor Corona wurden in der Branche regelmäßig Filialen abgebaut, Corona führte zum Digitalisierungsschub: Immer mehr Banken schließen ihre Filialen, zuletzt ließ die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich mit der Ankündigung aufhorchen, bis zu 60 der derzeit etwa 400 Raiffeisen-Filialen dichtzumachen.

„Die Barbehebungen am Schalter sind im Durchschnitt um mehr als 50 Prozent zurückgegangen, an manchen Standorten wesentlich stärker“,

so Bankchef Heinrich Schaller gegenüber den Oberösterreichischen Nachrichten.

94 Prozent aller Transaktionen würden von den Kunden digital erledigt, die Kundschaft sei zufrieden und die Banken würden sich anpassen, so das Argument.

Achim Kaucic, Bankexperte und Partner der Beratungsgesellschaft Bosten Consulting, vermutet gegenüber dem Standard, dass bis 2030 etwa 60 Prozent aller Bankfilialen wegfallen werden.

Letztlich sind das alles Schritte um Bargeld abzuschaffen und das Zentralbankgeld einführen zu können. Dazu braucht man die digitale ID, die mit Hilfe des Impfpass salonfähig gemacht werden soll.


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11 Kommentare

  1. Elisabeth 9. März 2022 at 2:26Antworten

    Das läuft seit Jahren bei der Volksbank so. Ich konnte mich bisher tapfer dagegen wehren, Online Banking zu betreiben. Ich habe Internet seit ca. Mitte der 90er und bin ein alter Hase, was das betrifft. Es liegt sicher nicht am Unverständnis, sondern im Gegenteil … wie so oft – so sind ja auch nicht die Impffreien die Uninformierten, sondern die Geimpften die wenn überhaupt Desinformierten. Die meisten machten es, um ins Wirtshaus gehen zu können …

    Durch die Schließungen hätte ich schon eine halbe Stunde bis zur nächsten Filiale gebraucht, fand aber zum Glück einen Abschneider über die Bergerln, sodass ich eine fand, bei der ich mit dem Auto in ca. 10 Minuten sein kann. Der Bankomat dort gibt mir immer 200er. So manche Kassiererin kennt sie aber nicht und verweigert die Annahme. Ja, die meinen, das ist Falschgeld. Ich muss dann immer erklären, dass sie ein offizielles Zahlungsmittel in Österreich sind. Und mit der Inflation wird man sich wohl an ihren Anblick gewöhnen müssen. Vielleicht sollte man auch den 500er wieder drucken …

    Bargeld ist Freiheit. Ich werde es so lange verwenden, wie es geht. Es liegt an uns. Es ist wie bei der „Impfung“. Wären nicht so viele hingelaufen und hätten sich für ein Gulasch und ein Bier verkauft, gäbe es jetzt keine Diktatur.

  2. europablume 8. März 2022 at 20:33Antworten

    Lieber H. Mayr,
    ich schätze Ihre Ausführungen sehr. Ein dickes Dankeschön an Sie und Ihr Team. Bitte, bitte auch immer wieder etwas Positives berichten. Machen Si ja. Aber trotzdem… nicht aus den Augen verlieren

  3. Bernd 8. März 2022 at 19:38Antworten

    Die Digitalisierung ist die Schwachstelle und wird uns in den Wahnsinn treiben. Bei größeren Problemen sind wie abgeschnitten von allem und es wird nicht weiter gedacht. Abbau findet bereits in unserem Leben statt. Dafür sorgen wir Menschen bereits.
    Das viele Menschen auf die Banken, Briefkästen usw. (die fast kaum noch zu finden sind)angewiesen sind, bleiben auf der Strecke. Über solche Handlungen fehlen mir die Worte.
    Und es wird der Tag kommen an dem die Digitalisierung zusammenbrechen wird. Dann lacht jemand sich schief über die Dummheit dieser Leute.

  4. Eva-Maria 8. März 2022 at 17:21Antworten

    O.T: ich gebe den Hinweis, daß voltairenet org nach dem Straussianer Artikel einen weiteren Augenöffner veröffentlicht hat. Wieder keine deutsche Übersetzung, wohl zu große „Explosionsgefahr“?
    siehe auch Fußnote 1, Polen hat damals vor Maidan 2 Monate lang die Ukrainenazis ausgebildet.

    https://www.voltairenet.org/article215880.html
    halbwegs passable Übersetzung mit
    http://free-website-translation.com/?de

    Die Wahrheit wird uns frei machen.

    • Eva-Maria 9. März 2022 at 7:31Antworten

      Ich leiste Abbitte, volle deutsche Übersetzungen auf voltairenet. org da, super. Der letzte Teil lautet übersetzt also, Selenskij sagt, Israelchef Bennet ist nicht „in die ukrainische Fahne eingewickelt“. Bennet leistet anscheinend ganze Arbeit.

      Die Russen haben auch ein laptop mit einem NATO Sicherheits-Zugang bei den ukraine Nazis gefunden. Nato Involvierung im Ukrainekrieg? Wer gibt denen sowas?

      Erste politische Reaktionen:
      Selenskij redet von der theoretischen Möglichkeit einer neutralen Ukraine.
      Die Polen wollen das heisse Eisen MIG 29 los werden und sagen, sie liefern die MIG dem Blinken ( gehört zur „Truppe“ dazu) nach Ramstein. Blinken „erstaunt“, Nuland auch.

      JETZT hat die USA ein ernstes Problem.

    • Eva-Maria 9. März 2022 at 7:40Antworten

      Zum möglichen Zusammenhang zwischen Ukraine und Impfen.
      Hat nicht der revisionistische Zionist Netanyahu den (leider viel zu jungen unerfahrenen) Ö Kanzler damals geraten, man müsse den Katastrophenfall mit 100.000 Opfern ausrufen und alles sofort zumachen?
      Die revisionistischen Zionisten (ds die RECHTEN) kooperieren mit den Straussianern, wie man auf voltairenet org lernen kann.

  5. Ich 8. März 2022 at 16:49Antworten

    Wie kann man das verhindern? Was können wir dagegen tun? Das macht mir sorgen!

    • Vortex 8. März 2022 at 22:33Antworten

      Das A-Team auf diese kommenden Zustände aufmerksam machen, die wissen bestimmt genau, was zu tun ist.

  6. Ralf Dingsdabumsda 8. März 2022 at 16:13Antworten

    Norbert Häring beschreibt die Bargeldabschaffung seit Jahren. Bill Gates taucht in seinen Berichten immer wieder auf.
    norberthaering.de

    Ich hätte nichts gegen eine Digitalisierung des Bargelds, wenn die digitale Variante anonym und garantiert wäre. Selbstverständlich dürfte auch niemand uns für einen Geldtransfer bestehlen („Gebühren“). Stattdessen arbeiten die Kriminellen am Zentralbankgeld mit Ausweiskontrolle per Zertifikate und obendrein kommen die Zertifikate von einer Verbrechergesellschaft (Bill Gates u.a.). Die Zertifikate werden uns per Impfkampagne aufgezwungen. Die Bargeldabschaffung geht mit Enteignung (Strafen wegen Impfverweigerung) und Gewalt über in einen widerlichen totalitären, gewalttätigen Überwachungsstaat.

    • Slangt 3. April 2022 at 4:19Antworten

      Um den Halsabschneidern aus dem Weg zu gehen, werden die Banken arbeitslos, indem man sein Konto auf dem eigenen Rechner hat. Dann müssen sich die Herrschaften ein hoffentlich wertschöpfendes Arbeitsfeld erschliessen. Für das Rumschubsen von ein paar Bit gibts keine Gebühren!! Mal sehen, ob der Digitalisierungszwang dann weiter so favorisiert wird.

  7. Goldberg 8. März 2022 at 13:07Antworten

    Immer diese Entscheidungen über den Köpfen auf Kosten der Bürger gehen mir langsam (Sorry) auf die Eier. Egal worum es geht, es wird nur nach Profit entschieden. Alles läuft darauf hin, dass die Bürger so ausgeblutet sind und sich kaum noch was leisten kann.
    Es wird Zeit das die Bevölkerung aufwacht und gegensteuert. Je mehr diese Lücken verschließt, je weniger Profit für die Gierhälse.
    Ich steuer gegen und verzichte gern auf viele unwichtigen Dingen. Es geht mehr um das Leben als um Smartphon, Mode, Urlaub im Ausland etc.

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