Geringes Interesse der Bevölkerung von Rumänien und Bulgarien an Covid-Impfungen

Offenbar gibt es in Europa ein gewisses West-Ost Gefälle bei der Bereitschaft der Menschen sich impfen zu lassen. In Rumänien und Bulgarien ist die Impfbereitschaft so niedrig, dass sie ihre gekauften Vorräte an Nachbarn abgeben oder an andere Länder wie Irland verkaufen.

Um zu verhindern, dass ungenutzte Impfstoffvorräte ihr Verfallsdatum erreichen, hat Rumänien kürzlich eine Vereinbarung mit Irland getroffen. Der Taoiseach (Premierminister) von Irland veröffentlichte auf seinem Twitter-Account eine Nachricht, in der er eine Vereinbarung mit Rumänien über den Kauf von 700.000 zusätzlichen Dosen Covid-19-Impfstoff bekannt gab.:

Sie sollten im Laufe des Monats August nach Irland geliefert werden und werden direkt von Pfizer in Form einer Umverteilung der ursprünglich von Rumänien bestellten Dosen bereitgestellt.

Irland, das die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus eindämmen will, hat derzeit eine der höchsten Impfraten in Europa: 

Allerdings berichtet diue irische Zeitung Independent.ie über steigende Zahlen von Geimpften im Spital und offenbar auch auf der Intensivstation:

„Das St. Vincent’s Hospital in Dublin nimmt eine „besorgniserregende“ Zahl von doppelt geimpften Patienten zur Behandlung von Covid-19 auf, so der Leiter der Notaufnahme, Professor John Ryan.

Er betonte, dass die doppelte Impfung nicht bedeute, dass die Patienten immun gegen das Virus seien.

„Im Moment sehen wir eine beträchtliche Anzahl von Durchbruchsfällen“, so Ryan.“

Das spiegelt sich auch aktuell in den berichteten Zahlen:

Lieferungen an Dänemark und Vietnam

Vor der Vereinbarung mit Irland verkaufte Rumänien weitere 1,1 Millionen Dosen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs an Dänemark. In einer Erklärung des dänischen Gesundheitsministers Magnus Heunicke hieß es, Rumänien wolle die überschüssigen Dosen verkaufen, weil die Nachfrage nach Impfstoffen in seiner Bevölkerung gering sei.

Die rumänischen Behörden haben sich aber auch spendabel gezeigt und fast eine halbe Million Dosen an die benachbarte Republik Moldau sowie an Serbien und die Ukraine gespendet.

Letzten Monat kündigte Präsident Iohannis Klaus außerdem an, dass Rumänien 100.000 Dosen Covid-19-Impfstoff an Vietnam spenden wird.

Auch Bulgarien spendet seine ungenutzten Impfstoffe hauptsächlich an die benachbarten westlichen Balkanländer.

Zu Beginn dieses Sommers erklärte Gesundheitsminister Stoicho Katsarov, dass 150.000 Impfstoffe, hauptsächlich von AstraZeneca, kostenlos an Länder in der Region – insbesondere an Nordmazedonien, Albanien, Kosovo und Bosnien – abgegeben werden sollen.

Da wie oben im Chart zu sehen noch mehr Bulgaren als Rumänen die Impfstoffe scheuen, sucht das Balkanland außerhalb Europas nach Orten, an denen Tausende von Impfstoffen gespendet werden können. Die Regierung in Sofia kündigte an, dass das abgelegene Königreich Bhutan 172.500 Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca erhalten wird.

Ursachen für das geringe Interesse

Das sinkende Interesse an der Impfung in Rumänien und Bulgarien ist auf das seit langem bestehende Misstrauen gegenüber den Behörden sowie die Skepsis gegenüber Impfstoffen zurückzuführen. Nach Angaben von Forschern der Babes-Bolyai-Universität lag Rumänien bei der Aufhebung von Beschränkungen und „Lockerungsmaßnahmen“ an erster Stelle in der EU, aber bei den Impfraten an vorletzter Stelle. Die Maßnahmen wurden aber schon länger sehr locker gehandhabt.

Das ist auch an dem so genannten stringency Index abzulesen, bei dem Deutschland vor Österreich in Führung liegt, bekanntlich sind bei uns die Maßnahmen in Europa unter den am meisten einschränkenden. Bulgarien, Dänemark und Schweden liegen ziemlich gleichauf am untersten Ende.

In Rumänien haben sowohl der Premierminister als auch der Präsident mehrfach erklärt, dass das Virus eingedämmt sei, und sich auf eine erfolgreiche Impfkampagne berufen – trotz oder wegen der niedrigen Impfrate.

In Bulgarien erreichte bei den letzten Wahlen eine Partei auf Anhieb den zweiten Platz, die die Einschränkungen durch die bei uns üblichen Corona Maßnahmen strikt ablehnt.


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7 Kommentare zu „Geringes Interesse der Bevölkerung von Rumänien und Bulgarien an Covid-Impfungen

  1. Nicht nur in den USA gab es 2020 eine auffällige Übersterblichkeit von 15% (zum Vorjahr!), in Frankreich waren das 9%. 2015 waren das in Frankeich allerdings auch mal 6%, obwohl da eigentlich nichts Grippeartiges in Europa gemeldet worden war? 4%, 3%, es ging aber 2004 auch mal -8% nach unten.

    Im Grunde lässt sich die steigende Zahl auch erklären mit A. dem allgemeinen Sterbetrend, der seit 2004 aus der Horizontalen in den Aufwärtstrend gegangen ist und B. aus dem Bevölkerungszuwachs.

    Der Sterbetrend seit 1970 ist positiv und liegt bei +15%, die Bevölkerung allerdings hat seither um +26% zugelegt. Junge werden alt.

    Die Zahlen der maskierten „Hotspots“ sollten dann doch mit den laxen Staaten, Bulgarien, Rumänien und Schweden verglichen werden.

    Mit den Impfdosen geht das wahrscheinlich jetzt wie mit den Hinkelstein, man kriegt ein Dutzend dazu, wenn man eine Currywurst kauft.

    https://www.schildverlag.de/2021/08/13/sehr-wichtiges-urteil-zur-maskenpflicht-angeklagter-freigesprochen-ansteckungsgefahr-im-freien-0/

    Das Urteil ist als PDF abrufbar.

    1. In Bulgarien sind 21,8% der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Männer haben eine Lebenserwartung von 71,4 Jahren und Frauen eine von 78,4 Jahren. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 74,9 Jahren

      Die Bevölkerung ist sehr überaltert und liegt mit den 21,8% sehr nah an der Radieschengrenze.

      Noch ein Ausrutscher. In Bulgarien lag die Übersterblichkeit 2020 zum Vorjahr bei 15%. Bei schrumpfender Bevölkerung.

      Tja, was tun, sprach Zeus ..

  2. eine Bekannte von mir aus Rumänien meinte, dass dort im vergangen Winter viele Leute Covid hatten, sich aber niemand Sorgen drüber machte oder es wem kümmerte. Wenn das Tatsache ist, dann sind die Rumänen (und natürlich auch die innen) wohl natürlich immunisiert worden…. oder sie haben einfach bessere Abwehrkräfte.

    1. … oder sie sind psychisch nicht so vulnerabel bzw. es wurde keine Massenhysterie geschürt wie bei uns … dann wirken auch die Abwehrkräfte viel besser …

  3. Vermute, dass es sich hier nicht um Impfstoffe selbst sondern um Kontingente und Liefervereinbarungen handelt, welche hin- und hergehandelt werden.

    Schlussendlich geht es darum, moeglichst viel von dem Material abzusetzen, bevor der Trend einbricht.

    Dass die Regierungen zuverlaessige und kostenunkritische Abnehmer sind, muss ja nicht erwaehnt werden.

    1. Polen hat 1 Million Einheiten Pfizer vor 2 Wochen nach Australien verkauft. Da ging wirklich ein großes Paket von Warschau über Dubai (?) nach Canberra, höchstpersönlich abgefertigt vom australischen Botschafter. Auch die Astra-Impfungen in die Ukraine wurden physisch geliefert per LKW.
      Daher nehme ich an, daß das auch sonst so gehandhabt wird- es wird physisch nach Ablaufdatum sortiert geliefert.

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