Kinder im Spital – was wirklich Sache ist

Seitdem es Varianten gibt, hören wir immer wieder, dass von der jeweils neuesten nun doch auch die Kinder massiv betroffen seien und ins Spital kommen werden. Und wenn schon nicht von dieser Variante, dann spätestens mit der nächsten oder zumindest im Herbst.

Tatsache ist, dass es Atemwegserkrankungen gibt, die Kindern schwer zu schaffen machen, nämlich die von Influenza-Viren und von RSV ausgelösten. Noch nie aber gab es ernste Probleme mit Coronaviren, außer bei Kindern die schwer krank sind, zum Beispiel durch Leukämie. Die medizinischen Gründe dafür sind bekannt. Coronaviren brauchen zwei Enzyme – ACE2 und TMPRSS2 – deren Produktion vom Testosteron Spiegel abhängt. Und der ist bei Kindern nun einmal niedrig.

Mittlerweile haben zig Studien, die gezeigt, dass der Anteil infizierter Kinder unter dem der Erwachsenen liegt, auch bei denen im gleichen Haushalt. Weitere Studien haben gezeigt, dass der Anteil von Erwachsenen mit Infektionen und Erkrankungen umso geringer ist, mit je mehr Kindern sie zusammen wohnen. Und eine Studie der Universität Zürich hat nachgewiesen, dass die Symptome von Long Covid bei Kindern und Jugendlichen mit und ohne Infektion gleich sind.

Statistiken der US-Behörde CDC

Die USA haben sehr ausgefeilte Statistiken und stellen sie auch schön grafisch dar. Die folgende Grafik zeigt die Hospitalisierungen pro Woche aufgegliedert nach Altersgruppen. Sie beginnt bei der Woche vom 7. März 2020 und endet hier mit der Woche vom 7. August 2021:

In der untersten Zeile sind die Gesamtzahlen pro Altersgruppe eingetragen. Vom 0-4 waren es insgesamt 1299 Kinder und von 5-17 2153. Die Altersgruppe von 0-17 kommt also zusammen auf 3452 Fälle von insgesamt 194.642 – das macht einen Anteil von 1,8%.

Im folgenden Chart sind die Prozentsätze dargestellt, ganz oben die Kinder und Jugendlichen:

Dabei fallen mehrere Veränderungen auf. Ganz zu Beginn in 2020 wurde definitiv auch in den USA noch wenig getestet, in erster Linie wirklich Erkrankte und nicht nur Gesunde. Ab etwa Mai/Juni 2020 wurden dann auch Jüngere öfter getestet und die wöchentlichen Anteile bewegen sich ab da bei 1,5 bis 3,2 Prozent.

Der nächste Sprung auf einen Bereich von etwa 2,8 bis 4,2 Prozent passiert ab Anfang Mai 2021. Der Grund dafür dürfte darin liegen, dass die CDC ab 1. Mai die Test von Geimpften eingestellt hat, oder zumindest die Zyklusschwelle beim PCR-Test auf 28 gesenkt wurde. Ungeimpfte wurden aber weiter mit Zyklusschwellen von 40 und mehr getestet, obwohl bestens bekannt ist – und offenbar auch den US-Behörden,dass oberhalb von 28 fast nur mehr falsch-positive zu erwarten sind.

 
Damit wird ein Geimpfter mit Autounfall nicht mehr getestet, ein ungeimpfter 16-Jähriger in dessen Hand ein Feuerwerkskörper explodiert ist, wird aber nach einem PCR-Test, der bei 40 anschlägt, als Covid-Fall geführt.

Also abgesehen davon, dass diese Statistiken ohnehin viel zu viele Fälle fälschlich Covid zurechnen, gibt es bei den Kindern keinen Zuwächse, die nicht auf Änderungen von Testregimes, Häufigkeiten oder Auswertungen zurückzuführen sind.

Bild von Daniel Nebreda auf Pixabay

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Die eigenartige Berichtspraxis der US-Behörden

Studie: Long Covid bei Kindern und Jugendlichen etwa gleich häufig mit und ohne Infektion

Deutsche Studie: Kinder entwickeln langfristige Immunität gegen Covid

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13 Kommentare zu „Kinder im Spital – was wirklich Sache ist

  1. Danke, Herr Mayer,

    ich hoffe, die STIKO kennt die Studie … ich fürchte, es werden schwere Monate auf uns zukommen und auf die Geimpften, die im Herbst/Winter Bekanntschaft mit den Wildtypen machen werden … der neueste Coup aus Berlin : die Massnahmen auch von der Impfquote abhängig zu machen … very nice

    Einen schönen Abend

    1. Ich hoffe nicht Diese Erpresser. Jeder entscheidet selbst. Meinetwegen kann unsere Polit-Elite sich ständig impfen. Nichts genaues weiß man.

  2. Wie lange sollen Kinder und Jugendliche noch unter Vorspiegelung falscher Tatsachen mittels statistischer Taschenspielertricks, absurder Tests, Ängstigungen/Drohungen bezüglich der Gefährdung anderer gequält und in ihrer Entwicklung behindert werden? Das ist vielleicht die größte Schande für unsere offensichtlich nicht mehr rational tickende Gesellschaft und Politik!!!

  3. Laut dem Statistischen Bundesamt starben im Jahr 2019 deutschlandweit 18.514 Menschen aufgrund einer Pneumonie (Erreger nicht näher bezeichnet; ICD-10 J18).

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1043878/umfrage/todesfaelle-aufgrund-ausgewaehlter-atemwegserkrankungen-in-deutschland/

    Weltweit 3,6 Millionen Todesfälle durch COPD und Asthma
    Montag, 21. August 2017

    Die weltweite Bestandsaufnahme, die die „GBD 2015 Chronic Respiratory Disease Collaborators“ um Theo Vos vom Institute for Health Metrics and Evaluation in Seattle jetzt vorlegt, ist deshalb nicht mehr als eine ungefähre Annähe­rung.
    Sie ergab, dass weltweit im Jahr 2015 etwa 348 Millionen Menschen an Asthma litten gegenüber 174 Millionen COPD-Kranken

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77727/Weltweit-3-6-Millionen-Todesfaelle-durch-COPD-und-Asthma

    Weltweite Studie: Zahl der Grippetoten höher als gedacht (2017)

    Jedes Jahr sterben weltweit vermutlich zwischen 290.000 und 645.000 Menschen an Atemwegserkrankungen infolge einer Influenza-Infektion, so die neueste Schätzung eines internationalen Forschernetzwerks unter Federführung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC. Das sind deutlich mehr Grippe-bedingte Todesfälle als bislang angenommen. Zuvor ging man von einer sogenannten Excess Mortality Rate von 250.000 bis 500.000 jährlich aus.

    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2017-12/weltweite-studie-zahl-der-grippetoten-hoeher-als-gedacht/

    Ich habe vor einigen Tagen Dokus über Corona in Lateinamerika angeschaut. Das einzige, was ich zu sehen bekam, waren Ärzte mit Masken, Testspitzen und Spritzen, die viel über Corona erzählten, wie gefährlich das ist und so und von ihren Ängsten, aber Patienten habe ich nicht einen gesehen.
    In Brasilien sollen die Leute an Corona sterben wie die Fliegen, dann hätte die Doku Familienmitglieder befragen können, oder den Freundeskreis, aber das war wohl alles nur ein Gerücht.

  4. “Also abgesehen davon, dass diese Statistiken ohnehin viel zu viele Fälle fälschlich Covid zurechnen, gibt es bei den Kindern keinen Zuwächse, die nicht auf Änderungen von Testregimes, Häufigkeiten oder Auswertungen zurückzuführen sind.“

    Dabei sollte man insbesondere bei Kindern nicht vergessen, dass sie eher COVID-19-ähnliche Symptome haben, die aber auf Infektionen mit anderen Viren und auch Bakterien einhergehen, zumal die Symptomliste von COVID-19 ja monatlich länger und beliebiger wird. Selbst wenn also Kinder positiv auf SARS-CoV-2 bzw. auf ein Schnipselchen getestet werden, kann gerade bei Kindern der eigentliche Auslöser der Symptome ein anderes Virus bzw. ein anderes Bakterium sein. Und das Kinder in den letzten Monaten immunologisch reichlich Anpassungsdefizite anhäufen mussten, bedingt durch diverse “Schutz“maßnahmen, trägt nicht gerade zur Erkrankungsvermeidung bei.

    1. Das hilft den Kindern aber weder bei der Grippe noch bei RSV Viren. Obwohl natürlich bei jüngeren Menschen immer die angeborene Immunabwehr stark ist.

    2. Es hängt mit dem ACE2-Rezeptorkomplex zusammen. Dieser ist bei Erwachsenen ca. 25% stärker in den oberen Atemwegen konzentriert als bei Kindern. Bei Kindern kann dann nur ein geringerer Virenanteil die rettende Zelle entern (verglichen mit Erwachsenen). Was draußen bleibt, ist todgeweiht. Sei es, weil die Viren durch Niesen oder Husten oder Popeln wieder rausgeschmissen oder von der humoralen Abwehr neutralisiert werden oder einfach „versanden“.

      25% klingt nach wenig Effekt, was aber täuscht. Die Schlacht im Körper entscheidet sich schlicht daran, ob die Kill-Rate des Immunsystems die Vermehrungsrate des Erregers übertreffen kann. Mit wieviel Prozenten Unterschied, ist prinzipiell irrelevant.

      Quelle zum Rezeptordingsbums: https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2766524

    3. Es ist die mucosale Abwehr, nicht die humorale – also die in den Schleimhäuten, nicht die im Blut. Ein wichtiger Unterschied.

    4. @pfm, zu humoral/mukosal. Mukosal wäre evt. der bessere Ausdruck gewesen, wenn man den Ort näher bezeichnen will. Freilich leisten die Schleimhäute sehr wohl _humorale_ Abwehr, siehe IgA!

    1. Natürlich kann das stimmen, kommt auf die Symptome an. Bei Delta sind es: Laufende Nase, evtl. ein bisschen Husten, Halsweh, evtl. erhöhte Temperatur. Also auf Deutsch gesagt: Ein Schupfen, eine Erkältung. Auf Lateinisch: Ein Katarrh.

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