Corona Schulstudien mit übertrieben hohen Ergebnissen

Seit dem Herbst 2020 wird an Österreichs Schulen regelmäß0g per Stichprobe versucht, die Verbreitung von Corona Infektionen zu erheben. Die Ergebnisse zeigen einen ähnlichen Verlauf, wie die so genannte „epidemiologische Kurve“ und wie sie für Atemwegsinfektionen mit Influenza oder den Coronaviren seit eh und je im Winter zu beobachten sind. Die Höhe der erhobenen Infektionszahlen darf jedoch angezweifelt werden.

Das Ergebnis der dritten Untersuchungsrunde der so genannten Schul-SARS-CoV-2-Studie wurde eben veröffentlicht. Die Studie zur Bestimmung der Häufigkeit aktiver SARS-CoV-2 Infektionen bei SchülerInnen und LehrerInnen in Österreich wurde an ca. fünf Prozent der österreichischen Schulen durchgeführt. Die Analyse der in der dritten Runde zwischen 1. und 18. März 2021 gewonnenen Proben zeigt eine Prävalenz aktiver SARS-CoV-2 Infektionen von 0,21 Prozent.

In der Veröffentlichung der MedUni Innsbruck heißt es weiter:

„In der sogenannten Gurgelstudie bestimmen wir in etwa 250 Schulen die Häufigkeit von SARS-CoV-2 Fällen bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen. Durch wiederholte Untersuchungen können wir zeitliche Veränderungen der Häufigkeit erfassen und verschiedene Einflussfaktoren identifizieren. Während die beiden Runden im Herbst Häufigkeiten von 0,39 und 1,39 Prozent zeigten, betrug die Häufigkeit bei der aktuellen Untersuchungsrunde von 1. bis 18. März 0,21 Prozent.“

Für die ersten beiden Studienabschnitte gibt es schon eine Veröffentlichung in Sciencedirect. Leser äußern sich kritisch zu der Art der Studie und zu der möglichen Absicht ihres Erfinders Professor Michael Wagner:

„Ich frag mich ob die FDA da Bedenken bezüglich „Testing into compliance“ äußern und einen 483er ausstellen würde (wenn es sich um eine klinische Studie handeln würde. „Testing into compliance“ ist ein Ausdruck in der Pharmaindustrie (hauptsächlich von der US FDA verwendet), wenn Analysen-Ergebnisse generiert (meist durch unbegründete Wiederholung) werden um die Erwartung (bei Qualitätsprüfungen die Spezifikation, hier einen „Positiven“ Test) zu erreichen.

483er ist eine Beanstandung der FDA, in diesem Fall würde es die mangelnde Validierung der Analysenmethode mit der die Ergebnisse generiert wurden sein (https://en.wikipedia.org/wiki/Form_FA_483)

Auf diesen „Gurgeltest“ bin ich aufmerksam geworden, nachdem Prof. Wagner, welcher in Leitmedien als „der Experte“ hingestellt wird zitiert wurde mit „Kinder sind potentielle Superspreader“ und dass er „über den CT-Wert sieht, dass Kinder gleichermaßen infektiös sind, wie Erwachsene“ (was ohne Quantifizierung mit Standardkurve und Normalisierung der Probe über ein Housekeeping-Gen schwierig zu sagen ist).

In den USA müssen alle in-vitro-Diagnostika (inkl. Chargen der PCR-Mastermixe) von der FDA freigegeben werden. Bei uns kann sich jedes Labor das selbst „zusammenbasteln“ und ist für die Validierung selbst zuständig. Die ÖGLMKC empfiehlt „ausdrücklich den Einsatz CE/IVD-zertifizierter Assays“ und dass bei der Einführung eines In-House PCR-Tests „die Testperformance vom durchführenden Labor ausführlich zu validieren und dokumentieren“ ist. Wenn ich mir die Daten aus der Gurgelstudie bzw. des Protokolls ansehe, wage ich das zu bezweifeln. (Die daran beteiligten Laboratorien sind auch alle in der Liste der Laboratorien nicht enthalten, welche SARS-CoV-2 Tests im Auftrag des BMSGPK durchführen (Zitat BMSGKP: „Das alleinige Kriterium für die Aufnahme in die Liste war eine Selbstmeldung der Labore, Aussagen über die Qualität und Validität der Testergebnisse, die in den Laboren durchgeführt werden, sind damit nicht verknüpft“). In der 1. Runde wurde in Graz ein FDA EUA RT-qPCR Assay (https://www.fda.gov/media/136049/download) verwendet (die Daten sehen valide aus – ORF1a/b, E mit ct 25 – 35), jedoch wurde dieser danach umgestellt. Die Ergebnisse von Target N1 und ORF10 (zusätzlich in Innsbruck, Graz) sehen auch in Ordnung aus. Fraglich ist für mich, warum bei N2 und Orf1b bis ~ 43/44 als Positiv bewertet wurden; N2 wird von der VCDI selbst im Protokoll mit „false positives in presence of genomic DNA“ beschrieben“, was natürlich ebenfalls Fragen bei den hohen Ct Werten aufwirft“

Hier sind die Tabellen in den „Supplementary materials, in der die hohen Ct-Werte zu sehen sind:


„Eigentlich müssten die Analyesenmethoden bereits im Studienprotokoll festgelegt werden, bevor mit der Studie begonnen wird. Da stellt sich schon die Frage, warum jedes Labor anders analysiert hat. Wenn das vorkommt, müsste die Vergleichbarkeit belegt werden, insbesondere wenn quantitative Aussagen getroffen werden. Ich frag mich auch, wie der Sponsor (BMBWF) hier generell bei der Genehmigung des Protokolls und der Abänderungen eingebunden war. Generell sollten m.E. bei solchen Studien (auch wenn es keine klinische Studie sondern eine Kohortenstudie war) die Prinzipien der GCLP eingehalten werden (auf Wikipedia sind die wichtigsten Links zu Guidelines der WHO, EMA…- https://de.wikipedia.org/wiki/Good_Clinical_Laboratory_Practice).

Generell wird m.E. durch noch weitere Erhöhung von Test (insbesondere den RT-qPCR Testungen) versucht die „Infektionszahlen“ weiter künstlich in die Höhe zu treiben.“

Tatsächlich sind in der Studie keine Hinweise darauf zu finden, ob und wie positive Ergebnisse überprüft und bestätigt wurden. Da es gerade bei Kindern mit sehr niedriger Prävalenz einen hohen Anteil von falsch-positiven Resultaten geben muss und die durch die hohen Ct-Werte noch mehr sein müssten, sind die Ergebnisse der Studien zu hinterfragen.

Persönlich halte ich die Massentesterei in den Schulen für Kindeswohlgefährdung. Wie die Studie der Universität Salzburg ergeben hat, hassen 75% der Volksschüler den Test und immerhin ein Drittel hat Angst davor.


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5 Kommentare zu „Corona Schulstudien mit übertrieben hohen Ergebnissen

  1. “Persönlich halte ich die Massentesterei in den Schulen für Kindeswohlgefährdung.“

    Anbei ein Beispiel für Kindeswohlgefährdung on steroids:

    https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2021-03/corona-impfung-biontech-pfizer-impfstoff-kinder-studie

    Wenige Monate junge Kinder, deren Immunsystem sich erst noch ausbilden muss, werden bereits früh mit biologischen Lügengeschichten in Form von mRNA-Impfstoffen belastet. Ohne weitere Worte.

  2. Wagner fiel gleich mit harten Aussagen zu Kindern als potientelle Superspreader auf. Das lässt einen wissenschaftlichen Zugang und die nötige Distanz zur eigenen Forschung vermissen. Es ist Angst- und Panikmache. Seltsam ist, dass Wagner auf einmal ct-Werte erwähnt, die ja sonst völlig unter den Tisch fallen und daraus Ansteckungsfähigkeit ableiten möchte. Es deckt sich ja auch nicht mit den bisherigen Testergebnissen: Schulpersonal wird überproportional häufig positiv getestet. Kinder, obwohl in der Mehrzahl, unterproportional. Also liese das doch den Schluss zu, dass Kinder einfach weniger ansteckend sind. Ich habe den Eindruck dass Herr Wagner versucht, seine Behauptung à la Lyssenko mit schlechten hingebogenen Studien zu untermauern. Wagner und von Laer tauchen auch häufig in den Medien als Berater der Bundesregierung auf. Das lässt nichts gutes ahnen.

  3. Haben Sie Geldprobleme? Das muss nicht sein!. Fallen Sie in den Hauptmedien mit besonders dramatisierenden Katastrophen-Sprüchen auf und schlagen Sie ein Idee vor, wie Sie zeigen können, dass wir alle noch viel mehr Angst haben müssen vor Corona-Viren. Die zuständigen Stellen kontaktieren Sie unmittelbar und setzt, wenn aussichtsreich, Ihre Idee mit Ihnen als gutbezahlten Studienleiter um.

    ;-(

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