IOC hebt Suspendierung von Russland auf

8. Juli 2026von 2,2 Minuten Lesezeit

Russische Athleten dürfen sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren. Die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees (ROC) wurde vorläufig und durchaus überraschend aufgehoben.

Seit Oktober 2023, also früh genug, um die russischen Sportler von den Olympischen Spielen 2024 in Paris auszuschließen, galt eine Suspendierung des ROC. Diese wurde damit begründet, dass das Komitee Sportorganisationen aus ukrainischen Gebieten unter russischer Kontrolle als Mitglieder aufgenommen hatte. Nun hat sich das geändert.

Das IOC stellte fest, dass diese Organisationen nicht mehr zum ROC gehören und das Komitee keine Aktivitäten in diesen Gebieten durchführt oder plant. Damit können russische Athleten an Qualifikationswettkämpfen für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles teilnehmen und voraussichtlich auch an den Spielen im Sommer 2028 teilnehmen.

Damit entfallen auch die früheren IOC-Empfehlungen an internationale Sportverbände zu neutralen Athleten und zusätzlichen Teilnahmebedingungen für Russen. Bisher starteten russische Athleten oft als „neutrale Athleten“ ohne Flagge. Nun könnten sie ihre Nation wieder repräsentieren.

Ob russische Athleten bei den Spielen 2028 unter ihrer nationalen Flagge, mit Hymne oder in Landesfarben antreten dürfen, ist noch offen. Das IOC will diese Frage „zum geeigneten Zeitpunkt“ entscheiden. Die endgültige Entscheidung über Symbole liegt zudem bei den jeweiligen internationalen Verbänden.

Probleme könnten die Athleten jedoch mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und den Anti-Doping-Anforderungen des IOC bekommen. Dazu gehören unter anderem Tests durch die International Testing Agency (ITA), ein nationales Anti-Doping-Programm und mehrfache Kontrollen vor der Rückkehr in den internationalen Wettkampfbetrieb – besonders vor dem Hintergrund anhaltender Probleme bei der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA.IOC-Präsidentin Kirsty Coventry erklärte: „Wir wollen Athleten nicht für die Handlungen ihrer Regierung verantwortlich machen.“ Die Entwicklung folgt einer ähnlichen Entscheidung für Belarus im Mai 2026. Bei den Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina durften russische und belarussische Athleten bereits als neutrale Einzelathleten (AIN) starten – allerdings unter strengen Auflagen und in begrenzter Zahl.

Russlands Sportminister Mikhail Degtyarev begrüßte die Entscheidung und sprach von einem „Weg zurück“ in den internationalen Sport. Aus der Ukraine kam hingegen Kritik: Die Entscheidung sei „besorgniserregend“ und „beschämend“. Während es eigentlich nicht danach aussieht, als würde sich der Konflikt zwischen dem Westen und Russland entspannen, deutet diese Entscheidung allerdings darauf hin.

Bild „2008 Summer Olympics – Womens 100m Round 2 – Heat 1“ by Bryan Allison from Las Vegas, NV, USA is licensed under CC BY-SA 2.0.

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