Klimaforschung im Widerspruch: Südlicher Ozean und die CO2-Frage

29. Juni 2026von 5,7 Minuten Lesezeit

In den derzeitigen Wetterberichten fungiert jede Temperatur über 20 Grad als Beleg für den Klimawandel, verursacht durch das von Menschen gemachte CO2. Kältewellen sind dagegen bedauerliche Wetterextreme, die möglicherweise auch mit dem obigen Klimawandel zusammenhängen.

Es sind zwei wissenschaftliche Schwergewichte innerhalb weniger Monate, die das etablierte Klima-Narrativ ins Wanken bringen — und von denen man in den Konzernmedien bezeichnenderweise so gut wie nichts mitbekommt. Dabei geht es um nichts Geringeres als die Frage, ob das CO₂-Märchen, mit dem unsere gesamte Energie-, Wirtschafts- und Mobilitätspolitik begründet wird, überhaupt einer empirischen Überprüfung standhält. Spoiler: Tut es nicht.

Neue Daten der US National Science Foundation stellen bisherige Modelle zur biologischen Produktivität des Südpolarmeers auf den Kopf. Parallel dazu entlarvt eine Langzeitstudie der Queen’s University Belfast die CO₂-Hypothese als das, was sie ist: ein Glaubenssatz ohne empirisches Fundament.

Dass Klimamodelle die Realität eher grob skizzieren als präzise abbilden, ist kein Geheimnis — jedenfalls nicht außerhalb der IPCC-Blase. Dass sie aber ausgerechnet bei einem der zentralen Kippelemente des globalen Klimasystems fundamental danebenlagen, darf man getrost als wissenschaftliches Eigentor bezeichnen.

Forscher des National Center for Atmospheric Research (NCAR), finanziert durch die US National Science Foundation, haben im Mai 2026 neue Erkenntnisse vorgelegt, die aufhorchen lassen: Die biologische Produktivität des Südlichen Ozeans liegt im Sommer deutlich über den Werten, die frühere Schätzungen und darauf aufbauende Modelle prognostiziert hatten. NSF NCAR Research: Southern Ocean Biological Productivity

Warum das eine wichtige wissenschaftliche Erkenntnis ist:

Der Südliche Ozean ist das planetare Getriebe der Klimaregulation. Seine Zirkulation bestimmt, wie Wärme aufgenommen und umverteilt wird. Sie steuert die Versorgung und Verteilung der Nährstoffe. Und — das ist der entscheidende Punkt — sie ist verantwortlich für die Bildung von Tiefwassermassen, die Kohlenstoff über Jahrhunderte speichern.

Mit anderen Worten: Wenn die biologische Pumpe des Südlichen Ozeans stärker arbeitet als angenommen, verschiebt sich das gesamte Kohlenstoffbudget. Die Ozeane schlucken mehr CO₂ als gedacht — und das ganz ohne politische Beschlüsse, CO₂-Steuern oder moralisierende Klimaaktivisten.

Die Belfast-Studie

Während die NCAR-Daten die Modellannahmen zur Kohlenstoffaufnahme erschüttern, hat eine andere Studie das Fundament der CO₂-Hypothese selbst angegriffen — und wurde dafür medienwirksam totgeschwiegen.

Die Queen’s University of Belfast veröffentlichte 2025 eine Untersuchung, die tägliche Temperaturdaten von Wetterstationen über einen Zeitraum von 1899 bis 2024 analysierte — also 125 Jahre, kein selektiver Rosinenpick-Zeitraum, sondern die volle Breite der industrialisierten Ära. Das zentrale Ergebnis in aller Klarheit:

„Eine direkte Untersuchung der öffentlich zugänglichen täglichen Temperaturdaten von Wetterstationen stimmt nicht mit der Vorstellung überein, dass CO₂ der Haupttreiber der globalen Erwärmung ist. Wäre dies der Fall, würden Perioden mit höheren CO₂-Emissionen eine schnellere Erwärmung aufweisen als Perioden mit niedrigeren Emissionen. Im Gegensatz dazu kommt diese Studie zu dem Ergebnis, dass es in einigen jüngeren Zeiträumen trotz starker CO₂-Emissionsanstiege zu einer globalen Abkühlung gekommen ist. Darüber hinaus war der langfristige Temperaturanstieg in früheren Zeiträumen, in denen die CO₂-Emissionen im Vergleich zu den heutigen Werten moderat waren, steiler.“ Queen’s University Belfast: CO₂ not primary driver of global warming

Das ist eine kippt das gesamte CO₂-Narrativ. Die Logik ist so simpel wie vernichtend: Wenn CO₂ tatsächlich der große Thermostat wäre, müsste die Erwärmungskurve dem Emissionsanstieg folgen. Tut sie aber nicht.

Die drei K.-o.-Kriterien, die das IPCC nicht diskutiert

Die Belfast-Studie liefert drei empirische Befunde, die mit der CO₂-Hypothese schlicht unvereinbar sind:

  1. Keine Beschleunigung trotz Emissionsboom — In jüngeren Zeiträumen mit massiv gestiegenen CO₂-Emissionen kam es zu keiner proportionalen Beschleunigung der Erwärmung. Im Gegenteil: Es gab Phasen globaler Abkühlung.
  2. Steilere Erwärmung bei moderaten Emissionen — In früheren Perioden, als die industriellen CO₂-Emissionen im Vergleich zu heute lächerlich gering waren, war der langfristige Temperaturanstieg steiler. Das ist das exakte Gegenteil dessen, was die Hypothese vorhersagt.
  3. Keine Korrelation in den Rohdaten — Die täglichen, öffentlich zugänglichen Stationsdaten zeigen schlicht keinen CO₂-Fingerabdruck. Wer ihn trotzdem sieht, tut dies nur nach massiven statistischen „Adjustierungen“, die den Datensatz erst modellkonform machen.

Man stelle sich vor, ein Medikament würde denselben Evidenztest durchlaufen: Keine Dosis-Wirkungs-Beziehung, Wirkung in der falschen Phase, Rohdaten widersprechen der Hypothese. Die Zulassung wäre in zehn Minuten vom Tisch.

Der Südliche Ozean als stiller Korrekturfaktor

Die NCAR-Ergebnisse fügen sich nahtlos in dieses Bild ein. Wenn der Südliche Ozean biologisch produktiver ist als modelliert, bedeutet das:

  • Höhere CO₂-Aufnahme durch Phytoplankton und die biologische Karbonatpumpe
  • Mehr Kohlenstoff-Export in die Tiefsee, wo er für Jahrhunderte gebunden bleibt
  • Systematische Überschätzung des atmosphärischen Verbleibs von anthropogenem CO₂ in allen gängigen Klimamodellen

Die Klimaforschung hat jahrzehntelang so getan, als seien die Ozeane ein passiver, weitgehend verstandener Kohlenstoffspeicher. Die Realität korrigiert diese Hybris — mit Phytoplanktonblüten, die kein Computermodell vorhergesehen hat.

Die politische Dimension: Warum das niemand hören will

Dass diese Erkenntnisse nicht beim Spiegel und in der Tagesschau Schlagzeilen machten, hat einen simplen Grund: Die CO₂-Hypothese ist kein wissenschaftliches Projekt mehr, sie ist ein politisches. An ihr hängen Billionen-Dollar-Industrien, supranationale Governance-Strukturen, CO₂-Zertifikatehandel, der European Green Deal und die moralische Legitimation einer ganzen Politiker-Generation, die sich als „Retter des Planeten“ inszeniert.

Wissenschaftliche Ergebnisse, die dieses Kartenhaus gefährden, werden nicht widerlegt — sie werden ignoriert, marginalisiert oder als „Klimaleugnung“ diffamiert. Die Belfast-Forscher haben keine institutionelle Plattform bekommen, um ihre Ergebnisse zu diskutieren. Die NCAR-Daten werden vermutlich dasselbe Schicksal erleiden: stillschweigend in Folgemodelle eingearbeitet, ohne dass jemand die Grundannahmen hinterfragt.

Was wirklich zählt: Wissenschaftliche Hygiene

Eine Hypothese, die mit empirischen Daten kollidiert, muss modifiziert oder verworfen werden. Das ist die grundlegende Methode der Wissenschaft – zumindest laut Karl Popper und der Naturwissenschaft. Die CO₂-Hypothese kollidiert mit:

  • Den täglichen Temperaturdaten von 1899 bis 2024
  • Der fehlenden Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Emissionen und Erwärmung
  • Der neuen Evidenz zur biologischen Pumpe des Südlichen Ozeans
  • Der Existenz natürlicher Klimazyklen, die in Modellen systematisch unterschätzt werden

Wer angesichts dieser Datenlage weiterhin behauptet, die „Wissenschaft sei settled“, hat den Unterschied zwischen Wissenschaft und Religion nicht verstanden.

Die Ozeane korrigieren die Modelle — die Politik sollte folgen

Die neuen NCAR-Daten und die Belfast-Studie sind zwei Puzzleteile desselben Bildes: Das Klimasystem ist komplexer, robuster und weniger CO₂-determiniert als das politisch-mediale Narrativ behauptet. Der Südliche Ozean atmet tiefer als gedacht. Die Temperaturkurve folgt nicht der Emissionskurve. Und die Modelle, auf denen Billionen-Entscheidungen beruhen, haben grundlegende biologische Pumpmechanismen unterschätzt.

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